Und hier ist das letzte Panel, das ich auf der AnimagiC besucht habe…hier haben wir zuvor immerhin den Film schon gesehen, so dass wir sogar mal passende Fragen stellen konnten…

Susumi Kudo (Regisseur: Mardock Scramble – First Compression, Dear Boys, Episodenregisseur: ef – a tale of melodies, Aquarion)
Go Nakanishi (Produzent: Mardock Scramble – First Compression, Asura Cryin‘, Negima!?, Mahō Sensei Negima!: Shiroki Tsubasa Ala Alba, Fafner)
Hiroyuki Shimizu (Produzent: Dog Days, Hourou Musuko, Ano Hana, Working!!)

Hier hatte ich etwas größere Probleme, die Stimme zu identifizieren, wenn ich mir nicht sicher war, habe ich den Namen einfach weggelassen.

Frage (von JimmPantsu): „First Compression“ war in der Kinofassung ca. 10 Minuten kürzer als in der DVD/BD-Fassung? Waren die Leute unzufrieden mit der Fassung, die im Kino lief oder was sind die Änderungen?

Antwort: Der Grund ist ganz einfach. Wie man es sehr oft hat, ist die Kinoversion an ein breiteres Publikum gerichtet. Da der Film auch sehr extreme und brutale Szenen hat, hat man diese erstmal rausgeschnitten und die sind dann in der DVD/BD-Fassung wieder enthalten.

Frage (von mir): Es soll ja drei Teile geben. Werden die anderen Teile etwas länger oder bleibt man bei 60-70 Minuten?

Antwort: Es wird genauso sein wie bei dem ersten Teil. Viele Szenen, die man nicht mehr Kino sehen wird, werden in der DVD/BD-Fassung wieder hinzugefügt werden. Deswegen werden diese Fassungen auch wieder 10 Minuten länger werden, ansonsten bleibt die Länge wie bei Teil 1.

Frage: Wie sind die drei zu dem Projekt gekommen?

Antwort (Susumu Kudo): Er hatte vorher schon mal für die selbe Produktionsfirma bei einem anderen Projekt gearbeitet. Die Verantwortlichen haben sich dann gedacht, dass er für Mardock sehr gut zu den beiden Produzenten passen würde.

Antwort (Go Nakanishi): Er arbeitet bei der Firma King Records, die auch Anime TV-Serien und Filmen produziert, und hat mit Tow Ubukata  schon bei Soukyuu no Fafner zusammengearbeitet hat. Von Studio Gonzo war geplant, Mardoc Scramble umsetzen, aber daraus wurde nichts. Dann hat er sich gesagt, warum sollen wir das nicht machen und so ist er Produzent der Filme geworden.

Antwort (Hiroyuki Shimizu): 2 verschiedene Firmen (Aniplex und King Records) sind hier involviert. Normalerweise ist er Initiator, aber diesmal war es so, dass er von Herrn Nakanishi in das Projekt herein gerufen wurde. Er hatte natürlich gleich Lust mitzumachen, da er zum einen auch großer Fan von den Romanen von Tow Ubukata ist und zum anderen ist es eigentlich sehr selten, dass sich 2 Produktionsfirmen, die eigentlich auf dem Markt Konkurrenten sind, sich zusammenschließen. King Records ist z.B. für Evangelion und Aniplex ist für Full Metal Alchemist zuständig, aber er dachte sich, wenn man hier mit vereinten Kräften arbeitet, kann man von der finanziellen Seite bzw. für das Marketing einfacher mehr erreichen. Er muss auch ehrlich sagen, dass er von Herrn Nakanishi sehr viel lernen konnte und er denkt auch von Aniplex-Seite als Verantwortlicher für dieses Projekt war das genau der richtige Schritt und ist sehr froh über diese Kooperation.

Frage: Welches Detail des Romans war am schwierigsten umzusetzen?

Antwort: Prinzipiell war es für alle Szenen, die wir für die Umsetzung ausgewählt haben, ziemlich schwierig das umzusetzen. Das größte Problem war aber die Zeit. Einen ganzen Roman in eine Folge von im Endeffekt 60 Minuten zusammenzufassen…da war es schwierig die richtigen Szenen aus dem Buch auszuwählen. Das war dann sogar schwieriger als die eigentliche Umsetzung der Szenen.

Frage: Ich würde gerne noch mal auf den Roman eingehen. Ich habe den 1. Teil kurz vor der AnimagiC angefangen zu lesen und ich habe ich mich dann über die Laufzeit gewundert. Warum hat man nicht mehr Laufzeit verwendet? Waren das Kostengründe? Wie ist denn die Atmosphäre im Team, wenn man einer Romanvorlage sich von so viel trennen muss.

Antwort: Wie schon vorher erwähnt, sollte eigentlich Gonzo den Film herausbringen, das hat, wie gesagt, nicht geklappt und es gab von verschiedenen Studios und Produzenten dann auch Angebote für eine Umsetzung. Glücklicherweise bekam dann den Zuschlag der Produzent Kishimoto [den Namen habe ich nicht ganz verstanden?] mit seinem neu gegründeten Studio GoHands. Das war allen wichtig, denn man wollte keinen Anime machen, der nur das Label bekam, dies ist z.B. ein Madhouse-Anime. Sie wollten einfach einen qualitativ hochwertigen Anime machen. Bezüglich der 60 Minuten fragte man das Studio, wie viele Minuten könnten sie in einem Jahr produzieren, in wie weit müsste man das erste Buch komprimieren, und da war dann die ehrliche Antwort „60 Minuten“.

Frage: Wie geschieht die Auswahl der Szenen, nach welchen Beweggründen?

Antwort: Als erstes hat man sich an die Gewaltszenen ran gewagt und die wurden natürlich zuerst rausgeschnitten. Am schwierigsten war aber zu überlegen, wie man stellt man im Anime die Entwicklung der Hauptperson dar ohne Szenen zu entfernen, die wichtig sind, da sie während des Lesens Romans den Eindruck prägen [Übersetzung etwas glattgebügelt]. Für ihn war die Szene besonders schwierig heraus zu schneiden, wo Rune Balot sich Poster kauft, um sie bei sich im Zimmer anzubringen. Die Szene war eigentlich wichtig, aber sie musste trotzdem raus.

Frage (von JimmPantsu): Eine Frage an Herrn Nakanishi: Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Studio SHAFT bzw. Akiyuki Shinbo wie z.B. bei Negima?

Antwort (Go Nakanishi): Der Manga ist sehr beliebt in Japan und in Kürze erscheint in Japan der Negima-Kinofilm. Im Unterschied zu Mardock Scramble waren SHAFT bzw. Herr Shinbo sehr darauf bedacht, kreativ zu agieren und sich nicht sehr nah an das Original zu halten. Im Gegensatz versuchte man bei Mardock Scramble möglichst nahe an der Vorlage des Romans zu bleiben. Bei SHAFT/Shinbo wurden sich mehr Freiheiten genommen, mehr nach Lust und Laune gehandelt.

Frage: Sehr auffällig fand ich den Stil des Films. Actionmässig erinnerte er mich an aktuelle Science Fiction Filme wie Equilibrium  oder Blade Runner [aktuell?], aber der Zeichenstil erinnerte mich gleich an Ghost in the Shell von Mamuro Oshii. Gab’s da Parallelen? Hat man sich diesen als Vorbild genommen? Vor allem das Charakterdesign des Hauptcharakters hat mich schon sehr an Kusanagi erinnert. Hat man sich an alten SciFi-Anime ein Beispiel beim Stil des Films genommen?

Antwort (Susumu Kudo): Die Filme, die Du erwähnt hast, z.B. Blade Runner mag er natürlich sehr gerne, hat er aber gar nicht so oft gesehen. Vor allem hat er nicht, als er mit der Arbeit bei Mardock Scramble angefangen hatte, diese noch einmal geguckt. Genau dasselbe war bei Ghost in the Shell, den er vermutlich auch nur einmal in seinem Leben gesehen hatte, auch wenn er denkt, dass man denken könnte, dass sich das Design ähnelt. Es gibt auch keine Szenen von GITS, wo er sagen würde, an die kann ich mich noch so erinnern, „die hätte er kopiert“. Eher im Gegenteil, er hat eher probiert etwas neues zu erschaffen, was anderen Sachen halt nicht ähnelt. Es kann natürlich trotzdem passieren, dass man irgendwie im Unterbewußtsein beeinflusst wird. Das war aber keine bewußte Entscheidung.

Frage: Gibt es Überlegungen nach der Fertigstellung von Mardock Scramble das Projekt fortzuführen, z.B. mit dem nächsten Roman des Autors aus dem Mardock-Universum?

Antwort: In Japan wird in September der zweite Teil in den Kinos starten und wenn ihr den Film schaut, wird man sicher denken „was jetzt ist es zu Ende und es muss doch noch weiter gehen“.

Fortsetzung der Frage: Ich meinte nicht diese Trilogie, sondern es gibt noch eine weitere Trilogie.

Antwort: Ob das auch noch zu einem Anime gemacht wird, hängt davon ab, wie groß der Erfolg in Japan, aber auch im Ausland ist und deswegen solltet ihr den Film so gut zu „supporten“ wie es nur irgendwie geht.

Beginn der Signierstunde