Vor gut einem Monat war die Connichi in Kassel und natürlich sollte hier ein Erlebnisbericht nicht fehlen. 😉

Eröffnungsveranstaltung

Im Gegensatz zum Vorjahr gab es dieses Jahr wieder eine Eröffnungsveranstaltung, welche für mich auch zu einer Convention mit Ehrengästen dazu gehört. Auf die Weise bekommen die Besucher einfach einen kleinen Überblick über einen Teil des Programms und so entgeht einem nicht so leicht etwas. Viele Con-Besucher studieren wahrscheinlich die Webseite im Vorfeld nicht besonders intensiv und/oder haben nicht immer Zeit, das Conbuch gleich zu Beginn der Veranstaltung durchzulesen. Zudem kommt man bei diesem Programmpunkt auch gleich besser in die Conventionstimmung. ^^

Traditionell wird die Eröffnungsveranstaltung bei der Connichi durch kleine „gescriptete“ Szenen aufgelockert, die dieses Mal von den beiden Moderatorinnen Ellly und Kumo als sie selbst und Whisi als frischen Con-Gänger „Conrad“ aufgeführt wurden. Inhaltlich drehte es sich dieses Mal um Verhaltensregeln auf einer Convention, z.B. dass man nicht auf einer Treppe sitzen oder nicht die Blumenbeete betreten soll. Als Auflockerung war das ganz ok, wobei ich eher kleine Auftritte von musikalischen Ehrengästen oder Showgruppen hier bevorzuge, da man so auch gut andere Programmteile bewerben kann. Natürlich wurden auch die Ehrengäste vorgestellt, die alle sehr unkompliziert und sympathisch auf der Bühne wirkten. Bei der Vorstellung der Gäste fände ich es auch toll, wenn man mehr wichtige Titel nennt, an denen sie gearbeitet haben, vor allem die aktuelleren, die hierzulande als Simulcast liefen oder von Publishern veröffentlicht werden. Als Werbung für die Q&A-Panels fände ich es auch praktisch, wenn die Ehrengäste vielleicht auch kurz bei Ihrer Begrüßung erwähnen, wenn sie etwas bestimmtes dafür vorbereitet haben.

Ansonsten habe ich mich aber natürlich sehr gefreut, dass es wieder eine Eröffnungsveranstaltung gab und hoffentlich nächstes Jahr wieder geben wird. ^^

Gelände und Veranstaltungort

Selten war ich so selten draußen wie bei dieser Connichi, aber das Programm hielt mich meistens im Gebäude fest. Ich ging noch nicht mal durch den kompletten Park…

Aber den Haupteingang sah ich natürlich öfters oder eben nicht, da leider ein Baugerüst die schöne Vorderseite bedeckte. Bis auf die Optik hielten sich die Beschränkungen aber in Grenzen. Auf dem Hof hinter dem Gebäude wurde wieder das Matsuri veranstaltet, das dieses Jahr nicht in ein großes Zelt gequetscht wurde, sondern sich auf mehrere Zelte verteilte, wodurch es deutlich weniger eng war als in den Vorjahren. Dieses Jahr gab es neben verschiedenen typischen Jahrmarktsspielen wie Dosenwerfen auch z.B. eine Yukataanprobe und natürlich mehrere Stände mit japanischem Essen. Selber aß ich aber nichts davon, wobei ich einiges Positives hörte. (CupcakeStar: Ich hatte zum Beispiel das Okonomiyaki und ein Onigiri und fand es sehr lecker. Gerne nächstes Jahr wieder! :3) Das dazugehörige Feuerwerk musste leider abgesagt werden, da die Feuerwehr wegen dem trockenen Sommer kein Risiko eingehen wollte. Im Park und vor der Halle gab es aber auch wieder typische Imbissstände, die einen zu normalen Preisen mit Bratwurst und Co. versorgt haben. Im Gegensatz zur AnimagiC 2017/18 ist es kein Problem, Getränke und Nahrungsmittel in die Halle zu nehmen, wobei innen natürlich auch Getränke und Snacks wie Brezeln angeboten wurden.

Da ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln vor Ort war (dank Nahverkehrsfahrkarte im Connichi-Ticket bietet sich das an), kann ich nur mutmaßen, wie schlimm die Parkplatzsituation dieses Jahr war…ärgerlich war eigentlich nur, dass am Samstagabend zeitweise wegen eines Straßenfestes der Bahnverkehr nahezu eingestellt wurde, was die Stadt eigentlich bei so einer Großveranstaltung besser verhindern sollte. In einer perfekten Welt sollte Kassel auch mal etwas die Hotelpreisbremse ziehen, denn nur wirklich frühes Buchen ermöglicht es, vernünftige Zimmerpreise zu bekommen (oder viel Glück, wenn Leute Zimmer kurz vor der Con stornieren). Bei einer Veranstaltung mit vielen jüngeren Besuchern ist das schon etwas unpassend. Wie viel Einfluss die Stadt da hat, kann ich natürlich nicht beurteilen, ansonsten scheint sie aber ja die Veranstaltung gerne vor Ort zu haben.

Die Halle selbst ist immer noch gut für eine Convention geeignet. Sie ist ziemlich übersichtlich und bietet noch ausreichend Platz für die Besuchermengen (bis auf den Ansturm beim AMV-Wettbewerb 😉 ), wobei man aber auch nicht mehr expandieren kann. Jeder Raum wird genutzt und natürlich möchte manch Aussteller garantiert mehr Platz haben, aber als Besucher fand ich es innen sehr angenehm.

Händler und Aussteller

Viel Zeit habe ich nicht bei den Händlern verbracht und kann deshalb auch nicht sagen, ob sich irgendwo Plagiate eingeschlichen haben. Bei den Publishern dagegen ließen wir sogar etwas Geld, z.B. kauften wir uns den Gamers Manga und die Light Novel bei Altraverse und bei Nipponart schlug CupcakeStar bei der günstigen Haibane Renmei Blu-ray Box zu (vom Upcale erwarte ich nicht viel). Natürlich waren auch andere Firmen wie peppermint anime, Animoon, Kazé und KSM da, wobei ihre Stände deutlich kleiner sind als z.B. bei der AnimagiC.

Doujinshi-Fans kommen auch auf ihre Kosten und zudem gibt es noch einen „Design- und Lolitamarkt“, der sich allerlei modischen Schnick-Schnack mit Japanbezug widmet. Im Vergleich zur DoKomi ist die Menge an Ständen natürlich deutlich kleiner, aber die Connichi muss auch keine Messehallen füllen. 😉

Irgendwie vergaß ich es wieder mal beim Bring&Buy vorbeizuschauen. Naja, so wurde nicht in Versuchung geführt, ungeplante Anschaffungen zu tätigen. ^^

Q&A Panels

Los ging es am Samstagmorgen mit einem Panel mit dem Pianisten Benyamin Nuss und dem Komponisten Hitoshi Sakimoto (u.a. Final Fantasy Tactics, Final Fantasy XIIDragon’s Crown). Dies fand in einem ziemlich kleinen Raum statt (der Andrang war auch nicht groß) und es gab noch nicht mal ein Mikrofon, so dass es gut war, dass nur die ersten Reihen gefüllt waren. Um einen Übersetzer zu sparen, einigte man sich darauf, das Panel komplett in Englisch zu halten. Allgemein wirkte es durch diese Rahmenbedingungen sehr locker und erinnerte mehr an eine große Gesprächsrunde. Hitoshi Sakimoto erzählte sehr offen über seine Arbeit und wirkte sehr zugänglich. Interessant fand ich z.B., dass er selbst noch viel spielt (nicht nur Titel, an denen er arbeitet) und z.B. den Soundtrack von Horizon Zero Dawn sehr mochte. Auch Benyamin Nuss merkte man deutlich an, wie viel Freude er daran hat, Videospielmusik zu arrangieren und zu spielen und auf die Komponisten der Werke zu treffen. Als Fan profitierte man hier sehr von der persönlichen Atmosphäre, wobei es bei einem größeren Andrang wohl schwierig für die hinteren Reihen gewesen wäre, dem „Gespräch“ zu folgen.

Das nächste für mich interessante Panel konnte ich leider nicht besuchen, denn bei dem von Seiji Kishi (Regisseur u.a. von Angel Beats!, Humanity has declined, Danganronpa: The Animation, Yuki Yuna is a Hero) und Makoto Uezu (Scripts von u.a. KonoSuba, Utawarerumono, School Days) saß ich auf der Connichi Couch, aber CupcakeStar plant daraus noch einen Artikel zu machen (CupcakeStar: Ja. ich schaffe das noch…bald! ;p). Im Anschluss konnten wir dann aber beide zum Panel von Nao Hirasawa (Produzent bei Lagrange – The Flower of Rin-ne, Phantom in the TwilightBroken Blade), aus dem wir auch noch einen Artikel planen. Hier fand ich toll, dass er eine Präsentation vorbereitet hatte und auch viel aus seinem beruflichen Werdegang erzählte.

Am Sonntagmorgen besuchte ich dann das Panel vom Regisseur Tomohisa Taguchi (u.a. Persona 4 the movie #2 und #4Kino’s Journey – the Beautiful World-), was ich hoffentlich noch in einen Artikel verwandeln kann. Hier erklärte er am Beispiel einer Persona 5 – Folge, bei der er Episodenregisseur war, wie eine solche Folge entsteht. Er zeigte dabei Storyboards und auch verschiedene Zwischenstufen bis zur komplett fertigen Animation. Dabei beantwortete er viele Fragen und ging z.B. darauf ein, wie stark der Zeitdruck bei einem TV-Anime ist. Das war wirklich ein sehr tolles Panel!

Signierstunden

Vor Jahren habe ich gelernt, dass es am klügsten ist, bei der Connichi möglichst die Signierstunden am weniger besuchten Freitag zu besuchen und auch dieses Jahr klappte dies ganz gut. Traditionell gibt es an dem Tag noch keine Panels mit den Ehrengästen, so dass es zu weniger Kollisionen im Programm kommt. Da der Andrang an dem Tag zudem deutlich geringer ist, schafft man es in der Regel sogar parallele Signierstunden zu besuchen.

Los ging es mit Seiji Kishi und Makoto Uezu, denen CupcakeStar und ich Carnival Phantasm und Katanagatari (Uezu) / Angel Beats! (Kishi) hinlegten. Seiji Kishi musste lachen, als er die Unterschrift von Jouji Nakata entdeckte und Makoto Uezu freute sich sehr, dass ich Katanagatari dabei hatte. Seiji Kishi zeichnete sogar, wenn man sich Charaktere wünschte.

Kurz vor Ende schaffte ich es noch in die Signierstunde des Produzenten Nao Hirasawa zu hüpfen, der sehr begeistert war, dass ich das japanische Volume 1 von Gargantia on the Verdurous Planet dabei hatte. Da konnte ich gleich erwähnen, dass ich mich durch die englischen Untertitel zum Kauf damals bewegen ließ. 😉

Ganz knapp konnte ich auch noch bei Hitoshi Sakimoto mir meine Valkyria Chronicles 1 und 2 Soundtracks unterschreiben lassen. Damit war ich dann schon am Freitag durch mit meinen geplanten Signierstunden der Connichi.

Sehr praktisch finde ich übrigens, dass Bereiche für die Schlangen markiert sind, was das Anstellen deutlich übersichtlicher und stressfreier macht. Auch die Helfer machten hier wieder einen tollen Job!

Konzerte und Showprogramm

Am Freitag bewegten CupcakeStar und ich uns gleich nach dem Einlass zum Auftritt der japanischen Schwertkampf-Gruppe Karasu, die ein neues Stück mit dem Thema „Was bedeutet es, ein Mann zu sein? Was heißt es, wie eine Frau zu leben?“ präsentierten. Mir gefiel der Auftritt gut, wobei ich bei den Untertiteln manchmal verwirrt war, wer da denn gerade sprechen soll bzw. ob dies nun ein innerer Monolog ist (es wurde nicht gesprochen auf der Bühne). Wer sich selbst einen Eindruck des Auftritts verschaffen möchte, kann sich den Live-Mitschnitt anschauen.

Am Abend besuchten wir dann das Klassik-Konzert von Benyamin Nuss, der u.a. Stücke Final Fantasy XII, Final Fantasy Tactics und Romeo x Juliet spielte. Zum Glück kann die Akustik des Saals auch bei einem Konzert dieser Art überzeugen und es war wirklich schön, die Stücke live hören zu können. Zwischendurch kam auch Hitoshi Sakimoto auf die Bühne und begrüßte kurz das Publikum. Das war ein schönes Konzert und man könnte sowas gerne noch einmal wiederholen in den kommenden Jahren.

Am Samstagabend folgte dann der Auftritt von Mardelas, den ich eigentlich ausgelassen hätte, da sie nicht ganz meinen Geschmack treffen (ich hatte letztes Jahr ihr Konzert schon gehört). Das Publikum schien aber sehr begeistert zu sein. CupcakeStar und ich besuchten das Konzert trotzdem, da ich mich auf die Crossover-Stücke u.a. aus Final Fantasy XII freute, die mit Benyamin Nuss gespielt wurden. Das war dann auch mein Highlight des Auftritts. Ansonsten fehlt mir ehrlich gesagt etwas der Manga/Anime-Bezug bei Mardelas und ich hoffe, dass man nächstes Jahr aus dem Bereich wieder musikalische Ehrengäste einlädt.

Später am Abend konnte sich Shiroku dann vermutlich dank des AMV-Wettbewerbs, der direkt danach begann, über einen vollen Saal freuen. Freunde von Anime-Cover-Musik kommen hier schon auf Ihre Kosten, da sie gesanglich überzeugen kann, wobei ich einen Original-JPop-Act aus Japan deutlich bevorzugen würde im Abendprogramm, wie schon erwähnt.

Wettbewerbe

Zum einen stand natürlich das Otaku-Quiz am Freitagabend wieder fest im Programm, bei dem Shiina, oldsql, Sensi und ich mit viel Glück sogar den ersten Platz machen konnten. Dieses Jahr war wieder eine Japan-Kategorie dabei, die aber die anwesenden Teams größtenteils ratlos dasitzen ließ. Auch die Fragen aus dem Anime-Bereich waren teilweise für niemanden beantwortbar und es war eher Zufall, wenn man mal etwas wusste. Der Schwierigkeitsgrad war wirklich zu hoch. Zudem sollten die Antworten etwas klarer abgesteckt sein, da man bei manch Frage nicht genau wusste, auf was sie eigentlich hinaus wollte. Ich glaube, zu viel detailliertes Wissen zu einzelnen Serien sollte man nicht mehr abfragen (vor allem wenn sie schon älter und nicht sehr bekannt sind), da es mittlerweile einfach zu viele Serien und Filme gibt. Spaß hat das Quiz natürlich trotzdem gemacht und ich werde auch nächstes Jahr wieder versuchen dabei zu sein

Am Samstagabend taten wir uns dann wieder einen der am meisten besuchten Programmpunkte der Connichi an: den AMV-Wettbewerb. Das Videoaufgebot gefiel mir dieses Jahr besser als z.B. letztes Jahr, wobei mir Teile des Gewinnervideos weniger gut gefielen und ich andere Favoriten hatte. Der Wettbewerb hat immer eine tolle Atmosphäre mit seinem vollem Saal und auch wenn ich in den letzten Jahren sonst nur noch selten AMVs schaue, gehört dieser Programmpunkt immer noch zu meinem Pflichtprogramm.

Die Teilnehmervideos und die Ergebnisse sind übrigens auf animemusikvideos.de einsehbar.

Den anderen, beliebten Programmpunkt, den Vorentscheid des World Cosplay Summits am Sonntag hatte ich nicht besucht.

Connichi Couch

Letztes Jahr gefiel mir das Konzept der Connichi Couch (Panel in kleinerem Rahmen mit Live-Stream) schon sehr gut und ich schaute später auch noch in mehrere der Themen rein. Deswegen fassten Sensi und ich dann Entschluss, dieses Jahr selbst dort etwas beizusteuern und wir schlugen zwei Themen vor. Interessant finde ich hier vor allem, dass man auch Themen wählen konnte, mit denen man keinen großen Raum füllen kann und die vielleicht auch viele ansprechen, die gar nicht auf der Connichi sind. Wir entschlossen uns für „Der kleine Animeboom im Kino: Festivals und Events“ (Samstag) und „Remakes und Fortsetzungen von Animeklassikern“ (Sonntag), für das wir uns jeweils noch Verstärkung holten.

Connichi-Couch 2018: Der kleine Animeboom im Kino: Festivals und Events

Beim Klick auf das Video-Thumbnail wird auf die Youtube.com-Website zugegriffen.

(zusätzlich noch mit Michel von Kazé und Erik von KSM)

Beim Kino-Thema war ich überrascht, wie viele Fragen über Twitch reinkamen, wodurch einige unserer vorbereiteten gar nicht mehr gestellt werden mussten. Zwar konnten wir dann aus Zeitmangel nicht mehr alle Themenbereiche ansprechen, aber ich denke, man konnte hat doch einiges neues erfahren. Im Nachhinein hätte ich hier eigentlich auch gerne eine Präsentation vorbereitet, aber hinterher ist man immer klüger. Man soll sich auch bei solchen Veranstaltungen nie vorher fragen, ob man eine Stunde füllen kann, denn die vergeht schneller als man denkt…

Connichi-Couch 2018: Remakes und Fortsetzungen von Animeklassikern

Beim Klick auf das Video-Thumbnail wird auf die Youtube.com-Website zugegriffen.

(zusätzlich noch mit CupcakeStar, Yugius und JimmPantsu)

Hier fiel bei der Vorbereitung auf, dass wir uns sehr ranhalten mussten, um alles in 60 Minuten zu packen, und das klappte dann am Ende nur bedingt. Toll fand ich es, dass das Publikum sehr aktiv dabei war, was natürlich den Zeitdruck etwas erhöhte, aber das Ganze lockerer machte.

Auch wenn ich vor Aufregung die Einleitungen mehr oder weniger weggelassen habe, und ich wirklich kein geborener Redner oder gar Moderator bin, fühlte ich mich noch ganz wohl auf der Couch und hatte meinen Spaß. Für nächstes Jahr gibt es sogar schon Ideen und ich hätte auch nichts dagegen, einfach nur so irgendwo als „Gast“ auf der Couch zu sitzen.

Nach unserem zweiten Beitrag nutzten wir eine große Lücke in unserem Programmplan noch aus und schauten uns spontan noch live Odottemita – Einblick in die beliebte Tanz-Szene aus Japan an, was mir sehr gut gefiel.

Abschlussveranstaltung

Auch diese gehört zu meinem Pflichtprogramm und dieses Mal war sie noch etwas bewegender, da mehrere der Orgas verabschiedet wurden. Zudem wurden auch die Ehrengäste noch einmal auf die Bühne geholt und mir gefiel gut, dass man die Gewinnerin des Poetry Slam mit ihrem Beitrag hören konnte. Das lockerte das Ganze angenehm auf. (CupcakeStar: Dadurch bin ich recht motiviert nächstes Jahr mir den Poery Slam Wettbewerb anzusehen!) Für viele war natürlich auch wichtig zu erfahren, welches Team für Deutschland zum World Cosplay Summit: Felix Felicis, Cita und Feder!

Natürlich wurde schließlich noch das Datum der nächsten Connichi verkündet: 6. – 8.9.2019.

Fazit

Die Connichi baut offensichtlich ihre Stärken aus, denn hier wird viel Wert auf Programm von Fans für Fans gelegt. Ob nun die klassischen Workshops, die noch recht junge Connichi Couch oder dem in diesem Jahr frisch gestarteten Bereich „Japanforschung“, in dem Dozenten, Doktoranden und Absolventen der Japanologie und anderer Disziplinen Vorträge hielten (hier wäre ein Stream auch toll), das Angebot setzt sich hier stark von anderen Conventions ab. Überhaupt finde ich angenehm, dass vieles ins Netz gestreamt wird, wodurch man leichter Leute mal in eine Convention reinschnuppern lassen kann und natürlich wird es so zudem möglich, Programmpunkte nachzuholen, die man vielleicht verpasst hat. Auch die Ehrengäste fand ich dieses Jahr sehr gelungen, da man deutlich gemerkt hat, dass alle gerne von Ihrer Arbeit erzählen wollten und weniger Ihre Werke nur promoten wollten. Auf der anderen Seite finde ich es aber schade, dass die Panels deutlich schlechter besucht sind als z.B. auf der AnimagiC. Das liegt vermutlich auch an den unterschiedlichen Zielgruppen der zwei Veranstaltungen, aber vielleicht sollten mehr Leute, die zur AnimagiC aufgrund der Ehrengäste fahren, auch der Connichi eine Chance geben, denn auch sie bekommen hier etwas geboten. Vielleicht schreckt hier aber ab, dass die Connichi schon ausverkauft ist, bevor man etwas über die Gäste weiß. Das ist leider ein Problem, dass man nicht so leicht lösen kann. Zudem sollten die Ehrengäste auch besser beworben werden, damit die Besucher eher erfahren können, woran die Gäste gearbeitet haben. Hier sollte man vielleicht stärker mit den Publishern zusammenarbeiten, die z.B. von Seji Kishi in Deutschland sehr viele Serien und Filme veröffentlicht haben.

Für das nächste Jahr hoffe ich auch, dass man wieder einen JPop-Music-Act aus dem Animebereich auf die Connichi holt, denn Mardelas zum zweiten Mal fand ich doch enttäuschend. Als Kontrast fand ich Benyamin Nuss zwar wirklich sehr gut, aber mehr Animebezug wäre trotzdem mal wieder toll. Das ist natürlich immer eine Kostenfrage, aber da die Connichi früher auch tolle musikalische JPop-Gäste hatte, müsste es nun finanziell doch nicht ganz unmöglich sein. Es stellt sich natürlich die Frage, wie bedeutend Gäste aus der Animeindustrie für eine Convention sind, deren Stärke klar ein Programm ist, das größtenteils von Fans gestaltet wird, aber für mich ist es einfach wichtig, dass große Conventions nicht den Animebezug zu stark zurückfahren, denn darauf basiert die Szene ursprünglich ja. Und in der Hinsicht finde ich es einfach wichtig, dass man Gäste aus Japan da hat, die über ihre Arbeit erzählen und zeigen, dass sie auch Fans des Mediums sind. So stärkt man auch die Bereitschaft, für sein Hobby Geld zu investieren und nicht nur illegale Streams im Netz konsumieren. Im übrigen ist es auch für Manga-Fans schade, dass kein japanischer Mangaka auf der Connichi war.

Insgesamt erlebte ich wieder eine schöne Convention mit gutem Programm, netten Helfern und dem typischen Connichi-Flair, bei dem man sich irgendwie wie zuhause fühlt. Gerade für mich feste Programmpunkte wie das Quiz, der AMV-Wettbewerb oder Eröffnungs- und Abschlussveranstaltungen unterstreichen dies noch. Da die Connichi nächstes Jahr von einem neuen Organisationsteam geplant wird, bin ich wirklich gespannt, welche Änderungen es geben wird und wie stark man als Besucher das dann tatsächlich spüren kann. Ich vermute, vieles wird ähnlich bleiben und eher im Hintergrund werden Abläufe sich ändern und eingefahrene Strukturen aufbrechen. Natürlich kann mit weniger Erfahrung auch einiges schief gehen, aber ich bleibe da einfach mal optimistisch, dass die positive Entwicklung der Connichi sich fortsetzt. Ich freue mich zumindest schon sehr auf die Connichi 2019!