Na, wenn das nicht mal ein unspektuakuläres Bild ist…aber das andere „Endbild“ ist doch etwas zu spoilerhaftig, als dass ich ganz vorne im Post zeigen möchte. Und genaugenommen ist diese Serie ja eine Frühlingsserie, nur halt des Jahres 2009, die mal über die ungewöhnliche Länge von 1,25 Jahren ging. Groß zur Story werde ich nix sagen, denn die Serie bzw. die erste Version davon ist ja doch schon ziemlich bekannt. Wer von FMA noch nix gesehen hat, soll dies eh schleunigst nacholen, denn meiner Meinung nach gibt es kein allgemein-kompatibleres Animepaket als dieses Franchise. Und der große Unterschied zw. der 1. und dieser aktuellen Fassung ist, dass man sich nun komplett an den Manga gehalten hat. Da ich nur Bilder aus der letzten Folge erstellt habe, ist das ganze Post etwas spoilerhaftig, wobei man das meiste aber eh schon erahnen konnte^^.

Die Serie hatte ja einen etwas holprigen Start, da die ersten ca. 13-14 Folgen schon in der alten Serie abgehandelt wurden und man nun im Schnellverfahren durch die Handlung hetzte. Dadurch fehlte es etwas an emotionalener Tiefe, was mir vor allem bei dem Mädel auffiel, das von ihrem Vater zu einer Chimäre verwandelt wurde. In der Originalserie war ich beim wiederholten Gucken geschockt, in der Neufassung ließ mich das ganze relativ kalt. Aber nachdem diese „Durststrecke“ (der ich immer noch 4 von 5 geben würde) vorbei ist, und endlich die Mangakapitel rankommen, die in der 1. Fassung nicht beachtet werden konnten, wird die Serie von Folge zu Folge besser.

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Die Geschichte nahm sich auch endlich Zeit sich zu entfalten und eine Shonen-typisch hohe Menge an Charakteren einzuführen, die einem aber auch gut im Gedächtnis bleiben konnten. Als man sich dann dem Finale näherte, sozusagen dem „letzten Tag“ der Handlung nimmt die Spannung unglaubliche Höhen an, ich fieberte förmlich jede Woche der neuen Folge entgegen, nur um zu wissen wie es weiter geht. Der Serie gelingt es ohne Probleme, viele verschiedene Schauplätze und Charaktere sinnvoll miteinander zu verknüpfen, und die „Endschlacht“ sehr episch aussehen zu lassen. Jeder Kampf war zügig, hielt sich nicht mit unnötigen Gesülze auf und man hatte wirklich Angst um die Charaktere.  Immer wenn man dachte, wie sollen sie aus dieser Situation rauskommen, erschien ein anderer Charakter, mit dem man schon gar nicht mehr gerechnet hatte, und sorgt für die nötigen Überraschungen, und man denkt sehr ständig: Genial! Vor allem verliert die Serie bei all der Action, den epischen Kämpfen und den teilweise aussichtslosen Situationen nie den Humor. Das wird dadurch erreicht, dass man neben einigen ernsten Charakteren auch sehr charismatische Personen wie z.B. Armstrong dabei hat, die sehr witzig sein können, vor denen aber trotzdem Respekt hat, vor allem da sie einfach nur sympathisch sind.

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Auch die Bösewichte sind gut ausgearbeitet worden und ihre Motive bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar. Ich fand es auch toll, dass z.B. Scar „geläutert“ wird, und zwar nicht von einer Minute zur anderen, sondern im Verlauf vieler Folgen, so dass man die Entwicklung voll und ganz nachvollziehen kann. Das ist ein wichtiger Aspekt der Serie: Die Serie hat viel Moral. Es geht ja um den Wert von Menschenleben und vor allem den Umgang mit der Vergangenheit, insbesondere Rache. Auch wenn es teilweise etwas märchenhaft erscheint, gefiel es mir einfach, dass ehemalige Feinde zu Zusammenarbeit „gezwungen“ wurden und sie damit die aussichtslose Situation lösen können. Zudem fand ich den Aspekt mit dem inszenierten Krieg sehr gut umgesetzt und in solchen Momenten wird die Serie nahezu ein Spiegelbild der realen „Menschheitsgeschichte“.

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Auch technisch ist an der Serie nix anzusetzen (außer, dass sie scheinbar nur in 540p produziert wurde -_-;), denn die Animationen sind sehr flüssig, die Actionszenen sehr imposant und die Qualitätskontrolle leistet sehr gute Arbeit. Mir gefielen auch die Hintergründe sehr gut, die ihrem eigene Stil folgen, aber hervorragend zur Materie passen. Am Anfang haben sich ja einige darüber aufgeregt, dass der Komponist gewechselt hat, aber vor allem später in der Serie fand ich den Soundtrack sehr passend und herrlich dramatisch.

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Nahezu ironisch finde ich, dass der Manga ja definitiv dem Shounen-Genre zuzuordnen ist, aber von einer Frau verfasst wurde. Trotzdem sind alle traditionellen Zutaten vorhanden, nur irgendwie in einer besseren Mixtur. Vor allem die Charaktere sind einfach toll und sehr einprägsam und die Geschichte hat auch mal einen vernünftigen Aufbau und auch ein richtiges Ende. Der einzige Punkt, an dem man wirklich eine weibliche Note erkennen kann, sind, finde ich, die weiblichen Charaktere, die irgendwie etwas dreidimensionaler rüber kommen als in anderen Shounen-Serien.

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Der Geschichte gelang es, mich zu rühren, zum Nachdenken zu bewegen, mitzureissen wie nahezu kein anderer Anime, mich zum Lachen zu bringen und vor allem zu unterhalten. Wenn man diese Serie sieht, kann man nicht mehr denken, dass heutzutage keine guten Animes gemacht werden^^.

Die letzten ca. 25 Folgen sind durchgehend genial, der Rest gut bis sehr gut und einer solchen Serie vergebe ich gerne die Bestnote:

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Es wäre wirklich schade, wenn dieses Werk niemals in Deutschland erscheinen sollte, denn diese Serie hätte es sogar verdient, im Fernsehen zu laufen. Einfach nur großes Kino! Und wo wir gerade bei Kino sind: Da das Ende ja sehr abgeschlossen ist, bin ich mal gespannt, wie die daraus einen Film machen wollen…

P.S. Es tut mir leid, wenn dieser Beitrag wie eine Lobeshymne klingt, aber mir fehlen wirklich die Kritikpunkte nach dem holprigen Anfang…