Und noch ein Review zu einem One-Piece-Film. Sehr langsam hole ich auf…

Wie bei anderen Kazé-Blu-rays gibt es nur eine Standardhülle:

Natürlich gibt es auch wieder ein Wendecover und FSK-Kennzeichnung und ich finde die Coverillustration echt gelungen, vor allem wenn man sich überlegt, dass der Film etwas dunkler wird während seiner Spielzeit – ein schöner Kontrast. Das Orange passt im Rahmen passt auch gut.

Wenn man sich den Text auf der Rückseite durch liest, dann merkt man wieder wie stark sich One Piece eigentlich von der Piratenthematik entfernt…mir gefällt aber gut wie die Zusammenfassung geschrieben wurde.

Die technischen Angaben sind auch in Ordnung, wobei ich es bevorzugen würde, wenn klarer ersichtlich werden würde, dass die beiden Tonspuren in 2.0/5.1 vorliegen.

Das Poster bleibt wieder der DVD-Version vorbehalten. Naja, dafür kriegt man bei der Blu-ray halt ein besser Bild und feineren Ton.^^

Der Inhalt

Eine Einladung aus einer Flaschenpost führt unsere Crew nach Omatsuri Island, wo ihnen Erholungsmöglichkeiten, hübsche Frauen und gutes Essen versprochen werden. Leider eröffnet ihnen Baron Omatsuri, der Anführer der Inselbewohner, dass sie erst einen Test bestehen müssen, bevor der Urlaub gestattet wird und während die anderen schon verschwinden wollen, lässt sich Luffy natürlich auf das Abenteuer ein. Zwar ist die Prüfung tatsächlich eher eine Falle, denn der Goldfisch beim „Kingyo Sukui“ (Goldfischschöpfen, wer Endless Eight oft genug gesehen hat, wird sich gut daran erinnern können, dass Mikuru das [fast] immer machen wollte) entpuppt sich als sehr großer Vertreter seiner Spezies und könnte einem Wal Konkurrenz machen. Wie nicht anders zu erwarten, besteht die Strohhut-Crew den Test, aber natürlich haben sie nun nicht einfach gewonnen, sondern Luffy lässt sich wenig später auf den nächsten Test ein. Natürlich geht es weiterhin nicht ganz mit rechten Dingen zu,  denn der Baron hat natürlich ganz andere Pläne als Urlaube zu verschenken und arbeitet viel mehr daran, Misstrauen bei Luffy und seinen Freunden zu säen…und nach und nach verschwindet einer nach dem anderen…

Der 6. One Piece-Film fällt zunächst durch die etwas ungewöhnliche Optik auf. Der Zeichenstil wirkt etwas ungenauer, bietet bei den Charakteren fast keine Schattierungen und das Charakterdesign nimmt sich mehr Freiheiten, wobei ich fand, dass dadurch die Animationen oftmals sehr lebendig wirken. Auch fand ich den Film bei der Bildkomposition viel interessanter als bei manch anderen Film der Reihe und der TV-Serie. Als Regisseur war hier übrigens Mamoru Hosoda am Werk (Das Mädchen, das durch die Zeit sprang, Summer Wars), der vielleicht dem Franchise seine eigene Note geben wollte.

Zumindest fand ich den Zeichenstil ganz interessant, auch wenn einiges sogar für One Piece-Verhältnisse ganz schön…sagen wir mal…seltsam aussieht. Vor allem die „SD-Szenen“ scheinen mir noch abgedrehter zu sein als sonst. Die Handlung ist auch etwas ungewöhnlich, denn während der Film sehr comedy-lastig anfängt, verschwindet der Humor im letzten Drittel fast komplett, und bekommt sehr dunkle Elemente, die sogar teilweise etwas in Horror reingehen (ich kann das jetzt nicht besser erklären, ohne zu spoilern). Die Anzahl und Länge der Kämpfe ist nicht gerade hoch, aber eine Art Bootsrennen liefert ganz unterhaltsame Actionszenen. Natürlich wurden auch einige neue Charaktere für den Film erschaffen, die für Filler-Charaktere recht einprägsam waren.

Der Computer wird recht häufig eingesetzt und der riesige Goldfisch am Anfang war z.B. reinstes CGI, aber ansonsten wurden auch bei Massenszenen die Charaktere wohl handgezeichnet und höchstens am Computer vervielfacht. Es gibt sogar eine ganz gelungene First-Person-Sequenz, die trotz Computereinsatz noch recht gezeichnet aussieht. Auch manch anderer Hintergrund ist offensichtlich CGI, aber die Ergebnisse waren meiner Meinung nach ganz überzeugend, vor allem wenn man das Alter des Films bedenkt. Die handgezeichneten Hintergründe sind vom Stil her übrigens etwas weniger comichaft als in der TV-Serie und gehen schon eher in eine realistische Richtung – fand ich gelungen.

Ich fühlte mich vom 6. Film ganz ganz unterhalten, aber einige Aspekte der Handlung fand ich nicht sonderlich gut ausgebaut. Vor allem die Versuche durch Streitereien die Crew zu trennen, wurden nicht sonderlich überzeugend transportiert, denn was in der TV-Serie eher für Comedy-Zwecke verwendet wird (Sanji’s und Zoro’s Streitereien, Usopp’s „Feigheit“) sorgt hier plötzlich für weitaus mehr Stress als sonst. Wie bei den meisten Filler-Filmen bei Shonen-Serien muss auch hier versucht werden, eine dramatische Geschichte zu erzählen, die aber keine Auswirkung auf die große Rahmenhandlung haben darf, so dass man sich hier auch manchmal fragt, ob die Charaktere plötzlich schwächer geworden sind…

Auch wenn der Film seine Schwächen hat, fand ich ihn vor allem handwerklich gut gemacht (wenn auch seltsam gezeichnet) und etwas kann man sogar Hosada’s Handschrift erkennen, wobei er sich offensichtlich weitaus besser bei Filmen entfalten kann, bei denen kein großes Franchise dahinter steckt. Fans der Serie können hier eigentlich nichts falsch machen, denn das größere Budget zaubert imposantere Bilder als in der TV-Serie auf den Bildschirm, auch wenn die TV-Serie immer noch mehr Spannung und Dramatik bietet.

Die Technik

Im Gegensatz zum 5. Film scheint dieser Teil durchgehend in der gleichen Auflösung produziert worden zu sein, so dass vor allem die Konturen der Charaktere scharf aussehen. Allerdings sind die Konturen teilweise nicht ganz sauber und kleine Artefakte bilden sich in Szenen mit viel Bewegung manchmal, wenn man sich das ganze sehr genau anschaut. Zumindest die ganz leichte Treppchenbildung bei manch Kontur war wohl eher schon im Master drin. Beim normalen Schauen fällt einem das eh nicht auf, zumindest fiel es mir nicht auf, sondern erst als ich mir einige Szenen am PC untersucht habe. Die Verläufe sind ganz perfekt in dunklen Szenen und mach Artefakt lässt sich da auch entdecken, aber auch hier muss man schon genau hin geschaut haben . Irgendeinen optischen Vorteil müssen japanische Blu-rays mit den weitaus höheren Bitraten (und Preisen) ja auch noch haben.^^

Der Film bietet wieder eine ganz brauchbare 5.1 Abmischung (wobei ich nur die japanische Spur mir komplett angehört habe), wo auch gerne mal die Stimmen im Raum platziert werden. Probleme mit dem Ton konnte ich nicht feststellen.

Die Untertitel boten auch keinen Raum für Beanstandungen und es gibt auch eine Spur für Schilder etc. für die deutsche Tonspur.

Das Menü wurde nur etwas für den Film angepasst, was ich bei einer Filmserie auch ganz in Ordnung finde.

Extras bis auf Trailer für andere Anime gibt es bei diesem Film nicht.

Fazit

Für mich der ungewöhnlichste One Piece-Film, der wegen seines Regisseurs vielleicht auch den ein oder anderen Nicht-Fan des Franchises interessieren könnte. Fans dagegen könnten sich an der Optik und der etwas düsteren Handlung stören, aber ich kann empfehlen, dem Film ruhig eine Chance zu geben, da er eine angenehme Abwechslung zum Rest der Filmreihe bietet und es doch interessant ist, mal zu sehen, in welche Richtungen man mit einem Filler-Film gehen kann. Er hinterließ bei mir etwas gemischte Gefühle, aber gut unterhalten fühlte ich mich trotzdem.

Spezifikationen

Video: MPEG-4 AVC Video / 20944 kbps / 1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1
Audio: German / DTS-HD Master Audio / 5.1 / 48 kHz / 4094 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
Audio: Japanese / DTS-HD Master Audio / 5.1 / 48 kHz / 4236 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
Audio: German / Dolby Digital Audio / 2.0 / 48 kHz / 320 kbps
Audio: Japanese / Dolby Digital Audio / 2.0 / 48 kHz / 320 kbps
Subtitle: German
Subtitle: German (Signs)
Regionalcode: A,B (C kann ich nicht testen)
BD25
BDInfo

Vielen Dank an Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!