Hier ist nun der versprochene Review zu „The Sky Crawlers“. Der Review war etwas einfacher, da die Bildqualität mir mal eher wenig Kopfzerbrechen bescherte^^. Allerdings habe ich beim Kritisieren von Oshii-Filmen immer so meine Probleme, aber das ist ja eh sehr subjektiv.

Inhaltsangabe von der Hülle

In einer düsteren Zukunft tobt ein heftiger Luftkrieg zwischen den Rüstungskonzernen „Rostock“ und „Lautern“.

Sinn und Zweck der medial ausgeschlachteten Auseinandersetzung ist die Ablenkung der Menschen von ihren Alltagsproblemen. Die Bevölkerung soll durch das hoch über ihren Köpfen tobende Schlachtenszenario ruhig gestellt werden. Leidtragende sind dabei die Kriegspiloten, die zu Tausenden ihr Leben lassen. Ein solches potentielles Opfer ist auch das junge Fliegerass Yuichi, dem mysteriöserweise jede Erinnerung an seine Vergangenheit fehlt. Auf seiner neuen Basis wird ihm schnell klargemacht, dass er zu den „Kildren“ gehört, einer genmanipulierten Menschenkaste, die nicht altert und nur für die Kriegsspiele der Konzerne taugt. Der immergleiche Stationsalltag zwischen dem Warten auf Einsatzbefehle, heiklen Kampfmissionen und gelegentlichen Bar- und Bordellbesuchen kann Yuichi nicht befriedigen. Nur zu seiner strengen Kommandeurin Suito fühlt er sich hingezogen – doch die einsame Frau verbirgt ein streng gehütetes Geheimnis, das Yuichi aller Warnungen zum Trotz unbedingt enthüllen will.

Verpackung (4,5 von 5)

Diesmal spendierte Universum Anime der Blu-ray das Steelbook, was auch gut zum Film an sich passt. Das Design finde ich sehr gelungen und auch die Angaben sind korrekt und vollständig. Der FSK-Aufkleber lässt sich abziehen.

Bild (4,5 von 5)

MPEG-4 AVC Video 25985 kbps 1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1

Die Flugsequenzen sind eher verschwommen und wohl mit Filtern behandelt worden und wirken dadurch relativ unscharf. Die 2D-Animationen am Boden sind dagegen teilweise sehr scharf, allerdings wurde ein Rauschfilter verwendet, der wieder mal eine Filmkörnigleit simulieren soll. Die Kompression schlägt sich aber ziemlich wacker, wobei ich zugeben muss, Artefakte sind im Rauschen nicht leicht zu finden. Immerhin sehen die Verläufe, z.B. am Himmel, sehr weich aus. Das Rauschen fiel mir beim Anschauen auf dem Fernseher nicht auf und auch sonst konnte ich keine Makel erkennen.

Das Rauschen konnte ich übrigens auch auf den Screenshots der US-Version im Asian Blu-ray Guide finden.

Ton und Untertitel (4,0 von 5)

DTS-HD Master Audio German 4582 kbps 6.1 / 48 kHz / 4582 kbps / 24-bit (DTS Core: 6.1-ES / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)

DTS-HD Master Audio Japanese 4612 kbps 6.1 / 48 kHz / 4612 kbps / 24-bit (DTS Core: 6.1-ES / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit)

Ich habe den Film bislang nur auf japanisch mit deutschen Untertiteln gesehen und konnte keine Probleme feststellen. Der Mix ist gut, auch wenn die hinteren Kanäle vielleicht noch etwas besser ausgenutzt werden könnten. Allerdings versucht der Film sowieso auch in den Actionsequenzen eher realistisch zu klingen, was auch zweifellos gelingt, aber es hört sich dann halt eher nicht nach Blockbuster an. Z.B. Evangelion 2.22 bot doch eine bessere Kanaltrennung und mehr „Wumms“ meinem Gefühl nach.

Für die dt. Tonspur gibt es Untertitel, die die englischen Funksprüche anzeigen. Diese wurden übrigens nicht von den dt. Sprechern synchronisiert, wobei sie sowieso durch die Masken der Piloten verfälscht werden, so dass es nicht so auffällig ist. Leider sprechen die Seiyuus aber ein ziemlich gebrochenes Englisch, was die dt. Sprecher wohl besser gekonnt hätten.

Menü (4 von 5)

Das Menü wirkt professionell, ist im Hintergrund animiert und passt gut zum Film, was will man mehr?

Bonusmaterial (4 von 5)

Sky’s the Limit – Mamoru Oshii im Interview (15:18, 1080i)

Es ist nicht nur ein Interview, sondern man sieht auch Konzeptzeichnungen und Vergleiche mit den finalen Szenen und eine Ansprache von ihm nach der Fertigstellung des Films.

Sounddesign und Animation von „The Sky Crawlers“ (32:17, 1080i)

2 Besuche bei Skywalker Sound in den USA und das Produktionsteam und die Seiyuus kommen.

Recherche und Vorbereitung der Animation (30:52, 1080i)

Ein Besuch in Polen, um Fotos und Eindrücke für die Welt von „The Sky Crawlers“ zu gewinnen.

3 jap. und 1 deutscher jap. Trailer

Das Making Of-Material wird zwar recht behäbig präsentiert, vor allem im Vergleich zu Hollywood-Produktionen, bietet aber doch einige Informationen und zeigt auch oftmals einen sehr gut gelaunten und humorvollen Oshii-san. Vor allem die Recherche in Polen fand ich sehr interessant. Die US-Blu-ray bietet übrigens das gleiche Material.

Der BD-Live-Teil bietet zumindest bei mir eigentlich nichts spezifisches für den Film.

Ein paar Trailer sind auch auf der Scheibe, wobei Mai Mai Miracle hier sogar in 1080p präsentiert wird (und ziemlich gut aussieht), obwohl der Film hierzulande nur auf DVD erschien.

Meine Meinung zum Film (4,5 von 5)

Zunächst muss ich sagen, dass ich die verschiedenen Interpretationen (Kritik am Otaku-Dasein etc.), was Mamoru Oshii mit diesem Film genau kritisieren will nicht ganz nachvollziehen kann und da ich keine Aussagen von ihm in diese Richtung persönlich gelesen habe, verweise ich mal auf diesen Review auf ANN, der das Thema sehr detailliert erklärt.

Für mich selbst war es einfach nur ein ziemlich guter Film, der vor allem atmosphärisch überzeugen kann. Vor allem gefällt mir sehr, dass die Charaktere im Gegensatz zu „GITS: Innocence“ vernünftige Dialoge führen, die nicht nur von einer philosophischen Aussage zur nächsten springen. Zwar sind die Dialoge schon tiefgründig, aber es wird bei weitem nicht so dick aufgetragen. Auch die Handlung wird sehr schön erzählt und die ein oder andere Überraschung wartet auf den Zuschauer, ohne das die Handlung konstruiert wirkt.

Vor allem fand ich den Einsatz der Flugzeugsequenzen sehr gelungen, die durchgehend spektakulär und hervorragend inszeniert sind. Diese stellen nur einen kleinen Teil der Handlung dar und stehen klar im Hintergrund, aber sehen trotzdem fantastisch aus. Während die Szenen auf dem Boden traditionell animiert wurden, stammen die Szenen in der Luft komplett aus dem Computer, wobei man sich gar nicht erst an Cel-Shading versucht hat. Diese Entscheidung fand ich aber sehr gut, denn die Flugzeuge strotzen vor Details und viele Effekte wie Rauch und Partikel gehen eher in Richtung Fotorealismus als Anime. Interessanterweise wirkt der Film durch die gekonnte Farbgebung aber trotzdem wie aus einem Guss. Auch die Charakteranimationen auf dem Boden bewegen sich deutlich auf Filmniveau, auch wenn das Charakterdesign zwar sehr realistisch ist, aber auch recht simpel aussieht. Die Animationen sind aber durchgehend flüssig und dynamisch. Viele Gegenstände, die die Charaktere in der Hand halten wurden aber mit dem Computer aufgepeppt (z.B. Flaschen), was manchmal etwas komisch aussehen kann, wenn diese detaillierter aussehen als die Charaktere selbst. Die Hintergründe sind eher realistisch und etwas oftmals recht farbarm, aber bieten auch viele Details und passen gut zur Thematik des Films.

Musikalisch sorgt wieder Kenji Kawai für die Untermalung und vor allem die Hauptmelodie ist wieder mal wunderschön, wobei der Film ansonsten nicht gerade so aufdringlich vom Soundtrack mir erschien. Bei der Generierung der Soundkulisse holte man sich Unterstützung aus Hollywood in Form von Skywalker Sound, die auch vor allem in den Luftschlachten sehr gute Arbeit geleistet haben.

Trotz der Länge von ca. 2 Stunden und der recht gemächlichen Erzählweise habe ich mich nun auch beim 2. Mal Anschauen nicht gelangweilt, obwohl ich nicht sagen würde, dass der Film nicht jedem gefallen wird, denn wer viel Action erwartet, wird wohl enttäuscht sein. Die Atmosphäre und die interessanten Charaktere haben mich aber wieder faszinieren können, deswegen greife ich zu einer recht hohen Wertung.

Screenshots (Full HD PNG):

Fazit

Der Film ist zwar nicht für jeden empfehlenswert, aber für Fans von Oshii-san’s anderen Filmen definitiv ein Pflichtkauf. Seine Handschrift ist unverkennbar, wobei er diesmal andere Prioritäten gesetzt hat, was ich sehr gut finde. Auch wer sonst mal einen anspruchsvollen Anime schauen möchte, der eher gar nicht den üblichen Klischees folgt, sollte hier unbedingt reinschauen. Die Blu-ray an sich holt aus dem verfügbarem Material das Mögliche raus und bietet sogar für Anime-Verhältnisse recht viel Bonusmaterial.

Ich danke Universum Anime für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Daten:

Publisher: Universum Anime

Animestudio: Production I.G.

Ländercode: B (Code A PS3 zeigt falschen Ländercode)

Disc: BD50

BDInfo: Hier