Bei der Connichi bin ich traditionellerweise immer eher der Panelbesucher, da z.B. Gainax mich immer anlockt. Da ich dieses Jahr auch eine Erkältung während der Convention auskurieren durfte, war das gemütliche Herumsitzen drinnen eh ganz gut für meine körperliche Verfassung. Irgendwie dachte ich beim Besuchen der Panels aber nicht wirklich daran, dass ich darüber später vielleicht noch bloggen könnte, also beruht jetzt alles auf meinem Gedächtnis und ein paar Bildern, die ich zwischendurch gemacht habe. Meine körperliche Verfassung wirkte sich natürlich auch auf meine geistigen Fähigkeiten aus, so dass sich bestimmt nicht gerade der aufmerksamste Zuhörer war. Meistens war ich ja eher damit beschäftigt, zu überlegen, ob ich mir jetzt gleich de Nase putze, ich trotz des gereiztes Halses eine Frage stelle und wie ich die ganzen benutzten Taschentücher in den Hosentaschen verschwinden lassen kann, bis man mal wieder in der Nähe eines Abfalleimers ist…Mitleid erwarte ich jetzt natürlich nicht, ich verwende das jetzt nur als Ausrede, warum das ganze so lückenhaft ist…

Dann beginne ich doch mal mit dem Gainax-Panel, was am Samstag-Nachmittag stattfand. Vertreten waren dabei zum einen wieder der Gainax-Chef Hiroyuki Yamaga, der seit Anbeginn der Connichi ein regelmäßiger Besucher ist (ich bin mir nicht sicher, ob er bei der 1. dabei war). Er ist übrigens nicht nur Chef der Firma, sondern wirkte auch sehr aktiv bei mehreren Serien und Filmen mit, z.B. als Regisseur bei Abenobshi, Wings of Honneamise und Mahoromatic und er war auch auch an der Planung und als Episodenregisseur bei Gurren Lagann beteiligt. Da er auch viele Serien der Firma produziert hat, von Evangelion bis zum aktuellen Shikabane Hime ist eigentlich kein Problem, sich vernünftige Fragen für ihn auszudenken.

Als nächstes stand ein weiterer, häufiger Besucher auf der Gästeliste, nämlich Takami Akai, welcher wie Yamaga-san zu den Gründungsmitgliedern von Gainax gehört. Er ist hauptsächlich dafür bekannt, dass er die „Princess Maker“-Videospielreihe „erfunden“ hat und eher für die Videospielecke von Gainax zuständig ist. Er war zudem auch Produzent von Gurren Lagann, aber da gab’s ja damals Ärger, da er sich im Internet aufgeregt hat. Er geht aber auch immer noch gerne auf Gurren Lagann – Fragen ein.

Nun wird’s etwas kurioser, denn die 3. Person von Gainax ist Hiromi Maekawa, die ja als Ehrengast angekündigt wurde, und man sich fragte, wer sie überhaupt sein soll. Nun wissen wir, sie ist bei Gainax angestellt und entwirft Merchandise, z.B. T-Shirts für Gurren Lagann, und hat wohl auch an einem neuen Musikvideo für eine weitere Ausgabe der Parallel Works gearbeitet.

Bei dem Panel selbst kamen mal eine paar interessante Infos raus, denn jemand fragte, warum Yamaga-san eigentlich so regelmäßig die Connichi besucht, und dieser erwiderte, um in den Kontakt mit den Fans zu kommen (deswegen besucht er auch noch regelmäßig eine Con in den USA). Dann erzählte er noch zu dem Thema, dass es in Japan so etwas in dieser Form nicht gibt und es dort einfach keinen Kontakt zwischen den Machern und den Konsumenten gibt. Das sorgte natürlich für etwas Verwunderung und er erzählte weiter, dass die Comiket und die Tokyo Anime Fair zwar sehr groß sind, aber nicht vergleichbar mit Cons außerhalb Japans sind. Zum einen ist Cosplay dort meistens in den Hallen verboten, da die Vermieter der Lokalitäten Angst um ihren Ruf haben, und es dort eben auch wirklich keine Q&A-Panels gibt. Ich persönlich verstehe nun wirklich etwas mehr, warum die Gainax-Leute regelmäßig erscheinen und auch die Convention als normale Besucher unsicher machen. Vor allem letztes Jahr sah ich oft die Gurren Lagann – Crew mit Fotoapparat rumlaufen und Cosplayer fotografieren. Yamaga-san und Akai-san habe ich dieses Jahr auch bei den Panels der anderen Gäste im Publikum gesehen, also scheinen sie die Atmosphäre der Connichi wirklich zu mögen. Sie wiesen zudem auch daraufhin, dass in Japan auch eine gewisse Angst vor Stalkern herrscht und deswegen der Kontakt sehr kontrolliert stattfindet. Zudem hat das auch historische Gründe, da Otakus dort früher als Außenseiter galten und sich eher nicht öffentlich gezeigt haben. Aber scheinbar soll nun etwas an dem Kontakt zu den Fans gearbeitet werden, als Beispiele fallen mir ja die zahlreichen Blogs der Macher ein, die zumindest die Kommunikation über das Internet erlauben.

Natürlich ging es auch noch etwas mehr um Animes, wobei ich mich nur noch an wenige Fragen und Antworten erinnern kann, z.B. wies Yamaga-san noch einmal daraufhin, dass in Otaku no Video in den Realfilmsequenzen zwar Gainax-Leute zu sehen waren, diese aber die Rollen der Otakus nur gespielt haben. Natürlich gab es auch wieder allerlei Fragen zu den neuen Evangelion-Filmen, zu denen die Gainax-Leute aber eher weniger sagen können, da sie ja selbst mit der Produktion wenig zu tun haben. Jemand fragte auch, ob eine Animeumsetzung des Mangas von Iron Maiden 2nd möglich wäre (genaugenommen basiert der Manga aber eigentlich auf einer Visual Novel), und da wurde natürlich erwidert, dass nix geplant ist. Ich persönlich halte das auch für sehr unwahrscheinlich…

Es ging natürlich auch noch um Gurren Lagann und dort wurde z.B. die Frage gestellt, ob Gainax mit dem Erfolg des Franchises zufrieden ist, und die beiden hielten sich etwas mit der Begeisterung zurück, waren aber wohl auch der Meinung, dass sie es nun geschafft haben aus dem Schatten von Evangelion rauszutreten. Übrigens könnte es noch 8-10 Jahre dauern, bis das nächste Franchise von ihnen kommen könnte, da sich dafür ihr neuer Staff noch weiterentwickeln muss. Ich stellte am Ende auch noch selbst eine Frage, ob Hanamaru Yōchien wieder etwas mehr nach Gainax aussieht als z.B. Shikabane Hime (tolle Serie, aber man erkennt eher weniger die Handschrift von Gainax) und Yamaga-san holte dann sehr weit aus mit der Beantwortung der Frage. Gainax litt immer selbst darunter, dass die Leute dachten, die Animeproduktion stammt von ihnen. Z.B. NGE wurde eigentlich hauptsächlich von Tatsunoko produziert, aber jeder denkt, es war nur Gainax. Auch bei jedem anderen Anime vor Gurren Lagann war das in etwa so (FLCL war Production I.G., Mahoromatic und andere Serien waren Shaft). Für Gurren Lagann dagegen wurden massig Leute eingestellt, damit die Serie größtenteils inhouse entstehen kann. Nach Gurren Lagann verwandelt sich Gainax aber dann eher in ein normales Animationsstudio, das heißt sie produzieren nun mehr Serien die von außen in Auftrag gegeben werden. Nun möchte man am Anfang auch noch etwas vorsichtiger sein, und das Produkt nicht zu sehr nach Gainax aussehen zu lassen. Abschließend sagte er dann zu Hanamaru Yōchien, dass er die erste Folge kürzlich sah und dass die Serie nicht ganz so abgefahren ist, wie der Trailer von der Otakon / Animagic es vermuten lässt und er etwas enttäuscht war (?!) (wobei da auch etwas Lost-in-Translation vorgefallen sein könnte).

Hauptsächlich musste Yamaga-san die Fragen beantworten und er tat das auch gewohnt gut. Akai-san brachte öfters mal etwas Humor rein und er schafft es einfach sehr charismatisch auf Fragen einzugehen, auch wenn an ihn wegen seiner Tätigkeiten bei Gainax nicht viele Fragen gestellt werden können (Die Princess Maker-Reihe ist ja hierzulande total unbekannt). Maekawa-san hat es natürlich noch schwieriger gehabt, da sei durch ihr Tätigkeitsfeld und ihre Unbekanntheitsgrad für Fragen ein schwieriges Ziel ist. Allerdings sprach sie doch jemand im Panel an und wollte mit ihr das T-Shirt tauschen, was wohl bald im Gainax-Shop erhältlich sein wird und von ihr designt wurde. Ich möchte an dieser Stelle auch wieder Mario Hirasaka loben, der sehr gut übersetzt hat und zeigt, dass es für Übersetzer Vorteile hat, wenn sie die Animes auch kennen, von denen gesprochen wird. Bei der Animagic ist das immer sehr nervig, dass die Leute da oft gar keine Ahnung haben…

Mir gefiel das Panel sehr gut, auch wenn die Leute langsam mal lernen sollten, dass Evangelion 1.0 und 2.0 Fragen nicht so passend sind, vor allem wenn ein anderer Ehrengast da viel eher der Experte ist^^‘.

Die Signierstunden waren diesmal wieder einzeln und man musste auch nicht lange anstehen, und da jeden Tag eine war, sollte jeder der Bedarf hatte, die Gelegenheit bekommen haben, eine Signatur zu ergattern. Da mir langsam die unsignierten Gainax-Artikel ausgehen (wo es Sinn macht), habe ich diesmal nur 2 Signierstunden besucht:

Ich hatte bei mir noch ein Gainax-Interviewbuch gefunden, in dem Yamaga-san und Akai-san auch vertreten sind:

gainax_signier_01Also ließ ich es mir signieren:

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Da Akai-san Wings of Honneamise co-produziert hatte, holte ich mir da auch mal eine Unterschrift für meine HD DVD des Films:

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Für Hiromi „Noir“ Maekawa hatte ich nur ein leeres Blatt^^:

gainax_signier_08Für Yamaga-san hatte ich noch das Inlay der Gurren Lagann Parallel Works DVD dabei, wo er für ein Video Regie geführt hatte, aber leider mangelte es an einem hellen Edding, so dass er nur auf der Rückseite unterschreiben konnte (andere Jahre gab’s immer silberne Stifte, die sich ideal auf dem schwarzen Hintergrund der Innenseite des Inlays gemacht hätten -_-).

gainax_signier_07Akai-san zeichnet auch oft, und da ich mir dieses Jahr keine Zeichnung geholt habe, präsentiere ich mal ein paar Exemplare der letzten Jahre:

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Ich besitze auch den ersten Princess Maker-Teil für den Sega Saturn, denn er irgendwann auch mal „bezeichnet“ hat:

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Ich muss auch noch einmal positiv bemerken, dass Gainax in Gegensatz zu vielen Animagic-Ehrengästen die Convention weniger als Werbeveranstaltung zu sehen scheinen, und dieses Mal im Prinzip gar keine Werbung für neue Produkte gemacht haben. Natürlich wäre ein frischer Trailer auch mal interessant gewesen^^.

So, das war nun erstmal der Gainax-Teil der Panels / Signierstunden, mehr folgt dann in den nächsten Tagen.