Eigentlich sollte dieser Artikel schon spätestens am Donnerstag online gewesen sein, aber mir gelang es nicht, mich kurz zu fassen, so dass hier nun rund 3000 Wörter an Review warten…

Es handelte sich hier um Rezensionsexemplar ohne Hülle, so dass ich zur Verpackung nicht viel sagen kann, aber links kann ich immerhin ein offizielles Produktfoto bieten.

Die Cover-Illustration stammt von der japanischen Veröffentlichung von Vol. 1 und gefällt mir ausgesprochen gut – man sollte sich nur nicht täuschen lassen – so nett wie die Illustration ist diese Serie dann doch nicht.^^;

Wie schon bei Angel Beats! liegen den DVDs „Gutscheine“ für einen Schuber bei, wenn man 3 (einer für jedes Volume) gesammelt hat, kann man diese einschicken und bekommt das neue Zuhause für die DVDs nach Hause geschickt.

Im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen im Ausland ist die Ausstattung (Soundtrack, „Ending Cards“, Booklet) hierzulande recht sparsam, was sich aber auch im niedrigeren Preis widergespiegelt.

Edit 4.4.2012: Miki war so nett und hat mir ein paar Fotos von der DVD-Hülle und dem Flyer zugeschickt:

Die Illustration wurde auch bei der 1. jap. Blu-ray verwendet und mir gefällt die Gestaltung sehr gut. Etwas schade finde ich, dass man für das Wendecover nicht z.B. das Cover der 2. jap. Blu-ray verwendet, da man dann noch etwas Mehrwert kriegt anstatt nur das gleiche Cover ohne Logos. Allerdings stören sich ja einige auch an solchen Lösungen.

Der Text auf der Rückseite ist passend und bei den technischen Angaben fiel mir kein Fehler auf. Bei dem angekündigten Schuber hätte ich es besser gefunden, wenn man eine große Illustration rundherum gelegt hätte oder zumindest hier in den „Blasen“ die nicht verwendeten Motive genommen hätte. Zudem wundere ich mich eigentlich, dass man scheinbar bei einem optionalen Schuber auch das FSK-Zeichen drauf kleben muss. Die Aktion finde ich aber sehr gelungen.

Der Inhalt

Hier betreibe ich jetzt etwas Recycling und übernehme meine kleine Einleitung zur Handlung aus meinem Preview:

Die Serie beginnt wie viele andere Magical Girl Anime: Ein ganz normales Mädchen trifft ein mysteriöses magisches Wesen, das sehr niedlich aussieht und natürlich die weibliche Hauptfigur in ein Magical Girl verwandeln möchte, damit es gegen das “Böse” kämpft. Allerdings wundert man sich als Zuschauer schon recht früh, warum ein anderes Magical Girl verhindern möchte, dass Madoka diesen Pakt mit Kyubey eingeht, und das Leben als Magical Girl scheint hier doch etwas anders zu sein, als man das aus manch anderer Serie aus diesem Genre kennt…

Mehr möchte ich von der Handlung nicht verraten, denn die Serie lebt sehr von ihren Überraschungen und die niedliche Optik sollte einen nicht abschrecken lassen, denn sowohl die Geschehnisse als auch die Zeichnungen kriegen sehr dunkle Züge, ohne dass es aber zu einem Bruch kommt – es wirkt alles wie aus einem Guss.

In Japan hatte die Serie schon vor ihrem Erscheinen einen kleinen Hype ausgelöst, denn das Studio im Hintergrund, SHAFT (Negima!?, Dance in the Vampire Bund), hatte im Sommer 2009 den Hit Bakemonogatari produziert, welcher alle Verkaufsrekorde brach. Zuvor waren sie zwar schon ein recht bekanntes Studio, das vor allem durch die ungewöhnlichen Umsetzungen von Serien aufgefallen war, die aber teilweise nicht sonderlich detailliert animiert waren. Sondern sie fielen eher durch viele Schnitte, eine kreative Optik und abgefahrene Ideen auf, nur der große kommerzielle Erfolg blieb aus. In den meisten Fällen haben sie auch eher Manga, Visual Novels und Light Novels umgesetzt, die die Anime-Otaku-Szene nicht so stark in Begeisterung versetzen konnten, wie die Werke anderer Studios. Zudem fehlte oft auch etwas Fingerspitzengefühl, wann man es mit einer abgedrehten Optik und Geschwindigkeit von Gags die Leute vielleicht einfach überforderte. Das vorher erwähnte Bakemonogatari passte dagegen perfekt zum Stil von SHAFT und ihrem Hauptregisseur Akiyuki Shinbo. Es bot zwar die bekannte Optik abseits des Mainstreams, passte aber perfekt zur Vorlage, die durch Ihre Dialoglastigkeit sehr von den kreativen Bildern zur Unterstützung profitierte.

Zudem sorgten natürlich noch andere Namen aus den Ankündigungsvideos von Madoka Magica für Aufmerksamkeit, denn z.B. hat Ume Aoki das originale Charakterdesign beigesteuert. Bekannt ist sie vor allem durch den Slice-of-Life Manga Hidamari Sketch, der von SHAFT schon mit mehreren Anime-Produktionen versehen wurde, und ihr Stil ist recht ungewöhnlich und vor allem sehr niedlich. Dagegen sind die anderen Werke, die man von einem der anderen angekündigten Namen bzw. seinem Studio, Gen Urobuchi / nitroplus, wie die Light Novels zu Fate/Zero oder die Visual Novel Saya no Uta kennt, eher düsterer Natur. Diese Kombination zusammen mit den ungewöhnlichen Trailern sorgte schon mal für etwas Aufsehen.

Der Regisseur Akiyuki Shinbo arbeitete zuvor auch schon an Mahō Shōjo Lyrical Nanoha mit, was ein im Vergleich zu Magica Madoka von der Handlung her eher ein traditioneller Magical-Girl-Anime ist, der aber auch schon eher ein männliches Publikum ansprechen wollte – im Gegensatz z.B. zu traditionelleren Vertretern des Genres wie Sailor Moon oder Wedding Peach, die sich hauptsächlich an ein jüngeres weibliches Publikum richten.

Mit diesem Team startete die Serie und am Anfang läuft das Ganze nach Schema F des Genres ab, wobei zum einen das Design der „Hexenwelt“, wo die Kämpfe stattfinden schon in der ersten Folge sehr auffällt (den Stil kann ich nicht gut beschreiben, sondern da helfen dann einfach die Screenshots) und auch ansonsten fällt die Serie schon am Anfang durch die kreative, scheinbar in der Zukunft gelegene Welt auf, die architektonisch schon stark aus dem Anime-Einerlei heraus sticht, wobei die Optik aber nicht so stark stilisiert ist wie z.B. in Bakemonogatari – bei Madoka Magica herrscht noch mehr Realismus.  Aber noch auf der ersten DVD wird die Handlung ernster und die überraschend dreidimensionalen Charaktere dürfen mit einer Charakterentwicklung glänzen, die durch die toll geschriebenen Dialoge wunderbar transportiert wird. Am Ende der 4. Folge kann man schon klar erkennen, dass das Leben als Magical Girl in dieser Welt Schattenseiten hat und die Tragik wird weniger konstruiert bzw. emotional manipulierend gezeigt als z.B. in Key-Werken wie Angel Beats! oder Clannad (wobei ich die selbst auch sehr mag).

Toll finde ich auch, dass Madoka z.B. keine reine Rohnatur ist, sondern noch ziemlich unsicher durch ihr Leben wandelt und vor allem die Gespräche mit der Mutter sind gut geschrieben. Bei letzterer finde ich auch interessant, dass in dem Haushalt offensichtlich der Vater den Hausmann gibt, und die Mutter Karriere macht – ich denke in Japan ist diese Konstellation bestimmt noch weniger präsent als hierzulande. Zwar wirken einige Charaktere nicht unbedingt neu, aber durch das Gemisch aus niedlichen Charakterdesign, gut geschriebenen Dialogen und einer Handlung mit Überraschungen wirkt diese Serie sehr frisch und kreativ. Zudem haben Shinbo und SHAFT es bei Madoka Magica geschafft, ihren eigenen Stil nahezu perfekt für die Unterstützung der Handlung einzusetzen. Die Schnitte und kreativen Kameraperspektiven sind wohl dosiert und lockern die Dialoge angenehm auf, ohne das sie zu sehr ablenken, und erst in den Kämpfen dreht die Optik richtig ab und sowohl die Gegner als auch die Umgebungen habe zumindest ich in Anime noch nicht gesehen. Hier hilft dann auch die tolle Musik von Yuki Kajiura (Noir, Fate/Zero OSTs) in Verbindung mit der guten Choreographie der verschiedenen Kampfarten der Magical Girls für Spannung und Dramatik zu sorgen, ohne das man Probleme kriegt dem Geschehen zu folgen.

Zu einem gelungenen Anime gehören natürlich auch gute Seiyuus und auch hier enttäuscht Madoka Magica nicht, denn man muss schon etwas genauer hinhören, um z.B. Emiri Kato (z.B. Kagami in Lucky Star) als Kyuubey zu identifizieren, aber die Stimme passt wirklich gut zu einem solchen Wesen. Yuuki Aoi (Mina Tepes in Dance in the Vampire Bund) präsentiert eine niedliche Madoka, die aber auch in ernsteren Szenen glaubhaft bleibt. Chiwa Saito fand ich eine überraschende Wahl für Homura Akemi, wenn man an ihre Rolle als Senjougahara in Bakemonogatari denkt, aber eine coole Stimme mit traurigen Unterton passt wirklich gut zum Charakter. Auch Sayaka Miki hat mit Eri Kitamura (Yui aus Angel Beats!) eine passende Stimme erhalten, die etwas Tomboy-mässig klingt, aber noch ausreichend realistisch für Anime-Verhältnisse ist, damit man den Charakter ernst nehmen kann. Mami Tomoe’s Stimme wird von Kaori Mizuhashi (Minami Shimada aus Baka to Test to Shōkanjū) gesprochen, die ich auch sehr passend in allen Szenen besetzt fand. Überrascht war ich, als ich im Audiokommentar erfuhr, dass Yuko Goto (Mikuru Asahina aus The Melancholy of Haruhi Suzumiya) Madoka’s Mutter sprach, die ich auch sehr überzeugend fand. Vor allem von der Betonung her, sozusagen dem „Schauspiel“, fand ich diese japanische Sprachfassung wirklich großartig, man merkt regelrecht, dass sich alle Beteiligten sehr viel Mühe gegeben haben und an das Projekt geglaubt haben. Zur deutschen Synchronisation erwähne ich dann noch etwas im technischen Teil.

Bevor sich hier nun noch wundert, ob ich Madoka Magica für eine perfekte Serie halte, weise ich zumindest noch auf ein paar kleine Mängel hin. Zwar finde ich die Bildkomposition und den Einsatz von Farben bzw. Licht wirklich sehr gelungen, aber der ein oder andere Hintergrund hätte ein paar mehr Details erhalten können, wobei das natürlich auch etwas gewollt ist teilweise. Zudem gehörten SHAFT-Werke nie zu den Anime mit der besten Qualitätskontrolle, und auch findet man doch teilweise Einstellungen, wo die Charaktere weniger gut gezeichnet sind und etwas seltsam aussehen. Immerhin wurden viele Macken aus der TV-Fassung schon für die hier vorliegende Heimvideofassung ausgebessert und sogar einige Einstellungen um Effekte und Details erweitert, aber ein paar Szenen fallen da schon etwas negativ ins Auge, wenn man genauer hinschaut. Zudem muss ich zugeben, dass ich zunächst auch etwas Zeit benötigt habe, bis ich mich an das Charakterdesign gewöhnt habe, aber ich denke die Wahl war sehr passend, nur etwas ungewohnt.

Ich kann jedem Anime-Fan nur empfehlen, einen Blick auf diese Serie zu werfen. Sie gehört zweifelsohne zu den besten Anime-Werken der letzten Jahre und zeigt, dass man mit viel Kreativität und fähigen Leuten, spannende Kost liefern kann, die unterhält und den Zuschauer nicht mit Klischees langweilt, und auch noch oft überrascht. Vor allem steht dieses Werk auch gut alleine dar und man benötigt eigentlich keine Anime-Vorkenntnisse, wobei man vermutlich etwas mehr Freude hat bzw. noch mehr überrascht sein könnte, wenn man schon die normalen Strukturen einer Magical-Girl-Serie kennt. Zumindest hat diese Serie meiner Meinung nach den Erfolg in Japan voll und ganz verdient und ich hoffe, dass uns in Zukunft wieder mehr Produktionen gegönnt werden, die nicht zuvor schon als Manga, Visual Novel oder Light Novel erschienen sind.

Die Technik

Leider sah man davon ab, der Serie hierzulande eine Blu-ray zu gönnen, so dass einige Details des Bildes der DVD-Auflösung zum Opfer fallen und das fällt vor allem auf, wenn die Charaktere etwas kleiner dargestellt werden. Dann sehen diese Szenen doch etwas verwaschen aus. Allerdings ist das Bild für DVD-Verhältnisse scharf und die Kompression arbeitet recht gut, wenn auch nicht perfekt. Vor allem die Farbverläufe, die oft in Hintergründen verwendet werden, hätten ruhig etwas weicher sein können. Da ich auch die US-Version der Limited Edition besitze, habe ich mir zum Vergleich die dort beiliegende DVD und die Blu-ray anhand von 2 Szenen genauer angeschaut (DVD-Screenshots wurden hochskaliert auf 1920×1080):

US-DVD / US-Blu-ray / Dt. DVD

Endlich bestätigte sich hier mal meine Vermutung, dass die gegenüber NTSC leicht höhere PAL-Auflösung (vertikal 576 statt 480 Pixel) bei HD-Mastern wohl tatsächlich etwas mehr Schärfe erzeugt, denn die Linien sind sind etwas feiner bei der deutschen DVD als bei der amerikanischen. Ansonsten ist die variable Bitrate für das Bild laut „Bitrate Viewer“ mit durchschnittlich 4796 kbit z.B. in der ersten Folge nicht gerade groß und wenn man genauer hinschaut, zeigt sich wirklich in den Verläufen, dass diese bei der US-DVD (die scheinbar die japanische Videospur verwenden) doch besser aussehen. Dort wurden auch 7863 Kbit verwendet und diese sorgen für ein ruhigeres, weicheres Bild, wobei man die Zahlen durch die Unterschiede von PAL und NTSC natürlich nicht direkt vergleichen kann. Zwar fielen mir Artefakte beim normalen Anschauen nicht auf, aber die nicht so schönen Verläufe schon. Hier finde ich wirklich etwas schade, dass man nicht zu einer DVD9 wie in den USA gegriffen hat, um ein besserer DVD-Bild zu ermöglichen.

Wenn man sich die Screenshots anschaut, fällt einem auch auf, dass sich bei der deutschen DVD ein schmaler, schwarzer Rand um das Bild befindet, der wie im Vergleich zu der US-Fassung sogar Bildinformationen verdeckt und auch nicht ganz sauber aussieht. Früher befand sich dieser Rand im Overscan-Bereich des CRT-Fernsehers und wurde in der Regel nicht angezeigt. Bei heutigen LCD-Fernsehern wird dagegen meistens das komplette Bild, das ein Gerät liefert, angezeigt, so dass z.B. auf meinem Fernseher der Rahmen sichtbar war. Auch keine wirklich schlimme Sache, aber da gefällt mir die Nutzung der US-Scheibe besser, die einfach dann bei heutigen Fernseher genau wie bei Blu-rays mehr anzeigt.

Dieses Mal schaute ich die ersten beiden Folgen auf Japanisch mit deutschen Untertiteln, die Folge 3 auf Deutsch mit kompletten deutschen Untertiteln und die 4. Folge dann auf Deutsch mit den Untertiteln für die „Schilder“. Die deutschen Untertitel unterscheiden sich vom Satzbau und der Übersetzung deutlich von der deutschen Synchronfassung und beinhalten fast durchgehend Suffixe. Schilder bzw. Texte im Bild werden in beiden Untertitelarten eingeblendet, wobei es nur wenige Szenen gibt, wo dies überhaupt nötig ist. In den kompletten Untertiteln werden die Liedtexte aus dem OP/ED übersetzt, in den „Schilder-Untertiteln“ dagegen nicht. Ich kann mich an eine Szene erinnern, wo bei der gleichzeitigen Anzeige der Dialogzeilen nicht ganz klar wurde, dass hier 2 unterschiedliche Charaktere die Zeilen gesprochen haben. „Mahou Shoujo“ wurde sinnigerweise mit „Magical Girl“ übersetzt und ansonsten wurden die englischen Begriffe wie „Grief Seed“ oder „Soul Gem“ sowohl in der Synchronisation als auch in den Untertiteln beibehalten.

Wie man an der Beibehaltung der englischen Begriffe merkt, hat man sich offenbar viel Mühe gegeben, eine Umsetzung möglichst nahe am Original zu machen und insgesamt fand ich die Untertitel wirklich sehr gut gelungen. In der deutschen Synchronisation wurde weitaus freier übersetzt und teilweise auch eine ganz andere Wortwahl verwendet und die Aussage auch leicht geändert – wobei in den Szenen, wo mir diese größeren Unterschiede auffielen, der generelle Sinn trotzdem beibehalten wurde, so dass man dieser freieren Übersetzung sehr gut leben kann. Die Suffixe wurden fast immer auch in der Synchronisation beibehalten, wobei mir in der Szene am Frühstückstisch in der 4. Folge etwas Seltsames auffiel: Der kleine Bruder sagt in der deutschen Synchronisation „nii-chan“ zu Madoka, in der japanischen das sinnvollere „nee-chan“ (weil zum Geschlecht von Madoka passend) und die deutschen Untertitel übersetzen das Wort mit „Schwesterchen“. Hier hat man wohl leicht das jap. Wort falsch verstanden, wobei ich die Übersetzung als „Schwesterchen“ z.B. auch sehr passend gefunden hätte, wie es die Untertitel gemacht haben.

Der deutschen Synchronisation wurde ein Dolby Digital 5.1-Mix mit 448 kbps spendiert, der vor allem bei der Musik für etwas Raumklang sorgt. Man hört aber auf Deutsch, dass die Originaltonspur nur in 2.0 vorlag und es sich „nur“ um einen Upmix handelt. Meine Anlage mixte die 2.0-Spur (224 kbps) der japanischen Fassung fast etwas auffälliger auf die hinteren Boxen – wobei dann natürlich auch mal Teile der Dialoge erwischt werden könnten. Beide Tonspuren klingen in Ordnung, wobei die Spuren mir auf der US-DVD etwas klarer vorkommen, aber vielleicht hängt das auch mit der PAL-Konvertierung zusammen – wobei die Tonhöhe aber in Ordnung zu sein scheint.

Wie ich schon damals in meinem Preview geschrieben habe, finde ich die deutsche Synchronisation gelungen, auch wenn die Sprecherinnen für das niedliche Charakterdesign mir immer noch etwas zu alt und weniger „animehaft“ als im Original klingen. Zudem finde ich, dass man die verschiedenen Charaktere in der japanischen Fassung besser an der Stimme auseinander halten kann, aber vielleicht ist das bei mir auch die Macht der Gewohnheit an japanische Dubs. Die unterschiedlichen Charaktere an sich werden aber gut getroffen und der Eindruck bleibt ähnlich, wobei ich Mami in der japanischen Fassung etwas „erhabener“ fand. Vor allem Kyubey fand ich aber überraschend gelungen. Die Synchronisation wurde übrigens von EuroSync gemacht und der Vollständigkeit halber erwähne ich noch mal die deutschen Sprecherinnen:

Madoka Kaname … Lydia Morgenstern
Sayaka Miki … Esra Vural
Homura Akemi … Kaya Möller
Kyubey … Rubina Kuraoka
Mami Tomoe … Julia Meynen
Kyoko Sakura…Ilona Otto

Schauspielerisch habe ich nichts zu kritisieren, auch wenn manch Szene etwas anders als im Original umgesetzt wurde. Das fällt aber wirklich nur im direkten Vergleich auf und insgesamt finde ich vor allem gut, wie natürlich die Dialoge wirken. Ich denke, wenn man gerne Anime mit deutscher Synchronisation hört, kann man sehr zufrieden mit dem Gebotenen sein.

Die simple Gestaltung der Menüs gefällt mir sehr gut und es wurde auch mit ein paar kleinen Animationen und Hintergrundmusik aufgepeppt:

Etwas komisch fand ich, dass das Hauptmenü schon nach recht kurzer Zeit automatisch die erste Folge startet.

Man kann die einzelnen Kapitel nicht über das Menü wählen, sondern nur die Folgen an sich, aber in den Folgen wurden Kapitelstops eingefügt. Allerdings finde ich es schade, dass die Preview jeweils keine „Markierung“ erhalten hat.

Ein Extra der DVD ist das fast obligatorische Creditless-Opening. Bei der US-Variante gab es noch das Musikvideo von Kalafina zu dem Ending „MAGIA“ auf der Scheibe, welches sich ja gut als „Vorbereitung“ für ihren Auftritt auf der AnimagiC 2012 geeignet hätte, aber wer weiß, ob dieses Extra überhaupt für Deutschland zur Verfügung stand (ich fand auch keine Info, ob es sich überhaupt auf den jap. BDs befand).

Wie schon bei Angel Beats! hat man aber wieder einer Folge pro DVD einen untertitelten Audiokommentar spendiert (was die USA nicht bietet), wobei UA sich hier logischerweise für die 1. Folge entschieden hat. Aoi Yuuki (Madoka) und Chiwa Saito (Homura) „leiten“ den Kommentar und dürfen nach ein paar Minuten Eri Kitamura (Sayaka) begrüßen. Im Gegensatz zu AB! handelt es sich hierbei um einen klassischen Audiokommentar, d.h. man unterhält sich über den Inhalt der Folge und erzählt die ein oder andere Anekdote. Wie von japanischen Seiyuus gewohnt plappern sie sehr schnell und albern auch mal etwas herum, aber sie erzählen doch einiges Wissenswertes. Zum Beispiel haben sie für mehrere Charaktere gleichzeitig vorgesprochen und dann später wurde erst entschieden, wer wen spricht. Zudem wiesen sie darauf hin, dass es etwas ganz anderes ist, wenn man in einem Anime spricht ohne Vorlage, da sie selber nicht die ganze Handlung beim Sprechen schon kannten. Ganz witzig war, als sie bemerkten, dass man sich bei den durchsichtigen Wänden ja gar nicht für den Sportunterricht im Klassenraum umziehen kann…und sie kommentierten sogar die eine deutsche Stelle, die sie sprechen (wobei ich das Gesprochene nicht ganz verstehe)^^

Ich fand den Audiokommentar sehr unterhaltsam und informativ und finde es toll, dass UA den deutschen Kunden hier etwas bietet, was Aniplex USA z.B. nicht auf deren Veröffentlichung gepackt hat. Allerdings hatten sie bei der Aufnahme schon die Arbeit an Episode 9 abgeschlossen (die 3. Folge wurde gerade ausgestrahlt) und gehen leicht auf die komplette Handlung ein, deswegen würde ich empfehlen, sich den Audiokommentar erst nach dem ersten kompletten Anschauen der Serie zu gönnen.

Fazit

Die Serie ist großartig und die deutsche Umsetzung ist sehr gelungen, wobei man den fehlenden Blu-rays noch etwas mehr nachtrauert, da man meiner Ansicht nach auch die DVD nicht bestmöglich ausgenutzt hat. Allerdings muss man schon etwas genauer hinschauen, um die kleinen Macken zu sehen, so dass man insgesamt alleine schon wegen dem tollen Inhalt eine klare Kaufempfehlung aussprechen kann. Wer die Serie noch nicht kennt, sollte hier ruhig zugreifen, denn die ersten 4 Folgen sind schon packend genug und ich kann schon mal versprechen, dass es noch besser wird^^.

Vielen Dank an Universum Anime für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!