Für ein KyoAni-Blog war das Highlight der AnimagiC vermutlich die Bekanntgabe vor Ort, dass Free! von peppermint anime lizenziert wurde, aber es passierte natürlich noch mehr an dem Wochenende. 😉

Vom 31. Juli bis zum 2. August 2015 fand in der Beethovenhalle in Bonn wieder die AnimagiC statt, die ein paar Wochen zuvor sogar online ausverkauft war. Vor Ort gab es jedoch Freitag, soweit ich das sah, zumindest noch die 3-Tages-Conpakete zu erwerben. Aufgrund eines Staus kamen wir leider erst rund 30 Minuten nach der Eröffnung der Halle an und zunächst stand für mich die Abgabe meiner Bring & Buy – Artikel auf dem Programm. Gut gefiel mir hier, dass man leicht an die Aufkleber und die Nummer für den Zettel kommen konnte, ohne dass man sich erst lange anstehen musste. Natürlich war die Schlange zum Abgeben darauf schon etwas länger, aber das ist man bei B&B zu Beginn einer Convention schon gewohnt über die Jahre. Eigentlich hatte ich noch vor einen Blick in die Charity-Auktion zu werfen, bei der man signierte Banner, Poster und anderen Kram ersteigern konnte, aber nach dem B&B hatte sich das nicht mehr gelohnt. Selbst etwas ersteigern tue ich da eh nahezu nie etwas, aber es ist immer faszinierend zu sehen, wie viele hundert Euro manch Besucher da los wird. Wie beim B&B (hier 10% des Verkaufswerts) gehen die Erlöse der Auktion komplett einem guten Zweck zu.

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Stattdessen ließ ich ich mir beim peppermint anime – Stand meine Mashiro Ayano, „Brilliant White“ – Single von der Sängerin signieren. Zudem war auch noch geplant, den neuen Dragon Ball Film für zwei Nicht-Besucher der Convention zu kaufen, um diese dann zu verschicken bzw. weiterzugeben (offiziell geht er erst am 21. August in den Verkauf), aber da das Paket mit den Scheiben in der Post hing, konnte ich diese erst am Samstag vor Ort ersteigern. Darüber hinaus gab es u.a. bei Kazé die erste Space Dandy Staffel zu einem recht günstigen Paketpreis und allerlei Kenshin-OVAs bzw. den Film, so dass ich dann am Sonntag zu der Kenshin-OVA „Trust & Betrayal“ griff. Peppermint anime verkaufte viele CDs „ihrer“ Ehrengäste Aimer und Mashiro Ayano und auch weiteres aus dem musikalischen Angebot von Aniplex. Zudem gab es auch ein schickes Artbook und T-Shirts zu Sword Art Online. Die Preise waren meiner Meinung nach fair: Limited Editions von CDs für 15 €. Für die Länge der Schlange an dem Stand war aber mit hoher Wahrscheinlichkeit der Schuber für die 2. Sword Art Online – Staffel (mit)verantwortlich, der optional für 10 € zu einer beliebigen Scheibe des Franchises dazugekauft werden konnte. Anders als der Schuber, der der Vol. 1 beilag und eine Illustration zum „Phantom Bullet“ – Arc bot, wird dieser Schuber durch ein Bild zum 2. Teil der Serie (Caliber/ Mother’s Rosario) geschmückt. Persönlich finde ich den 2. Schuber auch wirklich sehr schön, so dass ich hier auch selbst zugriff.

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FilmConfect dagegen gab Käufern einer BD oder DVD eine Stofftasche mit draufgedruckten Dangos mit und auch bei anderen Publishern gab es Angeobte und spezielle Aktionen. EMA hatte z.B. ein Detectiv Conan Gewinnspiel, bei dem man nach Hinweisen für einen Mordfall an verschiedenen Ständen suchen musste. Kazé hatte eine Art Bar im Tokyo-Ghoul-Stil und Käufer der Serie bekamen dort eine passend illustrierte Eiskaffee(?)-Dose. Bei Universum bekamen Käufer von „Terror in Tokio“ – Scheiben ein Mauspad mit einer Illustrationen zur Serie geschenkt und zudem gab es an den Ständen viele Signiersessions der deutschen und japanischen Ehrengäste. Generell waren nahezu alle Publisher aus der deutschen Manga/Anime-Szene vor Ort (u.a. auch KSM, Anime House, Tokyopop, Carlsen) und man konnte neben den Messeangeboten auch den direkten Kontakt nutzen, um Fragen zum Programm zu stellen. Erfahrungsgemäß bekam man hier vieles zu hören, was in Foren und auf Facebook nicht verraten wird. Bandai Namco und Capcom waren u.a. auch mit einem Stand vertreten. Die große Nähe zur Branche der AnimagiC zeigte sich bei dem Aufgebot an Firmen und deren Angebot und man merkte bei den langen Schlangen, dass die Besucher wohl hier liebend gerne viel Geld lassen.

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Der Händlerraum der AnimagiC war wie in den vergangenen Jahren recht klein, bot dafür aber auch eher die Anbieter ohne Fälschungen (so weit ich das gesehen habe). Dank der warmen Außentemperatur und der schlechten Belüftungsmöglichkeiten wurde es dort aber in manchen Bereichen schnell sehr stickig, so dass man etwas die Lust am Stöbern verlor, vor allem wenn es voller wurde. Leider stieß man hier wohl einfach an die Platzgrenzen des Gebäudes.

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Etwas versteckt konnte man auch ein Maid-Café finden und natürlich durften ein Gamesroom und ein Ort zum Go-Spielen nicht fehlen. Im Gegensatz zu anderen Conventions gab es auch 3 Videoräume, die einige Deutschlandpremieren von Filmen wie Dragon Ball Z – Kampf der Götter, Detectiv Conan – Film 18 und Psycho-Pass – The Movie boten. Auch die TV-Anime Steins;Gate, Noragami und Photo Kano konnte man hier zum ersten Mal in der deutschen Synchronfassung erleben.

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Das Außengelände war wieder von einem Zaun umgeben, dessen Werbemotive immerhin von Jahr zu Jahr gefühlt immer besser gestaltet wurden. Es gab auch wieder spezielle Tickets für diesen Bereich und man versuchte mit der Außenbühne auch normales Programm dort zu bieten. Man konnte z.B. die musikalischen Ehrengäste ZWEI, Mashiro Ayano und AiRI so draußen live erleben. Zudem traten auch bekannte deutsche Showacts wie Shiroku, Ongaku no Kara – The Colors of Music dort auf. Auch AnimagiC-Newcomer wie die Tänzerinnen von Sugar Beat und die Sängerinnen von Sankaku standen auf dem Programm. Die Leute von CosBase hatten dort auch ihr Zelt aufgeschlagen und Fans von Lolita Mode konnten bei Dunkelsüß vorbeischauen.

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Auch peppermint anime war in einem Zelt mit einer Art Schießstand vertreten, bei dem man u.a. Poster zu Free!, Charlotte oder Ano Hana gewinnen konnte. Natürlich gab es wieder Essensstände, wobei ich mir deren Angebot dieses Jahr nicht näher angeguckt hatte, so dass ich nichts zu Preisen und Angebot sagen kann. Wie in den Jahren zuvor war ein größerer Teil der Cosplayer nur unten am Rhein zu finden.

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FREITAG:

Nach diesem kleinen „Rundgang“ kehre ich nun aber mal zurück zu den Programmpunkten, die ich am Freitag neben der Abgabe meiner Bring & Buy Artikel besucht habe. Ich saß kurz in der Eröffungssignierstunde für die japanischen Ehrengäste drin, aber wir beschlossen dann, doch lieber erstmal etwas zu essen, da ansonsten der Abend schon zu vollgepackt mit Programm war. Gleich in der unmittelbaren Nähe des Geländes gibt es zum Glück die Burgerbraterei „Cowboys Burger Saloon“, die scheinbar passend zur AnimagiC immer einen Cowboy-Bebop-Burger im Angebot haben, den ich auch sehr lecker fand. Nach der Stärkung eilten wir in den Festsaal zur Eröffnungsveranstaltung. Nach Werbefilmchen zu einer neuen Final-Fantasy-14-Erweiterung und Steins;Gate betrat der schon aus vergangenen Jahren bekannte Moderator Yuta Maruyama die Bühne und hatte das Publikum wieder innerhalb kürzester Zeit voll im Griff. Zwar kann man sich über Running Gags wie den AnimaniA-Kugelschreiber streiten und die Weiterentwicklung zum AnimaniA-Handtuch ist auch nicht gerade tiefgründiger Humor, aber im Vergleich zu vielen anderen Moderationen auf Conventions ist der Unterhaltungswert hoch und das Publikum musste nicht angestachelt werden, es machte sofort mit. Z.B. versucht Yuta als Vorbereitung für einen anderen Programmpunkt die Menge zum Singen von „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher zu bringen, und das gelang sofort. Wenn man das nur so liest, klingt es vielleicht seltsam, aber die Stimmung und der Unterhaltungswert war für eine Eröffnungsveranstaltung wirklich gut.

Der erste offizielle Punkt war die Verkündung der Gewinner des „Pimp My Character“-Wettbewerbs, was angenehm flott, aber nicht gehetzt über die Bühne gebracht wurde.

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Danach betrat Mashiro Ayano die Bühne und sang das Opening von „Fate/stay night – Unlimited Blade Works“, „Ideal White“. Hier übersteuerten die Boxen leider etwas. Da aber hauptsächlich die Bässe davon betroffen waren, konnte man ihre schöne Stimme aber trotzdem gut hören.

Als nächstes folgten die Gewinner des AnimaniA-Awards, dessen Wahlen im Internet abgehalten wurden. Durch die Verbesserungen am Wahlsystem in den letzten Jahren (z.B. dass man sich in Kategorien enthalten kann), machten die Ergebnisse doch einen ziemlich repräsentativen Eindruck davon, was die Fans mögen. Gerade die Ergebnisse von Charakterdesigner und Studio schienen jedoch bei den meisten Wählern nicht getrennt vom Anime selbst gesehen zu werden, so dass in diesen Kategorien doch meistens recht ähnliche Ergebnisse zustande kamen. Insgesamt finde ich diese Awards als Publikumspreise aber mittlerweile gelungen. Etwas schade war nur, dass die Formatierung der Präsentation fehlerhaft dargestellt wurde auf der großen Leinwand. Zudem unterlief beim Highschool DVD-OVA ein kleiner Fehler und das falsche Bild wurde eingeblendet (nämlich ein Screenshot aus Haganai…).

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Bei dem darauf folgenden Auftritt von AiRI mit dem Tari Tari Opening „Dreamer“ übersteuerten die Boxen leider noch mehr. Es scheint aber auch etwas damit zusammen zu hängen, wo man sitzt (in unserem Fall: ganz hinten mittig).

Dann wurden die schon anwesenden deutschen Ehrengäste auf die Bühne gerufen, von denen einige auch kurz ein paar Worte an das Publikum richten durften. Man merkt deutlich, dass die Anzahl an Synchronsprechern von Jahr zu Jahr zunimmt:

  • René Dawn-Claude (für seine Rollen als Kenshin Himura [Rurouni Kenshin] und Ayato Kirishima [Tokyo Ghoul])
  • Jennifer Weiß (für ihre Rollen als Sinon [Sword Art Online 2] und Rin Tohsaka [Fate/stay night UBW])
  • Ricardo Richter (für seine Rollen als Shirou Emiya [Fate/stay night UBW] und Ken Kaneki [Tokyo Ghoul])
  • Iris Reinhardt Hassenzahl (für ihre Rolle als Saber [Fate/stay night UBW])
  • Sarah Alles (für ihre Rolle als Touka Kirishima [Tokyo Ghoul])
  • Kirstin Hesse (für ihre Rolle als Taiga [Fate/stay night UBW])
  • Dominik Auer (für seine Rolle als Tuxedo Mask [Sailor Moon])
  • Rieke Werner (leitet den Synchro-Workshop, Honey [Space Dandy], Selim Bradley / Pride [Fullmetal Alchemist: Brotherhood])
  • Demet Fey (für ihre Rolle als Winry Rockbell [Fullmetal Alchemist: Brotherhood])

Der Großteil der Sprecher nahm an verschiedenen Panels teil und stand bei mehreren Signierstunden zur Verfügung.

Natürlich waren auch zahlreiche deutsche Mangaka geladen, z.B. Martina Peters, Christina Plaka, Anna Hollmann, Mikiko Ponczeck.

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Als nächstes wurden nach und nach die japanischen Ehrengästen auf die Bühne geholt, die sich jeweils kurz vorstellen durften.

  • Atsuhiro Iwakami (als Produzent von Fate/stay night UBW und Aldnoah.Zero, ansonsten auch Madoka Magica und Monogatari-Serie)
  • Shuhei Morita (als Regisseur von Tokyo Ghoul, ansonsten auch Freedom und Kakurenbo)
  • Tetsuya Tsutsui (Mangaka von Manhole, Prophecy)
  • Kentaro Sato (Mangaka von Magical Girl of the End)
  • Nobuhiro Watsuki (Mangaka von Rurouni Kenshin) mit seiner Frau Kaworu Kurosaki
  • Shinichiro Watanabe (als Regisseur von Terror in Tokio und Space Dandy)
  • Mashiro Ayano (Sängerin der OPs von Fate/stay night UBW, „ideal white“ und von Gunslinger Stratos, „Vanilla Sky“)
  • AiRI (Sängerin des OPs von Tari Tari, „Dreamer“)
  • ZWEI (OPs zu Robotics;Notes [Visual Novel und Anime])
  • Aimer (taucht nicht in der Eröffnung auf, Sängerin des OPs der 2. Staffel von Fate/stay night UBW, „Brave Shine“, und dem „Terror in Tokio“ ED, „Dare ka, Umi wo“)

Und damit war die Eröffnung auch vorbei und wir konnten gleich im Festsaal für das Konzert von Mashiro Ayano und Aimer bleiben. Im ersten Teil betrat Mashiro Ayano die Bühne, die eher typischen, recht rockigen JPOP bot. Darunter natürlich „ideal white“ und sie coverte auch das Fate/stay night OP (This Illusion / Disillusion), wenn ich das richtig erkannt habe. Teilweise gab es auch ein passendes Video zum Lied (z.B. Ausschnitte aus UBW) auf der Leinwand im Hintergrund. Zum Glück war übrigens die Tonqualität hier besser als bei der Eröffnung. Es übersteuerte noch leicht, aber es war meiner Meinung nach für Konzertverhältnisse noch in Ordnung. Ihr Auftritt gefiel mir sehr gut und sie schien auch viel Spaß zu haben und wirkte erstaunlich souverän, dafür dass sie eigentlich noch am Anfang ihrer Karriere steht. Das Publikum hatte offensichtlich viel Spaß, die Stimmung war wirklich gut. Sie selbst hat wirklich eine sehr schöne Stimme, die auch live überzeugen konnte.

Dann folgte eine kurze Pause und zu meiner Überraschung bekam Aimer sogar Livebegleitung von jemanden an einem Keyboard, das wohl als Klavier dienen sollte. Yuta warnte zurecht davor, dass dieses Konzert etwas ruhiger wird, aber davon konnte vor allem die Akustik profitieren, die nun meiner Meinung nach keinen Grund zur Klage mehr bot. Auffällig an dem Auftritt war auch noch, dass die Sängerin ihr Gesicht nicht zeigen mochte, und sie während des Konzerts nur verdunkelt zu sehen war. Wenn ich das richtig erkannt habe, gab es neben „Brave Shine“ auch noch das OP zur Vita-Version von Fate/hollow ataraxia „broKen NIGHT“ zu hören. Natürlich durfte auch das Ending von Terror in Tokio, „Dare ka, Umi wo“ nicht fehlen, das ich live besonders gelungen fand. Mir gefiel das Konzert sehr gut und ich fand das diese ruhigere Musik vor allem mit der gelungenen Begleitung eine sehr gelungene Abwechslung war zu den sonst eher poppigeren und rockigeren Musicacts auf Cons war. Damit war der Freitag dann für uns auch vorbei und es ging zurück ins Hotel, das zum Glück in Laufreichweite war.

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SAMSTAG:

Pünktlich öffnete die AnimagiC dann um 10:30 am Samstag und ich holte mir zunächst schnell den limitierten Schuber für die SAO2-BDs, bevor wir uns alle zum peppermint anime Panel trafen. Man versuchte, das Panel mit möglichst vielen Neuigkeiten zu füllen:

  • Lizenzierung des ersten Films von Persona 3 auf Blu-ray/DVD am 27.11.2015, die weiteren Filme folgen bei Erfolg
  • Assassination Classroom ab dem 26.2.2016 auf Blu-ray/DVD
  • Durarara!! S1 und S2 ab dem 25.3.2016 auf Blu-ray/DVD
  • Steins;Gate ab dem 27.11.2015 auf Blu-ray/DVD, Film und OVA erscheinen auch
  • Ano Hana ab dem 26.2.2016 auf Blu-ray/DVD auf 2 Volumes
  • Demon King Daimao (Ichiban Ushiro no Dai Maō) ab dem 27.11.2015
  • Your Lie in April / Kimi no Uso auf DVD/Blu-ray ab 2016

    Your Lie in April – Trailer 01

    Beim Klick auf das Video-Thumbnail wird auf die Youtube.com-Website zugegriffen.
  • The Anthem of the Heart (Film des Ano Hana – Teams) in 2016

    The Anthem of the Heart – Trailer 01

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  • Ankündigung des Peppermint Anime Festivals 2016

    peppermint anime festival 2016 – Trailer 01

    Beim Klick auf das Video-Thumbnail wird auf die Youtube.com-Website zugegriffen.
  • Free! ab 27. März 2016

Letztere Lizenz war eigentlich nur eine Frage der Zeit, aber etwas überraschend ist es schon, dass gerade peppermint anime zugeschlagen hat. Ob nun die 2. Staffel und der Kinofilm auch lizenziert sind, wurde noch nicht genau gesagt. Ich hoffe ja darauf, dass man den Film auch gleich beim Festival zeigt. Um das Ganze etwas aufzulockern, wurden Atsuhiro Iwakami zwischendurch noch einige Fragen gestellt und 4 Synchronsprecher (Kirstin Hesse, Jennifer Weiß, Ricardo Richter, Iris Reinhardt Hassenzahl) haben in-character eine längere Szene aus UBW „vorgelesen“. Das Panel war sehr unterhaltsam aufbereitet und bot genug neue Informationen, dass man es als sehr lohnenswert einstufen kann.

Für mich ging es mit dem Aldnoah.Zero – Panel weiter, welches von dessen Produzenten Atsuhiro Iwakami geführt wurde. Zu Beginn wurde die erste Folge der Serie mit deutscher Synchronisation gezeigt. Die erste Frage war dann ironischerweise, ob man denn noch an Kizumonogatari arbeiten würde (Antwort: ja, daran wird noch gearbeitet, sie können noch keinen Zeitpunkt für eine Veröffentlichung nennen). Die nächste Frage behandelte, wie sich dafür entschieden wird, ob CGI in einer Szene eingesetzt wird, oder handgezeichnete Animationen. Er erklärte, dass normalerweise alles mechanische mit dem Computer gemacht wird, wobei in späteren Folgen Szenen vorkommen, in denen Robotern die Köpfe abgerissen werden, was dann wieder traditionell gezeichnet wurde. Als nächstes erfuhr man, dass noch nicht entschieden wurde, wie viele Filme aus Heaven’s Feel gemacht werden. Später beschrieb er noch seine Aufgabe als Produzent darin, die talentiersten Leute für eine Position zu finden. Die Zusammenarbeit mit diesen Leuten und dabei zuzusehen, wie das Werk entsteht, macht ihm am meisten Spaß. Speziell auf Fate/Zero bezogen erwähnte er, dass er durch die Vorlage auf Gen Urobuchi aufmerksam wurde und am liebsten diese sofort umsetzen wollte, was aber zu dem Zeitpunkt noch nicht ging. Deswegen wurde mit ihm bei Madoka Magica zusammengerarbeitet, um eine Originalstory zu machen, und später auch bei Aldnoah.Zero.

Dann fragte ich, wie weit sich eine Serie denn noch ändern kann, denn z.B. AZ besteht aus 2 Staffeln und ob an der Handlung der Serie nach der 1. Folge noch etwas geändert wurde. Er antwortete, dass man hier für alle 24 Folgen einen ganz einfachen Plot verfasst hatte. Der bestand dann im Japanischen vielleicht nur aus 2 Zeilen. Dann fing man an die Drehbücher zu verfassen, in denen die Handlung ausführlich beschrieben wird. Zu diesem Zeitpunkt hat man z.B. die anfangs festgelegte Reihenfolge des Plots noch verändert bzw. hin- und hergeschoben. Zudem wurden Sachen rausgelassen oder woanders untergebracht.  Den groben Plot hatte Gen Urobuchi verfasst, der Regisseur, Ei Aoki, entwickelte dann daraus das Werk. Er hatte daran das meiste entschieden. Bei der Antwort auf die nächste Frage, erfährt man auch, dass das Ende der ersten Staffel schon von Anfang an fest stand. Aktuell arbeitet er selbst an Kizumonogatari und Heaven’s Feel. Seine liebsten Projekte sind Garden of Sinners und Bakomonogatari, wobei ihm letzteres sogar noch mehr am Herzen liegt. Angesprochen auf die deutsche Synchronisation von AZ erwidert er, dass sehr passende Sprecher gewählt wurden, vor allem im Vergleich zu den Werken von vor 10 Jahren. Als nächstes erfährt man, dass die Emotionslosigkeit von Inaho aus der Feder des Regisseurs stammt, der ihn erschaffen hat. Atsuhiro Iwakami wunderte sich selbst etwas über ihn, verstand nach 24 Folgen, aber warum er so konstruiert wurde und er lobt dann noch einmal in dem Zusammenhang die Fähigkeiten von Ei Aoki. Er erzählt dann auch noch, dass Slaine schon früh beim weiblichen Staff gut ankam, und dass sich das dann auch in der Fanbase später so wiederspiegelte. Die größte Herausforderung bei der Produktion war, dass es sich um einen Original-Anime handelt. Er, Ei Aoki und Gen Urobuchi stammen zwar aus der gleichen Generation und sind mit Roboter-Anime aufgewachsen, aber jeder hat da einen anderen Geschmack. Er mag Gundam am liebsten, der Regisseur aber Macross. Es dauerte lange, bis man sich auf eine Richtung geeinigt hatte.

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Als nächstes stand das Space Dandy- & Terror in Tokio-Special im „Großem Anime-Kino“ auf dem Programm, wobei ich erst am Ende des Screenings der Terror in Tokio – Folge den Raum betrat. Davor lief zudem noch die erste Folge der 2. Staffel von Space Dandy. Bezogen auf diese Folge erzählte er, dass hier Charakterentwürfe verwendet werden konnten, die sonst „verloren“ gegangen wären. Das eigentliche Q&A mit Shinichiro Watanabe ging über 60 Minuten und zunächst zeigte der Regisseur ein rund 4 Minuten langes Video, das seine Werke vorstellte. Ich stellte z.B. die Frage, ob er Schwierigkeiten hat, seine Projekte umzusetzen. Darauf antwortete er, dass er nicht ohne Grund nach 2007 erstmal kein neues Projekt hatte. Vor allem Terror in Tokio war ein Sorgenkind. Er hatte einfach Probleme Geldgeber zu finden. Leider besitze ich keine Aufzeichnungen von dem Panel, so dass ich weitere Fragen nicht wiedergeben kann.

Nach diesem Panel ging es für mich weiter bei seiner Signierstunde:

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Die rechte Unterschrift holte ich mir vor Jahren auf einer anderen AnimagiC vom Charakterdesigner von Cowboy Bebop, Toshihiro Kawamoto.

Zwischendrin war meine Freundin noch so nett und ließ meine „Brave Shine“ – CD von Aimer signieren.

Danach war erstmal etwas Pause und die Zeit wurde für die Nahrungsaufnahme beim örtlichen McDonalds genutzt, denn man musste sich ja für das Konzert von ZWEI und AiRi am Abend stärken. Um 21:00 starteten ZWEI und gleich im Anschluss ging es dann mit AiRI weiter. ZWEI sind nun zum dritten Mal in Folge auf der AnimagiC und wurden sehr lautstark vom Publikum begrüßt. Wenn ich mich nicht täusche, wurde auch wieder das Robotics;Notes OP „Junjou Spectra“ gespielt. Vor allem die tolle Stimmung, die die beiden verbreiten, zeichnet die Konzerte aus, und das AnimagiC-Publikum macht sehr gut mit. Das Üben von Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ in der Eröffnungsveranstaltung bekam nun auch sehr viel Sinn, denn das wurde mit lautstarker Unterstützung des Publikums auf Deutsch gesungen (zumindest eine Kurzfassung). ZWEI hatte auch sichtlich sehr viel Spaß auf der Bühne. Die Akustik litt wieder etwas unter Übersteuern, aber es fiel nicht allzu negativ hier auf.

Im Anschluss betrat auch gleich AiRI die Bühne. Sie sang natürlich wieder das Tari Tari OP, „Dreamer“, und vom Hintergrundvideo ausgehend ein Lied aus der 2. Green Green Visual Novel (ich glaube, das hatte sie noch unter dem Namen UR@N veröffentlicht). Auch ihr gelang es toll Stimmung zu verbreiten, wobei mir die Akustik hier meiner Meinung nach wieder etwas schlechter passte als bei ZWEI. Mir gefiel das Konzert selbst gut und am Ende sangen AiRI und ZWEI auch noch ein Lied zusammen (welches das war, konnte ich leider nicht erkennen).

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Anschließend besuchte ich noch die Signierstunde mit den beiden Music-Acts, wobei wie gewohnt nach den Konzerten der Ansturm wirklich groß war. Zwar gab es einiges an Merchandise und verschiedene CDs zu kaufen, aber dies war optional.

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SONNTAG:

Am Sonntagvormittag schaute ich am Rhein vorbei, und fotografierte etwas, und begab mich dann zur Mittagszeit in das Fate/stay night UBW – Special Panel. Dies bestand aus Iris Reinhardt Hassenzahl (Saber), Jennifer Weiß (Rin), Mashiro Ayano (Sängerin des OPs) und Atsuhiro Iwakami (Produzent). Sowohl die Folge 0 als auch der Anfang von Folge 1 wurden gezeigt und im Anschluss stellte Basti von peppermint anime die Ehrengäste vor und stellte einige Fragen zur Einstimmung. Mashiro Ayano erwähnte dort, dass die Verpflichtung für UBW für sie überraschend war, da es ein solch wichtiges Franchise ist. Zudem ist dieses für sie auch besonders wichtig, da es ihr Debüt war. Jennifer Weiß mag Rin besonders gerne, da sie in ihr viel von sich selbst wiedererkennt, z.B. dass sie auf entzückend macht, um zu bekommen, was sie will. Basti bestätigte dann, dass Jennifer das gut kann. Wir erfahren zudem, dass Atsuhiro Iwakamis Lieblingscharakter Shirou ist, vor allem da in UBW seine Geschichte erzählt wird. Mashiro Ayano dagegen mag Illya am liebsten, da sie „kleine Frauen“ mag (ich vermute sie meint eher Mädchen). Zu Heaven’s Feel kann der Produzent nur sagen, dass die Gespräche mit ufotable abgeschlossen sind und dass wieder das gleiche Team wie bei UBW und Fate/Zero dabei ist.

Als die Besucher zum Zuge kamen, wurde zuerst gefragt, ob denn auch eine neue Umsetzung von Tsukihime möglich wäre. Atsuhiro Iwakami meinte dazu, dass man erstmal abwarten wolle bis das Remake des Spiels fertig ist. Persönlich würde er aber wohl gerne dazu einen Anime machen. Dann wird er auf die erste TV-Serie angesprochen und sagte dann dazu, dass er die alte Serie zwar gesehen habe, aber man wollte sich nicht damit vergleichen, sondern ein ganz neues Werk erschaffen. Mashiro Ayano wurde dann gefragt, ob sie sonst auch Anime schaut. Sie mag z.B. Dark Fantasy und Sport-Anime gerne. Zu letzterem nannte sie Kuroko’s Basketball als Beispiel. Gegen Ende des Panels stellte ein Fan noch die Frage, ob Atsuhiro Iwakami den Begriff „Unlimited Budget Works“ kennen würde, der gerne im Internet benutzt wird. Tatsächlich hat er schon von Fans auf der Anime Expo von diesem Begriff gehört und fand das ziemlich lustig. Zudem fügte er hinzu, dass er in der Position ist, zu entscheiden wie viel zur Verfügung gestellt wird. Iris Reinhardt Hassenzahl durfte gegen Ende des Q&A als Saber noch „Excalibur“ „schreien“. Im Anschluss an die Fragen gab es wieder eine Signierstunde:

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(die Aimer/Mashiro Ayano CDs wurden allerdings zu anderer Zeit unterschrieben)

Zwischen den Panels holte ich noch schnell meinen Kram aus dem Bring&Buy ab. (7 von 10 verkaufte Artikel ist doch eine gute Quote. ^^)

Als nächstes ging es in das Terror in Tokio – Panel mit Shinichiro Watanabe. Als Einstimmung wurde wieder die erste Folge gezeigt und im Anschluss warnte erstmal Shinichiro Watanabe, dass er zu Mittag ein Bier getrunken habe und dass er nun nicht so genau wisse, was passieren wird. Da der Beamer nicht korrekt mit dem Notebook zusammenarbeiten wollte, konnte er seine Filmographie nicht in bewegter Form zeigen. Deswegen wurde kurz etwas Q&A gemacht und man erfuhr, dass die Zusammenarbeit mit Yoko Kanno für die Musik bei Terror in Tokio schon sehr früh feststand. Insbesondere ließ er sich hier von isländischer Musik beeinflussen. Die beiden sind nach Island für die Aufnahme geflogen, wobei der Produzent bis heute nicht verstanden hat, warum das nötig war.

Da ein weiterer Versuch das Video abzuspielen scheiterte, entschloss er sich, Bilder zu jedem Werk zu zeigen und dabei etwas zu erzählen. Bei Macross Plus handelte es sich um eine Zusammenarbeit mit Macross-Schöpfer Shoji Kawamori. Im Laufe der Kreation der OVA-Serie gab es kreative Diskussionen und natürlich auch Streit. Die Aufteilung der Arbeit zwischen den beiden war ungefähr 50:50. Sein erstes komplett eigenes Werk war dann Cowboy Bebop. Der ursprüngliche Sponsor war ein Spielzeughersteller. Dessen Wunsch war ein Werk, das im Weltraum spielt. Die Story selbst war diesem egal, es sollte nur Raumschiffe geben. Da die Umsetzung dann doch zu frei war, sprang der Sponsor nach der Hälfte der Serie ab. Dann übernahm ein Videohersteller die Unterstützung und das Werk konnte beendet werden. Wenn man sich die Serie nun mit dem Wissen anschaut, sollte man auf diesen Bruch achten. In der ersten Hälfte gibt es relativ detaillierte Raumschiffe zu sehen. Diese verschwinden dann in der 2. Hälfte fast vollständig, da die Raumschiffe wegen dem Sponsorwechsel nicht mehr notwendig waren.

Danach kam der Auftrag bei Animatrix mitzumachen, da die Wachowskis (Matrix-Macher) Cowboy Bebop mochten. Er kann da nicht im Detail drüber sprechen, aber während er die beiden sehr respektiert, gab es einige Probleme mit ihrem Umfeld bzw. ihren Mitarbeiterstab. Es gab einen Riesenkrach mit dem Produzenten. Bei dieser Zusammenarbeit hat er dann verstanden, was der amerikanische Arbeitsstil ist.

Darauf folgte Samurai Champloo. Dies war sein erstes Werk, bei dem er komplette künstlerische Freiheit hatte. Durch diese Freiheit verwirrte er aber manchmal seine Mitarbeiter und sorgte so für Unruhe. Er reist gerne alleine und ist auch schon viel rumgekommen. Mit diesem Gefühl wollte er das Werk machen und hatte daher nicht von Anfang an eine komplette kohärente Geschichte im Kopf, sondern entwickelte die Episoden nach und nach spontan, wie es ihm in den Sinn kam. Das führte dann wieder zu einem Krach mit dem Produzenten, wobei ihm hier auffiel, dass es wohl bei ihm immer zu Krach mit dem Produzenten zu kommen scheint.

Baby Blue aus Genius Party war sein erster Anime, das er in der Gegenwart angesiedelt hatte. Die Idee kam durch eine Diskussion mit einem anderen Regisseur. Dieser meinte, dass er in seinen Werken noch nie jemanden umgebracht hat, was Shinichiro Watanabe sehr überrascht hatte. In seinen Werken bringt er ja öfters Leute mit dem Schwert etc. um. Deswegen wollte er mal einen Film machen, wo er niemanden umbringt. Das Ganze soll man nun als Entschuldigung an alle Opfer in seinen Werken sehen.

In den folgenden Jahren gab es dann eine längere Pause. Es war nicht so, als hätte er gar nichts getan, denn er hatte verschiedene Projekte, 5 etwa, die leider alle auf der Strecke geblieben sind. In Japan herrschte damals eine Wirtschaftskrise und es war schwierig Sponsoren zu finden, die Originalwerke unterstützen. Moe-Anime zu finanzieren war relativ einfach, aber komplexere Sachen waren schwierig. In dieser Zeit kam dann das Angebot Kids on the Slope umzusetzen. Er hatte zuvor noch kein Werk gemacht, dass nicht auf seinen Ideen basierte, aber er mochte den Manga sehr gerne. Er mag auch Jazz sehr gerne wie die Charaktere in der Vorlage.

Danach fuhr er dann mit Terror in Tokio fort und zeigte ein paar Fotos aus der Umgebung und von innerhalb des Tonstudios, das sich mitten in der Natur befand. In der Nähe fließt dort ein Fluss, den man sogar in den Aufnahmen hören kann, was er vollkommen in Ordnung findet. In dem Studio gab es sogar einen Hund, was es nicht in Japan geben würde. Auch ein kleines Video von den Musikaufnamen war dabei. Bei den Aufnahmen war auch das Iceland Symphony Orchestra beteiligt.

Zur gleichen Zeit wurde auch Space Dandy gemacht, für das auch passende Orte aufgesucht wurden. Er wollte da natürlich nicht hin, aber er musste es für die Arbeit. Es sah auf den Fotos zwar so aus als würde der Staff Spaß haben, aber das täuscht. Es gab einen Grund, warum beide Projekte gleichzeitig entstanden. Terror in Tokio war nämlich schon 6 Jahre in Planung, als er einen Sponsor fand. Das OK von Space Dandy kam ungefähr zur gleichen Zeit, deswegen hat er auch die Serien gleichzeitig gemacht. Das war zwar gut, aber er hat sich dadurch letztes Jahr sehr überarbeitet. Deswegen genießt er es in diesem Jahr, das er weniger zu tun hat, reisen kann und z.B. die AnimagiC besuchen kann.

Nun ging es mit dem Q&A weiter. Die erste Frage war, ob die Serie schon immer auf 11 Folgen ausgelegt war. Shinichiro Watanabe sagte dazu, dass Terror in Tokio eigentlich als Film gedacht wardeswegen musste es etwas aufgebläht werden. Der Inhalt der letzten Folgen kam dabei hinzu. Eigentlich sollten noch ganz viele andere Orte in die Luft gesprengt werden, aber da gab es zu viel Gegenwind. Da hat er auch wieder mit dem Produzent gestritten. Als nächstes wurde nach seiner Meinung zu Synchronisationen gefragt. Er meinte dazu, das wäre jeweils unterschiedlich. Bei Cowboy Bebop findet er z.B., dass die englische Version unglaublich gut passt, vor allem durch die „Fluchwörter“, was im Japanischen etwas schwierig ist. Daraufhin erkundigte sich jemand nach seiner Inspiration für Shibazaki und wir erfuhren, dass er sich darin selbst wiederfindet, da er selbst auch längere Zeit nichts machen konnte. Allgemein ist er in den älteren Werken eher in den jüngeren Charakteren reflektiert. In den neueren findet man ihn hingegen in den älteren Charakteren wieder, da er auch älter geworden ist. Etwas später erfuhren wir, dass 50-60 Mitarbeiter in seinen Projekten involviert sind. In Bezug auf Hommages erwähnte er dann, dass er das nur sehr direkt macht, z.B. hat er eine Kneipe wie in Desperado in Cowboy Bebop dargestellt, was dessen Regisseur Robert Rodriguez cool fand.

Er äußerte sich zudem auf eine weitere Frage hin zu den Hauptcharakteren in Terror in Tokio: Er sieht sie nicht als Terroristen an, da sie keinen einzigen Menschen umbringen. Ihr Terrorismus ist ein Ausdruck, um von der Welt gesehen und anerkannt zu werden. Wenn man die Serie bis zum Schluss sieht, sollte man erkennen, dass er Terror keineswegs aus Entertainmentgründen zum Thema gemacht hat. In dem Zusammenhang stellte ich dann weitere Frage zu dem Thema, ob denn wirklich niemand in der Serie zu Schaden gekommen ist. !!!!Spoiler!!!! Denn am Ende wird ein EMP aus einer nuklearen Explosion verwendet, was für mich auch Geräte in Krankenhäusern schwer schädigen kann. Es erschien mir unlogisch, dass die Hauptcharaktere dies nicht beachten würden. Da ich beim Fragestellen da nicht zu sehr ins Detail eingehen wollte und er bei der Antwort nur auf das Geschehen in der Mitte der Serie Bezug nahm, liefen meine Freundin und ich nach dem Panel zu seiner Übersetzerin, die ihn kurz zurückholte, und er uns dann erklärte, dass er sich ausgiebig mit dem Thema befasst hatte und einen realen großen Stromausfall in Tokio von vor ca. 10 Jahren als Vorlage genommen hat, bei dem auch niemand verletzt wurde, da das japanische Stromnetz besser auf Notsituationen aufgrund der Erdbebengefahr vorbereitet ist. Ich fand wirklich sehr nett, dass er sich noch einmal kurz für uns Zeit genommen hat, da mich das Ende wirklich etwas gestört hatte in der Serie.

Natürlich folgten im Panel selbst noch andere Fragen, z.B. nach der Aussage der Serie. Hier betonte er, dass er nicht zu viel sagen möchte, da jeder selbst seine Interpretation finden muss. Es gäbe da kein richtig oder falsch. In Bezug auf die Rätsel verriet er noch, dass es für ihn das Schwierigste an Serie war, sich diese Rätsel auszudenken. Er kannte sich nicht genug mit griechischer Mythologie aus und musste sich intensiv damit auseinander setzen. Diese durften nicht zu leicht für den Zuschauer sein, aber sie durften nicht unlösbar sein.

In der nächsten Antwort erfuhren wir, dass er deutsches Bier als das beste in der Welt ansieht. Dann wurde es wieder etwas ernster und jemand möchte wissen, ob es schwierig war 2 unterschiedliche Serien gleichzeitig zu machen. Darauf antwortete er, dass er normalerweise ernste und lustige Elemente in einer Serie vereint. Dies konnte er nun auf 2 Werke „aufteilen“, und deswegen würde er empfehlen, immer zwischen beiden hin und her zu zappen. Die nächste Frage drehte sich wieder nur um Space Dandy. Jemand möchte wissen, in welchem Charakter er sich wiederfindet. Dies ist im Prinzip Dandy selbst, denn er möchte so sorgenfrei sein.

Die letzte Frage drehte sich um Crowdfunding, und während es für eine TV-Serie oder einen Film wohl keine genügend große Beträge geben würde, wäre sie vielleicht doch ok für Kurzfilme oder 20-Minüter. Wenn er noch einmal Probleme mit Finanzierungen über eine längere Zeit hat, würde er vielleicht dazu greifen. Er beneidet die Mangazeichner, da diese nicht so ein großes Budget brauchen, um sich auszudrücken.

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Zum Kenshin-Panel habe ich leider keine Aufzeichnungen, aber ich fand es sehr unterhaltsam und informativ. René Dawn-Claude, Nobuhiro Watsuki und seine Frau Kaworu Kurosaki tauschten dort Erinnerungen an bestimmte beliebte Charaktere und Szenen aus. Es war sehr gut zu erkennen, dass der deutsche Synchronsprecher selbst ein großer Kenshin-Fan ist. Er musste z.B. einige Kenshin-Moves mit Kenshins Stimme wiedergeben. Interessant fand ich, dass der Mangaka beim Tod von Shishio Makoto extra darauf geachtet hat, dass es nicht wie in einem Standard-Shonen ist und der Hauptcharakter einfach immer stärker wird und so gewinnt, sondern es nur klappte, da der Bösewicht selbst durch seine Körper immer schwächer wurde. Ich kenne selbst nur die Animefassung und die Erinnerungen waren da schon etwas trüb, aber ich hatte trotzdem viel Spaß bei dem Panel. Es gab natürlich auch ein Q&A und am „Ende“ wurde noch signiert (siehe oben).

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Danach war die Convention dann auch fast zu Ende und es gab nur noch die Abschlussveranstaltung. Wieder übernahm Yuta die Moderation. Aimer und AiRI traten noch einmal für ein Lied auf und Ongaku no Kara (Atemlos durch Paris) und Dango (mit einem Haruhi-Stück!) zeigten auch noch einen Ausschnitt ihres Programms. Natürlich wurden auch noch die Ehrengäste verabschiedet und sich bei den Helfern bedankt. Auch dieser Programmpunkt war sehr kurzweilig und der fast komplett gefüllte Festsaal war offensichtlich sehr zufrieden mit dem Wochenende, wenn man nach dem Jubel ging.

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Ganz am Ende fehlte allerdings die Einblendung des Datums für die nächste AnimagiC, so dass das Publikum lautstark dieses einfordern wollte. Deswegen kam wenig später Yuta noch einmal auf die Bühne und konnte die Information zwar noch nicht nennen, aber er verspricht, dass die Convention wieder in Bonn nächstes Jahr stattfinden wird.

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Die AnimagiC bleibt die Convention in Deutschland für japanische Ehrengäste und viel passendem Programm. Auch wenn andere Conventions immer größer werden, bleibt der Klassiker einfach ungeschlagen darin, interessante Gäste an den Rhein zu locken. Auch wenn für mich persönlich nicht die perfekten Gäste da waren, holte man doch passende Leute zu aktuell in Deutschland erscheinenden Serien her. Ich würde mir nur wünschen, dass man passend zu den deutschen Synchronsprechern auch einmal einen japanischen rüberholt (mir ist bewusst, dass dies dank deren Agenturen gar nicht so einfach ist). Toll finde ich auch, dass die Publisher sich Mühe geben, exklusive Artikel im Angebot zu haben, und sogar peppermint animes gutem Beispiel folgen und selbst wieder Panels veranstalten. Verbessern sollte man aber endlich mal das Programmheft, da ich es doch sehr nervig finde, dass man sich erstmal einen eigenen Übersichtsplan zusammenbasteln muss, damit man die Besuche der Programmpunkte vernünftig planen kann. Zudem wäre ein Hintereingang wirklich toll, damit man leichter zum Rhein kommen kann. Zwar möchte man sich wohl etwas von den Cosplayern am Rhein distanzieren, aber als zahlender Besucher wird man da zu sehr behindert, finde ich. Es wäre schon schön, wenn es zumindest mehr Ausgänge hinten geben würde.

Für die Konzerte wünsche ich mir noch etwas besser abgemischte Boxen und es wäre schön, wenn zumindest vorne 2-3 Stuhlreihen entfernt werden, damit die Leute vorne besser stehen können, und besser Konzertatmosphäre aufkommt. In der Hinsicht wäre es auch toll, wenn Leuchtstäbe oder auch Ohropax verkauft werden würden.

Insgesamt gefiel mir die AnimagiC 2015 wirklich gut und ich finde den in Vergleich zu anderen Conventions etwas höhere Preis gerechtfertigt, wenn man sich für das Programm interessiert. In vielen Punkten wirkt diese Convention auch professioneller als die Konkurrenz und wirkt dabei aber gerade in der Eröffnungsfeier und dem „Großen Finale“ sehr unterhaltsam und unverkrampft.