Eine erste Meinung habe ich mir nun auch mal zu der neuen Serie von Kyoto Animation gebildet, aber für unwissende Leser fasse ich noch mal kurz die Handlung der ersten beiden Folgen zusammen. Yui ist eine bemerkenswert tollpatschige und scheinbar nicht allzu helle Vertreterin der Gattung „Frische-High-School-Schülerin“ und möchte nun zumindest mal einem Club beitreten, um ihr Schuldasein mal etwas auszufüllen.  

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Die leicht überdrehte Ritsu (die mit der grossen Klappe in dem Screenshot) hat dagegen schon beschlossen, dem „Light Music“ Club beizutreten, um eine Band gründen zu können, und plant auch gleich ihre schüchterne Freundin Mio mit ein. Da sie allerdings die einzigen aktuellen Mitglieder sind, und eine Mindestanzahl von 4 für das offizielle Weiterbestehen nötig sind, müssen sie schleunigst neue Mitglieder finden.

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Das nächste Mitglied ist schnell rekrutiert: Tsumugi möchte zwar eigentlich dem Chor beitreten, aber da sie die beiden so sympathisch findet, läuft sie über.

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Da Mio den Bass übernimmt, Tsumugi das Keyboard und Ritsu das Schlagzeug, fehlt nun noch jemand, der der Gitarre Leben einhaucht. Die 3 fangen an mit Plakaten in der Schule nach einem 4. Mitglied zu suchen und tatsächlich fühlt sich Yui angesprochen, da sie bei dem Clubnamen an eine Möglichkeit sieht, ihre Fähigkeiten im Kastagnetten-Spielen aus dem Kindergarten einzubringen, und reicht eine Bewerbung ein. Ihre Freundin Nodoka macht sie allerdings darauf aufmerksam, dass der Club jemanden sucht, der Gitarre spielt, so dass Yui nun eigentlich absagen möchte. Das klappt allerdings nicht, denn Ritsu, Mio und Tsumugi brauchen so dringend ein Mitglied, dass es ihnen eigentlich egal ist, dass Yui kein Instrument spielen kann. Mit dem Versprechen, dass sie Süßgigkeiten und andere Nahrungsmittel gibt, sagt Yui schliesslich zu, und beschliesst Gitarre-Spielen  zu lernen.

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Als Yui dann allerdings hört wie gut die anderen 3 schon spielen können, und sie selbst noch nicht mal das Instrument besitzt, wird sie schon etwas unsicher und plant zumindest möglichst bald ein Exemplar zu kaufen.

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In der zweiten Folge, wie nicht anders zu erwarten, dreht sich nun alles um den Einkauf der Gitarre. Yui schafft es, sich Geld von ihrer Mutter zu leihen und nach einem längeren Einkaufsbummel gelingt es den vieren dann sogar ein Musikgeschäft aufzusuchen, aber die Gitarristin-in-spe sucht sich leider ein zu teures Exemplar aus. Deswegen schlagen die anderen 3 als Clubaktivität vor, mit Nebenjobs Geld zu verdienen.

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Da Mio zu schüchtern für den Umgang mit anderen Menschen ist, und dadurch z.B. die Arbeit als Bedienung oder an der Kasse rausfällt, fangen die 4 einen Job an, wo sie das Verkehrsaufkommen an einer Straße zählen müssen. Als der Lohn sich endlich in den Händen der Mädels befindet, kriegt Yui allerdings schlechtes Gewissen, und möchte, dass die anderen ihren Anteil behalten. Sie möchte sich stattdessen ein preiswerteres Modell aussuchen. Im Laden angekommen, kann sie aber trotzdem nicht von dem teuren Stück lassen, und die Idee des Runterhandelns kommt auf. Da sich herausstellt, dass Tsumugi’s Familie der Laden gehört, erweist sich diese Idee sogar als ausgesprochen wirksam ^^‘.

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Da Gitarre-Lernen für ein so planloses Mädchen wie Yui aber nicht einfach ist, lassen ihre Fortschritte zunächst stark zu wünschen übrig und die erste Begegnung mit einem Verstärker endet auch weniger gut…

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Der Anime beruht auf einem 4-Panel-Comic, also ist es nicht so überraschend, dass die Handlung nicht gerade komplex ist. Das ganze gehört ganz klar dem Slice-Of-Life-Genre an und gehört dort sogar noch zu den harmloseren Vertretern (ich dachte sofort an Manabi Straight). Während das Charakterdesign mich eher an Haruhi erinnerte, steckt tatsächlich der gleiche Mensch dahinter wie bei Lucky Star ( Yukiko Horiguchi ). Während Lucky Star aber humortechnisch eher etwas sarkastisch und voller Anspielungen auf Otaku-Animes war, ist K-ON! ein sehr ruhiger Vertreter, der sich viel Zeit lässt, das bisschen Handlung zu erzählen. Genre-typisch strotzt der Anime teilweise vor SD-Szenen und bewegt sich animationstechnich auf gutem Niveau, und auch die Hintergründe sind wie für Kyoto Animation üblich ganz hübsch. Man sollte aber keinen Überflieger erwarten, ich sage einfach mal, im nicht gerade vor visuellen Meisterwerken strotzenden Genre der Slice-of-Life-Animes, schwimmt K-ON! schon relativ weit oben. Leider läuft die Serie aber wie Clannad erst wieder Wochen später im 16/9 – Format (und in höherer Auflösung). Hier mal ein Vergleich zw. der 4:3 Folge und der 16:9-Promo:

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Das Opening gefällt mir das gut und das Ending sogar sehr gut. Letzteres ist im Stil eines Musikvideos und beide zeigen mal wieder, dass Kyoto Animation sehr gut „musikalische Darbietungen“ animieren kann. Vor allem steht im ED doe ansonsten eher schüchterne Mio im Vordergrund:

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Die Singles werde ich mir wohl kaufen, wer sonst noch Interesse hat, hier mal ein Link zum Yesasia.com-Suchergebnis. Die Charaktere sind nicht gerade kreativ, aber zumindestens wiederholt sich Kyoto Animation nicht und der Cast unterscheidet sowohl von den Sprecherinnen als auch von der Charakteren klar von z.B. Lucky Star, und die Stimmen sind sogar relativ unverbraucht. Während Yui für den einen oder anderen wohl etwas zu tollpatschig-niedlich ist, muss ich sagen, dass Mio bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, vor allem durch das Ending. Inhaltlich finde ich die Serie bis jetzt nicht gerade richtig großartig, aber auch wirklich nicht schlecht. Das alles ist ganz witzig zwischendurch, aber richtig lachen musste ich auch nicht. Zumindest finde ich, dass man Kyoto Animation nicht vorwerfen kann, dass sie sich wiederholen, auch wenn man wieder den Moé-Faktor verwendet. Aber das scheint ja mit ihr Spezialgebiet zu sein, und so lange das ganze noch ganz gut gemacht ist, will ich mich nicht beschweren.

Übrigens erscheinen in Japan sogar bald Blu-rays von der Serie, und da bin ich dann ja mal gespannt wie die Serie in richtigem HD aussehen wird (engl. Untertitel wird es wohl eher nicht geben…), da die teilweise verschwommene Optik eher an der Art der TV-Ausstrahlung liegen könnte.