Ein Aurufezeichen mehr als die diese andere Serie, aber trotzdem keine 2. Staffel wie noch eine andere Serie. Und irgendwie gibt’s um dieses Werk mal keinen Hype. Was der Serie auch gut tut, denn man weiß nicht, was man erwarten soll und wird dann positiv überrascht. Wie immer Achtung Spoiler! Wobei es sich ja mehr oder weniger um eine Slice-of-Life-Serie handelt, also nimmt die Handlung keinen so großen Stellenwert ein.

Das Setting habe ich ja schon zuvor etwas beschrieben und sie hat sich sogar etwas weiter entwickelt bis zur Folge 13, denn ein neues Mädel wurde inzwischen eingeführt.

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Aoi Yamada ist niedlich, frech und nicht allzu klug, aber bringt eine weitere Note in die Serie, und sorgt vor allem durch ihre nicht durchdachten Aussagen für allerlei Wirbel. In der letzten Folge wird dann auch das Mysterium gelüftet, wer die bebrillte Gestalt ist, die man u.a. kurz im Vorspann bewundern darf:

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Maya wurde wohl erst so spät eingeführt, da sie die einzige halbwegs normale Person in diesem Restaurant zu sein scheint – zumindest behauptet sie das von sich. Interessant fand ich auch ihre Einstellung, nix mit ihren Kollegen zu tun haben zu wollen.

Im Prinzip baut die Serie auf einem sehr üblichen Comedy-Konzept auf: Man nimmt ein paar Klischee-Charaktere, die man auch im normalen Leben treffen könnte und überzeichnet sie so, dass es lustiger scheint. Popura Taneshima ist z.B. klein und niedlich, möchte aber normal groß sein, und wird durch ihren Komplex daran von ihrer Umwelt aufgezogen. Das eignet sich für einen Anime perfekt, da man Figuren dort noch weiter verniedlichen kann. Auch der trockene, zynische Jun Satou, der sich in eine selten „unaufmerksame“ Kollegin unglücklich verliebt und seine Umwelt unter seinem Leid „mitleiden“ lässt, ist bestimmt nicht kreativ, aber eignet sich für vergnügliche Szenen ganz gut.

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Am meisten wird die männer-hassende Mahiru Inami in der Vordergrund gestellt (ihr Vater hat sie so erzogen, der kranke Typ), die sich natürlich in den Protagonisten verlieben muss, der allerdings eher nur auf niedliche Dinge und Personen abfährt und Inami ist mit ihren 17 Jahren doch schon etwas zu alt…und er kümmert sich zunächst nur um sie, um ihr bei ihrem Komplex zu helfen – mit einigen ganz schön bösen Ideen^^;.

Und wo wir gerade beim Protagonisten sind, es passiert ja auch selten, dass dieser in Frauenklamotten gesteckt wird…aber hier hat das ganze sogar noch etwas Sinn^^.

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Nun werden die paar witzigen Grundideen, die aus diesen und den anderen Charakteren entstehen, wiederholt und wiederholt und wiederholt. Was übrigens nix besonderes ist bei 4-koma-Umsetzungen, man muss nur mal einen Blick auf Lucky Star werfen. Wenn man die Konstallationen zwischen den Charakteren aber witzig findet und eigentlich jeden Charakter irgendwie mag, kann man mit solchen Serien sehr viel Spass haben, und das war bei mir bei Working!! definitiv der Fall. Vor allem die kleine Geschichte rund um Inami und ihr Verliebtsein kam seeeeehr niedlich rüber und es störte mich keinesfalls, dass sie etwas in den Vordergrund rückte. Ich finde es auch nicht schlimm, dass die letzte Folge relativ offen endet, denn immerhin sieht man, dass der Niedlichkeitsfanatiker Takanashi Inami zumindest am Ende zumindest kurz als „niedliche“ Person wahrnimmt und man könnte ihn schlagen, dass er dafür so lange gebracht hat^^;. Klar, eine große Entwicklung ist das nicht, aber für Comedy-Slice-of-Life ist das ja schon etwas.

Optisch gefällt mir die Serie sehr gut, auch wenn man in der letzten Folge sieht, dass einfach nicht viel Geld zur Verfügung stand. Die Hintergründe im Park in der letzten Folge z.B. könnten auch aus Bleach oder Naruto stammen (die oftmals unglaublich generische Hintergründe haben)…so belanglos sehen sie aus. Immerhin sind die Animationen flüssig, witzig und an passenden Stellen mit SD versehen worden. Zudem mag ich das Charakterdesign sehr gerne, auch wenn es bestimmt nicht sonderlich auffällt in der Animelandschaft.

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Ich finde es etwas schade, dass A-1 Pictures nicht allzu viel Budget für diese Serie gekriegt hat, obwohl sie ihr Hauptprojekt „Senkō no Night Raid“ an Qualität in der Regie locker in die Tasche steckt. Bestimmt nicht technisch, aber Working!! sieht man an, dass die Macher einiges Gespür für Comedy haben.

Vor allem mag ich an der Serie, dass sie eigentlich sehr kompatibel ist ohne langweilig zu wirken. Der Großteil des Humors ist international sehr leicht zu verstehen, da auch die Figuren keinen klassischen Anime-Klischees entsprechen und man eigentlich keine Anime-Vorkenntnisse benötigt, um darüber lachen zu können. Es gibt keinen Fanservice, die weiblichen Charaktere sind auf recht normale Weise niedlich (Mädels wie Popura Taneshima sind mir vom Typ her auch schon über den Weg gelaufen^^) und alle haben zumindest etwas Tiefe.

Klar, die Serie wird nicht jedem gefallen und man muss schon eine Schwäche für harmlose leicht romatisch angehauchte Comedy haben, wo nur ab und zu mal etwas Sarkasmus bei den Charakteren aufblitzt. Zudem muss man die Charaktere mögen, aber das ist im Prinzip bei allen Slice-of-Life Serien so.

Da ich alle Figuren irgendwie mag, gibt’s von mir sogar eine hohe Bewertung, denn ich habe mich jede Woche auf eine neue Folge gefreut, musste oft lachen und war immer etwas traurig, denn die aktuelle Folge vorbei war, und das ist für mich ein gutes Zeichen für eine Serie. Eine zweite Staffel könnte es wohl geben, da der Manga ja noch weitergeht und da die DVDs sich ja vor eine recht preiswert produzierte Serie ganz gut verkaufen. Also hoffe ich mal auf eine Fortsetzung, wo das bisschen Handlung dann zum langsam zum Abschluss gebracht wird. Übrigens rechne mal fest damit, dass jemand die Serie zumindest in den USA lizenzieren wird oder dass Aniplex sie da selbst bringen wird. In Ermangelung von jap. Blu-rays würde ich da auch gerne zu DVDs greifen.

rin45

P.S. Man beachte, wie nahe Inami im Abschlussbild (siehe erstes Bild) nun schon bei Takanashi stehen kann O_O.