Ohne 1 Jahr Wartezeit gibt es hier nun auch schon den Review zum 2. Teil der Filmreihe…

Wie schon beim ersten Film gibt es nur eine Standardhülle, die vom Design her aber wieder überzeugen kann.

Die Filmlänge ist tatsächlich etwas kürzer als angegeben (ca. 5 Minuten), ansonsten machen die Spezifikationen einen korrekten Eindruck.

Ein Wendecover wird natürlich geboten.

Der Inhalt

Der 2. Teil setzt direkt dort an, wo der 1. Teil aufhört: Rune Balot hat hat durch den eigennützigen Einsatz von Œufcoque an diesem schwere Schäden verursacht und die beiden stehen  dem übermächtigen Boiled gegenüber. Glücklicherweise gelingt ihnen aber die Flucht mit Hilfe von Dr. Easter und sie machen sich gemeinsam in das „Paradies“ auf, um ihre Wunden dort verarzten zu lassen. Hier erfährt sie mehr über Scramble 09 und die Technologien, die ihr Leben gerettet haben. Doch auch hier werden sie aufgespürt und sie starten nun selbst wieder Ermittlungen gegenüber Balot’s Mörder Shell…

Mardock Scramble – The Second Combustion steht in der typischen Tradition von Mittelteilen von Trilogien, denn auch hier bleibt das Ende sehr offen, und allgemein erfährt man nur viel über die Hintergründe der Personen und über die Technologien. Als der Abspann begann, dachte ich mir zumindest: „Das war’s?“, denn wirklich viel ist nicht passiert. Der Actionanteil ist dabei noch gesunken gegenüber dem ersten Teil. Dafür gelingt es dieses Mal weitaus besser, die Charaktere darzustellen und ihre Entwicklungen wirken natürlicher als noch im Vorgängerfilm. Zudem hat man weniger das Gefühl, als würden vielleicht wichtige Szenen aus der Vorlage entfernt worden sein. Etwas befremdlich finde ich allerdings immer noch, dass Balot wieder recht lange nackt zu sehen ist, es wirkt zwar nicht wie Fanservice und Symbolik dahinter kann man auch reininterpretieren, aber einen seltsamen Beigeschmack hat das ganze schon (sie ist ja erst ~15).

Optisch bietet er dieses Mal hauptsächlich 2 unterschiedliche Schauplätze, die sehr stimmig entworfen wurden, aber nicht unbedingt durchgehend auf Kinoniveau Details in den Hintergründen liefern. Insgesamt bietet der Film weniger spektakuläre Szenen als der Vorgänger, was für einen solch dialoglastigen Film auch nicht unbedingt nötig ist. Es wurde wieder zu einem starken Rauschfilter gegriffen, der das Bild sehr unruhig erscheinen lässt und dem ganzen wohl ein filmähnlicheres Aussehen verleihen soll und damit die Zeichnungen weniger sauber wirken. Meiner Meinung nach wurde hier aber übertrieben. Die Farbgebung unterscheidet sich sehr stark gegenüber dem Vorgänger, denn hier erstrahlen die Hintergründe oft in allen Regenbogenfarben, was mit den weitaus freundlicheren Orten zusammenhängt. Der Computer wurde wieder recht sinnvoll eingesetzt, um vor allen in den Hintergründen mehr Bewegung zu ermöglichen. Auf dem „Schneidetisch“ war man auch etwas kreativer und arbeitete mit Split-Screen-Effekten, um mehr Dynamik in den späteren Szenen des Films zu erreichen.

Da die 3 Filme mehr oder weniger von den gleichen Leuten produziert wurden, bleibt das generelle Niveau der Produktion gleich und die bis auf ein paar Neuzugänge wurde natürlich auch der Cast übernommen, dem es wieder hervorragend gelingt, die Charaktere mit Leben zu füllen. Die Musik von Conisch passt atmosphärisch auch wieder sehr gut.

Die Technik

Beim 2. Film wurde eine rund 5 Mbit niedrigere Bitrate verwendet als beim ersten und meinem Gefühl nach, hat das Auswirkungen auf die Feinheit der Wiedergabe digitalen Rauschens. Eine leichte Flächenbildung kann man in Screenshot 1 sehen, da ich keine andere Fassung der Blu-ray kenne, kann ich hier aber nur mutmaßen. Man kann übrigens im Film selbst beobachten, dass ein stärkeres Rauschen eine höhere Bitrate benötigt und diese sich auch genommen wird, denn bei einer Rückblende gegen Ende des Films wird ein noch stärkerer Rauschfilter verwendet. Dann werden plötzlich Werte über 30 Mbit erreicht. Beim normalen Anschauen fällt nur das starke Rauschen an sich auf, das durch die nicht ganz perfekte Bitrate für solches Material etwas weniger feinkörnig wird (sich im Prinzip etwas von Filmkorn entfernt). Besonders schlimm ist das in den Bereichen noch nicht, aber es fiel mir schon etwas auf. Ansonsten konnte ich keine Probleme im Bild erkennen. Die Schärfe leidet natürlich auch unter dem Filter, überragt jede DVD aber noch deutlich.

Ich habe mir den Film sowohl auf Deutsch als auch auf Japanisch angehört und fand beide Fassungen sehr gut besetzt und schauspielerisch überzeugend. Für die Neuzugänge wie Tweedledum und Tweedledee wurden mit Jan Makino (Yuzuru Otonashi aus Angel Beats!) und Sebastian Fitzner (Ciel Phantomhive) aus Black Butler) erfahrene Sprecher aus dem Animebereich für die deutsche Fassung gewählt, und ähnlich wie im Japanischen wurde für Belle Wing (Toshiko Fujita) in Form von Arianne Borbach auch eine Sprecherin gewählt, die schon viele Rollen gesprochen hat. Die Dialoge hörten sich natürlich an und denke Universum Anime konnte hier wieder zeigen, dass sie sehr hochwertige Synchronisationen machen. Dei beiden Tonspuren bieten wieder einen guten 5.1 Mix, der mit sinniger Kanaltrennung glänzt.

Es gibt wieder nur eine Untertitelspur für die Dialoge, aber da es keine japanischen Texte gibt, die eine Übersetzung benötigen, ist dies nicht weiter verwunderlich. Es handelt sich natürlich um richtige Untertitel und um keine „Dubtitles“. Timing und Rechtschreibung geben keinen Grund zur Beanstandung. Das Lied im Abspann wurde nicht untertitelt.

Das Menü passt wieder gut zum Film und bietet auch Animationen im Hintergrund (nicht wundern über die gleiche Illustration in den Screenshots).

 

Dieses Mal hat es mehr Inhalt von der japanischen Blu-ray auf die deutsche Fassung geschafft.

Unter die „Filmpremiere“ verstecken sich mehrere Aufnahmen von Events, die vor dem Film zu Werbezwecken veranstaltet wurden. Dort verkündeten z.B. die Produzenten oder der Autor Neuigkeiten wie die Sprecher und erzählten etwas aus der Produktion.

Auch die Filmpremiere selbst kommt vor. Hier erscheinen z.B. der Regisseur Susumu Kudo oder Balot’s Sprecherin Megumi Hayashibara (Rei Ayanami aus Neon Genesis Evangelion, Lina Inverse aus Slayers). Die Ausschitte gehen insgesamt fast 23 Minuten.

Das 2. Feature ist durchaus mal ein etwas ungewöhnliches Extra, das sogar über 35 Minuten lang ist. Passend zur zweiten Hälfte des Films wurden mehrere Pokerturniere veranstaltet, bei denen der Autor Tow Ubukata und die Produzenten der beteiligten Firmen mitmachten. Für das Finale bei der Premiere durfte sich jeder Teilnehmer vom Autoren als Gewinn etwas wünschen, z.B. eine Kurzgeschichte, die in ihrem Magazin erscheint. Im Vorfeld durften die Fans per Twitter abstimmen, welcher Wunsch ihnen am besten gefällt. Sehr interessant fand ich hier, wie viele eigentlich konkurrierende Firmen (z.B. Kodansha, Starshild Records, Kadokawa) etwas mit dem Franchise zu tun haben. Ich bin zwar nicht gerade ein riesiger Pokerfan, aber das ganze war schon recht unterhaltsam gemacht.

Etwas schade fand ich bei beiden Extras, dass Texteinblendungen teilweise fehlten, was für einen Part die redende Person eigentlich bei der Entstehung Film einnimmt (ein Name hätte auch etwas geholfen). Teilweise gab es japanische Texteinblendungen, die nicht übersetzt wurden, wodurch es etwas verwirrend wurde.

Darüber hinaus liegen noch ein paar TV-Spots und Trailer bzw. Teaser zum Film vor, die wenn nötig untertitelt wurden und ein Trailer liegt sogar deutsch synchronisiert vor. Auch eine erste Vorschau zum 3. Teil kann schon bestaunt werden.

Ein paar Trailer zu anderen Universum Anime Werken befinden sich natürlich auch auf der Blu-ray

Spezifikationen

Länge: 1:04:57.894
Gesamte Disk: 22.793.736.548
Bild:

MPEG-4 AVC Video 19999 kbps 1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1

Ton:

DTS-HD Master Audio German 3898 kbps 5.1 / 48 kHz / 3898 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
DTS-HD Master Audio Japanese 3748 kbps 5.1 / 48 kHz / 3748 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)

Untertitel:

Deutsch

Ländercode:
B (A, B getestet mit passenden Player)

BDInfo

Fazit

Wer den erste Teil mochte, kann hier bedenkenlos zugreifen, denn dieses Mal wird inhaltlich einiges besser gemacht, wobei für Actionfans dieses Mal eher wenig geboten wird. Zwar passiert nicht sonderlich viel, aber die Zeit verging wie im Fluge und die interessante Charakterinteraktion lässt einen gespannt auf den Fernseher schauen. Nur das Ende lässt einen wieder etwas ratlos zurück, aber man kann wohl davon ausgehen, dass der 3. Teil ein passendes Finale zeigen wird. Technisch fand ich die Scheibe ok, hätte mir nur eine etwas feinere Wiedergabe des Rauschens gewünscht, für eine höhere Bitrate wäre ja sogar noch etwas Platz auf der Scheibe gewesen.

Vielen Dank an Universum Anime für das Rezensionsexemplar!