Ein Fanart zu „Welcome to THE SPACE SHOW“ zu finden gelang mir nicht, also schwelge ich mal in Erinnerungen und wähle etwas einem anderen Werk von Koji Masunari und Tomonori Ochikoshi, nämlich Read or Die.

Diesmal habe ich gleich alles etwas freier aufgeschrieben und ich muss zugeben, dass ich mir nicht hundertprozentig sicher bin, ob ich die „Fragenbeantworter“ immer richtig identifiziert habe.

Koji Masunari (Regisseur von Welcome to THE SPACE SHOW, Kamichu!, R.O.D. OVA/TV)
Tomonori Ochikoshi (Produzent von Welcome to THE SPACE SHOW, R.O.D. TV, Fractale, Kannagi, Blood+)

Frage: Ich hätte gerne gewusst, was die zündende Idee hinter dem Projekt war?

Antwort (Tomonori Ochikoshi): Herr Masunari hat mit Herrn Ochikoshi und Herrn Kurata bei Ihrer letzten Zusammenarbeit überlegt, was sie als nächstes tun könnten und da war ihr erster Gedanke, dass sie gerne einen Anime mit einem Abenteuer von Grundschülern machen würden. Nachdem beschlossen war, dass es sich um ein Abenteuer handeln soll, hat er Herr Ochikoshi gesagt: „Lasst uns einen Science Fiction-Anime daraus machen, lasst uns ins All gehen“. Als nächstes hat man sich dann um die Animekünstler gekümmert und ein Team von 30 Künstlern wurde zusammengestellt, die schon mal die ersten Bilder bereit gestellt haben. So hat sich das aus der Idee dann weiter entwickelt.

Frage: Wie sind sie darauf gekommen, einen Hund als Haupt-Alien einzusetzen? Hat da jemand einen speziellen Bezug zu Hunden?

Antwort (Tomonori Ochikoshi): Zuerst war der Gedanke, wenn man einen Film über das Zusammentreffen mit Außerirdischen macht, wie E.T. , an den Ihr Euch sicher noch erinnern könnt. Er selbst hat E.T. noch nie gesehen. Hätte man den Film so gemacht, dass die Außerirdischen Roboter oder Maschinen gewesen wären oder eine groteske Gestalt gehabt hätten, dann hätte das so im Mittelpunkt gestanden. Er wollte es aber so haben, dass das Abenteuer im Mittelpunkt steht und die Geschichte eine „straighte“ Entwicklung hat. Kinder mögen nun mal auch Hunde gerne und er selbst auch.

Antwort (Koji Masunari): Pochi, also der Außerirdische, ist im Film 35 und dann gibt es noch das kleine Mädchen Haname. Im Film wird gezeigt, dass Pochi für Haname Gefühle entwickelt hat und wenn er nun ein [ich verstehe das Wort nicht] Typ wäre, wäre das nicht so geeignet für Kinder (ein alter Mann mit einem kleinen Kind).

Frage: Haben Sie vielleicht eine persönliche Lieblingsszene in dem Film?

Antwort (Koji Masunari): Er mag sehr viele Szenen, aber die Szene, die ich am meisten mag, wo die Kinder auf dem Mond arbeiten.

Antwort (Tomonori Ochikoshi): Seine Lieblingsszene, wo ihm fast die Tränen gekommen sind, ist die Verabschiedungsszene von Pochi.

Frage: Wie sind Sie auf den Running Gag gekommen, das Natsuki jedem Tier unter’s Schwänzchen schaut.

Antwort (Koji Masunari): Sie hat von ihrem Vater gelernt, dass wenn man bei einem Tier [das Wort ist mir entgangen, ergänzt sinnvoll^^], dann kann man sehen, ob das Tier gesund ist oder nicht. Das ist dann zur Gewohnheit geworden.

Frage: Ich wollte mich zunächst für den großartigen Film bedanken. Es handelt sich ja hier um einen Film für die Familie, in manchem Sinne auch ein Kinderfilm, aber gleichzeitig ist hier der Plot viel komplizierter als wir normalerweise von Hollywood-Kinderfilmen gewöhnt sind. Warum sind in Anime die Plots oft komplizierter?

Antwort (Tomonori Ochikoshi): Zum einen wurde der Film gemcht, dass er von Kindern gesehen werden kann, aber andererseits auch von Erwachsenen. Die Erwachsenen sollten das Komplexe sehen können, und die Kinder sich unterhalten lassen.

Antwort (Koji Masunari): Der Film ist in erster Linie an Kinder gerichtet, aber andererseits wollte man auch einen Film machen, an dem sich Erwachsene erfreuen können. Die schwierigen Punkte sollten aber trotzdem noch von Kindern verstanden werden können. Es sollte keine abgehobene Ebene geben.

Frage: In dem Kontext: Wo sehen Sie denn das Problem, dass solche Filme nicht bei uns im Kino zu sehen sind, wohingegen Hollywood-Filme eine so große Verbreitung haben?

Antwort (Tomonori Ochikoshi): Er weiß nicht genau, warum das so ist in Europa. Vielleicht hofft man, dass Kinder möglichst „kindisch“ bleiben und nicht so mit erwachsenen Dingen konfrontiert werden [hier habe noch etwas die Übersetzung interpretiert]. Vielleicht ist das der Grund, dass man solche Filme hierzulande nicht so oft im Kino zu sehen bekommt.

Antwort (Koji Masunari): Er denkt eigentlich, dass solche Filme eigentlich alle Altersklassen anziehen sollten.

Moderation: Es ist für die japanischen Gäste wohl etwas schwirig zu beantworten, warum solche Filme hierzulande nicht gezeigt werden, es vermutlich auch einfach eine wirtschaftliche Frage.

Frage (von mir): An den Produzenten: Warum änderten sich bei Fractale die Haarfarben von Phryne und Nessa zwischen den Illustrationen bzw. dem Manga und dem Anime (lila -> rot und braun)?

Antwort (Tomonori Ochikoshi): Beides sind Farben, die sehr aussagekräftig sind. Für die Illustrationen war lila besser, aber für den Anime sollten es auch Charaktere sein, die in sich ein bisschen ruhiger (gelassener) sind und da passte einfach braun besser als lila. [das bezog sich nun wohl auf Phryne]

Frage: Die beiden arbeiten ja nicht nur zu zweit, sondern in einem Dreier-Team namens Besame Mucho. Wie ist der Name entstanden, bei welcher Gelegenheit und welche Ziele haben sie?

Antwort (Tomonori Ochikoshi): Zu dem gehört auch noch Hideyuki Kurata, der Charakterdesign macht (ANN listet ihn eher als Drehbuchautoren o_O) und da sie alle schon älter sind, wollten sie zumindest einen süßen, hübschen Namen haben. Ohne den beiden anderen Bescheid zu sagen, hat er das Team dann Besame Mucho genannt. Das heißt „Küsse mich viel“.

Frage: Bei welcher Gelegenheit trafen Sie zusammen, bei einem bestimmten Anime, oder waren Sie einfach nur befreundet und haben sich gesagt, „wir wollen jetzt zusammen einen Anime machen“?

Antwort (Tomonori Ochikoshi): Sie haben alle drei an Read or Die gearbeitet und danach haben sie entschieden den Gruppennamen Besame Mucho sich zu geben und haben dann zusammen Kamichu gemacht.

Frage: Ist irgendeine Form von Fortsetzung geplant?

Antwort (Koji Masunari): Die Geschichte ist abgeschlossen, sagt ja auch das Ende des Films, aber er würde gerne wieder eine Story machen, die so ein Abenteuer beinhaltet.

Antwort (Tomonori Ochikoshi): Er hofft, dass die Zuschauer noch darüber nachdenken, wie die Kinder weiter leben und was für Menschen sie werden. Das ist sein Wunsch und der Grund, warum er einen solchen Film gemacht hat.

Beginn der „Signierstunde“