Irgendwie hielt mich u.a. Persona 5 etwas vom Beenden von Artikeln ab, aber da der erste Durchgang mittlerweile abgeschlossen ist, habe ich mich mal an den Artikel zur ersten Blu-ray von Violet Evergarden gesetzt.

Zur Serie

Selten wurde eine Serie von Kyoto Animation in den letzten Jahren so gehypt wie diese hier, wobei ich durch teilweise etwas kritischere Stimmen zur Light Novel schon etwas skeptisch wurde, ob die hohen Erwartungen denn bei allen dann auch erfüllt werden könnten. Immerhin hatten wir hierzulande das Glück, dass Netflix die Serie als Simulcast laufen ließ, während die USA erst nach dem Erscheinen der letzten Folge die ganze Serie als Komplettpaket zu sehen bekam. Warum auch immer Netflix verschiedene Regionen so unterschiedlich behandelt bei dieser Serie. Ich war zudem ziemlich überrascht, dass es gleich zur „Ausstrahlung“ eine deutsche Synchronisation gab, wobei ich bei der englisch untertitelten japanischen Fassung blieb.

Ich hatte die Hoffnung, dass man die Schwächen der Vorlage irgendwie glattbügeln kann, denn Kyoto Animation hat selten damit ein Problem Änderungen vorzunehmen, damit die Umsetzung besser zum Format TV-Anime passt. Je nach Serie gelingt dies mehr oder weniger gut, aber normalerweise finde ich solche Anpassungen eher gut, auch wenn ich z.B. gerade in der zweiten Chuunibyou-Staffel mehr Nähe zur Vorlage gewünscht hätte. Da ich bei Violet Evergarden die Vorlage nicht kenne, kann ich natürlich schlecht beurteilen, wer was nun besser gemacht hat.

Ich bin oft nicht immer der größte Fan von Serien, in der ein Charakter herumreist und in jeder Folge eine neue bewegende Geschichte erlebt. Oft fehlt mir da der rote Faden und oftmals erscheinen mir die Geschehnisse zu konstruiert. Bei Violet Evergarden hatte ich mit dem Konzept weniger Probleme, da es deutlicher darum ging, dass der Hauptcharakter sich in einer übersichtlichen Anzahl an Folgen weiter entwickeln soll. Größtenteils fand ich diesen Teil auch ziemlich überzeugend umgesetzt, wobei ich mich schon gewundert habe, wie schnell Violet dann doch emotionale Briefe schreiben konnte. Die Idee, dass „Auto Memories Dolls“ Menschen dabei helfen, ihre Gefühle auf Papier zu bringen, fand ich sogar sehr gelungen und die Geschichten der Folgen passten meistens auch gut zum Konzept.

Bei mir funktionierte die Serie ziemlich gut, denn ich schaute Violet gerne dabei zu, wie sie menschlicher wurde und wie sie sich mit ihrer militärischen Vergangenheit auseinandersetzte, fand ich auch sehr gelungen. Allerdings wird man wohl seine Probleme bekommen, wenn man mit Violet weniger anfangen kann. Etwas ungewöhlich fand ich aber, dass man einige Aspekte ihrer Vergangenheit gar nicht erklärt hat und auch das restliche „World Building“ beschränkte sich auf das Nötigste. Die Darstellung einer Welt, die sich klare Anleihen an Europa nimmt, fand ich gelungen, wobei die Ortsbezeichnungen, die so klangen, als hätte jemand einfach deutsche Vokabeln aus einem Wörterbuch als Ortsnamen verwendet, dann natürlich für deutsche Ohren teilweise etwas lächerlich wirken konnten.

Besonders gelungen fand ich den Soundtrack von Evan Call, der schön melodisch war und auch oft prägnant bei passenden Szenen zu hören war. Optisch bewegte sich die Serie, wie zu erwarten war, auf einem sehr hohen Niveau für TV-Verhältnisse, wobei man hier vor allem auf die detaillierten Charaktere das Hauptaugenmerk gelegt hat. Natürlich gibt es auch einige Actionszenen oder ähnliches mit viel Bewegung, aber insgesamt wurde wieder mehr Wert darauf gelegt, die Charaktere durch feine Animationen lebendiger wirken zu lassen.

Komplett umgehauen hat mich die Serie nicht, aber da sie emotional bei mir gut funktionierte und ich mich eigentlich bei keiner Folge (trotz wechselnder Qualität) gelangweilt habe, war ich nun doch mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Interessant fand ich auch, dass die Serie wohl auch einige Leute überzeugen konnte, die sonst weniger mit vielen Produktionen aus dem Hause Kyoto Animation anfangen konnten. Ich hoffe, das Studio wird weiterhin in Zukunft versuchen, auch mal andere Genres und Settings in Animeform umzusetzen. Und vielleicht kann die nächste Produktion dann wieder auf ganzer Linie überzeugen.

Episoden auf der Blu-ray

Episode 1: „I Love You“ and Auto Memory Dolls

Episode 2: Never Coming Back

Episode 3: May You Be an Exemplary Auto Memory Doll

Die Verpackung

Die Hülle soll im Prinzip einen dicken Brief darstellen, was ich für eine sehr nette Idee halte.

Ob es aber auch gewollt war, dass die Ecken etwas „abgerundet“ werden durch den Transport, weiß ich allerdings nicht. Amazon Japan verpackt leider auch nicht immer sicher…

Das Motiv von Violet sieht man übrigens durch ein „Fenster“, was wieder ein hübsches Detail ist.

Hinter dem Fenster bzw. der „Außenhülle“ befindet sich dann die eigentlich stabile Hülle mit dem Inhalt und natürlich kann man dann auch die Illustration komplett bestaunen.

Über die Verarbeitung innen kann man wirklich nicht meckern.

Wenn man die kleine „Box“ dann aufklappt, wird man von den physikalischen Extras und den Blu-rays begrüßt.

Physikalische Extras

Es gibt ein Booklet, „Imageboards“, einen Code für ein Event und „Web-Endcards“ (in Postkartenform).

Vor allem die Postkarten finde ich wirklich hübsch!

Das Booklet hat 50 Seiten.

14 Seiten befassen sich mit dem Inhalt und den Charakteren der Episoden.

Acht Seiten widmen sich dem Design der Hintergründe.

Vier Seiten zeigen die verschiedenen Gegenstände, wie z.B. Violets Schreibmaschine.

Danach behandeln vier Seiten die Welt von Violet Evergarden und erklären z.B. auch die verwendete Schrift.

Die nächsten vier Seiten bestehen dann aus einem Interview zwischen Haruka Fujita (Series Director), Yūka Yoneda (Color Design) und Mikiko Watanabe (Art Director).

Zwölf Seiten widmen sich dann Storyboards.

Ein „Brief“ von der Autorin der Vorlage, Kana Akatsuki, folgt dann auf zwei Seiten.

Abgeschlossen wird das Booklet dann mit „Credits“.

Menü

Das Menü orientiert sich an der Hülle der Blu-ray und ich finde es hübsch und übersichtlich.

(Kapitelmenü)

(Popupmenü)

Bild und Ton

Dank der teilweise stark gefilterten Optik wirkt manch Szene etwas verwaschen und kontrastarm, was aber offenbar im Sinne der Macher ist. Ansonsten ist das Bild aber normalerweise sehr scharf und sauber. Im Gegensatz zur Netflixfassung, bei der sehr mit der Bitrate gespart wurde, muss man sich hier dank der Ausnutzung der Blu-ray aber nicht mit stufigen Verläufen und Kompressionsartefakten rumärgern.

Auf der ersten Blu-ray liegt der Ton nur in Stereo vor und leider gibt es wieder nur japanische Untertitel.

Wenn man sich überlegt, dass manch Netflix-Serie teilweise länger nicht auf Blu-ray international verfügbar ist, ist es schade, dass man nicht einfach noch weitere Untertitelspuren auf die Scheibe gepackt hat, vor allem da die Serie international schon groß auf Conventions beworben wurde.

On-Disc-Extras

Zum einen wurden die drei Folgen mit einem Audiokommentar von Taichi Ishidate (Director), Haruka Fujita (Series Director) und Takako Takase (Character Design) ausgestattet.

Zudem gibt es das OP und ED in reiner Form anzuschauen.

Auf der zweiten Scheibe befindet sich dann die drei Folgen noch einmal…und zwar in einer Kinofassung. Im Dezember letzten Jahres gab es Kino-Events in Japan, bei denen die ersten drei Folgen mit OP und einem längeren Abspann am Stück gezeigt wurden.

Das Besondere ist: Für diese Fassung wurde ein 5.1-Mix erstellt. Weitere Unterschiede kenne ich nicht.

Über den Sinn und Zweck eines solchen Extras kann man sich sicherlich streiten (wenn es keine weiteren Änderungen gibt), aber eigentlich hat man die von der Technik her schönste Fassung auf der zweiten Scheibe…

Zumindest bei Vol. 2 und 3 scheint dies dann auch wieder der Fall zu sein.

Spezifikationen

Japanischer Titel: ヴァイオレット・エヴァーガーデン 1

Main Disk:

Länge: 1:13:12
Gesamte Disk: 25.183.349.343 bytes

Bild:

MPEG-4 AVC Video 36259 kbps 1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1

Ton:

LPCM Audio Japanese 2304 kbps 2.0 / 48 kHz / 2304 kbps / 24-bit
LPCM Audio Japanese 2304 kbps 2.0 / 48 kHz / 2304 kbps / 24-bit (Audiokommentar)

Untertitel:
Japanisch

Ländercode:
A, B, C

Amazon-Link

BDInfo

 

Special Disk:

Länge: 1:15:06
Gesamte Disk: 27.030.445.526 bytes

Bild:

MPEG-4 AVC Video 35524 kbps 1080p / 23,976 fps / 16:9 / High Profile 4.1

Ton:

LPCM Audio Japanese 2304 kbps 2.0 / 48 kHz / 2304 kbps / 24-bit
LPCM Audio Japanese 6912 kbps 5.1 / 48 kHz / 6912 kbps / 24-bit

Untertitel:
Japanisch

Ländercode:
A, B, C

BDInfo Special

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