…und zwar in ihrem Forum. Und da ich schon seit Bestehen dieser Seite eh immer einen klassischen Blogeintrag zu meiner Meinung zum dt. Animemarkt schreiben wollte, meine Artikulationsfähigkeiten (die im Alter immer mehr leiden -_-) dann in irgendwelchen Forenbeiträgen verschwende, betreibe ich nun mal Recycling und präsentiere meine etwas längere Antwort (für Forenverhältnisse) auf eine Frage von Universum Anime hier auch mal:

Was würdet ihr davon halten, wenn man bei nicht sehr breiten Anime-Themen (wie z.B. Canaan, also nicht Ponyo oder dergleichen) auf die Deutsche Synchronisation verzichtet? (Und dafür natürlich Deutsche Untertitel liefert, also NUR O-Ton mit Subs?)

Quelle: Universum Anime Forum

Kommentare sind ausdrücklich erwünscht^^!

Die Idee vertrete ich in der Regel auch, allerdings muss man das wirklich nach der Art der Serie unterscheiden:

Als ich das erste mal Canaan sah, dachte ich mir, der ideale Anime für ein internationales Publiukum: Girls with Guns ziehen immer, sehr viel Action etwas Humor, etwas Gewalt und etwas Fanservice. Dazu eine Geschichte, die zwar etwas verworrewn ist, aber die Intelligenz nicht unbedingt beleidigt. Die Serie eignet sich gut dafür, auch Anime-Unbedarfte zum Gucken zu bewegen, da sie keine Vorkenntnisse zu den Gepflogenheiten in Animes hat und die kulturellen Unterschiede keine Rolle spielen. Auch ein Dub macht da sehr viel Sinn. Ähnlich sehe die Sache mit dem Dub bei einigen anderen Serien, die man nicht Nicht-Anime-Fans als Einsteigsdroge gut anbieten kann, z.B. Full Metal Alchemist, GTO, Full Metal Panic, Fate Stay Night, Cowboy Bebop, Vision of Escaflowne und ähliches.

Auf der anderen Seite gibt es die Otaku-Serien, die von der Thematik her die meisten normalen Zuschauer gar nicht ansprechen würden, da sie sich zu sehr vom normalen westlichen Kram unterscheiden. Dazu zähle ich auch noch die relativ normalen Serien wie The Melancholy of Haruhi Suzumiya und Gurren Lagann, aber auch Visual Novel Animes wie ef, Kanon oder Clannad und auch Extrema wie Bakemonogatari, Lucky Star oder Sayonara Zetsubou Sensei. Denn seien wird doch mal ehrlich, welcher normale Zuschauer würde auf die Idee kommen, eine Serie über nen Jungen angucken, der einen Haufen problembehafteten Mädchen (s. Clannad,  Kanon) hilft? Bevor man solche Serien guckt, hat man in der Regel erstmal die Mainstreamtitel abgegrast und wird neugierig auf den Rest. Aber dieser Teil der Zuschauer ist relativ klein, da die Hürde relativ hoch ist, sich mit Serien zu beschäftigen, die fernab der westlichen, männlichen Sehgewohnheiten sind. Für solshe Serien lohnt sich kein Dub, da die Kenner der Serien eh das Original schon kennen und ein Teil von ihnen den Dub eh bashen wird (siehe Haruhi).

Die Mainstreamzuschauer müssen sich an einem Punkt überlegen, ob sie nur den gedubbten Kram gucken, oder auch mal unkonventionelle Titel ausprobieren, die nicht ganz so massenkompatibel hierzulande sind. Da bei den meisten Otaku-Titeln ein Dub eh relativ schwierig ist, da viele Sachen in der dt. Sprache gar nicht funktionieren, aber zu der Serie von der Konzeption gehören, kann man beim Dub es eh nie allen recht machen. Deswegen sollten diese Leute sich dann mit Untertiteln anfreunden oder es lassen, denn man kann nicht für kleine Zielgruppen große Risiken eingehen.

Wir müssen nur mal in die USA gucken, wo viele Serien im Moment sub-only erscheinen und das System funktioniert. Die Fansubgucker wie ich kaufen auch mal eine solche Serie, da sie in der Regel billiger sind und gleich in 13-Folgen-Paketen verkauft werden. Und erfolgreiche Titel wie Clannad kriegen nun plötzlich sogar noch einen Dub und eine passende Umtauschaktion spendiert.

Und wer jetzt sagt, ohne Dubs kann man niemanden überzeugen, dem kann ich sagen, das geht! Meine Kollegen hatten auch etwas gegen Untertitel, sind aber mittlerweile auch bereit mal etwas untertitelt zu gucken, da ihnen schon aufgefallen ist, dass die jap. Version in der Regel einfach besser und sowieso originaler ist. Zudem ist die Auswahl einfach größer. Man kann es nicht allen recht machen, aber so lange Einsteiger-Titel noch mit Dubs verfügbar sind, hat man immer genug Material für die nächste Generation.

Natürlich müssen sub-only-Releases preiswerter sein, aber bei guter Bild und Tonqualität kriegt man auch die Fansubgucker zum Kaufen.

Wenn ich mir die Wünsche in Foren für die Publisher oft durchlese, frage ich mich, schon oft, ob die Leute sich überhaupt Gedanken machen, wer den Kram denn hier kaufen soll? Der Markt ist hierzulande für Otaku-Serien tot, da die Publisher generell in der Hinsicht zu viel Mist gemacht haben. Deswegen fängt das Gebashe sofort an, wenn irgendetwas nicht stimmt, und der Dub ist immer das einfachste Ziel. Also lasst es einfach!