Ein weiterer Review, diesmal zu einem sehr aktuellen Film, der optisch doch einen ziemlichen Kontrast zu Roujin Z darstellt. ^^;

Das Rezensionsexemplar wurde ohne Verpackung bzw. den physikalischen Extras geliefert, so dass ich hier nur ein offizielles Bild bieten kann:

Zudem liegen dieser Box noch eine Nachbildung des Crimson Behelit Anhängers bei, 2 Design Books, ein Berserk Guide und Postkarten. Hört sich für mich nach einer sehr guten Ausstattung an, die man sonst selten bei einem Anime erhält. Allerdings spiegelt sich das auch im Preis wider. Eine günstigere Variante gibt es zur Zeit nicht, aber wird bestimmt irgendwann erscheinen. Bis dahin zielt man klar auf den Sammlermarkt, der aber bei Anime eh recht groß sein wird. Der Aufdruck auf der Blu-ray bezüglich der Altersbeschränkung scheint übrigens falsch zu sein, denn der Film ist nicht „Ab 0“ (bei Versionen im Laden scheint das auch so zu sein). Ein Foto mit dem kompletten Inhalt gibt es bei Facebook.

Der Inhalt

Der Film beginnt sehr bombastisch mit einer Schlacht um eine Burg, in der der junge Söldner Guts sich bei einem Kampf gegen einen besonders großen und furchteinflößenden Ritter behaupten kann. Zwar versucht man ihn darauf fest zu rekrutieren, aber er möchte lieber selbstständig bleiben. Das ändert sich allerdings schnell, als er von ein paar Söldnern, genannt „Falken“ angegriffen wird, er knapp von ihrem Anführer Griffith geschlagen wird, und schließlich doch nach einem weiteren Duell sich dieser Truppe anschließt. Nun zieht er mit ihnen durch die Lande und kämpft im Auftrag verschiedener Heere, und bekommt langsam das Vertrauen seiner Mitstreiter und erfährt auch mehr über die Ambitionen von Griffith…

Ich muss zugeben, ich kenne mich nicht allzu gut mit dem Franchise aus, der Manga läuft lange und hat viele Bände, der alte TV-Anime…ist nun ja…alt, und irgendwie kam ich bislang noch nicht dazu, mich näher damit zu beschäftigen. Interesse war da und ich erinnere mich auch daran, das Dreamcast-Spiel „Guts‘ Rage“ mal etwas gespielt zu haben, aber bei dem großen Angebot an Manga und Anime, musste erst diese Filmreihe starten, damit ich endlich mal mehr davon sehe. Allerdings haben uns viele Adaptionen der letzten Jahre gelehrt, dass Filme nicht unbedingt die beste Form sind, um lange Geschichten von Vorlagen umzusetzen, wie man z.B. bei Fate/stay night Unlimited Blade Works, King of Thorn oder Mardock Scramble sehen konnte. Meistens muss zu viel Handlung in eine in eine Filmlänge gepresst werden, da muss etwas auf der Strecke bleiben. Auch Hollywood zeigte sich bei einigen Harry Potter Adaptionen etwas überfordert, was bei den dortigen Budgets eigentlich noch weitaus trauriger ist. Bei Berserk möchte man nun das „Goldene Zeitalter“ auf die Kinoleinwand bringen, ein Arc aus dem Manga, welcher chronologisch eher am Anfang von Guts Leben angesiedelt ist, im Manga aber in Band 3 beginnt (der ANN-Artikel half mir hier). Von der Verständlichkeit her fand ich diesen ersten Film in Ordnung, zwar wirkte alles etwas gehetzt und die Spannungskurve entspricht weniger einem typischen Film, aber die generelle Handlung konnte man recht gut verstehen, allzu komplex ist sie bislang auch nicht. Zwar bleiben viele Fragen offen, aber die sollen dann vermutlich im nächsten Film erklärt werden.

Allerdings stellte sich mir hier wieder die Frage, warum man nicht etwas mehr Laufzeit spendiert hat, um die Handlung filmähnlicher präsentieren zu können und vielleicht das Filmende spannender zu gestalten. Allerdings kann ich auch nicht beurteilen, ob die Vorlage dies hergegeben hätte. Etwas Potential hat man hier aber inhaltlich definitiv verschenkt. Es gibt aber natürlich nicht nur den Inhalt bei einem Anime, sondern auch noch die Optik, und hier liegt meiner Meinung nach ein viel größeres Problem des Films. Studio 4°C (Tekkon Kinkreet, Detroit Metal City) hat sich bei der Umsetzung für sehr viel Einsatz von CGI entschieden. Das sorgt für viele tolle Kamerafahrten, Schwenks, Unmengen an bewegten Charakteren…und einiges an Künstlichkeit. Ich kann gut verstehen, dass man die Schlachten nur mit Computer bewerkstelligen konnte, aber leider wurde auch bei Gesprächen auf CGI gesetzt, sobald man die Charaktere fast komplett sieht. Bei Nahaufnahmen wurde oft noch gezeichnet, wobei das auch mit der Menge an sichtbarer Rüstung zu tun hat, ob tatsächlich auf „Handarbeit“ gesetzt wurde. Allerdings muss ich klar sagen, dass die Charaktere weitaus besser aussehen als z.B. im unsäglichen King of Thorn, aber ein fahler Beigeschmack bleibt trotzdem in vielen Szenen. Oft fragt man sich, warum wurde gerade an dieser Stelle auf CGI zurückgegriffen? Wenn von Hand gezeichnet wurde, bekommt man auch eher durchschnittliche Animationen für Kinoverhältnisse geboten.

Die Hintergründe selbst sind stimmig und die Inszenierung ist dank des Computereinsatzes doch dynamischer als bei vielen anderen Anime, immerhin nutzt man die Vorteile der Technik in diesem Sinne gut. Generell sind die Kämpfe imposant und auch sehr blutig, das ein oder andere Körperteil fliegt da schon mal durch das Bild. Das Charakterdesign finde ich gelungen und es unterscheidet sich doch stark von anderen aktuellen Anime, so dass auch Verächter des typischen Animestils hier mal einen Blick drauf werfen können. Diese stören sich dann vermutlich auch weniger am CGI-Einsatz. Ich für meinen Teil hatte manchmal das Gefühl, in einer Zwischensequenz eines Videospiels zu sitzen und ich hoffe, bei Teil 2 und 3 wird das Verhältnis zwischen Computer und Handarbeit etwas ausgewogener sein. Musikalisch bekommt man allerdings einiges geboten, denn Shiro Sagisu (Evangelion, Bleach) hat den Soundtrack hier geliefert und das Ergebnis passt sehr gut zu epischer Fantasy, man hört aber ziemlich deutlich seinen Stil heraus. Auch die japanischen Sprecher überzeugten mich wie gewohnt. Ich musste etwas schmunzeln, als ich Aki Toyosaki (Yui in K-ON!, Chiyuri in Accel World) später im Film hörte.

Wenn man ernste Fantasy mit starken europäischen Mittelaltereinflüssen mag, dann sollte man ruhig mal einen Blick auf diesen Film werfen. Allerdings wurde optisch (wegen zu viel CGI) und inhaltlich viel Potential verschenkt, aber ich hoffe, dass Studio 4°C hier noch etwas bei den weiteren Teilen nachbessert. Ich fühlte mich aber doch gut unterhalten und bin noch neugieriger auf das Franchise geworden.

Die Technik

Als aktueller Kinofilm nutzt der 1. Teil der Trilogie natürlich ziemlich gut die Möglichkeiten der Blu-ray und sollte die DVD-Fassung klar in den Schatten stellen. Macken im Bild oder Artefakte sind mir beim Anschauen nicht aufgefallen, nur die Schärfe kann nicht immer überzeugen. Teilweise wurde wohl auch mit Bewegungsunschärfe bei den CGI-Szenen gearbeitet, um das ganze natürlicher wirken zu lassen, aber an anderen Stellen kann ich mir nicht direkt erklären, warum das Bild plötzlicher etwas weicher ist. Im Vergleich zum K-ON!-Film oder aktuellen Ghibli-Filmen wie Arietty bekommt man hier aber eher die Schärfe einer aktuellen TV-Serie geboten, zumindest sieht es oft nicht nach mehr als 720p aus. Etwas überrascht war ich, dass der Film sich in 2,35 zu 1 präsentiert, also oben und unten schwarze Balken, was ihn noch etwas mehr wie einen großen Hollywood-Fantasy-Film wirken lässt.

Die Tonabmischung ist gelungen, allerdings hätte ich mir oftmals noch ein paar mehr Surroundeffekte z.B. in den Schlachten gewünscht. Es gibt aber genug Effekte, die sich orten lassen, nur hätte man hier und dort wohl noch etwas mehr bieten können. Auch der Soundtrack nutzt gerne mal die hinteren Boxen. Insgesamt ist der Mix aber immer noch recht frontlastig. Ich habe mir zwar den Film mit japanischer Synchronisation angeschaut (Untertitel sind dort nicht ausblendbar), habe aber danach auch mehrere Szenen zum Vergleich mir auf Deutsch angehört. Mir gefällt die deutsche Synchronisation sehr gut, die Sprecher sind passend gewählt und überzeugen schauspielerisch. Ein paar Unterschiede in der Betonung oder in der Lautstärke der Dialoge sind mir aufgefallen, aber nur im direkten Vergleich. Wenn man gesprochenen Dialoge mit den Untertiteln vergleicht, fallen einem viele freie Übersetzungen auf, die aber den Sinn nicht verfälschen, sondern alles etwas natürlicher wirken lassen. Ich denke, man kann sagen, dass sich diese Umsetzung in die Reihe der gelungenen Universum Anime Synchronisationen einreihen kann.

Als Sprecher wurden bei Facebook die folgenden genannt:

Guts … Ozan Ünal
Griffith .. Nico Mamone
Casca … Anja Stadlober
Charlotte … Jennifer Weiß

Das Menü ist recht einfach gehalten, erfüllt aber voll und ganz seinen Zweck.

Bonusmaterial gibt es bis auf ein paar Trailer zu Universum Anime Werken keines, dafür gibt es die physikalischen Extras.

Spezifikationen

Größe des Hauptfilms: 20.919.367.680
Gesamte Disk: 22.896.875.701
Bild: 

MPEG-4 AVC Video 25960 kbps 1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1

Ton:

DTS-HD Master Audio German 4157 kbps 5.1 / 48 kHz / 4157 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
DTS-HD Master Audio Japanese 4051 kbps 5.1 / 48 kHz / 4051 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)

Untertitel: 

Deutsch, Deutsch („Schilder“)

Ländercode:
B (verifiziert mit US-PS3)

BDInfo

Weitere Screenshots

 

Fazit

Wenn man Fantasy mag und es dabei gerne Mal etwas härter zur Sache gehen darf, dann führt fast kein Weg an Berserk vorbei, und nun bekommt man als leichteren Einstieg den ersten doch gelungenen Kinofilm. Man sollte nur mit CGI-Charakteren zurecht kommen können, denn etwas ungewohnt sieht die Optik in Bewegung schon aus, und Fans von klassischer Animation wird das weniger gefallen. Am besten sollte man sich einen Trailer anschauen, damit man sich selbst einen Eindruck von der Optik machen kann. Ich konnte mich daran gewöhnen, aber irgendwie erinnerte mich das ganze immer noch zu sehr an eine Zwischensequenz aus einem Videospiel, was dem Unterhaltungswert aber nicht besonders stark schadete. Es ist nur etwas enttäuschend, dass man sich nicht mehr um die gewohnte Anime-Optik bemüht hat, aber wie schon gesagt, vielleicht steigern sich Teil 2 und 3 in dieser Hinsicht, welche Universum Anime bei Erfolg des 1. Teils auch veröffentlichen wird.

Für Sammler ist natürlich diese Fassung besonders interessant, denn selten bekommt man in Deutschland ein so „physikalisches“ Paket bei einem Anime. Wer in Zukunft vielleicht mehr aufwändige Fassungen sehen möchte, sollte hier also erst recht zuschlagen.^^

Vielen Dank an Universum Anime für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!