Dann starte ich nun auch langsam mal mit der Nachberichterstattung zur AnimagiC 2016. Los geht es mit dem ersten High Speed! -Free! Starting Days- Panel, welches am Samstagnachmittag stattfand.

Wie auch bei anderen Panels musste man am besten schon rund eine Stunde vorher anstehen, um Plätze weiter vorne zu bekommen. Ich weiß allerdings nicht, ob irgendwann die Türen wegen Überfüllung geschlossen wurde, wie bei manch anderem Panel. Das Q&A war für eine Stunde angesetzt worden und danach war dann eine weitere Stunde für Autogramme vorgesehen.

Ehrengäste des Panels:

Futoshi Nishiya (Charakterdesigner von Free!High Speed! -Free! Starting Days-, zudem bei Hyouka, Haruhi-chan und Nichijou)
Masayuki Nishide (Produzent des TV-Senders ABC für Free!High Speed! -Free! Starting Days-, zudem auch für Asterisk War: The Academy City on the Water und Plastic Memories)
Shin’ichirou Hatta (Produzent bei Kyoto Animation für Free!High Speed! -Free! Starting Days-, zudem war er auch als Production Manager z.B. bei Nichijou, Clannad und The Melancholy of Haruhi Suzumiya involviert; er ist der Sohn des Ehepaares Hideaki Hatta and Yoko Hatta, die das Studio gegründet haben)

Asad Schwarz (dt. Stimme von Makoto Tachibana, sprach u.a. auch Femt in Blood Blockade Battlefront und Yato in Noragami)
Marios Gavrilis (dt. Simme von Sosuke Yamazaki auch Jun Inoue in One Week Friends und Rintarō Okabe in Steins;Gate)

Achtung: Dies ist natürlich keine wörtliche Wiedergabe des Panels. Ich kann etwas falsch verstanden haben und meine Erinnerung kann mich trügen. Manch Passagen wurden auch etwas gekürzt und die Wortwahl etwas geändert, damit es besser gelesen werden kann.

Zunächst stellte Basti von peppermint anime natürlich die Ehrengäste vor, wobei Marios Gavrilis erst etwas später dazukam, da er zuvor noch im Steins;Gate Panel war und erstmal etwas essen musste. Leider musste Yasuhiro Takemoto (Regisseur von u.a. High Speed! -Free! Starting Days-, Hyouka und Amagi Brilliant Park) kurzfristig wegen Krankheit absagen. Als Ersatz kam nun Shin’ichirou Hatta, der auch eine Nachricht von dem Regisseur verlas, in dem dieser sehr bedauerte, dass er nicht kommen konnte und zudem fragte, wie dem Publikum der Film gefallen hatte. Dies antwortete mit großem Applaus. Zudem erwähnte er, dass er hoffe, die Fans woanders treffen zu können und er dankt für das zahlreiche Kommen zum Panel. Ansonsten fand ich noch sympathisch bei der Begrüßung, dass Futoshi Nishiya und Shin’ichirou Hatta das Publikum sogar mit einem sehr gut verständlichen „Guten Tag“ begrüßten.

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Bei der Vorstellung bemerkte Basti bei Asad Schwarz noch, dass er anhand des Fotos überrascht war wie er als Makoto Tachibana klang. Der Synchronsprecher nahm das dann mal als Kompliment an. 😉

Zudem stellte sich heraus, dass Leute der Oxygen Sound Studios im Publikum saßen, z.B. auch Rieke Werner, die die Synchronbücher geschrieben hatte.

Nach diesem einleitenden Teil begann der eigentliche Fragenteil des Panels damit, dass Basti fragte, ob die japanischen Ehrengäste das erste Mal in Deutschland seien und wie ihnen der Besuch gefalle. Masayuki Nishide war zuvor schon in Köln beim peppermint anime festival und ihm gefiel vor allem der Rhein sehr gut. Dort hatten ihn auch die vielen Cosplayer beeindruckt. Futoshi Nishiya war bislang nur ein weiteres Mal im Ausland und als er am Flughafen in Deutschland landete, kam er sich vor wie in einer anderen Welt. Ihn begeisterte die Altstadt und alleine das Rumlaufen durch die Stadt, machte ihm Spaß. Shin’ichirou Hatta war zuvor auch noch nicht in Deutschland und er fand Bonn auch sehr schön. Er erwähnte, dass sie das Beethoven-Haus besucht haben und ihn begeisterte ein Bonner Manga/Comicladen. Zudem schmeckte ihm das Essen sehr. Asad Schwarz erzählte, dass er zuvor noch keine Convention besucht hatte und sehr positiv überrascht war.

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Auf Cosplay bezogen freute sich Futoshi Nishiya sehr über die vielen Free!-Sportjacken, egal ob von Iwatobi oder Samezuka. Shin’ichirou Hatta würde sich sehr freuen, wenn es in Zukunft mehr Cosplay zu den Charakteren aus dem Film oder 2. Staffel gäbe, z.B. Aiichiro Nitori oder Sosuke Yamazaki. Als nächstes beantwortete er eine Frage von Basti zur Geschichte von Kyoto Animation: Das Studio begann damit Colorationen für Anime zu machen und hat dann nach und nach immer mehr Bereiche der Animeproduktion abgedeckt, bis sie dann auch „eigene“ Produktionen durchgeführt haben. Der nächste Schritt war es, eigene Light Novels zu veröffentlichen, die später als Vorlage für Anime dienen können. Die erste war Chuunibyou demo Koi ga Shitai! und später dann Free!, was auf der Vorlage High Speed! basierte. Er bemerkte auch noch, dass ein Studio von seinen Fans lebt, die die Werke schauen, und hofft, dass das Studio weiterhin unterstützt wird.

Da Marios Gavrilis inzwischen aufgetaucht war, wurde das Augenmerk nun erstmal auf die beiden deutschen Sprecher gelegt. Für Marios war bislang das Steins;Gate Panel das Highlight, da er dieses mit Steins;Gate-Machern zusammen abhalten konnte. Er erwähnte zudem, dass dies auch seine erste Convention war und er erstaunt über die vielen kostümierten Leute ist. Auf die Frage nach dem beruflichen Werdegang erfuhren wir, dass Asad Schwarz mit ca. 12 Jahren mit Synchronisation angefangen hatte, z.B. machte er bei Kickers mit und in einem Anime zu Däumelinchen war er ein Frosch. Als er erwähnte, dass er in letzter Zeit auch bei Blood Blockade Battlefront mitgesprochen hatte, wies Basti ihn natürlich gleich daraufhin, dass dies von einem anderen Publisher stammt. Marios dagegen ist noch nicht so lange dabei (erst seit ca. 2010) und hat eine klassische Theaterausbildung gemacht. Während er in Hamburg 3 Jahre wohnte, fing er parallel mit Synchronisation an, wobei seine erste Sprechrolle in der Sesamstraße war. Im September kann man ihn auch im Kino hören, da er dort den Hauptcharakter in Ben Hur sprechen wird. Zudem kann man ihn als James Olsen in Super Girl oder als Preacher in der gleichnamigen Amazon Prime – Serie hören.

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Nun wechselte das Augenmerk wieder mehr zu Free! selbst und zu den Gästen von Kyoto Animation. Über den Ursprung von Free! konnte man von Shin’ichirou Hatta erfahren, dass es sich schon in der Light Novel um einen Schwimmclub dreht. Da Kyoto Animation viele Werke produziert hatte, die von süßen Mädchen handelten, hatte man der Tochterfirma Animation Do gesagt, dass man doch mal einen Anime machen sollte, der auch von mehr Mädchen geguckt werden könnte. Laut Masayuki Nishide wurde im Dezember 2012 angefangen an der Serie zu arbeiten. Zunächst wurde das Szenario geschrieben, was ca. ein halbes Jahr gedauert hat. Futoshi Nishiya fügte nun hinzu, dass er im Januar mit den Charakterdesigns begonnen hatte, wobei schon im März 2013 das erste Promovideo, das sehr gut ankam, mit den Hauptcharakteren veröffentlicht wurde. Diese mussten danach nur noch etwas verfeinert werden. Wie Shin’ichirou Hatta erzählte, wurde an der ersten Folge rund 3 Monate gearbeitet, wobei man für die ganzen 12 Folgen nur ein halbes Jahr benötigt hatte, was sehr schnell für eine Animeproduktion ist, denn normalerweise würde man eher das Doppelte brauchen.

Als nächstes sollten die Synchronsprecher den Ablauf im Studio erklären. Marios Gavrilis Agent bekam einen Anruf, dass die Oxygen Sound Studios ihn gerne buchen wollten. Bei der Synchronisation selbst werden die Szenen in einzelne Teile, Takes, geteilt. Das Bild läuft dann ein- bis zweimal durch, damit man einen Eindruck der Haltung des Charakters bekommen kann. Es wird jeweils angezählt und dann muss gesprochen werden. Zudem gibt es noch Anweisungen vom Cutter (bei Anime eher selten) bzw. dem Regisseur, wie z.B. „Du bist zu langsam, zu langsam etc.“. An der Stelle gibt es natürlich auch Anweisungen zum Schauspiel. So hangelt man sich dann von Take zu Take, verteilt über mehrere Wochen oder Monate, wobei es es bei Free! schnell gehen sollte. Laut Asad Schwarz weiß man als Synchronsprecher meistens nicht genau, was es ist. Bei wichtigeren Aufträgen schaut man sich vorher den Film an, damit die Aufnahmen schneller gehen.

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Über die 3 Jahre (2 TV-Staffeln und ein Film) wuchsen den Machern die Charaktere natürlich sehr ans Herz, vor allem erinnerte sich Futoshi Nishiya auch an die vielen Rücksprachen mit den beiden Regisseuren. Ihn macht es besonders glücklich, dass seine Charakterdesigns die Fans so begeistern konnten. Shin’ichirou Hatta erwähnte in dem Zusammenhang noch, dass während der Produktion viel Makrele gegessen wurde, basierend auf Harukas Lieblingsspeise, was für großes Gelächter im Publikum sorgte. Masayuki Nishide fügte hinzu, dass sie mit der Zeit auch sehr warm mit dem Schwimmsport an sich geworden sind, als sie sich zur Recherche olympische Schwimmer angeschaut haben. Es ging einmal sogar zu einem Wettbewerb von Mittelschülern.

Auf die Frage nach Lieblingsszenen erzählte Futoshi Nishiya, dass der erste Auftritt von Haruka in der Schürze über der Schwimmhose ihm im Gedächtnis geblieben ist. Als er das zunächst als Zeichnung sah, fragte er sich, was das soll. Die Regisseurin erklärte ihm dann aber, dass er die braucht beim Kochen, damit die Bahehose nicht schmutzig wird. Er dachte sich, das ist ein guter Grund. Für ihn hat damit die Serie richtig angefangen, deswegen blieb diese Szene ihm in Erinnerung. Masayuki Nishide scherzte zunächst, dass ihm die Katzen auf der Treppe besonders aufgefallen waren, da sie zwischen den beiden Staffeln größer wurden. Dann wies er aber auf die Szene in der letzten Folge der 1. Staffel hin, in der Rin für Rei schwimmt. Diese spaltete in Japan die Fans, da dort das Halten an Regeln sehr wichtig ist. Als er als Reaktion aus den USA „Perfect Ending“ las, war er allerdings dann doch sehr zufrieden. Shin’ichirou Hatta dagegen mochte am liebsten zwei Szenen in der 2. Staffel.  Die erste findet während des Wettbewerbs statt, in dem die Jungs über die Vergangenheit redeten und der sonst so reservierte Rei als erstes anfing zu weinen. Die zweite ist ganz am Schluss, in der Rin zu Sosuke sagt, dass er sich freuen würde, wenn er wieder zurück zum Schwimmen kommen würde. Hier fand er toll, dass sie sich ohne viele Worte und „Gefühlsduselei“ verstanden. Asad Schwarz blieben auch die Sache mit der Schürze und die Makrelen am besten in Erinnerung, wogegen Marios Gavrilis eine Szene einfiel, die auch beim Synchro-Workshop vorkam, in der Sosuke Rin zur Rede stellt. Er wies dann auch noch ironisch auf homoerotisches Rumbalbern im Studio hin, was natürlich für Gelächter sorgte.

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Die nächste Frage wurde dann wieder etwas ernster, denn Basti wollte wissen, ob man mit dem Erfolg gerechnet hatte. Masayuki Nishide war besonders überrascht, dass die Serie im Ausland erfolgreich war, da er hörte, dass Sportanime es dort schwerer haben sollen. Er vermutete dann, dass dies vielleicht an der gut ausgearbeiteten Geschichte über Freundschaft unter Schülern liegt. Über den Erfolg freute er sich natürlich sehr. Shin’ichirou Hatta fügte hinzu, dass man nicht damit gerechnet hatte, aber man hatte unter dem Motto gearbeitet: Freundschaft, Jugendlichkeit und nackte Oberkörper. Auch Futoshi Nishiya rechnete nicht mit so einem Hit und er vermutet auch, dass es an daran liegt, dass es ein Schwimmanime ist und man deswegen eben viele hübsche, gut gebaute Körper genießen konnte.

Danach wurden die beiden deutschen Sprecher gefragt, ob auch etwas Makoto oder Sosuke in ihnen steckt und ob es Rollen gibt, die sie gerne mal gesprochen hätten. Asad Schwarz lässt sich lieber überraschen und kann sich keine solchen Rollen im Moment vorstellen. Allerdings kann er sich mit Makotos vermittelnder Seite gut identifizieren, da er das auch gut beherrscht. Während Marios Gavrilis wenig mit Sosuke gemein hat, da er eher extrovertiert, nicht melancholisch ist und kein guter Schwimmer ist, sah er mit anderen Charakteren wie Rintarou Okabe aus Steins;Gate eher Gemeinsamkeiten, da dieser auch ein Kasper ist. Er hat auch eher Schauspielrollen, die er gerne gemacht hätte, wobei er einige Helden seiner Jugend großartig fand. Er schaute eher wenig Anime außer Mila Superstar oder Sailor Moon, und fand dagegen Darkwing Duck großartig, auch Fiesoduck und Quack in der Serie.

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Die letzte Frage von Basti ging wieder an die japanischen Ehrengäste und drehte sich um die Pläne von Kyoto Animation. Hier erwähnte Futoshi Nishiya den Film Koe no Katachi, bei dem er auch Charakterdesigner ist. Masayuki Nishide hat kein konkretes Projekt zur Zeit, würde aber gerne noch mal etwas mit Oberschülern, die mitten in ihrer Jugend sind und noch Träume haben, machen. Shin’ichirou Hatta arbeitet auch zur Zeit an nichts konkret, es würde ihn aber freuen, wenn er noch mal etwas neues erschaffen könnte.

Nun sollten noch ein paar Fragen aus dem Publikum kommen. Ich meldete mich sofort, erfuhr dann aber, dass man keine Fragen direkt an eine Person stellen konnte, so dass meine Frage zum Charakterdesign nicht mehr ganz passte. Deswegen verschob ich das auf den nächsten Tag. Ein Mädchen aus dem Publikum wollte dann wissen, ob sie noch mal einen Schwimmanime machen wollen, worauf es aber (verständlicherweise) keine Antwort gab. Dann wurde noch eine Frage nach der Bedeutung eines Satzes gestellt, den Rin an Haruka in der Mitte der letzten Folge der ersten Staffel sagte: „Warum kann ich nicht „frei“ sein? (Crunchyroll-Übersetzung, wobei im japanischen das Wort „free“ verwendet wurde). Nach etwas Verwirrung kam dann die Antwort, dass die Bedeutung nicht so genau sein soll, damit die Fans das selbst interpretieren können („Free“ kann sich auf „frei“ oder den „freien Schwimmstil“ beziehen.). Und damit war das Panel vorbei bzw. es ging mit der Signierstunde weiter.

Bildquelle: Offizielle Website des Films, Screenshots aus dem Trailer von der High Speed! Blu-ray