Ein etwas kürzerer Review, aber es sind ja auch nur 3 Folgen ohne Extras auf der Scheibe und ein richtiger Fan bin ich von der Serie auch nicht wirklich.

Über die Verpackung kann man auch nicht viele Worte verlieren:

Die schwarzen Hüllen finde ich doch mal ganz hübsch, wobei ich mich frage, warum kein Rot?

Auf dem Wendecover fehlt übrigens auch das „Empfohlen von AnimaniA“ und „Uncut“.

Das Design finde ich in Ordnung, nur hätte man ruhig mal die richtige Bezeichnung der Tonspuren verwenden können und der Genre „Anime“ ist ja doch etwas allgemein…

Den übrigen Text finde ich etwas übertrieben, denn „Serien-Hit“ ist doch etwas weit hergeholt, wenn eine Serie in Japan sich so mies verkauft. Und „ultimative Erlebnis für alle Anime-Fans“ ist auch etwas daneben für eine Serie, die ab Vol. 2 wohl ab 18 ist.

Kein Booklet, keine Werbung.

Der Inhalt

Saya ist ein ganz normales Mädchen, gut, sie guckt kein Fernsehen, scheint etwas naiv und weltfremd zu sein, ist sehr tolpatschig und kommt oft zu spät und kriegt so einiges in ihrer Umgebung nicht mit. Aber hey, solche Mädchen gibt’s oft in Anime, nur irgendwie wir ihre Moe-Charakter-Eigenschaft zerstört, da sie abends ihre andere Seite zeigt und auf stilvolle Art und Weise seltsame „Dämonen“ meuchelt…

Als bekannt wurde, dass das Blood-Franchise einen Ableger von CLAMP bekommt, haben sich wohl einige gefreut und so schlecht klingt die Idee eigentlich auch nicht. Ich gebe zu, ich kenne von der Zeichnergruppe nur X und Chobits, aber da Blood nun mal traditionell von einem starken weiblichen Hauptcharakter bevölkert wird, scheint mir die Mischung doch recht naheliegend. Wenn man sich die ersten 3 Folgen nun anschaut, merkt man, dass ungefähr die erste jeder Folge eher Shoujo ist, mit hübschen Jungs und niedlichen bzw. coolen Mädels. Das Gebotene ist wirklich ziemlich belanglos und unterscheidet sich nur darin von einer richtigen Slice-of-Life-Serie, dass es einfach langweiliger ist…vielleicht liegt es auch am mangelnden (lustigen) Humor in diesen Szenen.

Production I.G wäre aber nicht Production I.G, wenn sie sich damit begnügen würden, die etwas gewöhnungsbedürftigen Charakterdesigns (diese langen Gliedmaßen!) durch belanglose Szenen zu scheuchen, sondern wie schon erwähnt, darf Saya sich in den Actionsequenzen in den Abendstunden in wirklich super choreographierte Kämpfe austoben. Körperteile werden abgetrennt, Köpfe zerteilt und das titelgebende Blut darf in Fontänen aus den Wunden sprudeln – wenn man halbwegs etwas für blutige Schwertkampfaction übrig hat, dann bekommt man hier wirklich feine Kost geboten. In diesen Folgen hält man sich mit der Gewalt noch etwas zurück, so dass die FSK16 vollkommen in Ordnung ist. Nur ehrlich gesagt frage ich mich, was für einen Eindruck irgendeine Zielgruppe nun von der Serie haben soll? Wenn Saya singend am Tage durch die Straßen geht, dann setzt bei mir ein starkes Augenrollen ein, wobei ich echt kein Problem mit Shoujo oder Slice of Life habe, aber wirklich unterhaltsam sind diese Szenen nicht, und auch wenn sie im Prinzip gut zur generellen Handlung passen (ich kenne die komplette Serie aus den Fansubs), langweilen sie trotzdem etwas. Der Splatterfan an sich wird doch da noch mehr leiden…

Die Story bewegt sich in den ersten 3 Folgen auch viel zu langsam, so dass nicht wirklich Spannung aufkommen will. Und das ist für ein 1. Volume eigentlich nicht gut…

Ich habe keine Screenshots zu der jap. Blu-ray-Fassung der ersten 3 Folgen gefunden, aber es sieht ungeschnitten aus – steht ja auch auf der Hülle.

Leichte Spoiler kommen nun: Zum weiteren Verlauf der Serie sage ich nur mal, dass sie sich vom Gewaltgrad noch sehr stark steigern wird, aber durch die sehr plakative Umsetzung, die gerne Details zeigt, wie „unschuldige“ Schüler auf brutalste Art und Weise getötet werden, wurde es mir etwas zu viel teilweise – und ich sah nur die geschnittene TV-Fassung. Die Serie wird wirklich geschmacklos und die Handlung bietet zwar Überraschungen, aber welche von der Sorte, die der Zuschauer nicht so gut aufnimmt. Es ist kein Wunder, dass die Serie in Japan gefloppt ist und sich sehr schlecht verkauft hat, denn irgendwas ist hier einfach schief gelaufen – zumindest für einen großen Teil der Zuschauer. Es ist nur wirklich schade, da vor allem die Actionsequenzen super animiert sind.

Wie eben schon erwähnt werden CLAMP-Fans sich wohl sehr an der Optik erfreuen können, andere kriegen zumindest etwas geboten, das sich vom Anime-Einerlei etwas unterscheidet. Die Animationen wirken durch die langen Arme und Beine aber teilweise etwas hölzern, vor allem in den Slice-of-Life-Szenen, die ich nicht sonderlich natürlich fand (was wohl auch etwas gewollt ist). Die Hintergründe sind ganz hübsch, aber meistens auch nicht gerade sehr detailliert, aber doch  überdurchschnittlich im TV-Segment.

Die Musik ist gelungen, auch wenn ich den Soundtrack von Blood+ sehr viel imposanter fand (genau wie die ganze Serie^^).

Die Technik

Immerhin kann man sagen, dass Animaze hier mal nicht so stark an der Bitrate gespart hat wie sonst manchmal, aber die Verläufe weisen doch noch oft sichtbare Stufen auf und das digitale Rauschen könnte auch etwas feiner sein. Allerdings kenne ich die japanische Blu-rays nicht, so dass ich nicht beurteilen kann, wie diese bzw. das Master aussehen. Von meinem Gefühl her würde ich aber sagen, dass hier mehr drin gewesen wäre. Als normaler Zuschauer sollte einem das meiste aber gar nicht auffallen. Schön ist, dass man diesmal richtige 24 Bilder pro Sekunde liefert. Man kann schon einen deutlichen Unterschied zu einer DVD sehen, wobei auch hier „nur“ in ungefähr 720p wohl animiert wurde (wie bei den meisten TV-Serien). 

Der Ton bietet 5.1 in beiden Tonspuren, aber besonders viel Mehrkanalton konnte ich nicht feststellen. Meistens waren die hinteren Boxen recht still und auch den Actionsequenzen mangelte es etwas an Dynamik. Es war sogar so wenig los. dass ich danach zum Testen noch mal Star Wars Episode 1 eingelegt habe, um zu testen, ob irgendein Konfigurationsproblem vorliegt, aber da klang alles so fein getrennt auf allen Boxen wie eh und je. Zwar erwarte ich keinen Mix in Kinoqualität bei einer TV-Serie, aber wenn 5.1 draufsteht, dann sollte man schon einen Unterschied zu einer 2.0 Spur hören. Ansonsten klangen die Tonspuren aber ganz normal.

Ich habe in die deutsche Synchronisation nur kurz in Folge 3 reingehört und ich fand sie ganz in Ordnung. Saya klingt ziemlich überzeugend und sowohl die ernste als auch die fröhliche Seite überzeugten mich soweit. Suffixe werden verwendet und die Schüler siezen sich teilweise, wobei ich das wirklich etwas ungewohnt finde…

Ganz anders sieht es allerdings bei den Untertiteln aus, denn schon beim Anschauen der 3 Folgen auf japanisch mit (bei dieser Option nicht ausblendbaren) deutschen Untertiteln, wunderte ich mich, dass die Untertitel sehr asynchron sind, wenn man den den Mund der sprechenden Person nicht sieht.

Zudem stolperte ich über einige Übersetzungen, denn im Japanischen hörte ich hier (siehe Screenshot) ein „Gomen“ und ich kann nicht viele japanische Wörter, aber das erscheint mir etwas zu frei für Untertitel zu sein. Zudem werden z.B. Suffixe verwendet, aber nicht immer, z.B. wird aus „Saya-chan“ mal „Kleine Saya“, mal „Saya-chan“. Zudem werden Vorname und Nachname auch mal durcheinander gewürfelt. Wenn man Suffixe verwendet, dann sollte man sich an die japanische Verwendung halten, sonst ist das meiner Meinung nach total sinnfrei. Auch hätte ich z.B. die Schulform nicht mit „Gymnasium“ übersetzt, das ist in Japan doch eher eine „High School“ oder „Oberschule“. Als ich mir auf dem PC mal die deutsche Tonspur mit den Untertiteln angeschaut habe, verstand ich auch, warum diese erstens asynchron teilweise ist und zweitens so unglaublich frei: Es handelt sich scheinbar um Dubtitles! Die Verwendung von Dubtitles führte wohl auch dazu, dass die Sätze ungewöhnlich lang wurden und man das Satzende dann erst bei der nächsten Einblendung sieht. So etwas fiel mir sonst noch nie so stark bei einer dt. Untertitelspur auf. Das Opening und Ending hat übrigens keine Untertitel erhalten, die Schilder während der Folge sind aber übersetzt.

Das Menü erinnert an andere Animaze-Scheiben und ich finde nur etwas seltsam, dass man in Hauptmenü die Tonspur nicht wählen kann.

Das geht nur im Popup-Menü. Richtig nervig finde ich, dass nach dem Einlegen der Blu-ray man erstmal von einem Fate/stay night UBW Trailer begrüßt wird, den man nicht überspringen kann (zumindest auf meinem Player), sondern nur vorspulen konnte – ist ja wie damals bei einer Videokassette. ^^;

Ansonsten wären Kapitelstops während einer Folge fein gewesen, bei nahezu allen Anime-TV-Serien-Scheiben denkt man ja daran, damit man sich nicht immer OP/ED anschauen muss.

Bis auf ein paar Trailer gibt es keine Extras.

Spezifikationen

Länge: 0:24:13, 0:24:12, 0:24:12
Größe der Folgen: 6.112.395.264, 6.129.678.336, 6.681.507.840
Gesamte Disk: 20.046.844.986
Bild:

MPEG-4 AVC Video        27014 kbps          1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1
MPEG-4 AVC Video        27087 kbps          1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1
MPEG-4 AVC Video        29998 kbps          1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1

Ton:

DTS-HD Master Audio German 2189 kbps 5.1 / 48 kHz / 2189 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
DTS-HD Master Audio Japanese 2482 kbps 5.1 / 48 kHz / 2482 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)

DTS-HD Master Audio German 2187 kbps 5.1 / 48 kHz / 2187 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
DTS-HD Master Audio Japanese 2514 kbps 5.1 / 48 kHz / 2514 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)

DTS-HD Master Audio German 2205 kbps 5.1 / 48 kHz / 2205 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
DTS-HD Master Audio Japanese 2494 kbps 5.1 / 48 kHz / 2494 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)

Untertitel:
Deutsch (nicht ausblendbar bei der jap. Tonspur)
Deutsch (Schilder) 

Ländercode:
A, B, C (getestet mit US-PS3)

BDInfo

Fazit

Bei der Serie fällt mir wirklich schwer, eine Empfehlung auszusprechen. Wenn man CLAMP mag und extreme Gewalt auch gerne animiert sieht, kann hier ruhig zuschlagen. Die Story kann man zumindest als ungewöhnlich bezeichnen, wenn sie einmal in Fahrt gekommen ist. Wenn man etwas sensibler ist, was Gewalt angeht, sollte man hier aber allerdings einen weiten Bogen drum machen – oder das ganze als Comedy gucken.^^;

Die blaue Scheibe an sich hat überraschend viele „Anfängerfehler“, die den Sehgenuss aber nicht allzu sehr trüben. Wobei Dub-gucker hier wohl noch eher im Vorteil sind, da ich die Untertitel doch etwas anstrengend fand wegen ihren kleinen „Problemen“. Für mich ist Blood-C eher eine Serie, die man in einer Set mit allen Folgen verkaufen könnte, denn die ersten 3 Folgen sind nicht unbedingt der beste Einstieg, und sie sind auch nicht repräsentativ für das, was später noch kommt.

Ich bin zumindest sehr gespannt, wie die Serie in Deutschland ankommen wird.