Und nun kommt mal eher ein richtiger Blog-Artikel zu dem Thema mit meiner subjektiven Meinung, was man so erwarten kann von KyoAni’s neustem Werk.

Einen Punkt, der eigentlich in den ersten Vorschauartikel gehört hätte, hole ich an dieser Stelle mal kurz nach. In den USA ist die Serie schon von Sentai Filmworks lizenziert worden und soll in 2013 auch käuflich dort verfügbar sein. Zuvor wird die Serie bei ihrem kostenpflichtigen Streaming-Service The Anime Network anschaubar sein. Zudem hat Kazé UK auch die Streaming-Rechte für Großbritannien für Anime on Demand erworben und wird die Serie kostenlos als Simulcast dort zeigen. Als Deutscher hat man von den Streams wohl eher wenig, aber ich werde mal versuchen, bei AOD reinzuschauen. Es ist sehr schade, dass man hier nicht auch versucht die deutschen Rechte mal probeweise zu erwerben und dann uns auf der UK-Plattform mitgucken zu lassen (träumen wird erlaubt sein) – oder einfach unser Anime on Demand dafür zu nutzen. Naja, zum derzeitigen Stand muss zumindest niemand hierzulande ein schlechtes Gewissen haben, wenn man auf Fansubs zugreift, da man uns ja keine Möglichkeit gibt, die Serie zu gucken…

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Artikels, der nun gerade noch rechtzeitig vor der Ausstrahlung der ersten Folge erscheinen sollte. Es ist nun das erste Mal, dass ich die Light Novel einer Animeumsetzung schon lesen konnte, bevor die animierte Variante überhaupt verfügbar ist, denn ultimatemegax hatte die beiden Bände vor ein paar Monaten übersetzt und ich durfte die „uneditierte“ Fassung lesen. Ich war zunächst ziemlich überrascht, als ich erfuhr, dass der Anime mit seinen 12 Folgen nur den ersten Band abdecken wird, aber seit K-ON!! wissen wir ja, dass man (bzw. KyoAni) aus wenigen Bänden Manga sehr viel Anime machen kann.^^;

Der erste Band hat sogar ein richtiges Ende, allerdings wurde schon angekündigt, das der Anime ein anderes Ende bieten soll, was einen dann ins Grübeln kommen lässt, wie dann eine eventuelle 2. Staffel auf dem 2. Band basieren soll. Es wäre doch sehr schade, wenn Satone Shichimiya, ein neuer weiblicher Charakter im 2. Band, niemals animiert werden würde!

Aber zurück zum 1. Band, die Anzahl der Charaktere ist dort sehr viel geringer als in der Animefassung und Yuta hat größtenteils mit Rikka Takanashi und Shinka Nibutani zu tun. Für einen Band Light Novel ist das auch genug, meiner Meinung nach. Sehr schnell fällt einem dort auf, und diese Theorie bestätigt sich im Nachwort des Autoren noch, dass er ein großer Fan von KyoAni-Animes ist. Im Prinzip liest sich das Werk als Gemisch zwischen Haruhi und Clannad. Vor allem Rikka erinnert einen stark an die weiblichen Charaktere in Key-Werken, die eher Aussenseiter sind, da sie einfach etwas komisch sind. Und Rikka ist dank Chuunibyou wirklich ganz schön seltsam – aber einfach unglaublich niedlich! Sie dichtet die Realität blitzschnell in ihre eigene Welt um und ihre Ideen sind dabei sehr phantasievoll. Zudem schwingt auch etwas Tragik mit wie in einem richtigen Key-Werk mit, wobei hier nicht auf die Tränendrüse gedrückt wird, sondern man einfach etwas mit den Charakteren „mitfühlen“ kann. Rikka ist das Highlight des 1. Bandes und man kann sie sich wunderbar in Animeform vorstellen. Vom „Awwww~ – Faktor“ her schlägt sie meiner Meinung nach fast alles bisher Dagewesene. Wie bei Light Novels (immer?) üblich, hört man die Geschichte aus der Ich-Form und wie nicht anders zu erwarten darf Yuta diese Rolle übernehmen. Von der Art her ist er schon etwas spöttisch ab und zu und geht eher in die Richtung von Kyon, ohne aber dessen Sarkasmus jemals erreichen zu können. Er hat aber auch einen anderen Charakter als Kyon und ist weitaus „netter“, er ist eben keine Tsundere. ^^;

Die restlichen Charaktere fallen, wie schon erwähnt, nicht sonderlich auf im ersten Band und Shinka Nibutani fand ich eigentlich erst ab dem 2. Band wirklich interessant. Vom Schreibstil her merkt man deutlich, dass es sich um Erstlingswerk handelt, denn die Handlung ist teilweise recht holprig erzählt (der 2. Band steigert sich in dieser Hinsicht leider nicht), wobei die Dialoge und vor allem die Chemie zwischen Rikka und Yuta sehr schön rüber kommt. Und einen so niedlichen Charakter wie Rikka zu erschaffen, stelle ich mir auch gar nicht mal so einfach vor. Die Illustrationen gefallen mir auch sehr gut.

Ich habe noch nicht besonders viele Light Novels gelesen und vom Aufbau her hat diese deutliche Macken, aber die tollen Charaktere helfen ungemein, dass das Lesen mir sehr viel Freude bereitet hat. Ich denke, wenn man etwas übrig hat für abgedrehte Charaktere, die sich aber immer noch in einer Art (Anime-)Realität befinden, dann sollte einem das Werk gefallen. Normal ist auch einfach langweilig!

Bezüglich des Anime kann ich nun im Prinzip nur etwas spekulieren, aber wenn man sich die Stärken und Schwächen der Light Novel anschaut, sollte es niemanden wundern, dass KyoAni diese animiert. Rikka ist sehr niedlich und wenn die flüssigen Animationen des Studios dazukommen, die jahrelange Erfahrung damit haben, weibliche Charaktere mit sehr viel Liebe zum Detail zum „Leben“ zu erwecken und diese auch in ernsten Szenen überzeugen lassen, dann kann eigentlich nicht viel schief gehen. Sie sind Meister in diesem Fach und wenn man sich überlegt, wie beliebt Eru Chitanda aus Hyouka geworden ist, obwohl der Anime doch sie gar nicht in den Mittelpunkt stellt, dann sollte Rikka kein „Problem“ darstellen. Und wer jetzt kritisiert, dass Chuunibyou auf Nummer sicher geht, dann sollte derjenige überlegen, ob das nicht die richtige Entscheidung ist, wenn ein Studio eins ihrer eigenen Werke umsetzt – sie tragen wohl diesmal mehr finanzielles Risiko als sonst. Ich schaue mir lieber einen tollen „Moe-Anime“ von KyoAni an als 5 durchschnittliche von anderen Studios…

Die Schwächen in der Erzählung sollten für die fähigen Köpfe im Hintergrund ausbügelbar sein, ich bin nur etwas skeptisch, was die neuen Charaktere für eine Auswirkung auf die Atmosphäre haben. Ein 2. Haruhi, das viele auch mit „Tiefe“ und „Sarkasmus“ überzeugen konnte (vor allem in Disappearance), hat KyoAni hier nicht in der Mache, und ein Drama wie in Clannad wird es hier wohl auch nicht geben, aber wer auch den Humor in Clannad und die Charaktere mochte, könnte mit Chuunibyou glücklich werden. Vor allem das erste PV, das viele verwirrt hatte, zeigte mir, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Andere Studios hätten den Slice-of-Life-Teil eher ausgebaut und die Chuunibyou-Szenen eher im Hintergrund gelassen, aber KyoAni wird diese wohl nutzen, um wieder mal zu zeigen, wie toll TV-Anime mittlerweile aussehen können. Und dann werden wieder viele fordern, dass sie doch mal einen Action-Anime machen sollen…

Ich freue mich zumindest schon auf die Serie, denn eine Romantic Comedy aus dem Hause KyoAni ist für mich im Prinzip das Traumgenre, auch wenn ich natürlivh auch gerne mehr von Haruhi oder Full Metal Panic! gesehen hätte, aber man soll die Hoffnung niemals aufgeben.^^

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