Um 16:00 am AnimagiC-Samstag fand das Q&A Panel rund um Madoka Magica statt, in dem Atsuhiro Iwakami und Kalafina Fragen gestellt werden konnten.

Vor dem Q&A-Panel wurden noch die beiden ersten Folgen von Madoka Magica gezeigt, zum Glück stürmten am Ende einige raus, so dass wir uns noch gute Plätze sichern konnten. Die Niederschrift ist ziemlich wörtlich aus den Übersetzungen übernommen worden und ich habe nur teilweise den Ausdruck etwas überarbeitet (Füllwörter und Wiederholungen entfernt). Leider war es mir im Nachhinein nicht möglich, die Stimmen der einzelnen Kalafina-Mitglieder ihren Namen wieder zuzuordnen.

Anwesende:

Atsuhiro Iwakami (“produzierende” Tätigkeiten bei A-Channel, Bakemonogatari, Blood-C, Cencoroll, Colorful, Fate/Zero, Gakuen Alice, The Garden of Sinners, Gyo, Hidamari Sketch (mehrere Titel), Kannagi, Kikaider, Midori Scramble, Nisemonogatari, Oreimo, Madoka Magica, Sword Art Online, togainu no chi – Bloody Curs, Naruto the Movie: Ninja Clash in the Land of Snow, Welcome to THE SPACE SHOW, Yakitate!! Japan)

Kalafina (Songs zu Black Butler I+II [ED2], Garden of Sinners (EDs), Fate/Zero S2 [OP], Sora no Woto [OP], Madoka Magica [ED], Madoka Magica Movies, Time of Eve)

Atsuhiro Iwakami: Schönen guten Tag, mein Name ist Iwakami. Ich bin der Produzent von Madoka Magica. Ich freue mich sehr heute hier zu sein und mit euch allen in Kontakt zu treten. Als Special Guests haben wir heute Kalafina dabei und für mich ist das besonders schön und spannend, weil ich zum ersten Mal mit denen zusammen vor Publikum auftreten kann, also ich freue mich.

Kalafina werden bei großen Applaus reingebeten.

Frage: Es soll von Madoka Magica 3 Kinofilme geben, werden das Prequels, Sequels oder eine ganz andere Geschichte?

Atsuhiro Iwakami: Das ist ganz richtig, wir befinden uns in der Produktion von 3 Kinofilmen. In den ersten beiden Filmen wird eigentlich die Geschichte der TV-Serie noch einmal aufgegriffen. Beim 3. Film ist die Handlung noch top secret sozusagen, da werden wir dann eine ganz neue Geschichte erzählen.

Frage: Es gibt ja das außergewöhnliche Monsterdesign der Hexen, wie er darauf gekommen ist, die Gegner so außergewöhnlich zu machen. Das ist ja ein ganz großer Kontrast zu den anderen Figuren.

Atsuhiro Iwakami: Da müsste man tatäschlich […](Shinbo vielleicht?) fragen, den Regisseur von Studio SHAFT bzw. Gekidan Inu Curry, die Designer der Magieszenen. Da sind die für zuständig gewesen, da kann ich gar nicht viel zu sagen. Euch ist sicher aufgefallen, dass in diesen Szenen auch sehr viele deutsche Zitate und Lieder vorkamen, und da habe ich mich gefreut, es in Deutschland zeigen zu können.

Frage: Ich habe im Internet gelesen, dass Ihr persönlicher Lieblingscharakter und wichtigster aus der Serie […] Sayaka ist. Mich würde interessieren, warum gerade sie das ist, und warum sie wichtiger als z.B. Madoka sein soll?

Atsuhiro Iwakami: Also ich mag natürlich alle Charaktere sehr gern, es ist mir ganz wichtig, das zu betonen. Bei Sayaka ist das so, dass ich mit ihr immer Mitleid hatte, dass ich auch mit dem Regisseur gesprochen hatte, dass wir doch noch irgendwas für sie tun sollten.

Frage: In der Serie kommen z.B. auch viele Themen von Faust vor. Wie kommt man auf die Idee, so etwas in einem Anime zu machen?

Atsuhiro Iwakami: Wenn ich ehrlich bin, keine Ahnung! (Langer Applaus) Das sind die Designer Gekidan Inu Curry gewesen, das sind ganz spezielle Leute, die das so gebastelt haben. Für uns war das auch eine Überraschung, als wir dann gesehen haben, wie das aussah.

Frage: An Kalafina und ihre Beziehung zu Yuki Kajiura: Wenn ich das richtig verstanden habe, habt ihr zu Anfang mit ihr zusammen gearbeitet, wie ist momentan die Beziehung und wie seid ihr zusammengekommen?

Kalafina: Wir wurden damals „gecastet“, um ein ein Lied für Kara no Kyoukai – Garden of Sinners zu singen, so sind sie als Gruppe entstanden. Über die Zusammenarbeit kann man sagen, dass sie immer getrennt ins Aufnahmestudio gehen, d.h. es kommt nicht immer vor, dass sie zu dritt dort sind, deswegen kann ich gar nicht so genau sagen, wie Yuki Kajiura mit jeder einzeln arbeitet. Allerdings gibt es keine strikten Vorgaben, und wir können so singen, wie wir es fühlen.

Frage: An Herrn Iwakami: Hat er Madoka Magica schon zuvor übersetzt in eine andere Sprache gesehen und was ist sein Eindruck?

Atsuhiro Iwakami: In Amerika hatte ich die englische Synchronfassung schon gesehen, die deutsche Fassung sah ich heute zum ersten Mal und es hat mich gefreut die Serie in verschiedenen Sprachen sehen zu können.

Frage: Zu Fate/Zero. War es Zufall, dass Folge 19 am Muttertag, Folge 23 am Todestag von Alexander dem Großen und Folge 24 am Vatertag ausgestrahlt wurden? War das schwarzer Humor?

Atsuhiro Iwakami: Das haben sich in Japan auch einige Leute gefragt, aber das ist reiner Zufall gewesen!

Fragesteller von eben: Danke für Fate/Zero und „to the beginning“ war mein Lieblings-Opening.

Atsuhiro Iwakami: Bei Fate/Zero hatten wir auch dieses wunderbare Opening von Kalafina und das war sehr schön.

Ein Überraschungsgast wird gerufen, von Sony Music Entertainment, der für die musikalische Umsetzung zuständig war, ich habe allerdings keinen ähnlichen klingenden Namen in den mir zur Verfügung stehenden „lesbaren“ Quellen gefunden.

„Überraschungsgast“: Guten Tag (ja, er sprach an dieser Stelle Deutsch). Mein Name ist […] (ich versuch’s erst gar nicht), ich bin der Music Supervisor der Serie. Mit Iwakami-san arbeite ich seit Kara no Kyoukai zusammen und in der Folgezeit gab es auch noch mehrere Gelegenheiten mit Kalafina zusammen zu arbeiten und auch bei […] die Musik im Opening gestaltet, und es würde mich freuen, wenn wir darüber sprechen können.

Frage: An Kalafina, mich würde interessieren, wie lange ihr insgesamt braucht für einen Song. Ich weiß ja nicht, ob Ihr zuerst die Melodie hört, oder den Text bekommt? Wie lange dauert es, bis er komplett eingesungen ist und ihr auch zufrieden seid?

Kalafina: Wir kriegen von Kajiura-san ein Lied vorgegeben und wenn die Melodie dann aufgezeichnet ist, dass singen wir sie einfach. Dann wird der Chorus zu dritt gesungen (?) und meistens es ist tatsächlich so, dass wenn es einmal aufgezeichnet wude, es nur wenig Veränderungen gibt. Da die Musik als solche schon fertig ist, geht es dann auch recht schnell, bis das Lied im Kasten ist.

Frage: Kalafina, gibt es von Euch irgendwann mal eine Deutschland- oder Europatour? Oder eine andere Möglichkeit, um Euch inder Zukunft hier zu sehen, ohne nach Japan fliegen zu müssen?

Kalafina: Im Moment ist leider weder eine Deutschland- noch eine Europatour geplant. Wir sind zum ersten Mal in Deutschland oder überhaupt in Europa und haben wirklich Spaß hier. Wir können im Moment leider nicht sagen, „Ja, es wird eine Europatournee geben“, aber wir können definitiv sagen, „Ja, wir haben Lust auf eine Europatournee.“. Wenn es dann soweit ist, zählen wir natürlich auf Euren Support. Und falls es möglich ist, kommt nach Japan, und schaut euch uns dort an!

Frage: Und wie gefällt’s Euch in Deutschland und habt Ihr den Apfelstrudel probiert?

Kalafina: Den Apfelstrudel speziell noch nicht, aber wir hatten heute Gelegenheit etwas durch die Stadt zu gehen und Punkt 10 Uhr, als die Glocken der Kirche läuteten, sind wir über dem Marktplatz gelaufen und beim Bäcker haben wir uns eine Erdbeertorte, deutsches Brot etc. geholt, und es war wirklich, sehr, sehr lecker.

Frage: Warum stand da Gertrud? (bezieht sich auf eine Texttafel im Anime)

Atsuhiro Iwakami: Da kann ich wieder nur sagen, da müsste man wieder die Designer fragen, die diese Magieszenen gestaltet haben.

Frage: Haben diese Schriften irgendeine Bedeutung, oder hat man sich die nur ausgedacht?

Atsuhiro Iwakami: Da kann ich leider auch nichts zu sagen, ich weiß nur dass sie auch Deutsches da eingebaut haben.

(Die nächste Frage von der gleichen Person verstehe ich akustisch überhaupt nicht mehr…)

Frage: Wie kommt es dazu, wie wird das geplant, dass sie für bestimmte Anime die Lieder machen?

„Überraschungsgast“: Das wird zusammen überlegt, man hat z.B. am Anfang dieses Titellied, überlegt dann, welche Stimmung verbreitet es, welches Image steckt dahinter. Und wählt dann zusammen im kreativen Gespräch einen passenden Künstler oder eine Gruppe dafür aus. Dieses Mal war es z.B. so, dass wir gesagt haben, Madoka und Ihre Freundinnen sind noch Mittelschülerinnen und deswegen wollen wir vielleicht auch eine Gruppe haben, die zumindest zu der Zeit noch zur Mittelschule gegangen sind (ClariS ist da wohl gemeint). Beim Schlusslied, wir hatten ja schon bei der ganzen Serie mit Kajiura-san viel zusammen gearbeitet, und haben uns überlegt, dass es doch schon wäre, Kalafina wieder für den Ending-song einsetzen zu können.

Fragestellerin bedankt sich einmal bei Kalafina.

Atsuhiro Iwakami: Ich möchte noch etwas hinzufügen. Ab der Folge 3 ist das Ending ja etwas verändert, wie viele haben das schon gesehen? (recht viele machen auf sich aufmerksam) 

Frage: An Iwakami-san. Wieso wird gerade Deutsch in Madoka Magica verwendet? Empfinden Japaner Deutsch als eine coole Sprache?

Atsuhiro Iwakami: Es geht vermutlich nicht nur mir persönlich so, bei vielen Japanern kommt Deutsch einfach sehr cool rüber. Bei Madoka Magica war, kann er nur wieder sagen, Gekidan Inu Curry dafür zuständig, die damit der Serie eine ganz eigene Stimmung verliehen haben.

Frage: An Iwakami-san, eine Spoilerfrage. Es geht um Charlotte, ich sage nicht wo sie vorkommt. Was war ihr Wunsch? Das hat mich schon immer interessiert. Ich weiß, dass es vielleicht nicht beantwortet werden kann.

Atsuhiro Iwakami: Ich glaube, die wollte einfach gerne Käse essen.  Das hatte ich wieder von Gekidan Inu Curry gehört, dass diese Magieszenen mit ihr ganz viele Süßigkeiten zu sehen sind, aber Käse ist nie zu sehen. Wenn man ihr wohl einfach Käse gegeben hätte, hätte sich das wohl alles etwas beruhigt. (Lachen im Publikum, hier etwas Spekulation zu dem Thema).

Frage: Wird es eine Live Action Version geben?

Atsuhiro Iwakami: Pläne gibt es nicht, aber das könnte ganz interessant sein.

Frage bezüglich des abendlichen Alkoholkonsums (Fremdschämen²)

Atsuhiro Iwakami (vermutlich): Jeden Abend fließt das Bier in Strömen.

Dann gab’s eine Spoiler-Frage, wo ich die Antwort aber eh akustisch nicht verstanden habe.

Frage: Ana Kalafina: Wie ist das Gefühl ein Ending für einen Anime zu machen?

Kalafina: Weil wir schon als kleine Kinder sehr viele Anime geguckt haben, war es immer mein Wunsch einmal für einen Anime ein Lied zu singen, wie man es auch selber fühlt. Deswegen ist es eine große Freude, dass man die Ehre hat so etwas zu singen.

Frage: Wenn man längere Zeit an einem Anime arbeitet, baut man ja Beziehungen zu den anderen Beteiligten auf. Versucht man bei Fortsetzungen mit den gleichen Leuten wieder zusammenzuarbeiten, oder wählt man andere?

Atsuhiro Iwakami: Ich kann auch nur wieder sagen, wie glücklich ich bin von so wunderbaren Leuten bei der Arbeit immer umgeben bin, angefangen bei ganz tollen Regisseuren, von tollen Scriptautoren, von tollen Zeichnern und Animation Artists, z.B. der Regisseur Shinbo-san, mit dem er bei Bakemonogatari zusammen gearbeitet hat, mit dem ist die Zusammenarbeit immer ganz wunderbar oder Urobuchi-san, der die Vorlage von Fate/Zero geschrieben hat. Das ist immer eine ganz wunderbare Zusammenarbeit.

Frage auf Englisch: Welches Mahou Shoujo wärt ihr?

Kalafina: Homura (Wakana war das glaube ich), Mami (Keiko war das glaube ich), ich würde gerne jeden Charakter verkörpern, aber ich mag gerne Heldinnen, also Madoka (Hikaru war das glaube ich)

„Überraschungsgast“: Madoka’s Vater! (ich bin mir nicht 100% sicher, ob ich die Stimme richtig identifiziert habe)

Atsuhiro Iwakami: Kyubey!

Frage: (erst etwas Lob) Wer entscheidet über die Outfits?

Kalafina: Wir hören uns zuerst das Lied an und dann setzen sich zusammen mit Kajiura-san und den Produzenten und überlegen, was für ein Image (Bild im Kopf vermutlich) haben wir, wenn wir das Lied hören, und entsprechend werden dann die Kostüme designet.

Frage: Ist eine Fortsetzung von Fate/Zero geplant?

Atsuhiro Iwakami: wie Ihr vielleicht schon wisst, gib es ja als „Fortsetzung“ Fate/stay night. Die Firma Type-Moon, die für die Games zuständig ist, hat ja noch eine ganze Menge an anderen Fate-Produkten wie Fate/Extra oder (?) im Angebot, so dass man sich auch an diesen erfreuen kann, auch wenn es keine Fortsetzungen im eigentlichen Sinne sind.

Nun geht es weiter mit der Signierstunde.

Sehr schön fand ich bei diesem Panel, dass Kalafina recht offen sprachen und anders als z.B. bei May’n auf der Connichi sie ohne direkten Einfluss ihres Produzenten bzw. Managers sich äußern durften. Wir waren zwar recht schnell dran beim Signieren, aber hier wurde doch etwas mehr „Stress“ ausgeübt als bei den anderen Signierstunden, da die Zeit drängte. Ich habe mir vom „Überraschungsgast“ und Atsuhiro Iwakami mir mein Booklet der US-Fassung von Vol. 1 von Madoka Magica signieren lassen und von Kalafina die „to the beginning“-Single und das „Seventh“-Album. Es war die einzige Signierstunde, wo man Kalafina „alles“ zum Unterschreiben hinlegen konnte, denn bei den Signierstunden nach dem Konzert dufte man nur dort gekaufte CDs sich unterschreiben lassen. Leider waren diese am Samstagabend recht schnell alle, so dass viele kein Autogramm bekommen haben.