Ich gebe zu, dieser Artikel ist recht spät dran, aber irgendwie brauche ich für Erlebnisberichte immer etwas länger. Leider habe ich nicht so viele Fotos zum Füllen des Artikels gemacht, deswegen verweise ich hierfür mal fix zu JimmPantsu’s Artikel. Die CosDay²-Artikel kommen dann in Kürze und dann kommen auch wieder ein paar „normale“ Artikel…

Los ging’s viel zu früh, denn JimmPantsu und ich wollten ja rechtzeitig da sein, damit man gegebenenfalls noch davor ein paar Cosplayer vor die Linse locken kann, aber wie das immer so ist, kommen ein paar kleine Umwege dazwischen (immer diese Leute ohne Drucker!) und wir trafen gefühlt erst kurz vor Eröffnung ein. Schon während der Fahrt machten wir uns schon ziemliche Sorgen um das Wetter, was sich leider auch bestätigt hatte, denn das Thermometer kletterte am Wochenende selten über 18-19°. Eine dichte Wolkendecke hatte sich zudem über den Himmel gelegt und benieselte auch gerne mal etwas die armen Besucher und Cosplayer vor den Toren. So richtig die Sonne sahen wir eigentlich erst wieder auf der Rückfahrt. Man kann wirklich sagen, das Wetter sorgte für eine recht trostlose Atmosphäre, da alles etwas grau aussah und man im T-Shirt doch etwas fröstelnd draußen unterwegs war – wobei einige Cosplayer bei ihren sommerlichen Cosplays wohl noch mehr leiden mussten…

Nun gut, das Wetter hat ja eigentlich nur wenig mit der Convention selbst zu tun, aber für mich gehören sommerliche Temperaturen und eine gut aufgelegte Sonne irgendwie zur AnimagiC dazu, aber dieses Jahr wollte diese Zutat einfach nicht mitspielen. Naja, zurück zur Ankunft am Gelände. Da der berüchtigte Zaun ja um das Außengelände aufgespannt war, lief da Abholen der Karten dieses Jahr etwas anders ab und die „Kasse“ befand sich ganz vorne an der Ecke. Seltsamerweise standen wir dann recht lange in der Schlange, die u.a. zu den Presse-Tickets führte (wobei auch andere Parteien dort ihre Bändchen holten). Immerhin hatte oldsqL so die Gelegenheit uns zu finden, damit wir wieder wie bei den letzten Conventions zusammen das Gelände unsicher machen können.  Ach, und wir gerade bei Bändchen sind, diese sind diesmal wirklich stabil gewesen und wenn ich mir anschaue, wie stark ich mit der Schere kämpfen musste, um den Arm später wieder zu befreien, dann sollten diese eigentlich bei jedem das Wochenende überlebt haben. Wenn die das noch steigern wollen, dann wird das ne Halskrause ala Running Man oder Deadman Wonderland…

Mit Bändchen und Presseticket um den Hals baumelnd konnten wir dann auch das Außengelände betreten, welches leider nur durch einen Eingang möglich war. Harmlose Passanten erinnerte das ganze vielleicht etwas an einen Bauzaun, der die Sicht versperrte, nur dass sich dahinter eine Convention befand und keine Baustelle.  Durch den einen oder anderen Spalt konnte man aber wohl mal einen Blick nach innen werfen.

Innendrin gab’s dann zum Beispiel den XXL-Live-Kicker, bei dem man sich in die Rolle einer Tischkickerfigur reinversetzen konnte. Eigentlich eine sehr komische Erfindung, wenn man sich überlegt, dass Tisch-Kicker vor dem Siegeszug der Videospiele bestimmt erfunden wurden, damit man im weitesten Sinne ein Fußballspiel zu mehreren in der Kneipe, im Jugendzentrum oder in gut ausgestatteten Familien simulieren konnte (sprich „spielen“). Nun ist die Technik so weit, dass man auf dem Fernseher zuhause seine Fußballidole nahezu fotorealistisch über den Platz scheuchen kann und man lässt sich nun in eine riesigen Tisch-Tischer auf einer Wiese sperren, um die mangelnde Bewegungsfreiheit einer Tisch-Kicker-Figur nachzuempfinden, anstatt auf dem nächstbesten Fußballplatz einfach selbst unangekettet über den Platz zu rennen…komische Welt…^^

Dann gab’s noch den Nintendo Airstreamer, wo der Videospielkonzern versucht hat, Besucher für den im Moment für den 3DS zu begeistern. Ich selbst habe an dem Ding immer noch nicht gespielt, werde es aber eh irgendwann kaufen, wenn ein paar mehr Spiele erscheinen, die mich tatsächlich interessieren. Zwar war noch genug leere Wiese vorhanden, um für etwas Picknick-Atmosphäre zu sorgen, aber dank des u.a. recht feuchten Wetters blieb diese eigentlich meistens recht leer – im Vergleich zu anderen Jahren.

Zudem wurde auch eine Bühne aufgebaut, auf denen zahlreiche kleinere J-Rock-Kapellen wie Scargot oder Foocha oder Solo-Künstler wie Mitsuki oder Suika aufgetreten sind und am Sonntag auch der DCM-Vorentscheid stattfand. Wie in den anderen Jahren wurde draußen auch für das leibliche Wohl gesorgt, denn neben klassischer Imbissnahrung von Pommes bis zu Pizza wurde natürlich auch passendes japanisches Essen angeboten. Wir haben nur einmal zu einer Portion Pommes gegriffen, die geschmacklich ok waren und auch kein großes Loch ins Portmonee gerissen haben.

Beim Betreten der Halle wiesen wir erstmal instinktiv einen Werbezettel für Samurai Girls ab, aber später fiel uns dann doch auf, dass die Serie ja eigentlich noch gar nicht in Deutschland angekündigt wurde, so dass wir uns dann ganze später genauer angeschaut haben – die News ist ja nun schon alt^^. Von den Ständen im Inneren waren für uns die Publisher wohl am interessantesten. Am Eingang konnte man gleich Animaze finden, deren Personal konnte mir aber auch nicht sagen, warum die 1080i mit 50 Bildern-Blu-rays machen, obwohl 1080p mit 24 Bildern doch bei Anime viel naheliegender wäre. Ich habe mal verzichtet, sie auf ihre Dubs anzusprechen, denn ich vermute mal, das haben schon genug andere gemacht, denn FSN-UBW lief laut Programmheft ja sogar nur untertitelt ^^;.

Bei Universum habe ich mich etwas über die Angel Beats! – Pläne unterhalten und meinen Wunsch geäußert, doch mal etwas von dem Bonusmaterial hier auch zu veröffentlichen. Auch das Thema Blu-ray kam natürlich zur Sprache und ich kann nur die Leute auffordern, die Serien auch zu kaufen, die hier in blau erscheinen (also Eden of the East), denn wenn eine Serie mit großer Kompatibilität zu normalen Zuschauern nicht die Erwartungen bei den Verkäufen erfüllen kann, was soll ein Publisher denn sonst noch machen? Naja, die dt. Anime-Käufer sind schon ein komisches Völkchen…

Bei Kazé hielt ich mich auch wieder sehr lange auf und habe wieder einiges Interessantes erfahren, wobei ich langsam verstehe, warum einige Genres in Deutschland einfach nicht erscheinen, obwohl diese in Fankreisen sehr beliebt sind…

Natürlich waren auch wieder zahlreiche Manga-Verläge wie Tokyopop, Carlsen oder EMA da, bei denen es auch oft Signierstunden mit dt. Mangaka gab. Da ich aber eh eher nur wenige Manga von dt. Verlägen lese und ich meistens dort auch kein offenen Fragen habe, blieb ich den Ständen fern. Natürlich wollten auch ein paar Spielehersteller etwas ihre Produkte bewerben und so konnte man innen Nintendo, Square Enix (mit FF XIII-2, ich muss erstmal XIII durchspielen…), SEGA (natürlich kein Vakyria Chronicles 3 sondern der 121. Wiederbelebungsversuch von Sonic) und CAPCOM finden. Auch die Free(?)-to-Play-Anbieter Ankama und Gameforge waren vertreten. Von dem Bereich hielt ich mich fern, aber meiner einer besucht ja auch schon länger die gamescom bzw. dessen Vorgänger nicht, da ich eh viel zu selten zum spielen komme und warum soll ich mir die ganzen Spiele anschauen, die ich dann aus Zeitgründen eh wohl niemals spielen werde…?

Wer sein Geld gleich richtig in die Wirtschaft investieren wollte, bekam natürlich im Händerraum wieder die Gelegenheit dazu, der im Gegensatz zu den meisten anderen Conventions recht fälschungssicher ist, denn dieser eine orangene Händler war z.B. nicht im Gebäude vertreten, sondern verkaufte sein Zeug an einer Straßenecke. Ich hielt mich vornehm zurück, verkaufte aber wieder recht viel im Bring&Buy-Bereich, in dem man weitaus schneller Kunden findet als z.B. bei Ebay. Besonders schön finde ich, dass man dort nix zum Zustand schreiben muss, denn die Interessenten können ja das Objekt einfach selbst betrachten.

Natürlich gab’s auch noch die üblichen Möglichkeiten sich auf einer Convention die Zeit zu vertreiben, wie nen Games-Room oder einen Rollenspielbereich. Für uns waren die Videoräume wieder etwas interessanter, denn im Gegensatz zu anderen Conventions kriegt man auf der AnimagiC öfters mal auch mal Sachen geboten, die noch nirgendwo auf Blu-ray oder DVD erhältlich sind oder zumindest noch nicht gleich in Deutschland erhältlich sein werden. Das ganze nennt sich ja u. a. Animotion-Filmfestival. Interessant fand ich, dass Aniplex Mahō Shōjo Madoka Magika zur Verfügung gestellt hat und ich fände es ja mal interessant, wenn tatsächlich mal jemand so eine „ungewöhnliche“, aber extrem erfolgreiche Serie lizenzieren würde. Zwar werden hierzulande öfters Kuriositäten veröffentlicht, aber das sind dann auch eher Serien, die in Japan auch nicht erfolgreich waren und deswegen vielleicht relativ preiswert zu lizenzieren waren. Wir haben uns die beiden Folgen aber nicht angeschaut, da wir sie ja eh schon kennen und Herr Pantsu diese ja sogar auf blau besitzt.

Angeschaut haben wir uns aber am Freitag Mardock Scramble: The First Compression, denn wir wollten uns ja auf das Panel am Samstag vorbereiten und etwas gespannt war ich auf den Film ja schon. Ich fand ihn dann auch eigentlich ganz gut, aber hätte es begrüßt, wenn man dem Animationsstudio etwas mehr Zeit gegeben hätte, um dem Werk eine längere Laufzeit zu ermöglichen. Zwar hatte ich keine großen Verständnisprobleme, aber der Ablauf des Films kam mir etwas holprig vor und mit etwas mehr Zeit hätte man nicht nur einen guten Sci-Fi-Anime abliefern können, sondern mal einen sehr guten. Zwar wurde uns nur eine DVD geboten, aber die Optik des Films gefiel mir sehr gut und man kann deutlich erkennen, dass man hier einen Kinofilm vor sich hat. Übrigens hat der Film wirklich einen Haufen verrückte Ideen, die teilweise auch mal etwas am guten Geschmack vorbeigehen…und in der Blu-ray/DVD-Fassung soll es dann wohl noch mehr etwas härtere Szenen geben. Wenn man mal wieder so etwas wie Ghost in the Shell gucken möchte, denn kann ich den Film nur ans Herz legen (erscheint Ende des Jahres bei Universum Anime.

Am Samstag Abend mussten wir noch etwas Zeit totschlagen und schauten uns deswegen First Squad: Moment der Wahrheit an, der in der deutschen Fassung um die Pseudo-Dokumentarszenen erleichtert wurde und so nur noch ein B-Film mit Nazis, Spezialeinheiten und allerlei Übernatürliches ist. Man sieht, dass Satelight wirklich fein animieren kann, aber da für Niveau im Budget kein Platz war und die Story nicht gerade logisch oder kreativ ist, war ich ziemlich enttäuscht. Die deutsche Synchronisation war auch nicht berauschend und die aus unerfindlichen Gründen eingeblendeten englischen Untertitel zeigten auch deutlich, dass irgendjemand kein Wert auf eine wörtliche Übersetzung gelegt hat. Wer Trash mag, kann ja mal einen Blick auf die DVD werfen, für mich war das nur wieder eine weitere misslungene Zusammenarbeit eines japanischen Studios mit westlichen Partnern (Russland ist ja westlich von Japan^^) in der Tradition von Highlander: The Search for Vengeance…

Später am Abend schauten wir uns dann die erste Folge des neuen GONZO-Werks Last Exile – Fam, the Silver Wing an, wobei ich bemerken muss, dass ich die erste Staffel gar nicht gesehen habe. Trotzdem konnte ich der Handlung eigentlich ganz gut folgen, wobei es vermutlich half, dass diese nicht sonderlich komplex zu sein scheint – zumindest bislang bewegt sich alles auf recht ausgetretenen Pfaden. Immerhin gab es Luftpiraten und schon etwas Action in der ersten Folge und man kann schon eine gewisse Richtung erkennen, in die Serien wohl gehen wird. Das Charakterdesign ist dank Range Murata ja recht ungewöhnlich, auch wenn es nicht gerade genau meinen Geschmack trifft. Animationstechnisch kann man noch gut erkennen, dass GONZO animiert, d.h. die Chrakteranimationen und die Huintergründe sind eher Durchschnitt und die Actionsequenzen sind klar computeranimiert. Wobei es schon besser aussieht als bei einigen ihrer berüchtigten Werke, wobei die Explosionen wie aufgeklebt wirken, tja, GONZO bleibt sich treu. Da Last Exile ja recht beliebt ist, denke ich mal, dass viele mit dieser Fortsetzung (soweit man das nach einer Folge sagen kann) zufrieden sein könnten. Wenn die Serie irgendwo als Stream zu sehen ist, werde ich wohl weiter schauen, aber ich erwarte keinen Überflieger (welch Wortspiel…), aber immerhin bietet das Setting mal etwas Abwechslung. Übrigens ließen wir uns nach der folge noch zu komischen Promo-Sachen hinreißen, die vielleicht mal auf irgendeiner Blu-ray/DVD in Japan landen (wobei meine Videoaufnahme wohl eher nicht genommen wird…).

Mehr haben wir uns dann aber nicht angeschaut, auch wenn mich Arietty oder Welcome to THE SPACE SHOW prinzipiell schon interessiert, aber früher oder später werde ich die Filme eh zuhause mir anschauen und man kann auf Conventions ja doch interessanteres machen als stundenlang in Videoräumen rumzuhängen.

Zurück zum Freitag, an dem wir bei der Signierstunde mit allen jap. Ehrengästen vorbeischauen wollten, um den ersten Satz an DVDs/Blu-ray signieren zu lassen, dann aber fix den Raum verließen, als wir hörten, dass man nur das AnimagiC-Poster vorlegen darf…was übrigens von Black Butler geziert wurde…(das offizielle T-Shirt war dagegen mal wieder tragbar, ein recht angenehmer Rotton und Eden of the East als Motiv),

Am Abend stand dann noch die Eröffnungsveranstaltung auf dem Programm, die sehr professionell aufgezogen war und nur wieder erschreckend wurde, da mal wieder die Fangirls die Wahl der AnimaniA-Awards übernommen haben – denn der Black Butler-Anime gewann in 5 Kategorien. Ich gestatte jedem seinen eigenen Geschmack, aber rein objektiv gesehen, hat die Serie nie im Leben so viel Ruhm verdient – vor allem wenn Yoshiyuki Sadamoto mit Evangelion 2.22 verliert…naja, erinnert mich an die MTV Movie Awards, wo der gerade aktuelle Twilight-Teil immer abräumen darf. Auch Shanadoo kamen kurz auf die Bühne und frischten das Gedächtnis des Publikums auf, in dem sie „King Kong“ „sangen“ (hörte sich zu dem Zeitpunkt eher nach Playback an). Zudem wurden die Ergebnisse des Pimp my Character Wettbewerbs präsentiert und die Ehrengäste durften sich kurz vorstellen.

Mehr fällt mir zum Freitag nicht mehr ein, also mache ich mal fix mit dem Samstag weiter, der wie auf den meisten Conventions das meiste Programm bot. Der erste Programmpunkt für uns war das Black Butler Panel, dass wir mit Kumo als Menma besucht haben, da zufälligerweise die beiden Produzenten auch für Ano Hana verantwortlich sind. Den Inhalt der Diskussionsrunde habe ich ja hier schon wiedergegeben. Im Anschluss konnte ich mir dann auch endlich meine Ano Hana Blu-ray 1 und die US-Working Box signieren lassen *_*. Zudem hatte ich schon das Gefühl, dass Shunsuke Saito sich doch sehr gefreut hat, dass sein neuestes (und bislang erfolgreichstes) Werk hierzulande schon Fans hat^^. Wenn man sich aber anschaut, wie beliebt Black Butler in Deutschland ist, und man sogar die dt. Synchronsprecher der Hauptcharaktere dabei hatte, dann war das Panel aber auch nicht sonderlich gut besucht.

Später am Nachmittag statteten wir noch dem Mardock Scramble Panel einen Besuch ab, das auch nicht gerade ein Publikumsmagnet war, aber wirklich interessante Fragen und Antworten bot (hier der Artikel). Als letzte Podiumsdikussion des Tages folgte dann am Abend das Welcome to THE SPACE SHOW Panel, welches auch nicht viele Besucher anlockte und ich hier niedergeschrieben habe. Auch hier konnte man doch einiges interessantes erfahren und ich konnte sogar mal eine Fractale-Frage loswerden^^.

Im Anschluss haben wir noch einen kurzen Blick in das Shanadoo-Konzert geworfen (das Foto stammt allerdings von der Abschlussveranstaltung), was sehr gut besucht war und die Leute hatten sichtbar ihren Spass (sogar Leuchtstäbe wurden fleißig eingesetzt). Es ist ja nicht so wirklich meine Musikrichtung, aber scheinbar hat es ja vielen gefallen, also wurde dort wohl ein passender Music-Act ausgewählt – wobei ich es besser gefunden hätte, wenn es einer gewesen wäre, der etwas mehr aus der Anime-Ecke kommt.

Am Sonntag hatte ich eigentlich geplant, mir eine Nozomu Tamaki Podiumsdikussion anzuschauen, aber ich blieb bei Kazé doch etwas länger und ich wusste ja eh, dass ich mir zumindest ein Autogramm noch am ein paar Tage später bei Comix holen konnte, wo er auch signiert hat (deswegen habe ich nun auch Unterschriften auf der US-BD-Box und einem Poster und eine kleine Zeichnung). Ich kenne ja nur den Anime und ich vermute mal, der Manga ist doch schon einiges weiter. Auch das Takashi Okazaki Panel habe ich nicht gesehen, da ich wirklich kein Afro Samurai-Fan bin…

An offiziellen Programmpunkten, die wir besucht haben, bleibt nun nur noch die Abschlussveranstaltung übrig, in der u. a. der nächste Termin der AnimagiC bekannt gegeben wurde: 27.7.-29.7.2012. Da die Showgruppe Yume dieses Jahr aufhören werden, wurde auch noch ein Video mit Impressionen aus den letzten Jahren gespielt. Natürlich schauten auch die anderen Showgruppen und die Ehrengäste auf der Bühne noch einmal vorbei. Auch dieser Teil war sehr professionell gemacht, ich fand nur die Selbstbeweihräucherung etwas übertrieben (nach dem Motto „Was fandet Ihr an der AnimagiC besonders toll?“). Kaum waren wir dann auf der Autobahn, so schaute dann auch doch übrigens mal die Sonne heraus.

Die Zeit zwischen den Veranstaltungen haben wir für die Suche und das Fotografieren nach Cosplay verwendet, was durch den Zaun doch etwas erschwert wurde. Während ich in den letzten Jahren nie am Rhein war, musste man dieses Mal dorthin, da sich im abgesperrten Teil des Geländes im Vergleich nur wenige Cosplayer aufhielten.  Hierbei war besonders nervig, dass der Eingang sich sehr weit vom Rhein entfernt befand und man recht lange unterwegs war. Zudem muss man einfach sagen, dass der weiße Zaun optisch nicht sonderlich ansprechend war und es andere Jahre einfach gemütlicher auf dem Gelände war (wobei dieses Jahr das Wetter auch auf die Stimmung gedrückt hat).

Zwar ergibt es schon Sinn, dass die AnimagiC möglichst viele Besucher zum Kauf einer Karte bewegen möchte, aber ich kann dagegen auch Cosplayer verstehen, die bei Deutschlands teuerster Convention keine kaufen wollen, wenn sie dann eh nur vor der Halle rumhängen. Es wurde ja auch das Argument der Sicherheit genannt, da in den letzten Jahren immer mehr Leute vorbeischauen, die einfach nur Ärger machen wollen, aber hilft man der Sicherheit nun, indem man viele Cosplayer außerhalb des Geländes lässt? Wenn es nur um die Sicherheit gehen würde, dann hätte ich entweder Außengeländekarten für einen kleinen Preis angeboten oder einfach jeden mit sichtbaren Cosplay zumindest in den Bereich gelassen, der früher auch zugänglich gewesen wäre. Wenn man sich die Reaktionen in der Con-Szene anschaut, werden nun wohl einige Cosplayer die AnimagiC aus ihrem Terminkalender streichen (ich glaube, man konnte das auch dieses Jahr schon merken, wobei das Wetter da natürlich auch einen Einfluss hatte). Zwar kaufen die Cosplayer wohl nicht immer Karten, aber versorgten sich bestimmt früher mit teilweise Essen an den Ständen und sind auch einfach ein wichtiger Teil der Atmosphäre einer Anime-Convention.

Die Wahl der Ehrengäste fand ich etwas durchwachsen und ich würde sagen, wir hatten einfach Glück, dass die Black Butler Produzenten auch noch andere Werke gemacht haben, die eher unserem Geschmack  entsprechen. Eigentlich halte ich mich für die Zielgruppe von Ehrengästen auf Anime Conventions, denn ich besuche sehr regelmäßig seit 2003 Panels und kaufe auch fleißig Anime. Allerdings finde ich komisch, dass meistens Ehrengäste zu Werken gewählt werden, die eher für das Mainstream-Publikum geeignet sind, die traditionell wohl eher nicht auf einer Anime Convention rumhängen. Im Prinzip werden die Gäste doch nur eingeladen, damit sie für ihre Produkte werben können, aber warum wird das nicht richtig gemacht? Warum zeigt man bei der Eröffnungsveranstaltung nicht auch jeweils einen Trailer zu den Werken, die sie sozusagen aus Japan mitgebracht haben? Vielleicht kann man so das Interesse auch bei Leuten wecken, die einfach davor noch nie etwas davon gehört haben.

Zwar wurden dieses Mal sogar mal Gäste aus einer TV-Serie eingeladen, aber die weibliche Zielgruppe von Black Butler besucht traditionell eher selten Panels, vor allem wenn die jap. Gäste „nur“ Produzenten sind, über dessen Aufgabenbereich die meisten wohl gar nix wissen. Die deutschen Synchronsprecher sollten zwar Anziehungskraft besitzen, aber es war wohl auch nicht genug. Ich finde es sehr interessant, welche Anime auf amerikanischen Industrie-Conventions „gespushed“ werden, das war z.B. in den letzten Jahren Madoka, Haruhi oder z.B. auch Toradora!. Mit solchen Serien erreicht man vielleicht auch mal Zielgruppen, die normalerweise keine Anime-Conventions besuchen (und lockt sie hiermit heran) und solche Werke werden auch mal von den normalen Convention-Besuchern geguckt, bzw. sie gehören zur Zielgruppe, so dass sie mit etwas Werbung auf einer Convention zum Kauf bewegt werden könnten. Mit einem Mardock Scramble oder Welcome to THE SPACE SHOW begeistert man diese aber wohl eher nicht. Zudem wäre es auch mal toll, wenn man mehr kreative Köpfe auf eine Convention holt und z.B. auch Seiyuus, die meistens durch ihre Arbeit auf Events einfach besser als Entertainer rüberkommen als z.B. Produzenten. Übrigens muss ich Tokyopop aber ein Lob aussprechen, dass sie mit Nozomu Tamaki endlich mal einen Mangaka eher für das männliche Publikum ausgewählt haben.

Auch finde ich schade, dass die AnimagiC als die deutsche Industrie-Convention kein einziges Animeindustrie-Panel anzubietet. Es muss ja nicht wie in den USA jeder Publisher seine Produkte in seinem eigenen Panel vorstellen, aber warum machen die Firmen nicht eine gemeinsame Podiumsdiskussion, um z.B. noch mal etwas auf die ACA zu sprechen zu kommen oder ähnliches. Auch wenn man damit nicht viele Besucher anzieht, könnte man so etwas doch noch einmal versuchen. Zwar kann man wunderbar zu jedem Publisher hingehen und sie seine Fragen stellen, aber eine etwas größer angelegte Diskussion zwischen Konsumenten und der Industrie könnte sich lohnen.

Sehr positiv im Vergleich zu vielen anderen Conventions finde ich, dass man merkt, dass die Organisation etwas professioneller wirkt und vieles reibungsloser abläuft. Meinem Gefühl nach hielt man sich an die Zeiten im Programmheft und technische Macken im Festsaal sind mir nicht aufgefallen (ich hörte allerdings von Problemen in den Videoräumen). Für Fans von Showgruppen bietet die AnimagiC auch eine große Auswahl, die dank der professionellen Technik wohl auch ihre Auftritte hier mit am besten präsentieren können.

Viel Spass hat mir diese Convention trotz meiner genannten Kritikpunkte gemacht, denn auch wenn gerne manches ändern würde, bin ich sehr froh, dass es eine „richtige“ Industrie-Convention in Deutschland gibt, da diese einfach ein anderes Programm als die Con-Konkurrenz anbietet. Toll ist natürlich immer, dass man wieder zahlreiche Leute von anderen Conventions wieder trifft, und ich fange lieber gar nicht an aufzuzählen, da ich sonst bestimmt jemanden vergesse^^.