Dieser Review wurde mal etwas anders erstellt, denn da ich mich wirklich nicht als Bleach-Fan bezeichnen würde, habe den „inhaltlichen“ Teil einfach Johannes überlassen, der auch aktuell noch die Serie verfolgt und auch mit weitaus mehr Wissen aus dem Bleach-Universum glänzen kann. Ich kümmere mich um die Verpackung (das geht ja schnell) und um die Technik.

Kazé-üblich handelt es sich um eine Standard-Blu-ray-Hülle:

Das Cover gefällt mir gut und die Freunde von Wendecovern werden natürlich auch bedient (die Info ist ja auch extra drauf gedruckt worden).

Als kleines „Extra“ liegt im Inneren noch etwas Werbung für das PS3-Bleach-Spiel bei.

Aus Design auf der Rückseite ist recht schlicht, aber es gefällt mir gut. Die Angaben stimmen, so weit ich das beurteilen kann, nur finde ich es interessant, dass man hier „DiamondDust“ auseinander geschrieben hat und die „neusten Animationstechniken“ sind, sagen wir mal, eher relativ…vor allem da der Film eh schon einige Jahre auf dem Buckel hat.

Nun übergebe ich an Johannes:

Der Inhalt

In der Besetzung weißt der Film keine großen Änderungen zu seinem Vorgänger auf. So führte Noriyuki Abe wieder Regie (u.a. Great Teacher Onizuka), die Musik schrieb Shiro Sagisu (u.a. Neon Genesis Evangelion) und um die Animation kümmerte sich erneut das Studio Pierott.

Umbesetzungen gab es jedoch in der Besetzung der Storywriter. So wurde Masashi Sogo durch Michiko Yokote (u.a. Naruto) und Masahiro Okubo (u.a. Genshiken) ersetzt. Den Titelsong „Rock of Light“ (光のロック Hikari no Rokku) stammt von Sambomaster und ihrem Album „Ongaku no Kodomo wa Mina Utau“. Doch bevor ich meine eigenen Eindrücke zum Film schildere, gebe ich hier eine kurze Storyzusammenfassung:

Die 10te Gotei Division unter Captain Hitsugaya Toshiro und Vizecaptain Rangiku hat die Aufgabe den Transport des Königssiegels, ein sehr wertvollen und mächtigen Artefakt, zu bewachen. Als der Transport plötzlich von einem maskierten Shinigami und zwei Arrancardamen angegriffen wird, kreuzt Hitsugaya die Schwerter mit dem maskierten Unbekannten. Dieser verletzt Hitsugaya und flüchtet mit dem Königssiegel, jedoch nicht ohne unangenehme Erinnerungen im Captain hervorzurufen. Dieser verlässt in den Wirren des Kampfes seinen Posten, um den Unbekannten und seine Begleiterinnen zu verfolgen, das Königssiegel zurückzugewinnen und sich seinen Erinnerungen zu stellen. Durch sein Verschwinden wird Hitsugaya in der Soul Society des Verrats verdächtigt, und es wird ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Zudem wird der Rest der 10ten Division unter Hausarrest gestellt.

Als Ichigo nun auf Captain Soi Fong trifft und diese ihm die Lage eröffnet, kann er es gar nicht fassen und zweifelt die Entscheidung der Soul Society an. Als er kurz darauf auf den verwundeten gesuchten Captain trifft, bestätigt sich sein Eindruck. Hier geht es nicht um Verrat.

Welche Beziehung besteht zwischen dem maskierten Shinigami und dem Captain der 10ten Division? Warum will Toshiro die Situation alleine klären? Diese Fragen gilt es für Ichigo und seine Freunde zu klären, um Hitsugaya vor einer Verurteilung seitens der Soul Society zu beschützen und die Situation wieder gerade zu rücken.

Wie in der Welt der Shonen Filme üblich steht der Film und seine Story unabhängig zu der Serie und bezieht sich lediglich auf Charaktere und Inhalte der Welt, hat jedoch keinen Einfluss auf den weiteren Verlauf dieser.

Aufgrund dessen entwickelt sich häufig das Problem innerhalb solch eines Filmes eine eigene Story zu entwickeln, die authentisch wirkt und gleichzeitig genügend Spielraum für Action und Kämpfe frei lässt, meistens zu Lasten des Tiefgangs solch eines Filmes. Schaffte der erste Bleachfilm diese Hürde durch einen stärkeren Fokus auf die Gefühle der Charaktere, stürzt „The Diamond Dust Rebellion“ bei diesem Balanceakt etwas ab. Ob sich dies nun durch den Wechsel der Storywriter erklären lässt, bleibt zu hinterfragen. Insgesamt wirkt die Geschichte leider einfach stark oberflächlich und wirkt viel zu zugespitzt. Viele Fragen bleiben offen, oder werden nur sehr dürftig erläutert, dass einem leider allzu klar wird: Hier entsteht einfach nur eine Fassade für einen Endkampf.

Um dies besser darzustellen hier einige Fragen die für mich relativ offen blieben: „ Wie hat der Bekannte von Capt. Hitsugaya die „Hinrichtung“ überlebt? Wo kommt er her? Wieso folgen die Arrancardamen ihm? Wieso wird der Cpt. sofort als Verräter dargestellt, ohne dass es dafür irgendwelche Beweise gibt?“

Des weiteren lässt einen auch das Gefühl, wie von TMSIDR schon im ersten Film festgestellt, es sollten möglichst alle Charaktere der Serie einmal auftauchen, um bloß keinen Fan zu enttäuschen, egal wie viel sie zur Story beitragen. Um das ganze dann noch rund zu machen, dürfen die typischen Shonenweisheiten dann natürlich nicht fehlen.

Doch kommen wir hier mal vom Story-Gemecker weg. Hier handelt es sich schließlich um einen Bleach-Film. Und was zählt denn bei einem Bleach-Film?

Action!

Genau. Und hiervon bietet der Film doch wieder einiges. Von kleinen Scharmützeln bis zum großen Endkampf bietet „The Diamond Dust Rebellion“ an schwertschwingenden Auseinandersetzungen und viel Bankaifeuer alles. Auch wenn es aus den vorherigen Ausführungen nicht klar wird, bin ich doch immer noch ein eifernder Verfolger der Bleach-Serie und kannte den Film bereits. Und als „Fan“ des Franchises kann ich doch sagen, dass der Film mir unterhaltsame anderthalb Stunden geliefert hat.

Dies zu unterstützen vermag auch der typische Bleach-Soundtrack und die, im Vergleich zur Serie, gute Umsetzung des Films. Leider sind die Hintergründe in der Soul Society sehr einfach gehalten,die in Karakura Town hingegen wirken großteils wirklich ordentlich und detailreich. In der Charakterumsetzung hapert es einige Male, aber wer die bisherigen Werke des Animationsstudios kennt, wird sich daran nicht großartig stören. Die Kämpfe, als natürlich wichtigster Bestandteil dieses Films, können dem Auge dann auch wieder einiges bieten.

Freunde des Shonenabenteuers und des Bleach-Franchises werden sich an diesem Film definitiv nicht verschlucken. Wer jedoch mit dem Ganzen noch nie etwas anfangen konnte, sollte sich lieber umorientieren, denn Bleach bleibt in „The Diamond Dust Rebellion“ nun mal Bleach und erfindet sich auch nicht neu. Somit definitiv nicht das beste Output des Bleach Universums, jedoch ein durchaus solides.

Und wieder zurück zu TMSIDR:

Die Technik

In Gegensatz zum 1. Film bietet diese Blu-ray echtes 24p, das heißt die Kamerafahrten sind endlich flüssig, aber dafür hat man ordentlich an der Bitrate gespart. 8724 kbps pro Sekunde sind für mich neuer Negativrekord und da der Film recht viel Action bietet, reicht das hinten und vorne nicht, um ein wirklich ruhiges Bild zu ermöglichen. Verläufe sind häufig sehr stufig und wenn man sich Flächen anschaut, entdeckt man häufig ein starkes Pixelrauschen. Ein Beispiel für die Verläufe sieht man hier:

Dafür ist der Film überraschend scharf und bietet so einen klaren Vorteil gegenüber der DVD. Je nach Größe des Fernsehers sieht man natürlich die „Macken“ mal mehr und mal weniger, aber ich finde es schon schade, dass man bei einer Blu-ray fast die Bitraten von einem Blu-ray-Rip erreicht…

Wenn man schon so viele Sprachen auf eine Blu-ray packt, dann sollte man besser eine BD50 nehmen (wie beim ersten Film) und nicht das Bild „kaputt“-komprimieren, damit dann Film auf unter 15 GB(!) bekommt. Dabei wären sogar noch rund 6 GB Platz auf der BD25 gewesen…

Der Ton bietet 5.1 und nutzt auch mal die hinteren Boxen und liegt bei den meisten Sprachen auch verlustfrei vor. Wir haben den Film auf Japanisch mit deutschen Untertiteln geschaut und Johannes bemerkte, dass einiges nicht ganz wörtlich übersetzt war. Schilder werden übersetzt eingeblendet.

Da bei der Synchronisation wohl größtenteils die deutschen Sprecher aus der TV-Serie genommen wurden, gehe ich davon aus, dass Dub-Freunde mit der Umsetzung recht zufrieden sein sollten.

Die Menüs ähneln stark einigen anderen Kazé-Blu-rays und sind eher simpel:

Mein Blu-ray-Player (BDP-S480 mit aktueller Firmware) hatte einige Probleme und einige Menüpunkte konnten nicht erreicht werden. In PowerDVD stellte ich diese Probleme aber nicht fest. Da mein Player ansonsten eigentlich nie Probleme mit Blu-rays hat, wundert mich diese Inkompatibilität mit dieser Scheibe schon etwas.

Rund 37 Minuten an Bonusmaterial (in PAL-Auflösung) haben es auf die Blu-ray geschafft. Ungewöhnlich für einen Anime sind das eher richtige Making Ofs wie man sie eher aus Hollywood kennt, wo die Macher vieles über die Entstehung erzählen. Auch als Nicht-Bleach-Fan fand ich es sehr interessant zu erfahren, welche Gedanken man sich z.B. bei der Konzeption der Handlung macht.

Fazit

Als Bleach-Fan kann hier eigentlich nicht viel falsch machen, denn zwar ist Bitrate für eine Blu-ray wirklich etwas zu niedrig, aber bei einem normalen Sehgenuss fällt einem das nicht allzu sehr auf. Und mehr ist ja von dem Franchise in Deutschland nicht in Sicht. Für das Verständnis des Films sollte man aber mehr Folgen als in Deutschland verfügbar gesehen habe, oder Kenntnisse aus dem Manga mitbringen, denn für Einsteiger könnte einiges etwas verwirrend sein. Hier bietet der erste Film wirklich einen besseren Einstieg.

Spezifikationen

Video: MPEG-4 AVC Video / 8742 kbps / 1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1
Audio: French / DTS-HD Master Audio / 5.1 / 48 kHz / 2096 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
Audio: German / DTS-HD Master Audio / 5.1 / 48 kHz / 2101 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
Audio: Japanese / DTS-HD Master Audio / 5.1 / 48 kHz / 2084 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
Audio: English / DTS-HD High-Res Audio / 5.1 / 48 kHz / 2046 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
Audio: Italian / DTS-HD High-Res Audio / 5.1 / 48 kHz / 2046 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
Untertitel: Englisch, Deutsch, Niederländisch, Französisch,  Italienisch, Polnisch
Ländercode B (getestet mit Code A PS3)
BDInfo

Vielen Dank an Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!