Als ich auf der Animagic 2007 die ersten 2 Folgen der 1. Staffel von Hayate no Gotoku stieß, beschloss ich doch mal diese Serie etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und folgte dann brav den Fansubs der ersten Staffel bis zum Ende. Die Handlung ist relativ leicht zusammenzufassen: Hayate hatte im Leben bislang nicht viel Glück und seine Organe wurden von seinen Eltern an die jap. Mafia verkauft, damit seine Erzeuger ihre Schulden los werden können. Um die Schulden irgendwie bezahlen zu können, beschließt er ein kleines, reiches 13 Jahre altes Mädchen (Nagi) zu entführen, aber dabei vereitelt er einen anderen Entführungsversuch und durch ein Missverständnis glaubt Nagi, dass Hayate ihr seine Liebe gestanden hat (die beiden kennen sich erst Minuten…). Da Hayate durch das Vernachlässigen seiner Eltern schnell erwachsen geworden ist, hat er allerlei Fähigkeiten und wird der Butler von Nagi. Das neue Umfeld ist allerdings ziemlich ungewohnt für ihn, da Nagi’s Familie unglaublich reich ist und seine „Herrin“ reichlich verzogen ist. Neben 17 jährigen Hausmädchen, die viel zu erwachsen erscheinen, einem sprechenden Tiger und einer Schule, die mit den vielen reichen Kindern samt ihrer Butler auch nicht so wirklich normal ist, trifft er auch die Vorsitzende des Schülerrats Hinagiku, die einfach schon zu perfekt ist, aber etwas zu wenig ihre feminine Seite zeigt. Auch aus seinem früheren Leben mischt sich die ehemalige Klassenkameradin Ayumi (die natürlich seit langer Zeit in ihn verliebt ist) wieder verstärkt in sein Leben ein, was für einigen Unmut bei Nagi sorgt.

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Im Prinzip kann man Hayate no Gotoku als einen Haremsmanga mit sehr viel Humor bezeichnen, der auch gerne mal direkt den Leser anspricht. Platten Fanservice muss man allerdings vergeblich suchen und alleine die erste Begegnung zwischen Hayate und Hinagiku zieht gängige Haremsgeschichten sehr geschickt durch den Kakao. Auch später in einer Strandfolge wird sehr gekonnt mit dem Thema Fanservice gespielt und in diesen Momenten glänzt der Anime. Auch die Naivität der reichen Schüler ist teilweise sehr witzig umgesetzt, und vor allem der Humor ist herrlich sarkastisch und der arme Hayate wird von der Damenwelt teilweise schon ganz gut aufgezogen. Leider strotzt die 1. Animestaffel vor Fillern und ganzen Filler-Arcs, die in dieser Form nicht im Manga vorkommen. Zwar ist die Serie technisch durchgehend gut, aber viele Folgen zwischendrin sind von der Handlung her weniger gelungen, dafür sind aber andere wirklich genial. Immerhin machen die vielen Anspielungen auf Filme, Serien, Animes und Videospiele vieles aber wieder gut. Ähnlich wie bei School Rumble gewinnt die Serie sehr an Fahrt, wenn der „Romantic“-Anteil steigt und die Geschichte sich wieder mehr an den Manga hält. Dieser ist übrigens klar dem Anime vorzuziehen.

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Man merkt dem Zeichner an, dass er selbst großer Anime – und Mangafan ist und gerne allerlei Anspielungen macht und auch vor Visual Novel-Begriffen nicht zurückschreckt, um die „Beziehungen“ der Charaktere durch den Kakao zu ziehen. Er hat übrigens früher als Assistent für Kôji Kumeta gearbeitet, der mittlerweile durch Sayonara Zetsubou Sensei auch international bekannt geworden ist. In den USA erscheint der Manga bei Viz und die Umsetzung ist ganz passabel, aber leider fehlen Farbseiten (wobei ich mir nicht sicher bin, ob es die im jap. Original gibt). In Deutschland laufen solche Serien ja weniger gut, da es für den männlichen Leser hier wohl zu wenig Fanservice und zu viel Humor geben wird…   Es ist erstaunlich wie wenige Kapitel des Mangas tatsächlich in der ersten Staffel, die von Synergy SP animiert wurde, umgesetzt wurden, dabei hatten sie ja immerhin 52 Folgen lang Zeit…. Von der gleichen Truppe ist übrigens auch Zettai Karen Children, was optisch stark an Hayate erinnert und auch einige Gastauftritte von Hayate und Nagi im Hintergrund bietet.

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Die zweite Staffel und die OVA kommen nun von J.C. Staff, die sehr viel Erfahrung in der Adaption von Mangas und Light Novels haben und meistens auch ganz gute Arbeit abliefern (Toradora oder Shakugan no Shana z.B.); praktischerweise sollen sie sich näher an den Manga halten. Die ersten beiden Folgen stammen aus den ersten Kapiteln aus Band 6 des Mangas und wurden ziemlich originalgetreu umgesetzt. Mir gefällt die neue Umsetzung besser, da mehr Wert auf die Handlung gelegt wird, dafür ist der Humor etwas weniger abgefahren. Vor allem weist das Ending darauf hin, dass Hinagiku wohl dieses Mal etwas mehr Platz eingeräumt wird. Im Gegensatz zur ersten Staffel wird dieses Mal übrigens etwas weniger zensiert werden, was in damals aber auch ganz gut als Running-Gag durchging. Achtung Spoiler: In dieser Hinsicht bin ich übrigens mal sehr gespannt, in welche Richtung der Manga da noch gehen wird, da im Moment (bin gerade bei Band 11) Nagi eigentlich keine große Chance bei Hayate haben dürfte, weil er sie immer noch eher als Kind sieht. Er scheint einfach eher Interesse an Maria oder Hinagiku zu haben, und letztere auch definitiv an ihm. Für Freunde von Romantic-Comedy-Animes wie School Rumble mit Hang zu etwas abgefahreneren Humor kann ich den Manga und auch den Anime klar empfehlen, schade, dass da wohl eher nix in Deutschland erscheinen wird. In den USA wurde übrigens der Anime (1. Staffel) von Bandai lizenziert und ich würde mit einem Release in Form von Halbstaffel-Boxen noch in diesem Jahr rechnen (schätze ich mal). (Kleines Update vom 7. 5.2009: Am 21.7. soll der 1. Teil (rein rechnerisch F folgen) der 1. Staffel auf DVD in den USA erscheinen).

Rechtzeitig zum Start der zweiten Hayate no Gotoku – Staffel hat sich Crunchyroll ja dazu entschieden die Serie bei sich auf der Seite auszustrahlen und das sogar als 720p Stream. Zuvor hatten Static-Subs und Eclipse angekündigt, dass sie die Serie fansubben wollten, wie sie es schon bei der ersten Staffel gemacht haben und glücklicherweise ließen sie nicht von Crunchyroll abschrecken und und bringen weiterhin „ihre“ untertitelte Version raus. Deshalb habe ich mal die beiden Versionen verglichen, da man ja oft auf Crunchyroll rumhackt. Die MP4-Datei landet beim Anschauen auf Crunchyroll in den temporären Dateien des Internet Explorers, wo man sie dann einfach rauskopieren kann. Die Untertitel fehlen dann allerdings.

Erstmal ein paar Vergleichs-Screenshots (neue Seite öffnet sich nach Klick, wo man zwischen beiden Versionen wechseln kann):

hayate_1_1_crunchyroll_tnVergleichsseite öffnet sich nach KlickVergleichsseite öffnet sich nach Klickhayate_1_4_crunchyroll_tnhayate_1_5_crunchyroll_tnhayate_1_6_crunchyroll_tn

Technische Daten (Chrunchyroll / Static-Subs-Eclipse):

Größe: 307.365.586 Bytes (ohne Untertitel) /355.393.531 Bytes (mit 2 Untertitelspuren)
Container: MP4-Container / MKV-Container
Video Codec: MPEG4 Video (H264)  / MPEG4 Video (H264) 1280×720
Audio Codec: AAC 44100Hz stereo 1411Kbps / Vorbis 48000Hz stereo
Bilder pro Sek.: 24.00 / 23.98
Beide verwenden Softsubs

Qualitätsvergleich

Wie man in den Screenshots erkennen kann, sehen die Ränder der Figuren beim Crunchyroll-Rip etwas ausgefranster aus, was wahrscheinlich an der niedrigeren Bitrate liegen wird. Ansonsten macht sich die Kompression aber bei beiden Versionen nicht bemerkbar. Das Bild wirkt bei CR etwas wärmer, bzw. bei bei SS-Eclipse etwas kälter. Je nach Bild sieht meiner Meinung nach die eine Version besser aus, in einem anderen die andere Version. Da ich nicht weiß, was nun richtig sein soll, kann man das als unentschieden bezeichnen (auf anderen Monitoren können sich da auch ganz andere Meinungen bilden). Bei Kameraschwenks ruckelt das Bild bei CR aber deutlich, während es bei SS-Eclipse ruhig bleibt. Ob das an den 0,02 Bildern-Unterschied pro Sekunde liegt oder an was anderem, kann ich nicht beurteilen, aber in der Hinsicht gewinnt der Fansub klar.

Beim Ton konnte ich nur hören, dass die CR-Version deutlich lauter ist, aber sonst habe ich keinen Unterschied ausmachen können (bin allerdings auch nicht sehr audiophil…).

Bei den Untertiteln dagegen gewinnt optisch klar SS-Eclipse, da sie ja auch die OPs und EDs untertitelt haben, und diese sogar mit geschmackvollen Karaoke-Effekte ausgeschmückt haben. Auch die Onscreen-Texte wurden sehr schön übersetzt, wobei CR diese einfach nur oben einblendet. Überraschenderweise ist die Übersetzung teilweise ziemlich unterschiedlich, wenn aber auch nie gegensätzlich (mein japanisch ist zu mies, um zu sagen, was richtig ist). Die Wortwahl ist beim Fansub oft etwas einfacher und die Untertitel sind kompakter, was aber richtig ist, kann ich nicht beurteilen. Beide behalten die Suffixe übrigens bei. Wenn’s also um den Untertitelinhalt geht, kann ich nur schwer einen Favoriten ausmachen, wobei ich die SS-Eclipse-Version von den Vokabeln her leichter verständlich fand (bin ja nun kein Englisch-Muttersprachler).

Wenn das Ruckeln nicht wäre, was wohl nicht an meinem Rechner liegen wird, hätte ich kein Problem mit der CR-Version, aber im Moment leistet der Fansub noch bessere und vor allem liebevollere Arbeit. Dafür ist CR natürlich schneller, da man dort die frische Folge ziemlich schnell nach der Ausstrahlung in Japan bewundern kann. Bei CR ist ja auch der andere Vorteil, dass man die Serie dort legal gucken kann, allerdings ist das Angebot im Allgemeinen für Europäer dort etwas eingeschränkt, so dass es etwas unfair ist, dass man dafür das gleiche wie die Amerikaner bezahlen soll. Ich hatte bei CR übrigens auch das Problem, dass der Flash-Player auf meinen beiden Rechnern 720p und 480p Videos nicht ruckelfrei (das ist ein anderes Ruckeln als das, was ich oben erwähnte) abspielen kann…also bin ich dann zum Anschauen eh auf irgendwelche anderen Versionen aus dem Internet angewiesen.