Mal wieder ein kleines Review, damit diese Trilogie hier auf der Seite auch korrekt abgeschlossen ist. 😉

Da mir nur die Blu-ray selbst vorliegt, kann ich nicht viel zu der Verpackung und den physikalischen Extras sagen. Vermutlich wird sie sich von der guten Qualität her an den Vorgänger orientieren. Dieses Mal liegen an physikalischen Extras ein Berserk Guide, Handy-Plug und Postkarten der Klappschachtel bei.

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Der Inhalt

Der 3. Film schließt natürlich direkt an die Handlung des 2. Films an. Griffith wird gefangen halten und die lange Folter und Verstümmelungen haben an seinem Körper deutliche Spuren hinterlassen, so dass er nur noch liegen kann und aufgrund der fehlenden Zunge das Sprechen nicht mehr möglich ist. Sein Wille zu Macht scheint aber ungebrochen zu sein. Währenddessen sind die Falken immer noch auf der Flucht und gerade als ein nächtlicher Angriff das Schicksal von Casca und ihren Kameraden zu besiegeln scheint, taucht Guts auf und hilft die Angreifer in die Flucht zu schlagen. Man beschließt nun Griffith zu befreien, was mit der Hilfe der Prinzessin Charlotte auch gelingt, doch was Griffith danach tut, um trotz seines zerstörten Körpers noch an Macht zu kommen…damit hat wohl keiner der Falken gerechnet…

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Während vor allem der 2. Film eher Massenschlachten in einem Mittelalter-Setting mit ein paar übernatürlichen Aspekten bot, dreht der 3. Film in der 2. Hälfte richtig auf und lässt einen sehr wundern, wie der Film ungeschnitten eine FSK16-Freigabe erhalten hat. Das Finale des Films ist lang und ziemlich verstörend, wobei dadurch der Film eine weitaus bessere Spannungskurve erhält als der 2. Film. Wie genau der Inhalt des Mangas umgesetzt wurde, kann ich nicht beurteilen, aber viel extremer kann man so etwas in einem Kinofilm wohl nicht umsetzen. Für zarte Gemüter ist dieser Film aber wirklich nicht mehr geeignet, wobei die vorherigen Teile natürlich auch wenig zimperlich waren, aber hier geht man noch etwas weiter.

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Inhaltlich und von der Verständlichkeit her fand ich den Film gelungen, wobei die Handlung hier wirklich nicht komplex ist. Die Charaktere haben aber durchaus Tiefe und zudem bekommt man ein recht vernünftiges Ende geliefert, das natürlich sehr offen ist, da der Manga noch weitergeht. Das Gemisch aus handgezeichneten Hintergründen und dem Wechsel zwischen CGI und traditionell animierten Charakteren wurde beibehalten und das Sehvergnügen wird dadurch wieder etwas getrübt. Das Fantasy-Setting wird wieder sehr atmosphärisch durch die detaillierten Zeichnungen der Umgebung zum Leben erweckt, aber sobald man sich die Gesichter von manch Nebencharakter in Rüstung anschaut, merkt man wieder, dass man es an einigen Stellen mit CGI übertreiben hat. Auch sehen die Charakteranimationen aus dem Computer nicht unbedingt immer überzeugend aus. Bei Nahaufnahmen und emotional wichtigeren Stellen wechselt man zum Glück meistens wieder zu Zeichnungen, was weitaus natürlicher wirkt. Vor allem am Ende gibt es auch viel gelungenen CGI-Einsatz, vor allem um die Hintergründe lebendiger zu machen, und auch manch Wesen überzeugt durchaus, aber der holprige Gesamteindruck bleibt leider bestehen. Wie stark einen der übermässige Zuhilfenahme des Computers stört ist natürlich sehr subjektiv und auch wenn es mich störte, gewöhnte ich mich schon wieder recht schnell daran. Und natürlich ist es kein Wunder, dass man bei den vielen Charakteren in Rüstungen den Film nicht traditionell animieren hätte können, ohne das Budget zu sprengen. Einen etwas ausgewogeneren Einsatz hätte ich mir aber trotzdem gewünscht.

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Wie schon in den Vorgängern liefert Shiro Sagisu einen atmosphärischen Soundtrack, der die Wirkung der Bilder gut unterstützt, ohne zu sehr in den Vordergrund zu treten. Ich habe den Film mit japanischen Synchronisation geschaut und fand die Leistung der Sprecher wie gewohnt überzeugend. Ich hörte kurz in die deutsche Synchronisation rein und die Stimmen waren bei meiner Stichprobe passend gewählt und überzeugten auch schauspielerisch. Mir sind keine Änderungen bei den Sprechern bekannt, so dass ich davon ausgehe, dass man als Konsument der deutschen Synchronisation der anderen Filme auch mit dieser zufrieden sein wird.

Die Technik

Ein wenig stufig und nicht sehr sauber kamen mir viele Verläufe in einigen Szenen beim Anschauen vor und beim Überprüfen der Bitrate und der Screenshots bestätigte sich diese Beobachtung. Fast 108 Minuten bei zwei 5.1 Tonspuren ist etwas viel für eine BD25, die auch nicht ganz ausgenutzt wird. Für das normale Angucken geht die Qualität noch, nur ist es schade, dass man nicht einfach eine größere Scheibe gewählt hat, um dem Bild mehr Bitrate spendieren zu können. Wobei natürlich die schwarzen Balken dabei helfen, dass er sich leichter komprimieren lässt, aber es ist ja so viel auf dem Bildschirm los, dass der Film trotzdem etwas anspruchsvoller wird. Je nachdem wie dunkel der Fernseher eingestellt ist, desto mehr oder weninger sieht man auch die Probleme. Wie bei den Vorgängern ist das Bild recht weich und wenig kontrastreich, da der Film allgemein eher in dunkler Umgebung spielt und die Farbgebung durchaus zur Handlung passt. Nach mehr als 720p im Rohmaterial sieht der Film nicht aus.

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Beim Ton konnte ich keine Probleme feststellen und der Surround-Mix ist durchaus gelungen.

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Die Untertitel scheinen, soweit ich das beurteilen kann, keine Dubtitles zu sein, und waren gut lesbar und verständlich.

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(Edit: XBMC hat die untere Menüleiste bei mir etwas verschoben dargestellt, auf dem Blu-ray-Player sieht sie korrekt aus, danke für den Hinweis, Miki)

Die Menüs entsprechen dem Stil des ersten Teils bzw. 2. Teils und funktionierten bei mir tadellos.

Bonusmaterial gibt es bis auf ein paar Trailer zu Universum Anime Werken keines, dafür gibt es die physikalischen Extras. In Japan gab es „Event Footage“ und in den USA u.a. ein Interview mit der Studio 4°C Gründerin Eiko Tanaka. Zudem natürlich die obligatorischen Trailer und Werbespots, die bei der deutschen Veröffentlichung auch komplett fehlen.

Spezifikationen

Größe des Hauptfilms: 21.748.838.400 bytes
Gesamte Disk: 22.879.100.122 bytes
Länge: 1:47:45
Bild: 

MPEG-4 AVC Video        17278 kbps          1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1

Ton:

DTS-HD Master Audio German 3934 kbps 5.1 / 48 kHz / 3934 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
DTS-HD Master Audio Japanese 4012 kbps 5.1 / 48 kHz / 4012 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)

Untertitel: 

Deutsch

Ländercode:
B

BDInfo

Weitere Screenshots

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Fazit

Wer die Filme zuvor schon mochte, kann auch beim dritten Teil beruhigt zuschlagen. Fans von ernster Fantasy bekommen hier etwas geboten, was wenig japanisch wirkt, aber trotzdem eher selten im Westen filmisch umgesetzt wird. Der übertriebene Einsatz von CGI trübt zwar etwas das Sehvergnügen, aber das war bei den Vorgängen auch nicht anders. Technisch hätte man etwas bessere Arbeit bei der Komprimierung machen können, aber den meisten Zuschauern wird das wohl eh nicht auffallen. Auch Extras auf der Blu-ray selbst wären toll gewesen, aber manch einer wird sich wohl eh mehr über die physikalischem Beilagen freuen. Ich bin gespannt, ob noch mehr aus dem Berserk-Universum umgesetzt werden wird.

 

Vielen Dank an Universum Anime für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!