Ich bin jetzt schon etwas spät dran, mit einem Rückblick der letzten Saison zu starten, aber irgendwie habe ich es davor einfach nicht geschafft. Witzigerweise habe ich aber fast alle Serien pünktlich zur neuen Saison zu Ende geguckt, so dass ich mich jetzt etwas auf mein Gedächtnis verlassen muss, da das Schauen der letzten Folge von Canaan nun schon Weilchen her ist…

Da ich kein großer Freund davon bin, die Geschichte eines Animes komplett runter zu beten, ist die Gefahr von Spoilern in den folgenden Absätzen eher gering. Canaan war einer der Animes der Sommersaison, die etwas mehr gehyped wurden, was daran liegt, dass es zum einen auf einer Wii Visual Novel namens 428: Fūsasareta Shibuya de basiert, die in Japan sehr gute Bewertungen erhalten hat und zum anderen auf einem Bonus-Szenario des Spiels basiert, dass von Type-Moon-Leuten stammt. Deswegen erinnern einen die Chraktere auch etwas an die Figuren aus Fate/stay night bzw. Tsukihime. Ich kenne das Wii-Spiel nicht, aber da mir das Charakterdesign von Type-Moon sehr zusagt, interessierte mich der Anime auch sehr. Ein weiterer Grund, warum ich die Serie unter die Lupe nehmen wollte, war auch, dass sie von P.A. Works animiert wurde. Deren erste Serie, true tears, fand ich wirklich sehr gelungen, und vor allem die Animationen der Figuren überraschten mich damals sehr positiv.

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Zur Handlung verliere ich nur ein paar Worte. Canaan (weisse Haare) ist eine erfolgreiche, etwas kühle Autragskillerin und mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattet. Sie verbindet eine Freundschaft mit der Fotografin Maria (blonde Haare), die sie von früher kennt. Wie’s nun mal so kommen muss, gibt’s nun unterschiedliche Parteien, etwas Terrorismus, andere Menschen mit komischen Fähigkeiten und allerlei Bösewichte, die ziemlich charismatisch rüber kommen. Während die Handlung am Anfang sehr verwirrend wirkt, kann ich nur sagen, dass sich eigentlich nahezu alles gegen Ende aufklärt. Da die Serie sich nicht mit Fillern aufhält, erfährt man eigentlich auch ständig neues und langweilt sich zumindest storymässig nicht.

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Was mir wirklich gut gefiel und was die Serie wohltuend von anderen Girls-with-Guns Animes abhebt war der herrlich abgedrehte Humor. Vor allem Liang Qi (die junge Dame mit der Pistole) war wunderbar verrückt und ziemlich sadistisch veranlagt und brachte mich immer weider zum Schmunzeln. Sie durfte auch ganz mal für etwas Fanservice sorgen…

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Die andere Antagonistin war zwar eher normal-böse, aber bot zumindest zu Canaan einen sehr gelungenen Gegenpol.

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Sie hat einen ähnlichen Kampfstil wie Canaan und und hat das Kanonenfutter immer sehr toll choreographiert ins Jenseits befördert. Überhaupt sind die Actionsequenzen  überdurchschnittlich gut animiert. Die Kamera bewegt sich gerne mit und viele Details wie Rauch und herumfliegende Trümmer sind für eine TV Serie sehr gut umgesetzt worden.

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Die Serie ist, sagen wir mal, moderat blutig, so dass sie hierzulande wohl ab 16 durchgehen sollte. Wie für erste Folgen üblich, ist der Einstieg sehr imposant gelungen. Die Serie hält sich nicht lange damit auf, die Charaktere oder die Hintergründe zu erklären, sonderlich lässt gleich mal einen Actionszene mit sehr vielen Statisten beginnen, die mit mehr oder weniger gelungenen Computeranimationen aufgepeppt wurden. Den Lauf durch Gassen fand ich sehr gelungen, wobei das in Bewegung besser aussieht als auf dem Screenshot:

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Der künstliche Drache war mir dagegen etwas zu eckig:

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In anderen Folgen wird der Computer oft auch für Fahrzeuge und Hubschrauber eingesetzt, was zwar nicht immer sehr gut aussieht, aber auch nicht schlechter als in anderen Animes. Aber die vielen Statisten machen die erste Folge aber imposant und diese sind sogar klassisch animiert worden.

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Das Setting ist übrigens mal ziemlich kreativ, denn das ganze spielt am Anfang in Shanghai. Man sollte aber nicht erwarten, dass die Serie den imposanten Start bis zum Ende durchhält, denn zwischendurch hält man sich doch mal etwas mit Handlung auf, aber auch in späteren Folgen gibt es immer noch tolle Sequenzen, die auch gerne mal etwas Selbstironie durchblitzen lassen. Z.B. haben unsere Protagonisten als Running Gag quasi einen privaten Taxifahrer, der durch einen interessanten Fahrstil auffällt. Überhaupt ist die Serie gespickt mit abgedrehten Charakteren, auch z.B. der alte Mann mit seinen Maschinenpistolen blieb mir in Erinnerung.

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Von den Hauptcharakteren ist die Serie bestimmt nicht unbedingt sehr kreativ, da man die meisten in irgendwelche Schubladen einordnen kann, aber z.B. der fast schon Genki-Charakter Maria zeigt durch öfters auch mal sehr viel Tiefe. Auch die tragischen Figuren und die Versuche etwas Romantic Comedy reinzukriegen sind eigentlich sehr gelungen.

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Wie viele andere Serien hat auch diese ihre Schwächen und nicht jeder kann man mit der Menge Humor oder mit der anfangs sehr verwirrenden Story etwas anfangen, aber wenn ich die Serie mit anderen Vertreten ihres Genres, die mir jetzt mal so einfallen, vergleiche (El Cazador de la Bruja, Noir), ist das hier Gebotene einfach schon imposanter und spaßiger. Ansonsten fallen mir im Moment aber auch keine andere Serien ein, die in diese Richtung gehen. Vielleicht ist ja Black Lagoon auch so etwas, aber davon habe ich noch nix gesehen.

Ich wurde von den 13 Folgen sehr gut unterhalten und wenn die Serie in den USA oder so erscheint, werde ich sie mir auch kaufen. Da ist zwar noch nichts angekündigt, aber von den aktuellen Serien her, finde ich diese Serie noch am passendsten für den internationalen Markt. Sogar eine Lizenzierung in Deutschland würde ich empfehlen. Blu-rays wären da übrigens Pflicht, und die sind in Japan ja auch schon in Sicht^^.