Und ein weiterer kleiner Beitrag zu 2 Serien, die vor ein paar Wochen ihr Ende gefunden haben: Zero no Tsukaima F und Guilty Crown.

Hmm, zur ersten Serie habe ich nahezu keine SFW-Fanarts gefunden, also gibt’s 2 alte Promo-Bilder zur Auflockerung.

Zero no Tsukaima F

Inhalt in einem Satz: Tsundere-Magierin Louise beschwor den japanischen Schüler Saito in Staffel 1 und seitdem wehrt sich der Arme (?) immer noch gegen Haremetten und rettet hin und wieder Mädel B, Königreich C oder fast eine ganze Welt oder so – diesmal aber zum letzten Mal!

Meinung: J.C. Staff gehört zu den wenigen Studios, die tatsächlich wohl mal Aufträge kriegen, ihre alten Serien fortzuführen. Vor ein paar Jahren durften sie das Slayers-Franchise wieder beleben (wobei sie selbst die TV-Serien zuvor gar nicht animiert hatten), im Herbst letzten Jahres das Finale von Shana beginnen und auch Zero no Tsukaima zu Ende bringen. Ich bin jetzt gerade zu faul zu recherchieren, wie viele Light Novel-Bände sie in 12 Folgen packen mussten, aber ein Gefühl sagt mir, es waren zu viele…

Die Handlung lässt sich kaum Zeit mit Einleitungen oder ähnlichem, sondern die kleinen, mehrfolgigen Arcs rasen regelrecht durch die Handlung. Kaum ist die Gefahr bekannt, ist sie auch schon gebannt – kaum haben sich Saito und Louise etwas zerstritten, schon vertragen sie sich wieder. Hin und wieder schreckt man aber nicht davor zurück, das ganze etwas zu stark mit Fanservice anzureichern, so dass man sich fragt, warum man die Zeit nicht sinnvoller mit einer Ausarbeitung der Handlung verbracht hat. Die Optik hat sich auch nicht sonderlich weiter entwickelt, wobei ich einige Kämpfe doch recht hübsch animiert fand. Allerdings hat man wirklich eher das Gefühl eine Serie aus dem Jahr 2006 zu gucken.

Das hört sich jetzt sehr negativ an, aber bei dieser Serie schlug der Nostalgiefaktor bei mir total ein. Ich freute mich einfach, die Charaktere wiederzusehen und auch wenn ich nicht gerade ein Fanservice-Fan bin, stört mich dieser hier gar nicht mal so. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die Beziehung zwischen Saito und Louise im Prinzip seit der ersten Staffel schon recht klar abgesteckt ist und hier kein Zweifel besteht, welches Mädel am Ende „gewinnen“ wird. Zudem ist Louise zwar eine extreme Tsundere, aber vor allem in dieser Staffel zeigt sie doch deutlich, dass sie sich weiter entwickelt hat. Klar, die Sprünge in der Handlung sind ein Problem, aber ich rechne es den Verantwortlichen trotzdem hoch an, dass sie den Anime beendet haben, auch wenn man im Prinzip vermutlich nur die Light Novels im Schnelldurchlauf präsentiert bekommen hat. Den Abschluss der Serie fand ich sogar richtig toll und schön romantisch aufgezogen – hier funktionierte die Serie plötzlich für mich wieder sehr gut. Bei diesem Punkt spielt auch einfach rein, dass ich es mittlerweile echt nervig finde, so viele Anfänge von Geschichten in Animeform zu sehen, während die weitere Handlung dann Mangas oder Light Novels vorenthalten sind, die man meistens nicht so leicht oder gar nicht übersetzt findet.

Auch wenn die Handlung nicht gut präsentiert wird, überzeugen mich hier eher die Charaktere, die durch das Fantasy-Ambiente zumindest etwas Abwechslung bieten. Prinzessinen, Elfen und Drachen finde ich einfach viel interessanter mal wieder in Animeform zu sehen, als immer nur die Standard Schul-Anime-Mädels. An die wirklich gelungene erste Staffel kommt die 4. höchstens in der letzten Folge dran, aber die Serie hat mir einfach Spass gemacht – und ich freute mich jede Woche auf die neue Folge und die letzte Folge war einfach nur ein toller Abschluss. Das zeigt mir zumindest, sie haben doch einiges richtig gemacht. Vielleicht ist es auch nur wieder die Freude Rie Kugimiya als richtige Tsundere zu hören? ^^

Guilty Crown

Inhalt in einem Satz: Junge trifft mysteriöses Mädchen, wird in einen Widerstandskampf rein gezogen und kriegt mal wieder viel zu viel Verantwortung für sein zartes Alter aufgebrummt.

Meinung: Nach der ersten Folge dachte ich mir: Wow, Production I.G. kann echt hübsch animieren, aber die Handlung kommt mir irgendwie bekannt vor. Ein mysteriöses Mädchen fällt ja jedem zweiten Anime-Protagonisten in den Schoss und Inori passt gut ins Klischee (immerhin kriegt sie etwas mehr „Tiefe“ im Verlauf der Handlung). Random Male Lead B, hier Shu genannt, gehört auch eher zur Shinji-Sorte, d.h. auch ohne Widerstandskampf hätte er noch etwas gelitten beim Erwachsenwerden. Aber nun bekommt er die Probleme doppelt und dreifach, und macht eine ziemliche Charakterentwicklung durch, die teilweise etwas sprunghaft ist, auch nicht unbedingt immer komplett nachvollziehbar daher kommt, aber immerhin die Spannung recht gut aufrecht erhält. Die Serie bietet doch die ein oder andere Überraschung, wobei das teilweise auch davon kommt, dass einige Charaktere öfters mal die Seiten wechseln und man offensichtlich alles versucht hat, möglichst viel zu konstruieren, damit man möglichst viele Elemente anderer Serien unterbringen kann. Damit wirft man die Logik etwas über Bord und alles erklärt wird auch nicht gerade.

Man kann zwar mit etwas Nachdenken teilweise einige Sachen noch verstehen, aber richtig relevant für den Unterhaltungswert ist das eh nicht. Die Hintergrund-Story ist gewohnt episch, übertrieben und lässt der Handlung mal zu viel Zeit zum Entfalten und manchmal überschlägt sich alles und man wundert sich über die Sprünge in der Charakterentwicklung. Immerhin langweilt man sich so nicht, und man bietet so genug Möglichkeiten sehr fein animierte Kämpfe unterzubringen, wobei in manchen Folgen offensichtlich auch mal etwas gespart wurde – ist nun mal eine TV-Serie. Immerhin ist das Charakterdesign durchgehend eine Augenweide und sowohl die männlichen als auch weiblichen Charaktere wurden unterschiedlich und kreativ gestaltet. Und Inori und Ayase sind für mich die hübschesten Vertreterinnen der Anime-Zunft der letzten Seasons^^.

Für die Ohren wird dank Unterstützung von supercell vor allem in den OPs, EDs und Insert Songs ordentlich was geboten – nicht ohne Grund habe ich etwas in CDs investiert. Man kann der Serie die Macken vorhalten, oder sich einfach an der unterhaltsamen Präsentation erfreuen. Ich mache letzteres! Für mich ist das eine gute Serie, die man recht gut frischen Animeguckern andrehen kann, denn sie vereint vieles, was Anime so interessant macht. Epische Geschichten voller Wendungen mit Hang zur übertriebenen Dramatik (was für neue Zuschauer extra interessant ist), eine tolle Optik, mehr Action als man in Real-Serien unterbringen kann und Musik, die einen mitreißt. Das ist sozusagen Popcorn-Kino in Animeform!

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