Auch wenn Anime zwar größtenteils dafür gemacht werden, dass die lieben Konsumenten konsumieren, ist das ganze ja immerhin gezeichnet. Und damit könnte die traditionelle „Kunst“ und Anime doch teilweise etwas näher aneinander liegen als z.B. Filme und die klassische Malerei. Klar die Charaktere sind oft simpel gezeichnet und oftmals sieht alles so generisch aus, dass man etwas nach dem Anspruch suchen muss, aber es ist trotzdem faszinierend, wie es die Zeichner schaffen mit wenigen Strichen, Emotionen herbei zurufen. Wenn man dann noch die Hintergründe in vielen Anime betrachtet, entdeckt man oftmals Motive, die man sich an die Wand hängen könnte, auch wenn sie nur für Sekunden Spielzeit gezeichnet wurden. Ob nun die Landschaften in Ghibli-Filmen oder die jap. Kleinstädte in KyoAni-Produktionen – vieles sieht einfach nur wunderschön aus – zumindest begeistert es mich immer wieder, mit wie viel Liebe zum Detail die Zeichner am Werke sind. Auch wenn Makoto Shinkai’s Werke teilweise etwas holprig inszeniert sind oder K-ON!! die Moe-Hasser auf die Barrikaden bringt, wer die gelungenen Hintergründe nicht erkennen kann, schaut nicht genau hin^^;.

So eine lange Einleitung und worauf will ich hinaus? Es wird in Kürze eine Ausstellung in Berlin (und später in Dortmund) starten, die sich der Anime-Optik widmet und da mache ich ja gerne mal etwas Werbung für^^.

Von folgenden Größen der Animebranche kann man Arbeiten unter dem Namen Proto Anime Cut – Räume und Visionen im japanischen Animationsfilm sehen:

Hideaki Anno (Evangelion…, Nadia)

Haruhiko Higami (Fotograf, u.a. Patlabor: The Movie)

Koji Morimoto (Regisseur von Dimension Bomb [ein Teil von Genius Party], hat an u.a. an Akira)

Hiromasa Ogura (Art Director, Background Ghost in the Shell, FLCL, Wings of Honneamise)

Mamoru Oshii (Regisseur von Ghost in the Shell)

Takashi Watabe (Design bei den Rebuild of Evangelion-Filmen, Background Design, Layout, Production Design bei Ghost in the Shell)

Das Fettgedruckte wurde auch in der offiziellen Presseinformation genannt, das andere sind nur Beispiele für andere Werke.

Bei der Presseinformation waren auch ein paar Beispielbilder dabei, damit man sich vorstellen kann, was einen erwartet:

Koji Morimoto – Dimension Bomb / Extra

Images from dimensionbomb copyright by Studio 4°C
Image from Extra copyright by Studio 4°C, R&S Records and Sony Music

Hiromasa Ogura – Ghost in the Shell

All images copyright by Production I.G and Kodansha Ltd 1995

Takashi Watabe – Evangelion 2.0

All images copyright by Studio Khara 2009

Die Ausstellung findet vom 21. Januar bis zum 6. März in Berlin im Künstlerhaus Bethanien statt (Eintritt frei!) und bei der Eröffnung am 20 Januar schauen Koji Morimoto und Hiromasa Ogura sogar persönlich vorbei. Wenn einem Berlin zu weit weg ist, kann man auch hier vorbei schauen:

10.09. – 13.11.2011, HMKV im Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität, Dortmund
25.01. – 25.03.2012, Espai Cultural Caja Madrid, Barcelona, Spanien
15.04. – 06.06.2012, La Casa Encendida, Madrid, Spanien

Klingt für mich sehr interessant, doch würde ich den Ausflug nach Berlin dann gerne noch mit etwas anderem verbinden. Das ist ja von Hannover aus doch noch ne kleine Ecke^^. Vielleicht ergibt sich ja was, ein wenig Zeit habe ich ja. Falls ein Leser dort vorbei schaut, bitte Eindrücke schildern^^.

Mehr Infos gibt es hier.

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