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Frühlingseindrücke: Fate/Zero 2nd Season

by TMSIDR

Ein neuer Artikel, man mag es kaum glauben. Ironischerweise zu einer Frühlingsserie, wobei hier immer noch ein halber Artikel zu einer Winter-Serie rumliegt…aber frische Eindrücke sollte man nieder schreiben, so lange sie…naja…noch frisch sind…

Der Artikel ist übrigens recht spoilerfrei.

Zur Handlung von Fate/Zero Season 2 schreibe ich mal nur so viel, dass wie nicht anders zu erwarten, zunächst die Beseitigung des Caster-Gespanns abgehandelt wird und dann müssen natürlich die Servants bis zum erwarteten Ende, das man ja schon aus Fate/stay night kennt, dezimiert werden. Zudem erfährt man sehr viel über den Hintergrund von Kiritsugu. Ein paar Überraschungen gibt es zwischendurch, aber es wären ja keine Überraschungen mehr, wenn ich nun zu sehr auf sie eingehen würde. Und man sollte diese Staffel eh nicht gucken, wenn man die 1. Staffel nicht gesehen hat.

Toll fand ich an der Handlung, dass die zynische, aber intelligente Art des Kampfes gegen Master und Servants durch Kiritsugu konsequent weiter geführt wurde und hier zeigt das Franchise mal etwas Realismus, wenn es in einem Kampf um Leben und Tod geht. Das verleiht einem großen Deathmatch, das man auch schon aus 1432 anderen Anime kennt, mal ein paar neue Aspekte, denn warum soll man bei so was denn fair spielen? Dadurch entsteht aber ein Problem, denn viele, darunter auch ich, haben wohl viele epische Kämpfe zwischen Servants erwartet – und die bleiben eher auf der Strecke. Meinem Gefühl nach nehmen diese sogar eher weniger Zeit ein als in der alten Fate/stay night – Serie, aber da kann mich meine Erinnerung auch trügen. Allerdings vermute ich, dass es mit der Vorlage zu tun hat, denn lange Actionsequenzen in  Light-Novel-Form zu beschreiben, liegt nicht jedem Autor und ich vermute, dass der Schwerpunkt dort eher auf die Dialoge gelegt wurde. Da ich das Werk nicht gelesen habe, kann ich hier aber nur spekulieren. In der Visual Novel zu FSN nahmen diese dagegen doch einen großen Teil der „Spielzeit“ ein und waren mit coolen Effekten auch spannend zu „lesen“, und hier konnten die Animeumsetzungen dann auch glänzen (in diesem Punkt finde ich die beiden Deen-Anime auch gelungen).

Zudem hatte ich zuvor schon überlegt, dass ufotable nun nicht gerade das Studio ist, dass oft lange Serien macht und sogar die wirklich hübschen Garden of Sinners – Filme boten nur wenige, dafür wirklich fantastische Action-Szenen. Die finde ich übrigens auch etwas spektakulärer als das Gebotene in Fate/Zero, wobei letzteres auch einige feine Szenen bietet, die aber recht selten sind – zumindest seltener als ich gehofft habe.

Das Charakterdesign ist aber toll umgesetzt worden und auch viele der Hintergründe sind sehr hübsch. Der Einsatz von Effekten zeigt auch, dass ufotable einiges auf dem Kasten hat, aber man merkt deutlich, dass es wegen des Budgets bzw. der Ressourcen einer TV-Serie starke Anpassungen geben musste, denn vor allem die Dialogsequenzen, von denen es sehr viele gibt, kommen von der Dynamik und Lebendigkeit einfach nicht an Serien von SHAFT oder Kyoto Animation ran. Manch einer mag nun sagen, der Vergleich hinkt total, aber meiner Meinung nach hätte es die Dialoge doch etwas interessanter gemacht, wenn hier etwas größerer Aufwand getrieben worden wäre. Übrigens störe ich mich an den langen Dialogen, denn die gehören zum Nasuverse (auch wenn Urobuchi hier die Feder schwang) und ich fand sie sehr gut geschrieben, aber wenn man schon fast ganze Folgen nur damit füllt, sollte man mehr für’s Auge bieten.

Das hört sich nun etwas arg negativ an, aber etwas Kritik ist bei einer solchen Serie schon angebracht, wenn man merkt, dass an einigen Stellen wohl etwas gespart wurde, wobei schon sehr klar war, dass man einen nahezu sicheren Hit in der Tasche hat. Zwar sieht die Serie sehr gut für eine TV-Serie aus, aber man hätte bei mehr als 50.000 verkauften Exemplaren der 1. Blu-ray-Box, was niemanden überrascht hat, sich auch mehr Sequenzen in Kinoqualität erlauben können. Die Gründe liegen wohl auch eher darin, dass ufotable einfach nicht genug Ressourcen hat, um eine komplette TV-Serie in feinster Kinoqualität zu liefern, aber ich hätte es besser gefunden, wenn man sich etwas mehr „Mühe“ gegeben hätte. Das ist vielleicht auch einfach nur die Enttäuschung, dass ich einfach mehr toll inszenierte Servant-Kämpfe gesehen hätte, denn hier bietet das Franchise so viel Potential. Wie schon gesagt, beruht das wohl auch auf der Vorlage, aber irgendwie glaube ich, dass man mehr hätte machen können. Es kann natürlich sein, dass es wie bei Box 1 noch einige Verbesserungen und neue Szenen in der Blu-ray-Version geben wird, aber etwas Potential wurde wohl trotzdem verschenkt.

Inhaltlich bot vor allem die zweite Staffel wieder intelligente Dialoge und Ideen und die verschiedenen Beziehungen zwischen „Servants“ und „Mastern“ waren fein ausgearbeitet, und boten vor allem bei Waver und Rider wieder sehr schöne Momente. Auch gelang es der Serie, dass man teilweise für eher „böse“ Charaktere etwas Mitleid bei ihrem Abgang empfinden konnte und vor allem Lancer kriegt wieder wunderbare Szenen, die auch gut seinem Gegenstück in FSN passen. Saber-Fans kriegen im Sequel definitiv mehr geboten, aber ihre Szenen mit Irisviel waren doch sehr unterhaltsam und emotional gelungen umgesetzt worden. Auch Ihre „Verarbeitung“ ihrer Vergangenheit war interessant und zeigte weitere Facetten ihres Charakters, deren Ergebnisse man dann in FSN zu sehen bekommt. Wie im Nasuverse üblich gibt es viele grausame und gleichzeitig tragische Szenen, und die bitterböse Ironie einiger Szenen zusammen mit dem „Bad End“ bereiten einen guten Nährboden für den bekannten Gralskrieg in FSN. Zwar passt nicht alles perfekt zu den Informationen aus FSN (meinem Verständnis nach) und ich habe einiges doch etwas anders erwartet, aber als Prequel funktioniert F/Z doch ausgesprochen gut. Etwas komisch ist aber schon, dass Gralskrieg im „Sequel“ doch weitaus normaler und traditioneller abzulaufen scheint als im Vorgänger.^^;

Übrigens halte ich ufotable immer noch für das Studio, das mit dem Nasuverse wohl am besten zurechtkommt und mir gelangweilt habe ich mich keine Sekunde in den 2 Staffeln, aber etwas mehr hätte man machen können. Ich hoffe, dass ufotable irgendwann die Chance bekommt, Remakes von FSN (oder eine Umsetzung von Heaven’s Feel) oder Tsukihime zu machen, und man dann einfach mit dem nahezu sicheren Erfolg sich noch steigern kann.

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3 comments

Twaldigas 24. Juni 2012 - 15:57

Sehr schönes Review, wie ich finde. Auch deiner Kritik kann ich mich größtenteils anschließen und du hast völlig recht, wenn du sagst, dass diese bei einem solchen Titel durchaus angebracht ist.

[Spoiler]
Auch ich finde, dass nicht alles so verlaufen ist, wie es in Fate/stay night erzählt wurde. Zum Beispiel bin ich der Meinung, dass es hieß, dass Saber am Ende gegen Gilgamesh kämpft. Wo war dieser Kampf? Deshalb bin ich vom Ende auch etwas enttäuscht.
[/Spoiler]

Was die Kämpfe angeht, so habe auch ich den Eindruck, dass diese kürzer gekommen sind, als in Fate/stay night. Schade, denn das hatten sich bestimmt viele erhofft. Du scheinst also nicht der einzigste zu sein, der das so empfindet. Dennoch waren die Konflikte, gerade durch diese hinterhältige Art und Weise, super.

Ob es zu Fate/stay night ein Remake geben wird, wage ich zu bezweifeln. Das dürfte dann wohl noch ein Weilchen dauern. Aber wenn man es macht, könnte man sich ja für eine feste Route entscheiden und nicht wieder versuchen, alle drei zu mischen.

Reply
HamuSumo 25. Juni 2012 - 10:18

Im Grunde kann ich mir dir anschließen. So sehr ich Kiritsugus ungewöhnliche Heransgehensweise mochte (eben weil sie ungewöhnlich war!) so hatte ich mich dennoch auf größere Servant-Kämpfe gefreut. Vor allem bei Saber gegen Berserker hat man meines Erachtens viel Potenzial schleifen lassen.

Das ist vielleicht die Rache dafür, dass man sich in der gesamten ersten Staffel auf die Dialoge konzentriert hat anstatt früher den „Eliminierungsprozess“ zu starten.

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Review: Fate/Zero - aozora 14. Juli 2012 - 16:52

[…] Brigade.de – Review 1. Staffel – Review 2. Staffel – Fate/Zero Blu-ray Disc Box I […]

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