Ja, ich geb’s zu, ich bin ganz schön spät dran, aber irgendwie schon ich diesen Beitrag immer vor mir her und das lag noch nicht mal daran, dass ich die Serien erst kürzlich abschloss (genau genommen war ich schon Mitte Mai mit allem fertig), sondern einfach nur an miserabler Zeiteinteilung. Nun kann ich mich an einiges schon gar nicht mehr erinnern, aber dann werden die Beiträge halt kürzer…

So-Ra-No-Wo-To

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Ja, man sieht hier nicht alle Tage Pantsu^^;, aber Noël’s Gesichteindruck spiegelt sehr gut meine Meinung zu diesem auch leicht gehypten Stück Anime wieder. Ich ging eigentlich recht positiv an die Serie ran, da ich viele Erzeugnisse von A-1 Pictures eigentlich mochte und ich auch nix gegen eine Prise Moé habe. Irgendwie schaffte es die Serie überhaupt nicht mich groß zu fesseln, die Handlung plätscherte sehr zäh dahin, die Mädels waren relativ einfach durchschaubare Klischee-Charaktere und irgendwie dachte ich die ganze Zeit an vergebene Chancen. Im Prinzip fand ich diese europäisch angehauchte Welt, die wohl in einer Art fernen Zukunft spielen könnte (wenn ich das alles richtig verstanden habe), eigentlich sehr interessant und auch der Hintergrund mancher Charaktere bot reichlich Potential, wenn auch keine Überraschungen. Aber teilweise passierte in den Folgen eigentlich nix interessantes und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was das ganze soll. Manch einer mag nun sagen, K-ON! hat auch keine Handlung, aber K-ON! baut keine eigene Welt auf und will uns nur durch netten Humor/Niedlichkeit unterhalten und bietet immerhin so viel Tiefgang wie Slice of Life benötigt. Der Humor ist dagegen in So-Ra-No-Wo-To eigentlich eher selten vorhanden und warum verwendet man ein niedliches Charakterdesign, Moé-Klischee-Charaktere in Verbindung mit einer recht melancholischen Handlung? Denn bei den Grundzutaten konnte ich das alles einfach nicht sonderlich ernst nehmen.

Einige Folgen fand ich aber noch recht unterhaltsam und die Optik, insbesondere die Huntergründe, waren weit über dem Durchschnitt und deswegen würde ich mir die Serie sogar auf Blu-ray kaufen, einfach nur als „Eye-Candy“. Warum aber genau diese Serie für Deutschland lizenziert wurde, ist mir echt ein Rätsel.

rin25

Kiddy Girl-and

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Ich muss zugeben, dass ich mich an den Inhalt der alten TV Serie nicht erinnern kann, nur noch daran, dass ich nach dem Konsum derer kein großes Bedürfnis verspürte sie mir auf DVD zu kaufen. Auch die Kinofilme habe ich nicht gesehen, deswegen war ich bei diesem Nachfolger teilweise etwas verwirrt. Immerhin fiel mir wieder auf, dass Kiddy Grade wohl das erste Mal war, dass ich Aya Hirano’s Stimme gehört habe (als Lumière).

So kompliziert war die Handlung eigentlich nicht, denn man durfte nur wieder ein paar Bishojos beim Kämpfen gegen einige Bösewichte im Bishonen/Bishojo-Stil zugucken, nur dass das ganze im Weltraum spielt und ein paar „Superkräfte“ enthält. Der „Spaß“ ging sogar über 24 Folgen und irgendwie hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, ich würde eine Serie aus dem Jahr 2001 oder so gucken, und das lag weniger an der Optik sondern an der arg belanglosen Dialogen und wirklich wenig Tiefe der Charaktere samt gemächlicher Erzählweise. Die Dialoge verliefen vor allem bei den Protagonistinnen nahezu durchgehend nach dem gleichen Schema: Die ernste Q-feuille sagt etwas, die überdreht Ascoeur wiederholt es mehr oder weniger, der nervige Loli-Charakter der Serie Di-air wiederholt einen Teil davon noch mal und das Maskottchen/“Haustier“ (ein grünes Dingsbums, dass sich verwandeln kann) stößt einen komischen Laut aus. Dann geht das „Gespräch“ weiter. Wenn man das mehrmals in der Folge ertragen musste, ist man irgendwann genervt und möchte am liebsten den Drehbuchautoren die Tasturen wegnehmen…

Immerhin werden in der 2. Hälfte der Serie die Hauptcharaktere getrennt, so dass die Dialoge etwas mehr Abwechslung kriegen und teilweise nahm der Unterhaltungswert sogar zu, aber vieles war immer noch zu simpel gestrickt und zu vorhersehbar, als dass ich mich wirklich gut unterhalten fühlen konnte.  Immerhin hat Satelight mit der Optik ganz gute Arbeit abgeliefert, denn diese ist immerhin sehr scharf und sieht nach HD aus. Nur die Hintergründe waren oftmals sehr langweilig, aber es gab auch schon schlimmeres. Das beste an der Serie war für ich das OP…der Rest war einfach so arg durchschnittlich, das man sich fragt, warum wird so etwas finanziert? Die Charaktere schreien nicht nach Merchandise, man folgt keinem Moé-Trend, die Actionsequenzen prägen sich auch nicht ein und die die Handlung gewinnt auch keinen Blumentopf, also wer soll sowas kaufen?

Durch die teilweise sehr miesen Dialoge gibt’s nur eine unterdurchschnittliche Zahl von mir:

rin20

Dance in the Vampire Bund

[CoalGuysremux] Dance in the Vampire Bund - 04_14

Das war ja auch eine Art Hype-Anime, da der Manga ja beliebt ist, Shaft uns letztes Jahr mit Bakemonogatari beglückt hat und Vampire eh total cool sind. Nur irgendwie vergaß man Shaft auch etwas Kohle zum Zeichnen zu geben. Sie haben eigentlich diesmal eigentlich keine offensichtlich halbfertige Szenen drin, sondern es war eher das Problem, dass zwar die Actionsequenzen detailliert und blutig inszeniert waren, die eigentliche Handlung aber sehr öde präsentiert wurde. Richtig wilde Kameraperspektiven und Schnitte, die ja Shaft’s Markenzeichen geworden sind, passen wohl auch nicht wirklich gut zu der Handlung und irgendwie waren die Dialoge auch eh nicht wirklich spritzig, so dass nicht viel Spannung aufkam.

Immerhin fand ich, wenn ich mich recht erinnere, die Musik teilweise ganz atmosphärisch, und die 1. Folge war sogar richtiggehend kreativ, aber sonst fällt mir nicht viel positives ein. Den ganzen Wirbel der um die Loli-Elemente gemacht wurde, fand ich etwas übertreiben, denn die TV-Variante war wirklich meistens sehr harmlos, und Blu-rays würde ich von der Serie nur sehr preiswerte nehmen, so dass ich bei den jap. gepasst habe, also nicht weiß, ob es plötzlich exzessiver geworden ist (was mich aber auch eh nicht interessiert). Da ich die Handlung aber noch ganz interessant fand, gibt’s immerhin die Mitte der Skala von mir:

rin25

Baka to Test to Shōkanjū

[gg] Baka to Test to Shokanju - 01_07

Endlich mal ein Genre, in dem ich meistens sehr wohl fühle, der Romantic Comedy. Und dieses Exemplar gehört definitiv auch der sehr abgedrehten Sorte an, die Fanservice höchstens mal aus humoristischen Gründen einsetzt.  Optisch erinnerte mich das ganz an eine buntere Variante von Shaft, und man setzte doch ganz gerne Rasterfolie oder sowas ähnliches ein, um die schlichten Hintergründe interessanter zu gestalten, passte meiner Meinung nach sehr gut zur Materie. Klar, die Charaktere sind alle nicht sonderlich kreativ, aber da der Cast relativ groß ist und sich nicht alles um den männlichen Protagonisten dreht, gibt’s doch einiges an Abwechslung. Alleine schon, der Running Gag mit der Trap Hideyoshi, der weitaus mehr Begeisterung bei den männlichen Figuren auslöst als die Mädels, war mal recht kreativ für den Genre. Auch der Wechsel des „Erzählers“ mitten in der Serie zeugte vom Ideenreichtum der Macher. Zwar war der Humor gerne mal recht böse, aber ohne es zu übertreiben, so dass immer noch eine gewisse „Wärme“ in der Serie zu herrschen scheint.

Die arg konstruierte Handlung um den „Klassenkampf“ hält bestimmt keinem Literaturkritiker stand, aber so war zumindest für etwas Abwechslung gesorgt und die Chibi-Versionen der Charaktere waren auch sehr niedlich anzusehen. Ich wurde von dieser Serie wirklich sehr angenehm überrascht, da sie es doch wöchentlich schaffte, mich zum Lachen zu bringen und da Funimation sich ja die Lizenz geschnappt hat (ich hoffe auf baldige Blu-rays) und auch eine 2. Staffel in Japan angekündigt ist, freue ich mich schon auf ein Wiedersehen.

rin45