Und noch ein Review zu einem One Piece – Film, der zum 8. Film sollte dann auch innerhalb von 24 Stunden folgen. Dann bin ich da zumindest mal für kurze Zeit wieder auf aktuellem Stand.^^;

Wie bei den vorhergehenden Filmen bzw. generell den Kazé Blu-rays gibt es „nur“ eine Standardhülle:

Die Gestaltung orientiert sich natürlich an den vorherigen Filmen und finde ich gelungen. Der Text auf der Rückseite macht Lust auf mehr und die technischen Angaben stimmen.

Der Inhalt

Manchmal fragt man sich ja, warum bei One Piece Piraten wie die Strohhut-Bande eigentlich „Piraten“ heißen, denn besonders piratenmässig verhalten sie sich ja nicht, denn weder Schiffe werden überfallen noch wird irgendjemand (außer die Bösewichte) werden beraubt. Aber wie man ja schon bei den Monkey Island-Spielen gelernt hat, sind Freibeuter auch ganz wild auf Schätze, und mit einer Nami an Bord und der Abenteuerlust eines Luffy kann man auch mal einen Film an einer Schatzsuche aufhängen.

Alles beginnt mit einer Schatztruhe, die aber leider kein Gold (oder ein T-Shirt) enthält, sondern eine alte Frau, die unsere Protagonisten überredet sie nach Hause zu bringen, mit dem Versprechen, dass es auf ihrer Insel einen richtigen Schatz gibt – nämlich eine goldene Krone. Zu dieser Insel führt zur Abwechslung dann auch kein Log-Port, sondern eine Variante mit einer kleinen Schildkröte, die die alte Frau dabei hat. Kaum wird die Insel erreicht, die ihrem Namen „Mecha-Island“ zunächst scheinbar gar nicht verdient hat, ertönt schon ein Lied, das eine Legende um die goldene Krone besingt, und ein Flugzeug erscheint, „entführt“ die alte Frau und mechanisierte Bogenschützen eröffnen dann Feuer. Zwar lässt sich dieser Angriff noch abwehren, aber mehr durch Zufall gelingt es den Gegnern das Hauptsegel der Flying Lamb zu durchlöchern, so dass erst mal der Anker ausgeworfen wird und man sich daran macht das Rätsel um die Legende und die goldene Krone zu entschlüsseln. Wie sich herausstellt, arbeiten die Angreifer von der Insel auch daran und wenig später entsteht eine Zusammenarbeit, bei der die eine Seite aber alles andere als ehrlich über ihre Beweggründe ist…

Im Gegensatz zum 6. Film entspricht die Optik hier stark den bekannten Animationen aus der TV-Serie, was auch bedeutet, das der Film optisch nur unwesentlich besser aussieht als die Fernsehkost, nur ein paar feinere Kamerafahrten bietet und teilweise etwas detailliertere Animationen, wobei ich einen bestimmte großen computeranimierten Charakter nicht gerade als sonderlich gelungen bezeichnen würde. In einem Punkt hat man sich aber sehr offensichtlich von der TV-Serie entfernt, denn ich kann mich nicht daran erinnern, dass Nami’s hier besonders ausfüllend gezeichneten Brüste sonst bei vielen Bewegungen wackeln und wenn ich mir das nicht eingebildet habe, sogar einen „Boing“-Soundeffekt spendiert bekommen haben. Robin kriegt zwar ein recht gewagtes Abendkleid spendiert, wurde aber in dieser Hinsicht weitaus weniger von den Animatoren beachtet. Wenn man sich die Altersgruppen der Leser von One Piece in Japan anschaut, ist es vielleicht gar kein Wunder, warum man den Film etwas man Fanservice aufgepeppt hat, wobei man mehr als tiefe Ausblicke in Nami’s Ausschnitt hier auch nicht präsentiert bekommt, aber auffällig war das ganze schon. Überhaupt ist es ein ziemlicher Nami-Film, denn sie ist bei Schatzsuchen natürlich besonders aktiv und übernimmt hier klar das Ruder und hat weitaus mehr Zeilen als in der TV-Serie.

Ihr Outfit in der zweiten Hälfte erinnerte mich übrigens sehr an Lara Croft und bei der Thematik würde ich sogar sagen, dass das vielleicht gar kein Zufall war…

Die restlichen Charaktere folgen ihrem Charaktertyp, das heißt, Luffy, Usopp und Chopper albern rum, Sanji kümmert sich hauptsächlich um das Wohlergehen von Nami und Robin, und Robin selbst glänzt nur mal in wichtigen Momenten mit ihrem Wissen. Ach, und Zoro streitet sich mit Sanji und zückt ab und zu mal die Schwerter, hat aber ansonsten nicht zu tun. Der Film ist wirklich leichte Kost und besonders spannende Gefahrenmomente entstehen eher selten, was aber wohl auch zum Konzept des Films passt. Hier wird gar nicht erst versucht, einen bösen neuen Gegner zu schaffen, der zu einer Gefahr werden könnte, sondern die Strohhut-Bande ist offensichtlich stärker und mächtiger und vor allem bei den Kämpfen von Luffy zeigt sich, wer klar überlegen ist. Diesen Aspekt fand ich mal sehr gut für einen Filler-Film und zumindest eine kleine Vorschau auf spätere Kämpfe in der TV-Serie (bzw. dem Manga) darf Luffy hier sogar schon mal bieten – so etwas gibt es ja auch eher selten in einem Kinofilm. Mir kam der Film sehr viel alberner vor als die Filme 5 und 6 und vor allem Luffy, Chopper und Usopp machen sehr viel Unsinn, worauf Nami dann immer mit Prügel reagiert – man könnte hier fast denken, dass eigentlich Nami das Zepter auf dem Schiff schwingt. ^^;

Recht auffällig fand ich übrigens, dass in der jap. Fassung Kazue Ikura Chopper in diesem Film spricht und nicht Ikue Ohtani wie in den anderen Filmen und im Großteil der TV-Serie.

Ich fühlte mich ganz gut unterhalten und die Leichtigkeit des Films gefiel mir gut, wobei er wirklich nicht durch spannende Kämpfe oder tolle Optik auffällt, sondern eher durch mehr Humor und eine lockere Erzählweise. Für mich aber mal eine angenehme Abwechslung zu den mehr kampfbetonten Vorgängerfilmen.

Die Technik

Das Bild ist scharf und die Produktionsauflösung scheint hoch zu sein, auch wenn der Film nicht gerade sehr detailliert gezeichnet ist, so dass das z.B. in den Hintergründen nicht sonderlich stark auffällt. Dafür sind die Outlines größtenteils sehr sauber und nur selten, z.B bei Zoom-Effekten leicht verpixelt. Manch Verlauf habe ich wieder mal nicht ganz sauber in Erinnerung, aber die Kompression arbeitet sonst sehr ruhig und ich konnte keine Macken feststellen. Man muss nicht genau hinschauen, um zu sehen, dass die Blu-ray ein weitaus besseres Bild als die DVD-Fassung produziert.

Ich habe mir nur die japanische Synchronisation angeschaut, da ich One Piece nur in dieser Form kenne, und der 5.1 Mix sorgt doch an einigen Stellen für den ein oder anderen feinen Effekt. Von beiden Tonspuren wurden auch noch in einem Stereo-Mix auf der BD abgelegt.

Die Untertitel erfüllten auch ihren Zweck und mir sind keine Fehler aufgefallen.

Das Menü kennt man schon von den anderen Filmen – nur der Farbton wurde angepasst. Einfach gehalten, aber funktioniert ohne Probleme. Wer mehr Bilder davon sehen will, sollte einfach bei den Reviews der anderen Filme vorbei schauen, bis auf die andere Farbe und das andere Bild im Bullauge sind sie mehr oder weniger gleich.

Extras bis auf Trailer für andere Kazé-Produkte gibt es keine, wobei es auch bei der japanischen Fassung bis Trailer/Teaser zumindest laut CD-Japan auch nichts gab.

Spezifikationen:

Video: MPEG-4 AVC Video        20452 kbps          1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1
Audio: DTS-HD Master Audio             German          4247 kbps       5.1 / 48 kHz / 4247 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
Audio: Dolby Digital Audio             German          320 kbps        2.0 / 48 kHz / 320 kbps
Audio: DTS-HD Master Audio             Japanese        4271 kbps       5.1 / 48 kHz / 4271 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)
Audio: Dolby Digital Audio             Japanese        320 kbps        2.0 / 48 kHz / 320 kbps
Ländercode: A,B (C kann nicht testen)
BDInfo

Fazit

Die sehr unbeschwerte Natur des 7. Films – bis auf etwas Spannung am Ende – gefiel mir gut und wenn man One Piece mag, kann man hier eigentlich nichts falsch machen. wobei der Film vermutlich am meisten durch Nami’s zusätzliche Animationen und den einen Soundeffekt in Erinnerung bleiben wird…^^;

Vielen Dank an Kazé für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!