Dieses Mal machten sich CupcakeStar und ich auf nach Köln, um das Akiba Pass Festival 2017 zu besuchen. Zwar ist Hamburg eine Woche früher und von Hannover aus leichter zu erreichen, aber wir wollten mal einen Blick in den Ableger werfen, der wohl am besten besucht ist und zudem auch Ehrengäste bietet.

Der Cinedom ist mit 14 Sälen ein ziemlich großes Multiplex-Kino, das vor allem viel weiträumiger innen ist als das UCI Mundsburg in Hamburg. Zum Glück wählte man Säle, die nebeneinander waren, so dass man recht schnell von einem Film zum nächsten kommen konnte. Das war auch bitter nötig, denn wenn man in jedem „Slot“ einen Film schauen wollte, blieb je nach den gewählten Filmen fast keine Zeit zwischen den Filmen.  Wir hatten das Problem nur bei Honey Works 1+2 und kamen dort im 2. Drittel der Werbung erst rein, da wir uns noch den kompletten Abspann von In this Corner of the World angeschaut hatten. Es ist eigentlich nicht schlimm, die (sich stark wiederholende) Werbung zu verpassen, aber natürlich bekommt man so eher etwas schlechtere Plätze am Rand. Da wir allerdings viele Filme wählten, die eh nicht sonderlich lang waren, hatten wir doch oftmals noch 15 bis 45 Minuten zwischen den Vorstellungen. Zum Glück hatten wir Milchbrötchen etc. als Verpflegung dabei, so dass wir nicht nur auf das Kinoessen angewiesen waren. Zum Essenfangen außerhalb des Kinos war nämlich wirklich nicht genug Zeit bei uns übrig.

Je nach erwartetem Besucheransturm wählte man wohl die Säle und insgesamt war ich hier mit der gebotenen Technik und Bequemlichkeit sehr zufrieden:

Kino Plätze Leinwand Ton Lautsprecher Filmformat
5 266 6,9m*15,9m=109qm Dolby Digital 7.1 32 Stück Digital 4K/3D
6 192 6,1m*13,8m=84,2qm Dolby Digital 7.1 20 Stück Digital 2K/3D
7 144 6,1m*13,8m=84,2qm Dolby Digital 7.1 20 Stück Digital 2K
 9  497  8,5m*19,7m=167,5qm Dolby Digital 7.1  40 Stück  Digital Dual 4K/3D

Allerdings fand ich die Sitze in den Sälen 5 und 7 irgendwie bequemer, da man dort weniger „wegrutschte“ als in Kino 9.  Zum Glück gab es bei dem Kizumonogatari-Triple eine ~ 15 minütige Pause nach dem 2.Teil, sonst wäre das Sitzfleisch doch arg unglücklich geworden. Den peppermint anime Stand schaute ich mir nicht so genau an, aber wir nutzten die letzte Signierstunde von Atsuhiro Iwakami (Produzent von Madoka Magica, Monogatari Series), um uns ein Kizumonogatari Part 2 – Booklet und eine Kubikiri Cycle Blu-ray signieren zu lassen. Besagtes Booklet konnte man auch am Stand bzw. direkt beim Signieren für 10 € kaufen, wobei wir es etwas ironisch fanden, dass man uns das gleiche Heftchen kostenlos bei „Scotland loves anime“ in die Hand gedrückt hatte. In Japan kosten die auch ca. 10€, also ist es normal dafür Geld zu verlangen, aber etwas erstaunt waren wir da trotzdem, wie dieser Unterschied entstanden ist. Ansonsten war auch Hiroyuki Shimizu (Produzent von Black Butler) da und signierte auch. Er machte zudem auch ein Q&A am Ende von Black Butler: Book Of Atlantic. Da wir den Film aber nicht geschaut hatten, waren wir nicht dabei.

Da es bei einem Filmfest natürlich in erster Linie um die Filme geht, möchte ich über diese auch ein paar Worte verlieren (die Zusammenfassungen habe ich von der Akiba Pass Festival Website):

Milky Holmes
(Kino 7 9:00)

Die vier Mädels des Milky Holmes-Teams wandeln auf den Spuren des größten Meisterdetektivs aller Zeiten: Sherlock Holmes! Während eines Ausflugs in das nächstgelegene Onsen werden sie plötzlich Opfer eines hinterhältigen Angriffs und verlieren ihre speziellen Fertigkeiten, genannt „Toys“. Ihre allgegenwärtige und leicht zurückgebliebene Konkurrentin Kokoro – sie gibt ihren eigenen IQ mit 1,9 Millionen an – nutzt die Gunst der Stunde und sperrt die Milky Holmes-Truppe in der Folge eines Angriffs der durchgeknallten Bande rund um Oberbösewichtin Henriette Mystere kurzerhand ein. Als jedoch eine neue Bedrohung erscheint und den Lauf der Geschichte mit Hilfe des größten Widersachers von Sherlock Holmes zu verändern droht, müssen die Mädchen ihre Differenzen überwinden. um die Welt zu retten…

Wir hatten noch gar nichts von Milky Holmes gesehen, aber da dies bei Garo auch der Fall war, wählten wir lieber den Film bei dem Vorkenntnisse uns weniger wichtig erschienen. Wie komplex kann denn ein Anime mit niedlichen Mädchen sein…? Und es ging tatsächlich so mehr oder weniger der Handlung zu folgen. Die war eigentlich auch recht egal, denn man wollte wohl einfach nur Gag an Gag an Gag reihen. Natürlich war man teilweise bei den Charakterkonstellationen ohne Vorkenntnisse anfangs etwas verwirrt, aber so kompliziert ist das Ganze zum Glück nicht gewesen. Allerdings ist der Film sehr abgedreht und schnell, so dass er einem wenig Zeit zum Erholen zwischen all dem Gagfeuerwerk lässt. Hier wird das Ganze vielleicht für Einsteiger auch noch anstregender, denn während man gerade noch versucht, ein Charakterverhalten zu verstehen, bekommt man wieder die nächste Slapstick-Szene um die Ohren gehauen.

Ich fand den Film etwas anstregend, aber als Parodie von des Genres „Magical-Girl-Serien für Kinder“ sehr gelungen. Der Humor richtet sich auch klar an Erwachsene und schwankt sehr zwischen Slapstick mit typischer Comic-Gewalt, Running Gags und vielen Anspielungen auf typische Animekonventionen. Animationstechnisch ist er zwar auch nicht gerade mehr als gutes TV-Niveau, aber es war bis auf ein wenig schlechtes CGI in wenigen Szenen durchaus schön ok. Wer auf abgedrehte Comedy steht, sollte hier Spaß haben, aber es empfiehlt sich wohl in die 1. Staffel reinzuschauen. Nach Aussagen anderer orientiert er sich von der Qualität her wohl auch eher an dieser Staffel. Etwas seltsam fand ich aber, dass der Film mitsamt den Untertiteln recht unscharf war.

Mich motivierte der Film immerhin, wohl mal irgendwann in die Serie reinzuschauen, denn irgendwie hatte ich bei dem Film doch viel Spaß, auch wenn es wirklich anstregend wurde. Immerhin wurde man so am frühen Morgen schön wach. 😉

Bildquelle

DOUYKUSEI
(Kino 5 10:50)

Rihito Sajou ist ein Eliteschüler wie er im Buche steht und konnte bei seiner Aufnahmeprüfung für die Oberschule überall Bestnoten erzielen. Hikaru Kusakabe ist beliebt bei den Mädchen, spielt leidenschaftlich Gitarre und tritt mit seiner Band bei einer Vielzahl von Konzerten auf. Auf den ersten Blick haben die zwei nicht wirklich viel gemeinsam, doch eines Tages bietet Hikaru an, Rihito bei den Vorbereitungen zu einem Festival zu helfen. Dabei kommen die beiden immer häufiger ins Gespräch und entdecken nach und nach ihre Zuneigung füreinander. Wo wird ihr Weg die beiden frisch verliebten Schüler hinführen?

Das war nun ein ziemlicher Kontrast zu Milky Holmes, aber zum Glück bot auch Douykusei einigen Humor, wobei es hier natürlich um ganz andere Dinge geht. Allzu viel Berührung mit Shounen Ai hatte ich noch nicht, aber da ich Gutes über diesen Film gehört hatte und es in dem Slot für uns nichts interessanteres gab, schauten wir hier rein. Und das war eine gute Idee, denn es handelte sich einfach um eine sehr niedliche Romanze, die recht natürlich rüberkam, das Drama nicht überspitzte und vor allem sympathische Charaktere bot. Die Handlung ist nicht kreativ und überrascht wenig, aber sie wird wunderbar locker erzählt, so dass die runde Stunde Laufzeit wie im Fluge verging. Vor allem den Animationsstil fand ich sehr passend und schön anzusehen. Auch wenn die Zusammenfassung sich nach einer Klischeekonstellation anhört, hält man sich meiner Meinung nach mit typischen „Charakter Traits“ zurück, die man in vielen Serien für die Zielgruppe finden kann, so dass der Film sehr zugänglich ist und man nicht ständig mit den Augen rollen möchte.

Wenn man mal eine gute Shounen Ai – Romanze sehen will, sollte man hier ruhig mal reinschauen.

Bildquelle

SOUND! EUPHONIUM – THE MOVIE
(Kino 9 12:45)

Kumiko Oumae ist eine begnadete Euphonistin, die jedoch nach einem Zwischenfall am Ende ihrer Mittelschullaufbahn das Spielen aufgegeben hat. Mit ihrem Wechsel auf die Oberschule hofft sie auf einen neuen Start… und findet sich unmittelbar umgeben von Mitschülern, die eine mindestens genauso große Liebe zur Blasmusik pflegen wie sie. Nach einigen Versuchen gelingt es ihren neuen Klassenkameraden das Feuer in Kumikos Herzen wieder zu entfachen. Für das große Ziel, die nationalen Meisterschaften, gilt es jedoch das Chaos innerhalb des Orchesters zu minimieren. Hierbei stolpert Kumiko mit ihren Freundinnen immer wieder von einer aberwitzigen Situation zur nächsten, während auch private Probleme vor den Mädchen nicht halt machen.

Ich sah natürlich schon die TV-Serie und den Film selbst ohne Untertitel auf Blu-ray und natürlich kann ich bei einem Kyoto Animation-Film nicht „nein“ sagen. Zwar bin ich kein großer Fan von Zusammenfassungsfilmen, aber dieser hier ist sehr gut zusammengeschnitten. Bis auf wenige Sprünge hat man selten das Gefühl, als wurde irgendetwas wichtiges entfernt, und die Charaktermotivationen bleiben verständlich. Ich denke, man kann den Film sogar gut verfolgen, wenn man die 1. Staffel nicht gesehen hat. Natürlich bekommen einige Charaktere deutlich weniger Auftritte (z.B. Asuka und Natsuki), aber irgendwo muss man wohl Kompromisse eingehen. Die Stimmen wurden wohl neu aufgenommen und auch die Musik klang im Kino doch weitaus voluminöser. Zudem wurden einige Szenen neu eingefügt bzw. erweitert. Zum Beispiel ist der Marsch beim SunFes nun länger.

Für eine Nacherzählung bekommt man hier doch einiges geboten. Wenn man noch nichts von Sound! Euphonium gesehen hat, sollte man trotzdem lieber mit der Serie einsteigen, die nicht ohne Grund sehr gut ankam.

Sehr schön fand ich, dass wir den Film im größten verfügbaren Saal bekommen haben, denn es hat schon etwas, auf einer riesigen Leinwand ihn erleben zu können.

Bildquelle

IN THIS CORNER OF THE WORLD
(Kino 9 15:00)

Im Jahre 1944 zieht das lebensfrohe junge Mädchen Suzu Urano in die kleine Stadt Kure in der Präfektur Hiroshima, wo sie Shuusaku Houjou heiratet, der auf der örtlichen Marinebasis arbeitet. Im Haushalt von Shuusakus Familie macht sie sich schon bald unentbehrlich und übernimmt eine Vielzahl an Aufgaben. Auch außerhalb der Geborgenheit des Heimes erforscht sie ihre neue Umgebung und sammelt zahlreiche Erfahrungen, die ihr den Alltag versüßen.  Mit der einsetzenden Bombardierung der Region durch die US-Streitkräfte im Jahr 1945 verändert sich jedoch nicht nur ihr soziales Umfeld dramatisch, sondern auch die ganze Region. Dennoch gelingt es Suzu ein ums andere Mal ihre Fröhlichkeit zu bewahren und das Gute im Moment zu finden.

Laut ANN hat der Fillm mittlerweile 1,5 Milliarden Yen eingespielt in Japan und ist damit wohl der in Japan erfolgreichste Film des Festivals. Netterweise stellte Universum Anime ihn übrigens zur Verfügung, denn diese haben seine Rechte in Deutschland. Da ich zudem auch viel Gutes hörte, erwartete natürlich einiges. Insgesamt fand ich ihn zwar gut, aber er berührte mich emotional nur an wenigen Stellen. Das lag vielleicht daran, dass mich einige Szenen etwas verwirrten und die Art des Films einiges nicht zu zeigen bzw. durch Suzus fantasiegetränkten Augen zu sehen, funktionierte für mich nicht immer. Teilweise wünschte ich mir einfach ein oder zwei Dialogzeilen mehr, um das Gezeigte verständlicher zu machen. Ich möchte hier keine Spoiler erwähnen, aber mir kam die Erzählweise teilweise etwas holprig vor. Das ist mal wieder etwas Meckern auf hohem Niveau, aber mir fehlte teilweise etwas der Feinschlief.

Die Animationen und Hintergründe dagegen sind sehr schön und trotz meiner kleinen Kritik, ist dies ein Film, den man gucken sollte. Die Herangehensweise an die Thematik Krieg aus der Sicht der Zivilbevölkerung ist hier recht ungewöhnlich umgesetzt worden und wie gut der Film bei jedem funktioniert, ist wahrscheinlich eh sehr subjektiv.

Bildquelle

Honey Works 1&2: Zutto Mae kara Suki deshita.: Kokuhaku Jikkou Iinkai / Suki ni Naru Sono Shunkan wo.: Kokuhaku Jikkou Iinkai
(Kino 5 17:20)

Natsuki Enomoto besucht im dritten Jahr die Sakuragaoka High School und fühlt sich zu ihrem Sankastenfreund Yuu Setoguchi hingezogen. Eines Tages gesteht sie ihm ihre Liebe… zur Probe. Der verdutzte Yuu stimmt zu, solange gemeinsam mit ihr Liebesgeständnisse zu üben, bis sie bereit ist sich ihrer wahren Liebe zu öffnen. Wie das mit Jungs in dem Alter so ist, steht Yuu gewaltig auf dem Schlauch und erst als mit Koyuki ein weiterer Anwärter in den Ring steigt, kommt etwas Bewegung in die Gefühlswelt. Doch nicht nur bei den beiden kochen die Hormone hoch, auch im Freundeskreis bahnt sich einiges an. Wenn doch nur nicht immer diese lästige Hürde des ersten Schrittes wäre…

Die beiden Filme waren nur jeweils rund eine Stunde lang und gehören inhaltlich auch zusammen. Im 1. Teil liegt das Augenmerk auf dem ersten Schwung an Charakteren, im zweiten mehr oder weniger auf die jüngeren Geschwister bzw. ihren Freundeskreis. Der erste handelt 3 „mögliche“ Pärchen gleichzeitig ab, der 2. Teil dreht sich eher um ein einzelnes Beziehungsdreieck. Beide Filme haben typische Shojo-Elemente, wobei man sich beim Drama sehr zurückhält und alles sehr harmlos bleibt. Es geht eher um die typischen Missverständnisse, die man in unzähligen anderen Animes schon gesehen hat. Allerdings gibt es hier einen Vorteil: Das ganze Wirrwarr löst sich jeweils mehr oder weniger im Verlauf des Films auf, wobei der 2. Teil noch etwas offener bleibt. Hier empfiehlt es sich übrigens, im Abspann aufzupassen und auch auf den Liedtext zu achten. Apropos Liedtext: Zwar ist lobenswert, dass alle (durchaus guten) Lieder übersetzt wurden, aber sobald Dialoge gleichzeitig stattfinden, teilen sie beide Linien das Bild und wechseln leider oft von der ersten in die zweite Zeile und dann wieder zurück. Zu identifizieren, was nun gerade zum Lied gehört und was zum Dialog, war teilweise sehr anstrengend. Zum Glück ist die Handlung nicht kompliziert und auch nicht gerade kreativ, aber Freunde von Romantic Comedy bekommen hier ganz unterhaltsames Futter. Da der 2. Teil etwas zielstrebiger ist, gefiel er mir besser als der erste. Optisch bekommt man ein angenehmes Charakterdesign geboten und die Musik ist sogar richtig gut, wobei das kein Wunder ist, denn die Filme basieren ja auf Songs des (Vocaloid-)Zirkels HoneyWorks. Inhaltliche Tiefe findet man hier eher nicht und die Charaktere fand ich erst im zweiten Teil interessanter, aber ich fühlte mich ganz gut unterhalten.

Anders als in typischen RomCom-Serien muss man hier auch nicht >12 Folgen schauen, damit irgendwas passiert. 😉

Witzig fand ich übrigens, dass der Männeranteil hier sehr groß war. Vielleicht klang dies hier interessanter als der Black Butler Film. ^^;

Bildquelle

KIZUMONOGATARI 1-3
(Kino 9 20:30)

Im Sterben liegende Vampirmädchen sollte man besser links liegen lassen. Das muss Oberschüler Araragi Koyomi auf leidvolle Weise am eigenen Leib erfahren. Naiv, wie man so als Jüngling nun mal ist, bietet er der Vampirin Kiss-shot sein Blut an, um ihr Leben zu retten. Bald schon findet er sich inmitten einer blutlüsternen Vampirmeute wieder und muss sich Gefahren stellen, die er so in seinen kühnsten Träumen nicht hätte erahnen können. Um den Weg zurück in die Menschlichkeit zu finden, wendet sich Koyomi verzweifelt an Meme Oshino, der ihn auf die Spur von drei mächtigen Vampirjägern führt…

Richtig neu war nur Teil 3 für mich, da wir den zweiten schon in Edinburgh gesehen hatten, aber 1 und 2 kann man auch gut mehrmals schauen. Das Gemisch aus Action, vielen Dialogen, Humor, Gewalt und Zurschaustellung von Hanekawas Figur bleibt auch im 3. Teil erhalten und das ganze gipfelt in einem sehr blutigen Kampf, in dem fast kein Körperteil am Körper bleiben darf. Durch die übertriebene Art und den Zeichenstil geht der Humor auch bei den brutalsten Szenen nicht verloren, so dass durch die Inszenierung der Spaß dort niemals zu kurz kommt. Inhaltlich wird sich recht intelligent mit dem Vampirthema auseinandergesetzt und wie bei Monogatari üblich, wirken die Charaktere durch die tollen Dialoge für Animeverhältnisse ziemlich dreidimensional. Als alleinstehender Film taugt der 3. Teil ähnlich wie die beiden Vorgänger eher weniger, da die Erzählstruktur sehr deutlich macht, dass man einfach eine lange Light Novel zerteilt hat. Wenn man die Filme aber als Ganzes betrachtet, bekommt man einen der besten Monogatari-Arcs geboten, der optisch etwas anders aussieht als die TV-Staffeln, aber trotzdem gut passt. Hier fand ich den Einsatz des Computers bei den Hintergründen sogar ganz stimmig, da Monogatari schon immer recht künstlich aussehende Hintergründe hatte. Den Soundtrack fand ich auch wieder sehr gelungen.

Wenn man bei Monogatari Bakemonogatari am meisten mochte, sollte man unbedingt in diese Filmreihe reinschauen. Sie kommt der 1. Staffel wirklich am nächsten. Das ist vielleicht auch kein Wunder da der Regisseur Tatsuya Oishi tatsächlich nur bei diesen beiden Werken des Franchises am meisten beteiligt war. Wir verließen übrigens nach den Filmen das Kino, da wir vor unserem Zug noch etwas essen wollten. Ich fand es seltsam, dass nach drei untertitelten Filmen dann Bakemonogatari mit deutscher Synchronisation gezeigt wurde. Irgendwie ist ja auch komisch nach 3 Stunden Originalton, plötzlich die deutschen Stimmen zu hören. Es ist schwer zu sagen, ob die Leute die untertitelte Fassung bevorzugt hätten, aber gerade da hätte man doch fix mit Handheben eine Abstimmung machen können.

Bildquelle

Zu den Filmen, die wir nicht sahen, kann ich natürlich nicht viel sagen, aber natürlich unterhielt man sich etwas mit anderen über diese. Assassination Classroom: 365 Days war wohl kein sonderlich gelungener Zusammenfassungsfilm, der für Neulinge nicht gut verständlich war. Haikyu!! – The Movie #1 fasste die Handlung seiner Serienvorlage wohl deutlich besser zusammen (umfasste aber auch weniger Folgen). Black Butler: Book of Atlantic soll wohl Titanic mit Zombies sein…und Garo sehr brutal.

Die Tasche für die Frühbucher ist dieses Mal etwas weniger aufwendig, aber über den Inhalt kann man nicht meckern:

Nun haben wir immerhin Samurai Flamenco zu Ende sammeln können…auf DVD! ^^;

Insgesamt hatte ich wieder viel Spaß beim Akiba Pass Festival, und mich störten nur etwas die zu kurzen Pausen zwischen den Filmen, und teilweise hätten die Untertitel noch ein paar Korrekturen vertragen können. Leider litt das Festival stimmungsmäßig bei einigen wohl auch darunter, dass A Silent Voice und Your Name. (beide sollen in D erscheinen, Publisher unbekannt) dort nicht liefen und man als „großen“ Film des letzten Jahres „nur“ In This Corner of the World geboten bekam. Persönlich konnte ich die beiden abwesenden Filme ja schon bei „Scotland loves anime“ sehen, so dass ich eher profitierte, dass ich was neues bzw. anderes geboten bekam, aber schade fand ich es trotzdem. Es gab natürlich genug Franchise-Filme, die für fast jeden Geschmack etwas bieten konnten und wie man bei der auch nicht riesigen Resonanz bei In This Corner of the World sehen konnte, wollen die Leute vielleicht gar nicht unbedingt etwas ganz neues sehen, sondern eher ihre bekannten „Helden“ auf der großen Leinwand. Mir kam jedoch der Besucheranstrom eh gar nicht so groß vor. Wir waren in den beiden Vorjahren nur in Hamburg, so dass der Vergleich mir da schwer fällt, aber richtig voll waren die von mir besuchten Vorstellungen wirklich nicht. Vielleicht ist das Thema „Anime im Kino“ nicht mehr so interessant, da es nun eh alle paar Wochen etwas von Kazé und KSM zu sehen gibt. Das wäre allerdings sehr schade, da ich gerade beim Akiba Pass Festival toll finde, dass auch nicht lizenzierte Werke in Filmform hier eine Chance bekommen auf der großen Leinwand gezeigt zu werden. Interessant fand ich, dass Basti von peppermint anime schon angekündigt hat, dass es die Veranstaltung im nächsten Jahr etwas vom Filmfestival weggehen wird und man mehr Rahmenprogramm in Richtung einer Convention bieten möchte. Mehr Filme im Kino finde ich persönlich besser als mehr Con-Programm, aber wenn es zum Erfolg des Festivals beiträgt, ist das vielleicht der richtige Weg. Es wäre nur interessant, ob dann weiterhin z.B. Köln davon profitiert, dass Ehrengäste dort geboten werden.

Ich hoffe nur, man versucht dann auch weiterhin Filme verschiedener Publisher zu zeigen, damit wir hier mehr Auswahl auf der großen Leinwand geboten bekommen. Es ist schon etwas seltsam, dass man in Deutschland nun hoffen muss, dass peppermint anime oder Universum Anime Filme (und u.U. Kazé) lizenzieren, damit die Chancen steigen, dass man diese auch untertitelt zeitnahe im Kino zu sehen bekommt.

Man kann aber peppermint anime nicht genug dafür danken, dass sie dank ihrer guten Verbindung zu Aniplex uns so schnell nach Start in den japanischen Kinos Filme wie Kizumonogatari Part 3 und Black Butler: Book of Atlantic präsentieren konnten (vielleicht half bei letzterem auch Kazé auch wenig). In der Hinsicht kann sich manch anderer Publisher ruhig mal eine Scheibe abschneiden. 😉

Titelfoto von von oldsqL