Hmm, bevor mich nun jemand als Xbox 360 Fanboy beschimpft, schiebe ich die Schuld mal auf Manglobe, die gerade als letzte Einstellung für die Serie so etwas gewählt haben…

The World God Only Knows habe ich mal ganz legal über Crunchyroll mir angeschaut und auch wenn Typesetting nur in recht simpler Form vorhanden ist und das OP und ED gar keine Untertitel erhalten dürfen (die Japaner schieben da einen Riegel vor), kann man an der Umsetzung eigentlich nicht meckern. Ich würde sagen, Fansubs sind auch nicht besser übersetzt, also ich könnte damit leben, wenn alle Serien so ins Netz gestellt werden. Es fand es nämlich sehr angenehm, jeden Mittwoch Abend um 19:30 pünktlich eine frische Folge serviert zu bekommen – wobei ich aber leider nicht unbedingt jeder Folge entgegen gefiebert habe, aber dazu mehr nach dem Sprung.

Die Erstellung von Screenshots ist bei Crunchyroll etwas nerviger, also nicht über die niedrigere Auflösung wundern, da man die Serie dort schon in 720p gucken durfte.

Die Inhaltsangabe klaue ich mal von Anisearch:

Katsuragi Keima ist im Internet dafür bekannt, die Herzen wirklich aller Mädchen erobern zu können. Allerdings gilt das nur für DatingSims, denn in der Realität kennt man ihn nur unter dem Namen „Otamegane“ und er ist dem weiblichen Geschlecht alles andere als zugetan, was auf Gegenseitigkeit beruht. Doch eines Tages tritt Elsee, eine weiblicher Teufel aus der Hölle, an ihn heran und verlangt, dass er ihr dabei hilft, Geister einzufangen, die aus der Hölle geflüchtet sind. Wenn Keima es nicht schafft, alle Geister einzufangen, verliert er seinen Kopf. Anscheinend verstecken sich die Geister in den Herzen von Mädchen und sie kommen nur dann heraus, wenn sich die Mädchen verlieben.

Ich hatte recht große Erwartungen der Serie gegenüber, da Manglobe ja früher die ein oder andere feine Serie wie Ergo Proxy oder Samurai Champloo produziert hat. Als „The Sacred Blacksmith“ schon zeigte, dass sie auch vor durchschnittlicher Fantasy samt sinnlosen Fanservice keinen Halt machen, fing ich an ihren Fähigkeiten zu zweifeln. „House of Five Leaves“ war dann so abgehoben und behäbig, dass ich immer noch irgendwo in der Mitte der Serie stecke…und nun machen sie eine Serie, die so generisch wie keins ihrer Werke zuvor aussieht. Optisch ist das Charakterdesign zwar recht niedlich, aber der Funke wollte einfach nicht rüberspringen. Irgendwie wundert mich das aber etwas, denn wie in Bakemonogatari war hier Akio Watanabe für die Charaktere zuständig. Vielleicht lag es auch an den absolut durchschnittlichen Animationen und den nur zeitweise hübschen Hintergründen, dass ich mich visuell einfach nicht allzu gut unterhalten gefühlt habe. Ganz witzig fand ich nur die SD-Szenen, da man so was heutzutage gar nicht mehr so oft sieht.

Das OP gefiel mir ganz gut und EDs wechselten sogar irgendwie die Sängerin, glaube ich, die sonstige Musik hat sich mir aber nicht wirklich ins Hirn gebrannt, wird also nicht allzu weltbewegend gewesen sein^^;. Die Insert-Songs, die vor allem bei der „Route“ mit dem Idol mit dem Minderwertigkeitskomplex, häufig eingestreut waren, passten gut zur Handlung, aber da ich den Idol-JPOP eh nicht allzu sehr mag, stellte sich da bei mir keine rechte Begeisterung ein,

Im Prinzip finde ich die Idee gar nicht mal schlecht, dass jemand mit Dating-Sims-Erfahrung sich in der realen Welt versucht – naja. die natürlich auch von Anime-Klischee-Charakteren bewohnt wird…was das ganze wieder etwas weniger kreativ macht. Manchmal verliess man zwar mal die eingefahrenenen Wege, aber kehrte dann schnell wieder zurück. Die Tsundere / das typische „reiche“ Animemädchen fand ich nerviger als die liebe Kirino aus Oreimo und der Bücherwurm-Arc war zwar recht gefühlvoll gemacht, aber konnte auch mit keiner richtigen Überraschung aufwarten. Die Probleme im dem Idol-Arc waren auch alles andere als kreativ und eigentlich sagte mir nur der 1. Arc richtig zu, vielleicht weil die generelle Idee da noch relativ frisch war.

Immerhin brachte mich die Folge mit dem verbuggten Spiel mehrmals zum Schmunzeln und die letzte Folge ließ mich etwas über die Intentionen der Macher wundern, soll er nun als der Held aller Spiele gefeiert werden oder als realitätsferner Junge, der teilweise eher bemitleidet werden sollte? Im Prinzip bin ich sogar mal gespannt, wie das ganze enden soll, denn eigentlich hat er ja kein Interesse an „realen“ Mädchen, aber wenn die für-ihn-3D-für-uns-2D-Mädels nun gerade frisch erobert hat, scheint er doch sein Pokerface mal zu verlieren und man könnte denken, er empfindet tatsächlich gerade etwas für das aktuelle Zielobjekt. Nach dem ersten Arc hatte ich auch gehofft, dass die Serie diese Sache weiter verfolgt, da er ja das Gedächtnis behält, die Eroberte aber alles vergisst, aber irgendwie findet der Reset recht erfolgreich statt und ich konnte bei ihm keine Charakterentwicklung feststellen. Auch Elsee hat zwar ein paar lustige Szenen (die Sache mit ihrer Feuerwehrbegeisterung war echt niedlich), aber richtig interessant wird sie einfach nicht.

Mein größtes Problem an der Serie ist aber der männliche Hauptcharakter, der mir einfach nicht sympathisch wird, und so was zieht bei mir dann auch, offen gesagt, den Eindruck zu einer Serie etwas runter. Es mangelt ihm irgendwie an Selbstironie oder auch mal etwas Selbstkritik und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Serie als Aussage dann haben möchte, der Typ ist cool, weil er sowohl in der „realen“ als auch in der „Spiele“-Welt jedes Weibchen erobern kann. Anstatt dass die Serie, wie z.B. Oreimo die Spielklischees in einer recht realen Welt zeigt und damit auch etwas kritisch hinterfragt, ist TWGOK im Moment nur eine Übertragung von einer Klischee-Welt in die nächste Klischeewelt. Klar, Oreimo bietet auch Klischees und jede Menge Übertreibungen, aber man versucht dort zumindest mehr reale Bezüge einzubauen. Dadurch wirkt Oreimo für mich frecher, kreativer und einfach unterhaltsamer, während TWGOK für mich in keiner Beziehung wirklich aus dem Anime-Einerlei hervorsticht. Die 2. Staffel werde ich wohl trotzdem gucken, ich will einfach wissen, ob da noch so was wie Charakterentwicklung kommt.

Ich möchte die Serie hier mal nicht zu schlecht machen, aber irgendwie wurde ich mit ihr einfach nicht sonderlich warm mit Manglobe’s neusten Werk. Vielleicht habe ich auch einfach zu viel die Season geguckt, so dass ich die positiven Aspekte einfach nicht mehr groß gemerkt habe, aber für mich ist das Werk im Moment nur eine leicht überdurchschnittliche Serie, die ich noch recht gerne geguckt habe, da ich das Genre nun mal einfach sehr mag und einige Szenen wirklich sehr unterhaltsam waren, vor allem die Anspielungen auf Spielklischees.