Wenn man mal Urlaub am Ende einer Anime-Season hat, dann könnte man ja mal ein paar kleine Artikel zu den beendeten Serien schreiben, dachte ich mir gestern…keine richtigen Reviews, sondern eher was kürzeres und knackigeres.

Da ich ja Fate/Zero bei Nico Nico Douga geschaut habe, wird das nun mit den Screenshots etwas schwieriger (keine Lust auf croppen), aber Fanarts sind ja auch mal was feines, um die „Wall of Text“ etwas auzulockern. Für mich als kleiner Fanboy von allem, wo TYPE-MOON drauf steht, war die Serie natürlich Pflichtprogramm und da ufotable bei Garden of Sinners ja doch eine vielbeachtete Filmreihe abgeliefert hat, gab’s wohl diese Season keine Serie, um die mehr Hype gemacht wurde. Ich denke, schon zu recht, wobei die erste Hälfte der Serie (die 2. folgt im April) auch nicht ganz perfekt ist.

Wie schon bei Garden of Sinners sind einige Dialoge etwas lang und kommen nicht so richtig auf den Punkt und leicht verdaulicher Stoff ist auch Fate/Zero nicht, wobei man der Handlung doch weitaus leichter folgen kann als bei Garden of Sinners, aber das liegt auch an der weitaus simpleren Rahmenhandlung. Denn 7 Parteien aus „Servants“ und „Masters“, die sich wegen dem heiligen Gral prügeln, ist doch etwas einfacher zu verstehen als Shiki’s und Mikiya’s Beziehung…

Zwar braucht man nicht unbedingt Vorkenntnisse vom „Sequel“ Fate/stay night, um Fate/Zero zu verstehen, aber ein Gefühl sagt mir, es hilft, um die Faszination der Serie besser nachvollziehen zu können. Denn wie schon vorher erwähnt, wird teilweise mehr geredet als tatsächlich gehandelt und ich kann verstehen, dass manch einem das dann etwas zu viel wird, wenn man sich eh nicht gerade gerne mit dem Franchise beschäftigt. Leider macht Fate/Zero hier auch wieder nicht viel, um die Gespräche mit interessanten Schnitten oder Kameraperspektiven etwas aufzulockern, wie z.B. Kyoto Animation es in Haruhi macht, wenn die Kyon und Itsuki gerade eins ihrer langen Gespräche führen oder auch SHAFT in Bakemonogatari. Vor allem schien man hier oft tatsächlich etwas sparen zu wollen und animierte diese Szenen nicht sonderlich aufwendig, was das ganze auch nicht ansprechender machte. Offensichtlich wurden die Ressourcen dann lieber in die imposanten Kampfsequenzen gesteckt, die tolle Kamerafahrten und gut eingefügte CGI-Elemente boten. Hier wurde dann tatsächlich Kinoqualität geboten, so dass einige Folgen wirklich großartig inszeniert waren. Hier konnte ufotable auch klar Deen’s Fate/stay night abhängen und auch Unlimited Blade Works wird hinter sich gelassen – wobei ich die Kampf-Choreographie dort teilweise etwas besser fand, aber bei Fate/Zero kommt ja noch der 2. Teil der Serie, der noch vermutlich stärker aufdrehen wird.

Die Hintergründe erreichen oft Kino-Qualität und sollten auf Blu-ray dann noch einmal extra glänzen können. Hier lässt man den Großteil der anderen Serien dieser Season klar hinter sich. Die Animationen in den Kämpfen sind großartig, bei den Gesprächen etwas unspektakulär, wobei aber das Charakterdesign gut umgesetzt wurde und ich auch keine großen Macken in der Qualitätskontrolle feststellen konnte. Der Soundtrack von Yuki Kajiura gefiel mir ganz gut, wobei der von Unlimited Blade Works mir etwas epischer vorkam und sich mehr in den Vordergrund drängte (was dem Film sehr half). Ich freue mich aber schon auf die Soundtrack-CD, die der Blu-ray-Box beiliegen wird. Das OP und das ED gefielen übrigens mir ja sogar so gut, dass ich mir schon die Singles gekauft habe.

Mittlerweile habe ich mich auch ganz gut an die dt. Untertitel des Simulcasts gewöhnt (die Rechtschreibprüfung wurde wohl auch gefunden^^;), wobei einfach nicht verstehe, warum das Buffering eigentlich immer beim Opening versagt hatte und das Bild plötzlich stockte. Bei Crunchyroll hatte ich bei meiner Leitung nie solche Probleme gehabt und das sind dort ja sogar HD-Streams. Immerhin finde ich es von Aniplex ja schon mal toll, dass sie diesen Simulcast sogar für Deutschland anbieten.

Bei den Charakteren finde ich gut, dass der Humor durch Rider und Waver etwas stärker Einzug in das Franchise gehalten hat (bei FSN war der Humor eher auf das Tiger Dojo beschränkt) und die vielen bedeutungsschwangeren Dialoge der anderen Charaktere kriegen so mal ein Gegengewicht.  Man kann aber schon sagen, dass die Charaktere etwas komplexer als im „Sequel“ erscheinen und man kann doch selten in einem Anime so viele erwachsene Charaktere erleben. Toll fand ich es natürlich, dass Ilya einen Auftritt bekam (der unglaublich niedlich war) und Rin sogar eine ganze Folge, die spannend und atmosphärisch dicht inszeniert war. Saber verhält sich wie Saber und Caster samt seinem Master sind mal richtig böse Antagonisten. Lancer scheint eine ähnliche Rolle wie sein Gegenstück in FSN einzunehmen und ist eigentlich unglaublich sympathisch, nur scheint die Klasse immer Pech mit den Mastern zu haben^^. Irisviel ist irgendwie immer eine Bereicherung für jede Szene – ein tragischer Charakter, der aber eigentlich viel zu nett für das Fate-Universum ist.

Ich finde aber sehr interessant, dass dieser Gralskrieg sehr viel abwechslungsreicher als der aus FSN zu sein scheint und vor allem Kiritsugu Emiya’s Einsatz von moderner Technik und Waffen bringt mal richtig „Wumms“ in die Kämpfe. Auch sind die Parteien und die Beziehungen untereinander dieses Mal besser ausgearbeitet und man scheint oftmals mit etwas mehr Taktik vorzugehen..nun ja, die Macht eines Prequels….

Die langen Dialoge liegen wohl klar an der Vorlage, denn dafür sind ja viele Light Novels bekannt und ich möchte es der Serie auch nicht zu sehr ankreiden. Zum Beispiel in der 1. Folge hatte ich damit auch kein Problem, aber zwischendrin bremste mir die Handlung etwas zu sehr ab und ich bin gespannt, wie das ganze dann bei einem Re-Watch rüberkommt. Zumindest würde ich aber klar sagen, dass die Serie bislang die beste Umsetzung in Animeform aus dem Fate-Universum ist, wobei ufotable aber keine perfekte Serie gelungen ist, sondern nur eine sehr gute. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich Garden of Sinners auch nicht perfekt gefunden habe und ich die Filme z.B. größtenteils so toll finde, da sie atmosphärisch sehr gut gelungen sind und eine außergewöhnliche Faszination bei mir bewirken, aber auch dort fand ich die Dialoge oft zu „geschwollen“. Als TYPE-MOON-Fanboy bin ich doch ziemlich zufrieden mit Fate/Zero…und Rin ist natürlich auch ein Fangirl^^