Wie schon angekündigt, kommt nun gleich der nächste Review zu einem One-Piece-Film. Ein Review zu etwas ganz anderem kommt dann in ein paar Tagen…wobei es auch ein Filler-Film ist! ^^;

Wie nicht anders zu erwarten, bietet auch der 8. Film eine Standardhülle. Allerdings passt hier der gewählte Farbton ausgesprochen gut zum Cover-Motiv:

Es gibt natürlich auch ein Wendecover. Ich frage mich nur, wann Hollywood dieses Quasi-Muss für manche Kunden auch mal konsequent bei ihren Veröffentlichungen mit viel größerem Markt umsetzt…

Die technischen Angaben sind korrekt, der Text unterhaltsam geschrieben, was will man mehr?

Physikalische Extras bleiben wie bei den anderen Filmen aus, aber ich brauche eh kein geknicktes Poster.^^;

Der Inhalt

Bei Film 8 versuchten die Macher gar nicht erst, sich eine neue Handlung auszudenken, sondern versuchten den Alabasta-Arc in einen Spielfilm umzuwandeln, der zuvor immerhin über 30 Folgen in der TV-Serie ausfüllte.

Zu einer Abenteuergeschichte gehört immer auch eine selbstbewusste Prinzessin auf der Flucht und im One Piece-Universum darf Vivi diese Position einnehmen. Im Film wird nicht weiter darauf eingegangen, wie sie eigentlich zur Stohhut-Bande gekommen ist, sondern die eigentliche Handlung beginnt, als Bon Curry auf dem Schiff auftaucht und beim Zeigen seiner gestaltwandlerischen Fähigkeiten das Gesicht ihres Vaters zeigt, was sie in Panik versetzt, denn es bedeutet, dass er schon mal für vermutlich finstere Dinge seine Rolle eingenommen hat und damit mit Sir Crocodile unter einer Decke stecken muss! Um zu verhindern, dass sich Bon Curry später als einer der Crew ausgeben kann, malen sich deshalb alle gleich mal ein Kreuz auf den Arm als Erkennungszeichen. Und dann geht’s los nach Alabasta, um den drohenden, inszenierten Bürgerkrieg in dem Wüstenland noch zu verhindern…

So viele Folgen bzw. Kapitel in 90 Minuten unterzubringen, ist ein schwieriges Unterfangen und der Film wirkt für lange Strecken sehr gehetzt.  Die Handlung darf sich am Anfang noch recht langsam entwickeln, aber sobald Luffy das erste Mal auf Sir Crocodile trifft, wird rund eine Stunde Vollgas gegeben und man hetzt von einem Kampf zum nächsten. Das meiste, was man sieht, kommt einem aus dem Anime auch sehr bekannt vor, nur hier wird nahezu alles sehr schnell abgehandelt. Innerhalb von Minuten wird die Zwischenbossriege dezimiert und einige Charaktere erscheinen kurz, nur um zumindest mal dagewesen zu sein. Dafür wird Nico Robin’s Vergangenheit hier schon mal thematisiert, was in dieser Form im Anime erst später vorkommt. Ansonsten fehlt viel und einiges wird im Film gar nicht erklärt, so dass man einige Verständnisprobleme haben dürfte, wenn man die „lange Version“ nicht kennt. Ohne das ganze Drumherum kam bei mir auch wenig Spannung auf und erst die letzten, ruhigeren Minuten des Films sorgten für ein klassisches One Piece-Gefühl, da man sich hier für die Abschiedsszene offensichtlich mehr Zeit genommen hat.

Allerdings hat ein Film natürlich auch Vorteile, denn das höhere Budget erlaubt es, die Kämpfe deutlich imposanter zu inszenieren und hier gab man sich ordentlich Mühe, etwas für’s Auge zu bieten. Mehrere Kamerafahrten, vor allem in Schlachtszenen mit hunderten, gut in CGI animierten Soldaten und Rebellen in Arbana, machen einen guten Eindruck und unterstützen die Bürgerkriegsatmosphäre erfolgreich. Auch wurden die übrigen Zweikämpfe gut umgesetzt, wobei durch das Hetzen fast keine Gefahr oder Angst um die Charaktere sich entwickelt, so dass einen die Kämpfe generell etwas kalt lassen. Ich kann mich nicht mehr gut an die alte Animeumsetzung erinnern, aber es wurde klar alles neu animiert und auf ein OP-Kinolevel gebracht. Bei wichtigen Szenen wird in diesem Film auch mal ein detailliertes Standbild eingebaut, das kurz in einer Bewegung eingebaut wird – von dem Stilmittel war ich aber nicht so angetan.

Für Einsteiger in dem Franchise ist der Film weniger gut geeignet, da er wenig erklärt, sehr gehetzt wird und andere typische One Piece-Zutaten wie viel Humor einfach auf der Strecke bleiben. Über den Sinn und Zweck einer solchen Neuinterpretation kann man sich streiten und neues wird eigentlich nicht geboten, aber ich fand es schön, einige alte Charaktere wie Vivi oder Karuh noch einmal wiederzusehen. Ansonsten ist der Film so ähnlich wie Fate/stay night – Unlimited Blade Works: Man kriegt ein auf das das Nötigste reduziertes Best Of einer bekannten(?) Geschichte. Und wenn man sich den Erfolg des Films und generell der Serie in Japan anschaut, musste man wohl auch gar nicht versuchen, eine gut verständliche Handlung oder einen richtigen Spannungsbogen zu bieten, denn die meisten Kinozuschauer werden die Originalgeschichte bestimmt eh schon kennen.

Für mich ein nicht unbedingt nötiger Film, der aber noch einiges an Unterhaltungswert bietet, nur von den bisherigen Filmen aus der Reihe am einfachsten ausgelassen werden kann, da er überhaupt nichts neues bietet.

Die Technik

Über mangelnde Schärfe kann man sich bei den neueren OP-Filmen wirklich nicht beklagen, auch wenn die Hintergründe wegen ihmrem Stil davon nicht wirklich profitieren können. Dadurch fallen die Charaktere aber um so mehr auf dank der gewohnt bunten Farbpalette sieht auch der 8. Film wirklich hübsch aus in HD.

Eher durch Zufall fand ich aber wieder mal eine der Stellen im Film, wo man etwas sehen kann, dass die Verläufe nicht ganz sauber manchmal aussehen, aber richtig störende Artefakte konnte ich nicht entdecken.

Wie schon bei den anderen Filme habe ich mir nur die japanische Fassung mit deutschen Untertiteln gegönnt, die vom Surround-Mix her wie bei den anderen Filmen einen für den Genre ordentlichen 5.1-Mix bietet. Die hinteren Boxen wurden doch regelmäßig verwendet und sorgen für eine hörbare Verbesserung gegenüber z.B. dem 2.0-Mix der TV-Serie.

Über die deutsche Synchronisation habe ich bei diesem Film speziell einige Kritik gehört, da man wohl einiges anders gemacht hat als damals bei der TV-Fassung – sehr schade, wenn man bedenkt, dass Toei ja die Synchronisationen selber beauftragt und da doch dann selbst eine bessere Qualitätskontrolle bei ihrem wohl international wichtigsten Franchise betreiben sollte.

Das Menü orientiert sich natürlich wieder an den vorherigen Veröffentlichungen.

Extras gibt es bis auf Trailer für andere Kazé-Produkte keine.

Spezifikationen

Video: MPEG-4 AVC Video        22922 kbps          1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1
Audio: DTS-HD Master Audio             German          3934 kbps       5.1 / 48 kHz / 3934 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
Audio: Dolby Digital Audio             German          320 kbps        2.0 / 48 kHz / 320 kbps
Audio: DTS-HD Master Audio             Japanese        3991 kbps       5.1 / 48 kHz / 3991 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
Audio: Dolby Digital Audio             Japanese        320 kbps        2.0 / 48 kHz / 320 kbps
Ländercode: A,B (C kann nicht testen)
BDInfo

Fazit

Auch wenn der Film für die meisten One-Piece-Fans nichts neues bietet, bekommen Sammler hier eine technisch vernünftige Blu-ray. Auch wenn ich den Film für einen kleinen Filmabend noch als ganz unterhaltsam einstufen würde (wenn man die Geschichte schon kennt), hätte ich doch klar eine neue Geschichte bevorzugt.

Vielen Dank an Kazé für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!