So, jetzt mal ist es mal an der Zeit das Niveau etwas heben und ich stelle mal etwas Literatur vor. Um es sich mit dem Mangaleser von heute nicht zu verderben, sind aber trotzdem ein paar Bilder drin. Da ich mich nicht zu weit von der Thematik der Seite weg bewegen möchte, ist es aber nur die erste Light Novel von „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“, die Yen Press / Little, Brown dem ständig hungernden Light Novel-Volk im April dieses Jahres vorgesetzt hat. Wie ich ja auch schon berichtet hatte, versuchte der Verlag sich mit diesem Buch den eher mangafernen jungen Leserinnen anzunähern, indem man das Cover relativ neutral gestaltet hat. Um es sich aber mit Haruhiisten dieser Welt nicht zu verderben, hat man noch eine gebundene Variante mit dem Original-Artwork auf den Markt geschmissen. Die Variante war natürlich teurer ($8,99 ->$15,99) und so konnten sie von Fanboys wie mir doppelt abkassieren -_-.

Das Bild oben zeigt übrigens die 2 US-Varianten und die japanische Light Novel, die zwar am kleinsten ist, aber dafür auch schon für 514 Yen den Besitzer wechselt. Der Vollständigkeit halber gibt’s auch noch eine sexy Rückenansicht:

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Ok, das „sexy“ nehme ich zurück. Denn die Serviceshots von Mikuru verstecken sich in allen Versionen im Innenteil und während die Japaner gleich von den Farbseiten beim Aufschlagen begrüßt werden, haben Amerikaner die Seiten nach der Geschichte platziert und die Reihenfolge der westlichen Leserichtung angepasst. Hier nun mal ein Blick in den Innenteil der gebundenen Variante:

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Weiter geht’s mit der Taschenbuchvariante:

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Und nun das obligatorische Bild des „Originals“:

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Alle Farbseiten haben immerhin samt Übersetzung den Weg über den Pazifik geschafft. Witzigerweise bietet die US-Taschenbuchvariante eine Seite, die in den anderen Varianten fehlt, denn hinter dem Titelblatt befindet sich folgendes Retro-80er-Neon-Designwunder inklusive einem tollen Werbespruch:

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Tut sie das wirklich….?! Naja, da gibt’s ja die wildesten Theorien….

Eine Seite der japanischen Fassung ist übrigens doch verloren gegangen:

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Tja, ich finde, dass Inhaltsverzeichnisse in Romanen eh nur was für Mädchen sind…also genau der Zielgruppe der Marktforscher bei Little, Brown, naja, lassen wird das^^.

Ich bewege mich mal langsam zum Inhalt hin, der ja bei Romanen, auch wenn’s die „leichte“ japanische Variante ist, ein nicht gerade zu unterschätzender Faktor ist. Hier ist nämlich zunächst einmal Bild aus der Geschichte selbst:

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Die Taschenlampe gab’s übrigens nicht dazu. Wie man sehen könnte, wenn man ganz genau hinguckt, ist der Inhalt der Seitenaufbau und die Verteilung des Textes bei den beiden amerikanischen Varianten genau gleich.  Und die Illustrationen sind auch alle drin, also von Ecke aus kann man nicht meckern.

Ich finde allerdings ein bisschen schade, dass man bei der Taschenbuchvariante nicht einfach der Vollständigkeit halber das Originalcover noch reingepackt hat, aber nun gut…

Dafür gibt’s noch als Werbung für den Manga, der bei Yen Press erscheint, ein paar Seiten am Ende zum Probelesen.

Nach den ganzen Bildern wende ich mich nun endlich dem Inhalt zu: Diese Light Novel deckt im Prinzip exakt der Story-Arc „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“ ab und und man ist erstaunt wie genau sich Kyoto Animaton größtenteils an das Buch gehalten hat. Wie in der Serie wird die Handlung übrigens aus der Sicht von Kyon erzählt, der hier noch stärker als im Anime alles zynisch unterstreicht. Zudem wird etwas klarer, dass er Haruhi wirklich ziemlich scharf findet….

Mir fiel aber z.B. auch auf, dass die Szene, wo Kyon das erste Mal von Itsuki Infos über seine Identität erhält und die Idee Haruhi als Gott aufkommt, im Buch etwas komplexer ist. Ein weiteres kleines Detail ist, dass Haruhi in der Szene nachdem sie in das Bunny-Girl-Kostüm geschlüpft war, im Buch keine Strumpfhose (oder wie man das nennt) anhat, im Anime aber schon. Warum mir genau das aufgefallen ist, ist mir selbst ein Rätsel. Ansonsten werden viele Sachen von einem der Charaktere ausgesprochen, die Kyon im Buch nur zu denken scheint.

Obwohl ich die Handlung mittlerweile fast runterbeten kann, hatte ich beim Lesen keine Langeweile, da der Schreibstil sehr witzig ist. Wobei ich nicht beurteilen kann, wie gut das Englisch tatsächlich vom Stil her ist, aber immerhin ist es sehr verständlich geschrieben, so dass man mit normalen Schulenglisch ganz gut durchkommen sollte. Es ist übrigens stilistisch definitiv besser als die Fanübersetzung, die man leicht im Internet finden kann. Es gibt ja auch Gerüchte, dass die Übersetzung des Buches von dem Übersetzer von a.f.k. ist, und wenn man die Untertitel mit dem Buch vergleicht, ist einiges 100% gleich, wenn der Anime sich genau an den Wortlaut der Bücher hält. Ich habe allerdings nur ein paar Szenen verglichen, und da fällt z.B. die Fanübersetzung des Buches größtenteils komplett anders aus, die offizielle Übersetzung aber fast genau wie die a.f.k.-Version. Vielleicht ist der Übersetzer kennt der Übersetzer auch nur den Fansub und hat etwas abgeguckt.

Ich kann die Light Novel nur jedem Fan des Animes empfehlen, da Kyon’s Kommentare noch witziger sind und man teilweise auch noch etwas mehr erfährt. Vor allem muss man den nicht gerade erfolgsverwöhnten Light Novel – Markt unterstützen. Mit einer deutschen Veröffentlichung würde ich übrigens nicht rechnen, wie man ja z.B. von Tokyopop schon hören konnte…

Der nächste Band erscheint übrigens im Oktober, wobei Amazon.de mir einen früheren Termin nennt:

Sigh_Amazon

Auf der offiziellen Seite gibt’s übrigens auch Leseproben.