Am Sonntagnachmittag kurz vor Ende der AnimagiC fand das 2. Panel zu dem Film statt.

Ehrengäste des Panels:

Futoshi Nishiya (Charakterdesigner von Free!High Speed! -Free! Starting Days-, zudem bei Hyouka,Haruhi-chan und Nichijou)
Masayuki Nishide (Produzent des TV-Senders ABC für Free!High Speed! -Free! Starting Days-, zudem auch für Asterisk War: The Academy City on the Water und Plastic Memories)
Shin’ichirou Hatta (Produzent bei Kyoto Animation für Free!High Speed! -Free! Starting Days-, zudem war er auch als Production Manager z.B. bei Nichijou, Clannad und The Melancholy of Haruhi Suzumiya involviert; er ist der Sohn des Ehepaares Hideaki Hatta and Yoko Hatta, die das Studio gegründet haben)

Asad Schwarz (dt. Stimme von Makoto Tachibana, sprach u.a. auch Femt in Blood Blockade Battlefront und Yato in Noragami)

Basti von peppermint anime übernahm wieder die Moderation.

Dieses 2. Panel zum Film fand am AnimagiC-Sonntag von 16:00 bis 17:30 statt, wobei dort auch die Zeit zum Signieren enthalten war.

Achtung: Dies ist natürlich keine wörtliche Wiedergabe des Panels. Ich kann etwas falsch verstanden haben und meine Erinnerung kann mich trügen. Manch Passagen wurden auch etwas gekürzt und die Wortwahl etwas geändert, damit es besser gelesen werden kann. Ich schrieb den Artikel eher umgangssprachlich, um zu viele Konjunktivkonstruktionen zu vermeiden.

Dieses Mal lief das Panel etwas anders ab, denn die Ehrengäste wollten dieses Mal auch selbst Fragen ans Publikum stellen und mehr vom Publikum beantworten. Nach einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde, die ähnlich der vom Vortag ablief, stellte Masayuki Nishide eine Frage an das Publikum. Er wollte wissen, wer die Deutschlandpremieren der synchronisierten Fassung am Freitag/Samstag (Hälfte des Raums meldet sich), zuvor die japanische Fassung (ca. 3/4 melden sich), die erste Staffel (fast der gesamte Raum) und die erste und zweite Staffel (fast genauso viele) gesehen hatte. Als nächstes wollten die japanischen Ehrengäste erfahren, wie die Besucher des Panels die Staffeln und den Film gefunden haben. Die erste Zuschauerin fand es wunderbar, wie in dem Film die Pubertät und Jugend dargestellt wurde. Sie bemerkte zudem, dass sie ein großer Fan von Futoshi Nishiya und Yasuhiro Takemoto ist und auch Hyouka und Suzumiya Haruhi no Shoushitsu (The Disappearance of Haruhi Suzumiya) sehr mochte. Zudem fügte sie noch auf japanisch hinzu, dass sie die Jungs in High Speed! sehr niedlich fand. Futoshi Nishiya antwortete darauf mit einem „Thank you“ und bedankte sich dann auf japanisch noch dafür, dass sie so viele Werke gesehen hat.

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Shiina war als nächstes mit Feedback dran und sagte, dass ihr der Film sehr gut gefallen hatte und sie ihn stimmiger fand als die erste Staffel. Für sie war es ein schöner Abschluss, obwohl es eigentlich eine Vorgeschichte war. Sie freute sich zudem auf die nächsten Kyoto Animation – Filme. Auch hier bedankte sich Futoshi Nishiya mit einem „Thank you“. Dann lief Basti durch die Reihen und sprach weiter hinten eine Besucherin an, die aber ihren Eindruck von Free! nicht in Worte fassen konnte. 😉

Nun nutzte Basti noch mal die Gelegenheit, um die japanischen Gäste etwas zu fragen. Er wollte wissen, wie ihnen die AnimagiC bislang gefallen hat und ob sie irgendwas cooles erlebt haben. Masayuki Nishide freute sich, dass so viele Fans sich versammelt hatten, um Spaß zu haben und schwärmte über Cosplays, die perfekt aussahen. Er verwies dabei direkt auch auf ein Beispiel in den vorderen Reihen. Zudem gefiel ihm gut, wie viele Leute auch zum Rhein gekommen waren . Shin’ichirou Hatta erwähnte einen Besuch im Schloss Augustusburg in Brühl, was beim Publikum aber unbekannt zu sein schien, worauf die Übersetzerin überrascht erwiderte, dass das doch ein Weltkulturerbe sei, dass man kennen sollte. Die Aufenthalte dort und auf der Convention gefielen ihm sehr gut. Futoshi Nishiya erzählte, dass sie seit Donnerstag in Deutschland sind und jeden Tag unterwegs waren und er Deutschland sehr schön findet und ihm auch Bonn sehr gut gefällt. Egal wie sehr sie durch die Gegend laufen würden, ihm wurde nicht langweilig, da die ganzen Gebäude so schön seien. Auch die AnimagiC sagte ihm sehr zu und die ganzen Cosplayer am Rhein begeisterten ihn. Vor allem die zu Free! freuten ihn besonders. Er erwähnte zudem, dass ihm Würste in Deutschland besonders gut schmecken. Auch Asad Schwarz gefällt die Convention gut. Er war überwältigt und ihn begeistert vor allem, wie friedlich alles ist. Er würde auch gerne wieder kommen.

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Nun begann der offene Fragenteil, wobei Basti noch bemerkte, dass Fragen nicht direkt an eine Person gestellt werden sollten, sondern offen, damit die Ehrengäste erst untereinander besprechen konnten, wer die Frage beantwortet. Asad Schwarz durfte man aber auch direkt eine Frage stellen.

Eine Besucherin wollte nun wissen, wer in der Basketballszene im Film die Key Animation gemacht hatte. Futoshi Nishiya antwortete, dass Minoru Ōta dies gemacht haben soll, der schon lange in der Branche ist. Er fragte dann, ob sie die Szene mag. Sie antwortete, dass sie diese sehr flüssig und dynamisch fand, was ihr gut gefiel. Futoshi Nishiya fügte nun noch hinzu, dass er dies weitergeben wird.

Dann stellte ich meine leicht umformulierte Frage vom Vortag. Mich interessierte, was schwieriger sei bei der Inszenierung und dem Charakterdesign : eine Comedyserie wir Nichijou oder Haruhi-chan, oder eher etwas dramamäßiges wie Free! oder Hyouka. Futoshi Nishiya erklärte dann, dass es weniger vom Genre abhängt, sondern ob es schon eine Vorlage gibt. Bei Free! musste er z.B. alles von 0 aus entwickeln und auch bei Hyouka musste er sich alles alleine ausdenken. Das braucht dann etwas mehr Zeit, als wenn man eine Vorlage hat und durch Diskussion mit dem Regisseur unter Bezug der Vorlage den Charakter entwickeln kann.

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Die nächste Frage aus dem Publikum ging an Asad Schwarz, der erklären sollte, wie er es geschafft hat Makoto so betonen zu können. Er meinte dann, dass dies nicht so schwierig war, da er recht nahe an ihm dran ist. Zudem war es keine Fantasieserie, sondern es waren normale Charaktere. Makoto wäre ein einfacher, „down to earth“ Charakter, der einfach und klar kommunizieren kann, da musste er sich nicht extra reinfühlen.

Als nächstes wollte jemand wissen, wie sie es Ihnen gelang, Muskelparteien so realistisch darzustellen. Shin’ichirou Hatta meinte, es hinge damit zusammen, dass sie viele Nachforschungen angestellt haben und da sie aus Kyoto kommen, hatten sie mit einer Oberschule dort eine Kooperation abgeschlossen. So durften sie dort Material sammeln, z.B. wie sie trainieren. Dabei haben sie dann viele Notizen und Fotos gemacht und damit die Charaktere entwickelt.

CupcakeStar wollte nun wissen, bei welcher Art von Vorlage sie beim Adaptieren am meisten Spaß haben, ob an Light Novels, Mangas oder eigenen Ideen. Shin’ichirou Hatta erklärte, dass alles Spaß macht und wahrscheinlich hat jeder seine eigenen Vorlieben. Die Entscheidung, was umgesetzt wird, wird in der Gruppe beschlossen. Die nächste Frage aus dem Publikum war nach dem Lieblingscharakter. Während Asad Schwarz sich für Rin entschied, da er ihn cool fand, hörte man aus der Kyoto Animation  – Ecke, dass sie keinen haben, da sie all ihre Charaktere lieben, aber Futoshi Nishiya sollte verraten, welchen Charakter er am leichtesten zeichnen konnte. Dieser nannte nach etwas Bedenkzeit Haruka, da er am meisten vorkommt und er ihn deshalb schon im Schlaf zeichnen kann.

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Die nächste Frage ging wieder an den deutschen Synchronsprecher. Ein Zuschauer wollte wissen, ob er seine eigene aufgenommene Stimme eigentlich hören kann. Asad Schwarz kannte dieses Phänomen zwar von seiner Tochter, aber er hat sich mit der Zeit daran gewöhnt. Danach wollte eine Zuschauerin wissen, wie der Alltag bei Kyoto Animation bzw. ABC (Asahi Broadcasting Corporation) abläuft. Basti war hier sehr überrascht, dass sie genau wusste, wo Masayuki Nishide angestellt ist und alberte, dass er dreimal essen gehen musste, um an diese Information zu kommen. Futoshi Nishiya erzählte. dass er bei Kyoto Animation angestellt ist und sein Tag um 9 Uhr anfängt. Er sitzt dann nur am Schreibtisch und zeichnet mit aller Kraft, was ihm aber Spaß macht. Auf Rückfrage bestätigte er auch, dass es natürlich Pausen gibt. Masayuki Nishide erklärte, dass er als Angestellter einer Produktionsfirma einen ganz normalen Bürojob hat. Ein Arbeitstag von 7 Stunden besteht aus 2 Stunden am Schreibtisch sitzen und 2 Stunden Szenarien lesen für die nächsten Werke. Der Rest ist gefüllt mit Gesprächen mit seinen Partnern. Zwei bis dreimal die Woche verlässt er auch das Büro und nimmt Termine wahr. Abends bekommt er die Emails von peppermint anime, da in Deutschland dann in etwa Mittag ist. Basti versicherte darauf, dass sie versuchen das einzuschränken, da er so viel zu tun hat. Zuletzt fasste Shin’ichirou Hatta seinen Arbeitsalltag zusammen: Er gehört zu Kyoto Animation und fängt auch um 9 Uhr an. Nach dem Emails checken denkt er über die nächsten Projekte nach und prüft dann nach, wie die einzelnen Serien/Filme vorankommen, wie Key Animation und Aufnahmen.

Der nächste Fragensteller wollte wissen, was passiert, wenn bei der Ausarbeitung eines Storyboards die Ideen ausgehen bzw. bei einer Schreibblockade. Da Futoshi Nishiya als Charakterdesigner keine Storyboards zeichnet, kann er dazu nichts direkt sagen, aber die japanischen Gäste meinten, dass es allgemein oft bei Anime vorkommt, dass es ständig Pausen gibt, während das Script geschrieben wird. Bei einem 120-Minuten-Film sind es meistens die letzten 5 Minuten, auf die man dann 3 Wochen wartet, bis es weiter geht. Es soll sehr wichtig sein, dass der Regisseur schnell arbeitet, aber natürlich muss er alle seine Ideen einbringen können, was Zeit braucht. Man kann nicht genau sagen, was bei einer Schreibblockade gemacht wird, aber man gibt sich viel Mühe, dass es weitergeht.

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Nun stellte Shin’ichirou Hatta wieder eine Frage an das Publikum. Er wollte wissen, was die Besucher denken würden, wie es in einer Fortsetzung von Free! bzw. High Speed! weitergehen würde. Man wollte wohl insbesondere die Meinung der Herren hören, also lief Basti zu mir, während CupcakeStar neben mir die Hand hob. Ich hatte eigentlich selbst keine tolle Idee, aber erinnerte mich, dass CupcakeStar und ich beide mehr Gou haben wollten. Also sagte ich das, was natürlich bei den Fangirls nicht gut ankam. Von Kyoto Animation kam dann die Rückfrage, ob sie den selber schwimmen sollte oder die Managerin sein sollte. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen zu sagen, dass sie doch selber schwimmen solle. CupcakeStar mischte sich nun auch ein und meinte, dass wäre ihr egal, Haupsache es gäbe mehr Screentime für Gou! Das sorgte wohl für etwas Belustigung bei den japanischen Gästen und sie sagten schließlich, dass das ein bisschen schwer wird, aber man sich Mühe geben wird.

Danach sprach Basti Asad Schwarz an, ob er denn eine Idee haben würde. Er wünschte sich, dass man noch mehr aus der Kindheit nachholt. Eine weitere Stimme aus dem Publikum bedankte sich zuerst bei Masayuki Nishide, dass er das peppermint anime festival besucht hatte, denn so wurde er auf die Serie aufmerksam. Der nächste Dank von ihm ging an den deutschen Synchronsprecher und alle Beteiligten, da er die Synchronisation wunderbar fand. Asad Schwarz bedankte sich für das Lob und Masayuki Nishide dafür, dass er in Köln war.

Basti hatten nun noch eine eigene Idee, wie es mit Free! weiter gehen könnte. Er schlug vor, dass man die Jungs Richtung Olympische Spiele bringen könnte in Hinblick auf die Spiele in Tokyo. Dann könnte man neue Charaktere einbringen, z.B. auch aus Deutschland. Dem Publikum gefiel der Vorschlag sehr gut.

Jemand anders wünschte sich nun noch, dass man in einer Fortsetzung sehen kann, wie es nach der Schulzeit weiter geht, z.B. auch ob sie alle noch zusammen sind. Ein weiterer Vorschlag drehte sich wieder eher um High Speed!: Der Film endete mit der Zeitmessung, aber im Sommer müsste es ja dann den richtigen Wettbewerb geben. Deshalb wünschte sich die Zuschauerin eine TV-Serie zu High Speed!.

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Danach bedankte sich Shin’ichirou Hatta dafür, dass so viele Free! und High Speed! so sehr lieben. Er würde auch viel darüber nachdenken, wie es weiter gehen könnte, bisher stehe aber noch nichts fest. Es würde allerdings viel darüber geredet und man würde das Beste geben, irgendwann noch einmal eine schöne Bekanntgabe machen zu können. Es stehe zwar noch nichts fest, aber man würde sich über weitere Unterstützung der Fans freuen.

Ein Fan äußerste nun noch die Idee, dass Hayato-kun (Hayato Shigino) weiter schwimmt und später auch eine Gruppe hat. Shin’ichirou Hatta fügte noch hinzu, dass es doch toll wäre, wenn Hayato mit Ren und Ran (Makotos kleinen Geschwistern) zusammen schwimmen würde. Das begeisterte die Besucher des Panels sehr und die japanischen Gäste fragten nun direkt Asad Schwarz, ob er es als Makoto in Ordnung finden würde, wenn die Geschwister auch schwimmen würden.  Dieser bejahte dieses natürlich deutlich.

Damit war auch dieses Panel zu Ende und es ging weiter mit der Signierstunde. Insgesamt kam diese Art des Panels wohl viel besser an als das vom Vortag, das durch das Durchgehen von Fragen etwas steif vom Ablauf wirkte. Auch tauten die Ehrengäste auch mehr auf, wenn sie mehr mit dem Publikum interagieren konnten. Vor allem fand ich schön, dass dem Publikum auch Fragen gestellt wurden und der Teil mit der Fortsetzung ist im Nachhinein schon sehr interessant, da ja diese Woche ein neues Projekt zu Free! angekündigt wurde. Zwar hätte mir ein Panel zu manch anderem Kyoto Animation – Projekt besser gefallen, aber nun gibt es ja Hoffnung, dass in den nächsten Jahren noch mal Ehrengäste aus dem Studio auftauchen. Zumindest schien es so, als hätten alle ihren Spaß und dank der gut besuchten Panels und des sehr aktiven Publikums bei den Eröffnungs-/Abschlussveranstaltungen konnten sie sich wirklich nicht über mangelnde Resonanz beschweren. 😉

Übrigens ging eine Mitarbeiterin von Kyoto Animation herum und fotografierte fleißig u.a. Free!-Cosplayer und lichtete sogar mich dann am Samstag wegen meinem Free!-T-Shirt ab. ^^;

Bei den beiden Signierstunden holten CupcakeStar und ich uns die folgenden Unterschriften:

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Da der High Speed! eine Woche vor der Con erschien, konnte ich mir den gleich von den dreien unterschreiben lassen.

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Masayuki Nishide war bei Phantom World wohl nur für den internationalen Vertrieb zuständig (zumindest wurde er nicht explizit bei ANN erwähnt), aber ich fand’s trotzdem passend.

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Futoshi Nishiya bedankte sich sogar noch nach dem Unterschreiben, dass ich Nichijou gekauft habe. ^_^

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Im Programmheft von High Speed! war schon eine Unterschrift von Masayuki Nishide, da mir Shiina diese auf dem peppermint anime festival besorgt hatte, aber nun ist auch eine von Shin’ichirou Hatta drin.

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Futoshi Nishiya war Chief Animation Director bei Disappearance, da musste das Poster aus dem Wohnzimmer mal kurz mit zur AnimagiC geschleppt werden. ^^

Bildquelle: Offizielle Website des Films, Screenshots aus dem Trailer von der High Speed! Blu-ray